# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1855_S8 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 8 Zur Lehre vom heiligen Predigtamt. sind auch sie in dieser Welt, 1 Joh. 4, 17., und wer da saget, daß er in Ihm bleibe, der soll auch wandeln, gleichwie Er gewandelt hat, 1 Joh. 2, 6. Nun können sie zwar nicht die Sünde tilgen und Gerechtigkeit bringen, wohl aber in Ihm an dem Nächsten Liebe üben durch Wort und Werk, daß, soviel an ihnen ist, auch Andere des Heils theilhaftig werden und bleiben. Hierzu werden Jünger Christi in die Welt gesandt. Das ist es, was den eigenthümlich apostolischen Beruf, zu allen Völkern auszugehn, mit begreift. Es bittet der ewige Hohepriester darum: „Heilige sie in Deiner Wahrheit, Dein Wort ist die Wahrheit; gleichwie Du mich gesandt hast in die Welt, so sende ich sie auch in die Welt“ ꝛc., Joh. 17, 17. fgg. 20 fgg. 6. 9. 11. 13 — 16; welche Worte Licht zu weiterem Verständniß geben, denn in Allem ist hier nur von einer Jüngerschaft zunächst die Rede, dazu der Glaube befähigt, dessen Früchte die Sendung Christi bestätigen sollen.) Alsdann ertheilt er ihnen das Pfand der außerordentlichen Ankunft des Trösters und spricht die Worte: Nehmet hin ꝛc. Aus K. 17 ist es unbestritten, daß es Gläubige seien; und als solche waren sie auch nur des Geistes Erstlinge zu empfangen fähig, denn die Welt ist es nicht, die ihn nicht siehet, noch ihn kennt, K. 14, 17; mit dieser allerhöchsten Gabe theu'r wird aber unzertrennlich verbunden die andere, die rein geistliche Gewalt, durch das Wort zu lösen und zu binden, V. 23; ist jene also nur dem Glauben verheißen und gegeben (vergl. Apg. 10, 44. 11, 17.) um wie vielmehr des Himmelreichs Schlüssel, welche eine Folge nur der erstern sind. (Wie sollten diese auch den Gläubigen nicht gehören, welche Christus zu Herren im Hause Gottes erhebt, und ihnen die Erbschaft aller Kreaturen zum Eigenthume zuspricht?) Als welchen nun ertheilte Jesus Seinen Jüngern diese hohen, göttlichen Gaben, damit Er selbst nach Seiner Menschheit ist gesalbt worden? ertheilte Er sie ihnen als Aposteln bloß, oder vielmehr als Gläubigen zunächst? Ich schließe den Apostolat nicht aus, doch ist dieß ja das Zweite, als Wirkung in jenem erst enthalten; (indem Niemand ein Apostel, Prophet, Bischof sein kann, der nicht zuvor ein Glied der Gemeinschaft ist geworden, welcher er dann später freilich wiederum absterben kann:) ursprünglich überkamen sie, nachdem ihnen der Schoß der Gnade Christi durch den Heiligen Geist geöffnet worden war, das Recht auch Anderen ihnen auf- und zuzuschließen, die Vergebung der Sünden, deren sie theilhaftig geworden waren, auch Anderen zu sprechen oder den Zorn Gottes ihnen anzukündigen, als Jünger, als an Christum gläubige Kirche, — das lehrt der Text, der nicht gebrochen werden kann, auf's Unzweideutigste mit zwingender Evidenz —, und als Erwählte zugleich zu Kirchenfürsten, an den durch sie gepflanzten Gemeinden im öffentlichen Dienst es auszüben. Man bedenke, nach der gegentheiligen Auslegung, nach welcher der Glaube nicht, das Amt vorschlägt, so daß jenes Recht den Jüngern als Trägern ihres Amtes, die dann freilich zugleich auch gläubig sein sollten, aber nicht zuvor als Kirche, sei vertrauet worden, folgt schlechterdings, daß mit der Amtsübernahme auch der Heilige Geist gegeben werde; denn sowie an das öffentliche Amt man die Gewalt