# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1854 08 17_S206 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) nütziges (Geographie, Weltgeſchichte und Na⸗ turgeſchichte). — — — 2. Die zweite Frage bei einem Stundenplan iſt die: „wie ſind jene angeführten Gegenſtän⸗ de nach den verſchiedenen Klaſſen und täglichen Unterrichtsſtunden zu ordnen?“ Jeder Lehrer wird freillch hierin ſeinen eige⸗ nen Weg gehen; allein das Folgende mag als ein Verſuch gelten, wie ein Stundenplan etwa eingerichtet werden könnte. Irgend ein Gegenſtand, der gelehrt wird, muß den Maaßſtab abgeben, die Schüler in! Klaſſen abzutheilen. Die Fertigkeit im Leſen ſcheint mir dazu am geeignetſten zu ſein. Und von dieſem Geſichtspunkte ausgehend, würden drei Klaſſen entſtehen, ſo nämlich, daß zur er⸗ ſten Klaſſe diejenigen Schüler gehörten, welche richtig und fertig leſen können — zur zweiten diejenigen, welche noch nicht fertig leſen — und zur dritten, welche Beides noch nicht können. Das Uebrige wird aus folgender Tabelle her⸗ vorgehen. ö Montag. Von 9-104 Uhr: Morgenandacht. Darauf Religionsunterricht nach Luthers kl. Katechismus. . Von 101-11 Uhr: Bibelleſen für erſte und Schreibübung fürf zweite und dritte Klaſſe. Anmerk. Nach dem Leſen läßt ſich der Lehrer des Geleſenen den Hauptinhalt erzählen; ebenſo verfährt er bei der zweiten Klaſſe, indem er die ge⸗ leſene Hiſtorie abfrägt. Von 11-12 Uhr: In der erſten Hälfte Kopfrechnen für erſte und zweite Klaſſe, und Buchſtabiren für die dritte; In der zweiten Hälfte Geſangunterricht' Von 1-2 Uhr: Schribübung für erſte, Hiſtorienleſen für zweite und Buchſtabiren für dritte Klaſſe. Anmerk. Wird man mit der dritten Klaſſe * nicht fertig, ſo muß man damit in der ſolgenden Stunde fortfahren. Von 2-3 Uhr: Tafelrechnen für alle Schüler. Von 3-4 Uhr: Engliſch, verbunden mit deutſchem Sprach⸗ unterricht. Zum Schluſſe Gebet. Anmerk. Die dritte Klaſſe lernt für jeden Tag ein kleines Stück des Kate⸗ chismus oder einen kleinen Bibel⸗ ſpruch auswendig, was gleich nach dem Leſen hergeſagt wird. Dienſtag. Vieſelbe Ordnung, wie am Ta⸗ ge vorher. Mittwoch. Von 9-102 Uhr: Morgenandacht. Darauf bibliſche Geſchich⸗ ie nach Hübners Hiſtorien, verbunden mit Le⸗ ſen derſelben für erſte und zweite Klaſſe. Von 103-112 Uhr: Schriftliche deutſche Spracharbeiten für er⸗ ſte, Schönſchreiben für zweite und Leſen für dritte Klaſſe. Von 112-12 Uhr: Fortſetzung für erſte und Herſagen für wein und dritte Klaſſe. lium geleſen. —04— Von 1-2 Uhr: Tafelrechnen für erſte und zweite Klaſſe, Leſen für dritte. Von 2-3 Uhr: Gemeinnütziges für Alle. Von 3-4 Uhr: Engliſche Leſe- und Sprachübungen. Schluſſe Gebet. Donnerſtag. Dieſelbe Ordnung und die⸗ ſelben Gegenſtände, wie am Montage und Dienſtage; nur in der zweiten Stunde Vor⸗ mittags für erſte Klaſſe Leſen eines Liedes im Geſangbuche. Freitag. wie am Mittwoch; bei der bibl. ſtunde nur die Aenderung, daß die erſte Klaſ⸗ ſe nicht lieſt. Nachmittags die erſten beiden Stunden, wie am Mittwoch. In der dritten Stunde werden die nachgeſehenen deutſchen Spracharbeiten zurückgegeben und neue aufge⸗ geben. Die erſte Klaſſe ſagt dann ihre aus⸗ wendiggelernte Lection auf. Dann werden, Zum Bormittags dieſelbe Ordnung ſals Vorbereitung auf den Sontag, von erſter Klaſſe die ſonntägl. Epiſtel und das Evange⸗ Zum Schluſſe: Gebet. B. Rede gehalten am Grabe des ſeligen Paſtor Eißfeldt. Wenige Stunden vor dem Begräbniß des ſel. Bruders wurde Schreiber dieſes von der. Synode damit beauftragt, am Grabe deſſelben einige Worte zu ſprechen, und hierauf, das Ge⸗ ſprochene durch den „Lutheraner“ auch den nicht gegenwärtig geweſenen Synodalen mitzutheilen. Nur darum iheilen wir dieſe unter großem in⸗ neren Herzeleid und körperlicher Ermattung ge— ſchriebene Rede, wie ſie gehalten wurde, hierdurch mit. ** * HErr