# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1854 06 22_S179 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) „Gottes Wort und FLuthers Lehr“ verßehet nu — ———— — n und nimmermehr.““ Offenb. Joh. Cap. 14, v. 6. 7. Heraͤusgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten Redigirt von C. F. W. Walther. ——— Jahrg. 10. St. Louis, Mo., den 5. Juli 1854. No. 23. Bedingungen: Der Lutheraner erſcheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen Cubſertptienspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben voraus zube⸗ Uatleu unddas Voſtgeld zu trazen haben. — In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft. Mr. F. W (Eingeſandt von P. A. Hoyer.) Vom rythmiſchen Geſange in der Chriſtlichen Kirche. führen, um durch euch ihre Neuerungen in Gang zu bringen? Wollt ihr's denn anders haben als andere vernünftige Leute? — Solche und ähnliche Reden hat wohl manches Mitglied un⸗ ſerer Synode gehört und iſt dabei angſt und bange geworden über den rythmiſchen Geſang und daß mit ihm etwas ganz Neues in die Kir⸗ che eingeführt werde. Eins wenigſtens iſt gewiß, die Meiſten, welche etwas dagegen einzuwenden haben, thun dies, weil ſie ſich vor dem Geſchwätz der Leute fürchten und wider das, was neu aus⸗ ſieht, mißtrauiſch ſind. Nun ſollt ihr auch aller⸗ dings alles Neue ſorgfältig prüfen, bevor ihr es annehmt — gewiß; aber der rythmiſche Geſang iſt eben nichts Neues in der chriſtlichen Kirche, ſondern gerade das Alte; rythmiſch haben die Chriſten in der alten Kirche geſungen, ehe das Römiſch Katholiſche Weſen eindräng, rythmiſch haben ſie in der Kirche zur Zeit der Reformation geſungen. Will euch mit Gottes Hülfe etwas davon erzählen. Ueber die Weiſe, wie unſer Herr Chriſtus mit ſeinen Jüngern in der Nacht, da er verrathen ward, den Lobgeſang geſungen (Matth. 26, 30), oder wie Paulus und Silas im Gefängniß zu Philippi Gott lobten (Apoſtelgeſch. 16, 25., haben wir allerdings keine beſondere Nachricht erhalten, allein wir wiſſen recht genau, wie die Chriſten in den erſten Jahrhunderten hernach geſungen haben. Die Chriſten, welche früher Juden geweſen waren, brachten aus den Gottes⸗ Die Mitglieder unſerer Synode alle werden durch die Prediger wie durch Aufſätze im Lu⸗ beraner über die rythmiſche Weiſe, unſere Kir⸗ henlieder zu ſingen, belehrt worden ſein. Man⸗ che Gemeindeglieder haben dieſe Weiſe bereits lib gewonnen, in vielen Gemeinden wird ab u. ein Lied rythmiſch geſungen, und die Ausſicht iſ jedenfalls da, daß die langſam dahin ſchlep⸗ pende Art zu ſingen, welche mit dem Unglauben der neueren Zeiten in die Kirche eingedrungen ſſ, bald in all unſeren Kirchen abgethan ſein wird. Gott gebe, bald! Indeß will doch der mhmiſche Kirchengeſang vielen, ſehr vielen Ge⸗ neindegliedern noch gar nicht recht behagen; er gefällt ihnen vielleicht ganz wohl, wenn ſie in der Kirche ſelber mit ſingen, aber nun kommen ſe heraus und da begegnet ihnen Nachbar N. N., iin Mitglied der Gemeinden, die noch aus dem „Gemeinſchaftlichen Geſangbuch' z. B. am Re⸗ formationsfeſte das Rationaliſtenlied ſingen: „Religion, von Gott gegeben“ u. ſ. f.; vieſer Bekannte oder Verwandte faßt ſie an, ruft, ſchrit: geht ihr noch immer zu den „Altluthe⸗ Imnern,“ auch jetzt noch, da ſie wieder was Neues nit dem Singen eingeführt haben? Könnt ihr denn noch nicht ſehen, daß es gar keine Luthera⸗ ner ſind, daß ſie euch bloß bei der Naſe herum⸗ .—.—... Nur die Briefe, welche Mittheilungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redakteur, alle andeen aber, welche Geſchäftliches, Beſtellungen. „Barthel, care of C. Abbeſtellungen, Gelber 1. enthalten, unter der Adreſſe F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenden. PDPDPDPDPiiiiPiꝑiSieeeeeiiffffffff...... ¶ ¶ 1. dienſten der Synagogen oder Judenſchulen eine beſtimmte Art des Pſalmengeſanges mit, die in der chriſtlichen Gemeinde alsdann nachgeahmt und weiter ausgebildet wurde. Melodien wie wir ſie jetzt haben, waren es nicht; erſt ſpäter wurden manche griechiſche Melodien füͤr den Dienſt Gottes geheiligt: die Chriſten ſangen die Pſalmen und Lieder ähnlich wie jetzt die Colleeten und Antiphonen geſungen werden, ſo daß ſie im Laufe der einzelnen Verſe oder Sätze denſelben Ton feſthielten und nur am Ende derſelben oder bei Abſchnitten in der Mitte die Stimme entwe⸗ der ſinken ließen oder erhöhten, überhaupt aber auf den Ausdruck der Worte mehr Nachdruck legten als auf den Ton oder Klang. Schon bei ihrem Geſange war eine Hauptſache der Noth⸗ mus; ja wenn wir das nicht wüßten, ſo müßten wir es doch vorausſetzen, da ſie ihre Lieder mehr ſprachen als ſangen, beim Sprechen aber allzeit dieſe und jene Worte oder Sylben langſamer, andere dagegen ſchneller vorgetragen werden, die⸗ ſe Weiſe des rothmiſchen Geſanges iſt daher ſo alt wie die chriſtliche Kirche ſelbſt und, wenn ihr ſie befolgt, ſo fübrt ihr keine Neuerung ein. Sie gelangte indeß zu einer zwiefachen Ausbildung in der alten Kirche. Im Morgenlande, dem Theile der Chriſtenheit, welcher vorzüglich von Conſtantinopel aus regiert wurde, kamen die vie⸗ len dort entſtehenden Irrlehrer und Secten bald darauf, ihre falſchen Lehren durch Geſang unter das Volk zu bringen; ſo der Gnoſtiker Bardeſa⸗