# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1853 09 01_S155 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) „Sattes Wort und LTuthers Lehr' vergehet nun un I d nimmermehr.““ ——— Offend. Joh. Cay. 14 v 6. 7. Herausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten Redigirt von C. F. W. Walther. Jahrg. 10. St. Louis, Mo., den 23. Mai 185. de d ingungen: Der Lutberaner erſcheint alle Sahſtriptienspreis von Einem Dollar für die nallen und das Poſtgeld zu tragen haben. — .. —— (Für den Lutheraner Eingeſandt.) der ſogenannte Große haͤnnöveriſche Katechismus, beurtheilt von Wege. (Fortſetzung.) Vom Vaterunſer. Das Vaterunſer hat von jeher einen hauptet, daher es auch ein Hau ptſtück des Katechis mus heißet und iſt. Dieſer Platz gebührt ihm 1, weil es von dem Herrn ſelbſtherrührt, klebret, daß es eine Anleitung und Unterwei⸗ ſung zum Gebet ſein ſollte, 3. weil das Gebet überhaupt noch anders⸗ + Ratz unter den Hauptſtücken chriſtlicher Lehre be⸗ 2, weil es der Herr ſelbſt in der Abſicht. Die Unterweiſung nun, die aus dem Vater⸗ unſer zu ſchöpfen iſt, bezieht ſich 1. auf Gott, zu dem wir — 2. auf die Gegenſtände, um die wir — Bei No. 1. iſt nicht ohne Noth, zu erinnern, daß es der dreieinige“*) Gott iſt, den wir Vater nennen ſollen. ö Bei Ro. 2. ſollte die von Chriſto ſelbſt ge⸗ wählte Zahl Sieben, *) unter welcher er den ganzen Umfang aller Gott wohlgefälligen Bitten verfaßt hat, nicht verdunkelt, ſondern der ) Luthers Werfe Ausg. v. Walch. III, S. 2849. Hier bekümmern ſich Etliche, ob ſie die Perſon des Vaters nennen, wenn fie beten Vaterunſer, oder dasgöttliche Weſen. ‚ Wunder iſts nicht, daß einem Menſchen in dieſem über und über wun derlichen Artikel (v. der heil. Dreieinigkeit) wunderliche Gedanken einfallen—der Grund aber des Glaubens iſt, daß du glaubeſt, es ſind drei Per⸗ 7 3. auf die Weiſe, wie wir beten ſolleen. welche Geſchaftliches, Beſtellungen, Abbeſtellungen, wei Wochen einmal für den jährlichen auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben vorauszube⸗ aber. In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft. ö Mr. F. W. Barthel, eare of C. Nur die Briefe, welche Mittheilungen für das Blatt enkhalten, ſind an den Redakteur, alle andeen Helder ꝛ0. enthalten, unter der Adreſſe F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenden. 6 Unterſchied, Oronung, Zuſammenhang, Reich⸗ thum und runde vollendete Abgeſchloſſenheit der ſieben Vitten nachgewieſen werden. Bei No. Z. ſollte der Unterſchied des heidni⸗ ſchen und des wahrhaft chriſtlichen Betens, man möge ſich dabei der Worte des Vaterunſers oder anderer bedienen, gezeigt, und hingewieſen werden auf die Muſterhaftigkeit des Vaterunſers auch in der äußerlichen Form, ſo wie auf den wahren Grund, um welches willen allein Erhörung zu hoffen, nämlich auf das Ver⸗ dienſt Chriſti. Was thut nun der Vf. des Hannöv. Kat? 1. Er führt zwar das Vaterunſer an, aber er iſt weit entfernt, es zur Grundlage ſeiner Lehre vom Gebet zu machen. 2. Er drückt ſich über Gott, als den Gegen⸗— ſtand der Anbetung, alſo aus, daß man zweifeln muß, ob Cheriſtus und ob der hei⸗ lige Geiſt auch dürfen angebetet werden, ja alſo, daß man darauf geführt wird, deren Anbe⸗ vehin gehört, als unter die Forderungen des Geſetzes, nämlich unter die Mittel der Gnade. ſonen in der einigen Gottheit u. eine jegliche Perſon iſt derſel bige einige vollkommene Gott. 227 Ebendaſ. 2850. 1— Darum ſoll die Lehre vom Gebet nicht nur dubei das heil. Vaterunſer zum Grunde ge— legt werden, denn es iſt die Antwort des Herrn auf die Bitte: Herr, lehre uns beten. 5) )Luc. 11, 2 ff.—ſprach ſeiner Jünger Einer zu ihm: Hem, lehre uns beten, wie auch Johannes ſeine Jünger lehrete. Eraber ſpräch zu ihnen: Wenn ihr betet, ſo ſprechet: Unſer Vater u. ſ. w. 7 beſonders abgehandelt, ſondern es ſoll auch 2 uafedLb en aefaſſt ſen? Demnach iſt es nicht allein falſch, ſondern auch unmög⸗ lich u. nichtig, datz du die Perſon des Waters, als die unterſchievliche Perſon, wollteſt Water nenuen und nicht den Sohn n. hril. Geiſ zugleich mit Vater trennen u. den Sohn u. hei. Geiſt aus geſchloſ⸗ ſen. Das iſtenichts. *) Die zehn Worte in den 2Tafeln ſindge⸗ zählt, ebenſo ſind es die ſieben Worte Chriſti am Kreu und dit ſieben Bitten im Vaterunſer ſollten nicht gezählt, nicht mit göttlichem Vorbedacht eben in kein größeres u. in kein kleineres Maaß als die Zahl Sie⸗ anennen. Denn das hieße, das göttliche Weſen zer⸗ tung für Abgötterei zu halten. 3. Er beſchränkt den Zweck des Vaterunfers auf die Geſinnungen ᷣ denn er ſtellt die Frage (99. S. 87.) Wozu gab uns unſer Herr dieß Gebet? und antwortet: um uns in einem eigenen Muſter zu lehren, mit welchen Geſinnungen wir zu Gott beten ſollen. ½ 4. Er unterläßt es, den ſieben Bitten