# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1854 08 17_S209 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) lichen Tod dahin geriſſen. Aber auch das rührte ihre Herzen nicht. Sie verſtocken ſich täglich mehr, prahlen öffentlich mit ihrer heidniſchen Friheit, die ſie nun wieder erlangt hätten, feiern ihre heidniſchen Feſte gräulicher als zuvor und etgeben ſich allen ſchändlichen Sünden des frü— heren Laſterlebens, z. B. dem Trunke, im höch⸗ ſen Grade. Was iſt da zu thun, geliebte Brüder und Schweſtern? Beſſern können wir Nichts. Darum laſſet uns bei aller Traurigkeit dem HErrn vertrauen, daß Er Seine Kirche ſchützt und ihr Gedeihen gibt, auch wenn es ſchiene, als arbeiteten die Seinen umſonſt. Dann aber laſet uns gedemüthigt werden und die traurigen Zuſtände unſerer lieben Chriſtenheit in dieſer lezten betrübten Zeit beklagen, welche es mög⸗— lich machte, daß ſolch ein ſchweres Ereigniß un⸗ ter uns geſchehen konnte. Ja gewiß, wir tragen alle einen Theil der Schuld mit, daß dieſe ganze Gemeinde ſo dem Teufel zur Beute werden bonnte, indem wir es an ernſtlichem und treuem Gebete für ſie haben feblen laſſen. Darum wollen wir an unſere Bruſt ſchlagen und den HEnn bitten, daß Er den Mangel unſeres Ge— betes durch das theure Verdienſt unſers Heilan⸗ des Jeſu Chriſti reichlich erſetzen, daß Er Sich auch der armen verblendeten Seelen wieder er⸗ barnen und ſie durch Reue und Buße wieder zur ſeligen Chriſtengemeinſchaft zurückführen wolle. — Selbſt vor der Hand zuzugreifen, iſt uns verwehrt und haben wir darauf zu warten, aß der HErr uns wieder eine Thüre öffnet. Auf die indianiſche chriſtliche Gemeinde zu Bethanien hat der Abfall der Gemeinde zu She⸗ hahyonk keinen ſchlimmen Einfluß geübt, ſondern Schrecken über das ihnen faſt unglaubliche Etigniß, Hoffnung, daß das Ganze etwa auf einem Mißverſtändniß beruhen möge, oder daß ſchnelle Rücktehr von den beklagenswerthen tufliſchen Einflüſterungen Statt finden werde, nolich aber, als dieſe Hoffnung zu Grabe ge⸗ tlagen werden mußte, herzl iche Betrüb⸗ niß und Mitleid mit den Tiefgefallenen beſelte die ganze Gemeinſchaft. Weit entfernt aber, vielleicht auch in Gefahr zu kommen, den Abgeſallenen nachzutreten, wird dieſelbe durch das Anſchauen des Gerichts Gottes über die Untrenen nur deſto feſter und treuer und ſieht dit Nothwendigkeit ein, ſich gegen alle Feinde des Reichs Gottes feſt um Sein Wort und deſ⸗ ſen treue Verkündiger zu ſchaaren. Unſer lieber ſchwergeprüfter Miſſionar Auch il, nachdem ſeine Indianer-Gemeinde zu She⸗ kabsonk das Wort Gottes verworfen hat, auf ſinen Wunſch von der Synode ſeines Berufs lls Miſſionar enthoben worden und als Paſtor der deutſchen evangel. luth. Gemeinde zu Sibi⸗ naüng anerkannt worden. Die Synode hätte ſreilich gewünſcht, ihn als treuen Miſſionar auf inem andern Felde der Miſſion verwenden zu linnen; aber er ſelbſt hat es nicht als Gottes Ville erkennen können, dem Miſſionsberufe im naern Sinne ferner obzuliegen, weil es ihm nicht mehr gelingen werde, die Sprache der Chippewax⸗Indianer noch aus dem Grunde zu — 207.— lernen und auch die Kränklichkeit ſeiner Frau ihn hindere, den fernen Heiden nachzugehen. So wird denn, ſo Gott will, binnen Kurzem ſeine Einführung bei der genannten deutſchen Gemeinde Statt finden. Was den Beſitz der Synode in Shebahyonk betrifft, ſo beſteht derſelbe in einem Areal von 40 Acker Land, wovon etwa 18 Acker geklärt ſind, aus einem 13 ſtöckigen Framehauſe von 380 Dollars Werth, einer Blockkirche, einem Block⸗ ſtalle. Um dieſen Beſitz verwerthen zu können, wird die Synode darauf Bedacht nehmen, noch 40 Acker des anſtoßenden Landes für 50 Dollars zu erwerben, da dann das Areal für eine größere Farm hinreichen möchte. Das bewegliche Ei⸗ genthum iſt mit vieler Sorglichkeit und Treue vom Miſſionar Auch verkauft, zum Theil auch nach Bethanien abgeliefert worden, ſo daß da⸗ durch eine Baar⸗Summe von etwa 250 Dollars in die Miſſionscaſſe eingezahlt werden konnte. Es war dieſer Zuſchuß in die Miſſionscaſſe im gegenwärtigen Augenblicke um ſo erwünſchter, da ſo große Mittel erforderlich waren, um die Indianer zu Bethanien familienweiſe mit einem Stücke Landes von 30—40 Acker verſorgen zu können. Der Miſſionar Mießler konnte, nach⸗ dem vorläufig ein Quantum von etwa 800 Acker angekauft worden war, die