# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1855_S7 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zur Lehre vom heiligen Predigtamt. 7 göttlichen Berufsgewalt sei, lassen sie nach dem Hingang des verherrlichten Meisters Joseph und Matthias von ihr zur Wahl durch das Loos des Herrn gestellt werden, durch das Loos, als einzigen Fall in der Apostelgeschichte, wie es sich für den Zeitraum zwischen Himmelfahrt und Pfingsten, von wo an der Heilige Geist in außerordentlicher Weise zur Leitung gesandt ward, geziemte, (vergl. Wucherer S. 34 fg.;) und Paulus empfängt sogar von einem Jünger, der kein Apostel war noch welchem sonst das Amt zugeschrieben wird, die erste Handauflegung, Apg. 9. (Die zweite ward ihm in Antiochia von Propheten und Lehrern zu seiner ersten Reise als Apostel der Heiden ertheilt, K. 13; im Anfang aber seines Apostolates nicht einmal sendet ihn der Herr erst nach Jerusalem zu den Aposteln oder Presbytern daselbst, obschon er überall, wohin er kam, sein Amt frei ausübte, K. 9, 15. 20, 27 fg. 11, 26.) Nach diesem wenden wir uns zu Apg. 20, 28. Es findet hier sich wiederum gleiche Ausdrucksweise, wie 1 Kor. 12, 18. 28. Es war mittelbarer göttlicher Beruf, den diese Aeltesten von Ephesus hatten, wie K. 14, 23; durch die wählende Gemeinde und den bestellenden Apostel (vgl. Apg. 6, 3. 5. 6), wie durch die Mittheilung Seiner Gaben hatte sie der Heilige Geist gesetzt. Mittelbarer und unmittelbarer Beruf sind aber wesentlich nicht von einander unterschieden. An Christi Statt tritt Seine heilige Gemeinde als Fortsetzung der Thätigkeit ihres erhöhten, aber eben darum ganz nahe bei ihr unsichtbarlich und allenthalben gegenwärtig seienden Hauptes auf Erden, so daß durch Christum, vermittelst Seiner Reichsgenossen, als Organen der später nur noch ordentlichen Wirksamkeit des Geistes, aus dem verborgnen Schoß der unsichtbaren Kirche als seiner erzeugenden Quelle heraustritt als Gipfel und herrlichste Frucht derselben das Amt in seiner eigentlichsten Verwirklichung. Dem, was die äußere Christenheit, die sichtbare Gemeinschaft der Berufenen thut, liegt erst die geistige Macht und der überwiegende Einfluß jener innerlichen zum Grunde, nur daß, je todeskranker der Leib ist, desto minder die Seele sich erweisen kann. Dessenungeachtet sind allemal die Prediger zum wenigsten äußerlich von Gott in ihren Dienst gesetzt, der Alles in Händen hat und auch die Anschläge der Menschen regiert, nur daß Er oft im Zorne gibt, wo die Gnade verachtet wird, oder Unordnung und Fehl, Mißbrauch des allgemeinen Priesterrechts, Rottenwesen und Aergernisse hierbei viel mit unterlaufen können. Wir kommen zu der wichtigsten und bei weitem schlagendsten Stelle, darin die andern sich als Radien konzentriren. Sie ist Joh. 20, 21 — 23. Der Auferstandene bringt Seinen Jüngern aus dem Grab den Frieden Gottes als die vollendete Frucht Seines Kreuzes und sagt zu ihnen: Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. (Die Sendung Christi in die Welt, welchen der Vater hat versiegelt, geschah, daß sie durch ihn selig werde; und daran ist erschienen die Liebe Gottes gegen uns, daß der ewige Sohn als Heiland sich selbst für uns dargegeben. Was Er gethan hat und gelehrt, das kommt in ihrer Maße allen Seinen Jüngern zu; denn gleich wie Er ist, so