JEſu Chriſte, der Du mich durch mei⸗ ne Brüder berufen haſt, an dem Grabe eines geliebten Freundes und Bruders zu reden, mit dem ich noch vor kurzem innig vereint aus dem Born Deiner ewigen Wahrheit trank, ich bitte Dich, gieb mir Gnade und Kraft, Worte der Erbauung zu reden, damit dieſe Stätte des Todes und der Verweſung eine Stätte des Le⸗ bens, ein Ort werde, da Du zu uns kommeſt, u. uns ſegneſt. Amen. Allerſeits in Chriſto geliebte, trauernde Anweſende! Erhöre uns um Dein ſelbſt willen. „Fürwahr, du biſt ein verborge⸗ ner Gott, du Gott Israels, der Hei⸗ land“ — ſo müſſen wir an dieſem Grabe mit dem heiligen Propheten ausrufen. Denn ach! weß iſt die ſterbliche Hülle, die dieſes Grab ſo eben aufnehmen ſoll? — Es iſt die Hülle eines Mannes, den fern von dem Kreiſe ſeiner Lieben der Tod ſchnell und plötzlich in der Blüthe ſeiner Jahre überraſcht hat; auf deſſen baldige Rück⸗ kehr die erſt ſeit wenigen Monden mit ihm ver⸗ bundene Gattin nun vergeblich wartet, die nun, Geſchichts⸗ anſtatt den Zärtlichgeliebten wieder mit Freuden⸗ thränen zu umarmen und an ihr Herz zu drücken, die herzzerreißende Kunde von ſeinem Tode er⸗ hält. ſen Tod ein Kindlein zum Waiſelein wird, noch ehe es das Licht der Welt erblickte. das Grab ſinken ſieht. Es iſt die Hülle eines treuen liebenden Bruders und Freundes, deſſen Tod einem ganzen Kreiſe von Freunden und Brüdern die ganze Welt immer leerer, finſterer und öder macht. jungen Dieners der Kirche, der, ausgerüſtet mit den herrlichſten Gaben des Geiſtes und Gemü⸗ Glaubenskraft der jetzt ſo bedrängten und ver⸗ waiſten Kirche ein Vorkämpfer zu werden ver⸗ den hat, um darin ſchon auszuruhen von ſeiner kurzen Arbeit bis zum Tage der Auferſtehung. Mit Thränen blicken wir in ſein Grab wie gethan? verborgener Gott, Du Gott Isra⸗ rufen müſſen, ſo zuverſichtlich müſſen wir doch, auch an dieſem Grabe, hinzuſetzen: „der Hei⸗ land.“ Denn wie verborgen auch immer die Werke Gottes auf Erden ſein möͤgen einige Strahlen ſeines Lichtes läßt Er uns immer da⸗ bei aus Seinem Worte hervorleuchten, und ſo ſelben allen offenbart Er ſich uns doch zugleich zu uns edet. Schooß der Erde verſenken, überlegen: Was predigt uns Gott aus dem Grabe unſeres plötzlich dahin geſchie⸗ denen jungen Mitknechtes und Mit⸗ bruders? und zwar: als den Mitknechten, und dern deſſelben? — fenen aus ſeinem Grabe heraus predigt: 1. Er⸗ kennet eure Sünde und thuet Buße! 2. Ich bedarf euer nicht! und 3. Werdet treuer in der Verwaltung des Amtes, das euch befohlen iſt. ) Wenige Schritte von dem hieſigen Gemeindegoties · acker entſernt liegen die Collegegebäude, die man dahtr von dem Grabe aus ſehen konnte. 75½ Es iſt die Hülle eines Vaters, durch deſ⸗ Es iſt die Hülle eines dankbaren Sohnes, deſſen greiſe gottſelige Mutter mit derſelben die Freude, Hoff⸗ nung und Krone ihres vielgeprüften Alters inn Ach! es iſt die Hülle eines thes, voll Treue und Eifer, voll Demuth und ſprach; der noch vor kaum einem Jahre dort drüben *) ſich auf das heilige Amt vorbereitete und nun, wiedergekehrt, hier ſein Grab gefun⸗ in eine Tiefe ohne Grund, und unſer He ſpricht: Gott, Gott, warum haſt du uns das Ja, „fürwahr, du biſt ein els!“ Doch, m. Th., ſo gewiß wir dieß. mit dem Propheten Jeſajas (45, 15.) ſeufzend aus⸗ unbegreiflich und unerforſchlich auch immerhin Seine Wege und Ger ichte ſein mögen, in den⸗ als einen „Heiland“, der unſer Heil ſucht und ſelbſt aus dem ſtummen Grabe heraus laut So. Jaßt uns denn jetzt, ehe wir die irdiſchen Ueberreſte des theuren Entſchlafenen in den ‚ l. was predigt Gott zunächſt uns, 2. was predigt Gott allen Ge⸗ genwärtigen, als den Mitbrü⸗ Treten wir, m. L., mit dem Lichte des Wor⸗ tes Gottes an dieſes Grab, ſo ſehen wir, dreier⸗ lei iſt es hauptſächlich, was Gott der HErr zu⸗ nächſt uns den M-itknechten des Entſchla⸗ —4³⁰ —.—