# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1855_S4 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 4 Zur Lehre vom heiligen Predigtamt. bens davon abzugehen. Hier aber nöthigt mich dieselbe, wie wir weiter unten auseinandersetzen werden, dabei stehn zu bleiben. Wenn Gott Sich gibt mit Allem, was Er ist und hat, Hohelied 2, 16. 6, 2. Vergl. 2 Mos. 20, 2., wem Alles gegeben wird, wem die Welt mit Allem, was darinnen und darüber ist, zum Eigenthum gegeben wird, dem ist ja freilich auch das apostolische Predigtamt gegeben, nicht bloß zu seinem Nutzen und Gebrauch, diese Beschränkung wird durch keinen Ausspruch der Schrift gerechtfertigt, sondern zu seinem Besitz, zu seinem Eigenthum. Die Gläubigen sind die jungen Prinzen, denen der König, ihr Vater, Alles zum Dienste gibt, ein jegliches in der Maße, wie sich es geziemet, Seinen eingebornen, wesentlichen Sohn, Math. 20, 28., die himmlischen Heerschaaren, Hebr. 1, 14., alles Hohe und Tiefe, alle Macht und Weisheit dieser Welt, Leben und Tod, Gegenwärtiges und Zukünftiges, Röm. 8, 28. bes. V. 32. 31. 33—39. Gal. 4, 1—7. Röm. 4, 13. 1 Kor. 6, 2., also auch das Amt der Prediger, das sie aus sich bestellen sollen. (Vgl. Luther zu Psalm 117, § 80 unten — es sei denn, daß der Herr, wo es die Nothwendigkeit erheischt, unmittelbarer Weise Etliche aussondert.) Dieß Letztere bestimmt sich als unwidersprechlich klar, nicht bloß aus der Geschichte, daß im weitern Fortgang selbst Apostel und Propheten mittelbar aus der Gemeinde sind hervorgegangen, vergl. Apg. 11, 22. 14, 14. Phil. 2, 25. 1 Kor. 14, 29., sondern auch aus der Ermahnung 1 Kor. 3, 21., daß nicht etwa sich die Gläubigen rühmen sollen, eines Predigers zu sein, Kap. 1, 12., (es sei denn im nothwendigen Gegensatz zu zweideutigen Ketzerhaufen,) — wie sie sich vielmehr rühmen können, (unmittelbar und ohne Dazwischenkunft eines Menschen) Christi zu sein, V. 23, wenn sie nur nicht damit zugleich Seine Diener verachten, — sondern die Prediger sollen sich rühmen, der Gläubigen zu sein, 2 Kor. 4, 5., zugleich als ihre Diener um Jesu willen der Gläubigen theures Gut, verliehner Schatz und Reichthum zu sein, denn wem Jemand dient, der hat, so nicht Etwas hinzukommt, dadurch es unmöglich wird, ihm auch den Dienst zu übergeben. (Wohl den treuen Knechten, die selbst als Gläubige erfunden werden, die als Kinder, als Erben, im Schooß der geistlichen Mutter erzeugt und an ihren Brüsten und ihrem Segen groß gezogen, aus den Verirrungen der Welt sich wiederum dahin geflüchtet haben; dann sind sie nicht bloße Haushalter, Verwalter des Amts, dazu sie Herr und Frau bestellt, sondern auch sammt den Uebrigen die Herren und Eigenthümer, Besitzer aller Güter, die den Gläubigen geschenkt sind! Und sie werden leuchten wie des Himmels Glanz und wie die Sterne immer und ewiglich. Gleich der Aussaat wird die Ernte sein. *) *) Anm. Man vergleiche des P. Gerhard'schen Liedes: Herr, ich will gar gerne bleiben — V. 8: Mache mich zum wackern Hüter, dessen Augen offen sein, wenn das Schönste Deiner Güter, Deine Kinder, schlafen ein, wenn das Haus zu Bette geht, und der Dieb mit Listen steht nach des Nächsten Gut und Gelde, ei, so gib, daß ich ihn melde! Und V. 10: Hab' ich dieß, so ruht mein Wille, denn ich habe selber Dich, Dich, Du unermeßne Fülle dessen, was mich ewiglich in dem Himmel laben soll. Wohl mir, wohl und aber wohl! soll mich Gottes Fülle laben, woran will ich Mangel haben?