Austheilung der Län⸗ dereien im verfloſſenen Frühjahre vornehmen. Da haben die lieben rothen Brüder in Betha— nien ein großes Feſt gehabt, und der Miſſtonar beſchreibt ihre Freude mit lebhaften Farben, auch rühmt er ihre Beſcheidenheit und Friedſamkeit, da es Niemandem in den Sinn kam, um ein Stück Land zu bitten, welches ein Anderer ſich ſchon auserkoren hatte. Durch den Abfall der Shebahyonk-Indianer iſt das zur Vertheilung nöthige Land allerdings etwa um 280 Acker ver⸗ ringert worden, doch aber haben wir noch ein anſehnliches Stück nöthig, um unſern Verſpre⸗ chungen nachzukommen, allen Chriſten zu Be⸗ thanien helfen zu wollen, daß ſie ihrem wilden Jagd⸗ und Fiſcherleben entſagen und ſich zu ei⸗ nem geruhigen und ſtillen Bürgerleben gewöh— nen. Zu unſerer großen Freude nehmen wir wahr, daß manche jetzt noch am Maple-Fluß wohnende heidniſche Indianer auch durch die Predigt des Evangeliums angelockt werden, nach Bethanien zu ziehen. So ſehr wir daher Ur-⸗ ſache haben, allen denen, die unſre Miſſionscaſſe bisher ſo williglich bedachten, recht herzlich zu danken, ſo bitten wir doch, ferner zu helfen, wo Hilfe noth iſt, die Miſſionsangelegenheiten zu Bethanien auch forthin recht auf der Seele zu tragen, und ſich aller Heiden ernſtlich im Ge— bete anzunehmen, damit das Reich Gottes zu ihnen komme. Zu ſolcher Willigkeit verhelfe uns und allen, die den HErrn Chriſtum lieb haben, der treue und barmherzige Gott. Amen! Frankenluſt, den 24. Juli 1854. Ferdinand Sievers. — Die Cantica Sacra. Ich habe endlich das Vergnügen anzeigen zu können, daß die Cantica Sacra, ſo Gott will gedruckt werden wird. Manche meiner Corres⸗ pondenten meinten, in ein paar Wochen oder meiſtens paar Monaten ſollte man das Buch ſchon ſingen können. Ihnen zur Kunde ſei ge⸗ ſagt, erſtens: Daß es vom Anfange nicht meine Abſicht war große Auslagen vorzunehmen, bis ich überzeugt wäre daß der Ertrag des Unter⸗ nehmens ſolche Ausgaben auch decken werde, u. zweitens: daß Umſtände, welche nicht ein jeder vorher ſehen kann, und welche ſelbſt Geſchäfts— männern unerwartet erſcheinen mögen, das Un⸗ ternehmen etwas verzögert haben. Deßwegen bin ich nicht im Stande geweſen früher anzuzei⸗ gen ob oder wann das Buch gedruckt werden wird. Aber nun iſt es in Händen von Buch⸗ druckern, welche keine Mühe ſparen werden um es mit möglicher Schnelligleit zu verfertigen; und es iſt ihre ſichere Erwartung, daß ſie es im Monat November zur Verſendung bereit haben werden. Da nur etliche meiner Correspondenten mir ihren Wunſch das Buch mit runden Noten gedruckt zu haben anzeigten, viele aber ſich entſchieden zu Gunſten der Charakternoten er— klärten, ſo bin ich entſchloſſen es mit dieſen nach den Bedingungen des Proſpectus zu drucken. Ich will noch dieſe Gelegenheit benutzen um zu erwähnen, daß der Preis des Buches vielleicht verändert werden mag, wann es in die Hände der Buchhändler kommt, und daß alle diejenigen die nicht ſchon beſtellt haben, welche es an den billigen Preiſen, wie im Pro⸗ ſpectus angezeigt, bekommen wollen, wohl thun werden ihre Beſtellungen bis Ausgangs No⸗ vember einzuſenden. Buchhändler werden es zu ihrem Vortheil finden beim Hundert zu be⸗ ſtellen. Canton, Ohio, Juni d. 28ſten 1854. J. J. Fa ſt. N. B. In St. Louis wird Herr Otto Ernſt die Güte haben, das Buch zum Verkauf zu halten. —— Quittung. der Miſſionsgaben (für den Lutheraner). Von A. Haag in Sibiwaing ů ‚ 58 0 50 Von der Gem. des P. Dicke in Frankentroſt, zu In⸗ dianerland — „ 2 5⁰0 Von J. Liſt in Frankenmuth, zu Indianerladd 200 Von der Gem. des P. Seidel, 2te Sendung 10 00 Von der Gemeinde ader in Hrant 21 67 Durch Müller Hubinger in Frankenmuth 28 8⁰ Von J. Gremel in SibiwainVz 0 50 Von der Gem. des P. Clöter zu Saginaw⸗Cityh 18 80 Bon der Gem. des P. Sievers zu Frankentroſſl 15 00 Von Barbara Nüchterlein in Frankenmuth 1 0⁰ Von der Gem. des P. Hoyer in Philadelphia, Pa.: Chr. Mainlingg 100⁰ Mary Bohn 1 0⁰ P. Beerwind 0 2⁵ M. Fetter 0 2⁵ Ein Ungenannter J. U. Hiller Chr. Bieter H. Dieter Wahl HI. . G. Pfeiffer Ph. Bohn J. Touſtaint üller Iſab. Rautenberg Soph. Rautenberg. Jak. Touſſaint sen. „ Jak. Touſſaint jùun. Minneberger Chr. Bohn Lehmkuhl ů Anna Viehmeyer Eliſ. Dreßer ů „22„„ — * — 2*2* j —u—2 — * 2 — —* * * * —* ᷣP„** * —* 2 * * * — — SSSESS= SSSS SNN SSNS SSSSSNSNS SNS —*