# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1854 05 25_S153 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) ſich zieht, den Stachel aus dem Gewiſſen zu nehmen.“ . ö ö „Werden nicht diejenigen, welchen der Fort⸗ beſtand einer geſchloſſenen und ihrer ſelbſt ge⸗ wiſſen lutheriſchen Kirche ein Aergerniß und Anſtoß iſt, auf den Veſchluß des Kirchentags hinweiſen und ſagen, hier ſei zu ſehen, daß Lu⸗ theraner und Reformirte ungeachtet ihrer Lehr⸗ verſchiedenheiten unter die Einheit der augsb. Conf. allerdings zuſammengefaßt werden kön⸗ nen? 4) Bisher iſt die Confeſſionsloſigkeit der Union ein nicht zu beſeitigender Vorwurf gegen dieſelbe geweſen. Wird man nicht von jetzt an den Beſchluß des Kirchentags dazu verwenden, die Möglichkeit einer nicht confeſſionsloſen Union ja das Daſein eines reformatoriſchen Unions⸗ bekenntniſſes zu erweiſen, und den Widerſtand, welcher lutheriſcher Seits der Union entgegen— geſetzt wird, um ſo zuverſichtlicher als blos fleiſchlichen Eigenſinn oder hartnäckigen Unver— ſtand darſtellen? Und doch müßte einer im Namen eines ſolchen Scheinbekenntniſſes ſich gufdrängenden Union nicht weniger widerſprochen werden, als der offenkundig bekenntnißloſen.“ . * * X * „. * Es wird gewiß jedem die göttliche Wahrheit liebenden Leſer zu nicht geringer Freude gerei⸗ chen, ein ſolches unumwundenes Bekenntniß zu der in den Symbolen unſerer Kirche niederge⸗ legten Lehre und gegen die Religionsmengerei und das im Bekenntniß der Wahrheit ſo unlau⸗ tere, unehrliche Weſen unſerer Zeit aus Deutſch⸗ land zu vernehmen, und zwar aus dem Munde ebenſo hochgelehrter wie hochſtehender Männer. Aus der „Zeitſchrift für Proteſtantismus und Kirche,' wo jener Proteſt abgedruckt iſt, erſehen wirt, daß eine immer größer werdende Anzahl von Predigern ſich dieſen Proteſte anſchließen u. denſelben unterzeichnen, u. A. zwanzig Prediger des Dekanats Hersbruck in Bayern und neun Prediger in NRürnberg. Wollte Gott, alle Treu⸗ lutheriſch-Geſinnten hier in den Vereinigten Staaten vereinigten ſich auch in einem ſolchen Puoteſte gegen die auch hier ſo ſehr im Schwange gehendeReligionsmengerei, genannt evangeliſche Union, und den Mißbrauch, den man hier mit dem Namen „lutheriſch'' treibt! ) Iſt bereits hier Acen die So haben nehmlich die hieſigen ſ. g. Evangeliſchen die Sache zu Gunſten ihrer lieben Union ausgebeutet. Man vergleiche den „Friedens⸗ boten.“ D. R. d. L. Wie die Jeſuiten von ihren „un⸗ terſten Handlangern“ vertheidigt oderim Stich gelaſſen werden. Herr Oertel, der in ſeiner Zeitung vom 7. April vorigen Jahres erklärt hat, daß er ſich „mit Freuden einen ganz untergeordneten Hand⸗ langer der Jeſuiten“ nennen laſſe, hat nun end⸗ lich, nachdem wir ihn an ſeine Pflicht erinnert haben, ſeine Pflicht gethan. Der Leſer kann ſich vorſtellen, ſo, wie es demſelben ſeiner Stellung unter den Jeſuiten gemäß geziemt. So lautet nämlich Herrn Oertels Vertheidigung: „Wir halten es allerdings nicht der Mühe werth, auf dit närriſchen Angriffe dieſes alilutheriſchen —151— Klopffechters jetzt weiter einzugehen, da Alles, was der Lutheraner je vorgebracht hat und je vorbringen kann, ſo abgedroſchen und langweilig iſt, daß Niemand unter unſern Leſern, als höchſtens ein altes lutheriſches Weib, das zufällig eines katholiſchen Mannes Hausfrau iſt, Wohlgefallen daran haben könnte, wenn wir weitere Notiz davon neh⸗ men würden. Zweitens bedürfen die Väter Je⸗ ſuiten unſere Vertheidigung nicht, und Alles, was der Lutheraner gegen ſie ſchreien und ſchrei⸗ ben mag, iſt von gar keinem Belange. Wer ſo dumm iſt, daß er ſolche Sachen glaubt, weil's gedruckt daſteht, der glaube es immerhin. Wir Katholiken wiſſen recht gut, wie wir mit den Jeſuiten daran ſind und brauchen die luthe— raniſche Weisheit nicht ... Dieſer verblendete Schüler Luthers gefällt ſich in den aberwitzigſten und ſchmutzigſten Bemerkungen gegen die Jeſui⸗ ten und die katholiſche Kirche, die er aus veral⸗ teten und längſt widerlegten proteſtantiſchen Lü⸗ genſchriften bona (oder vielmehr mala) fide gedankenlos abdruckt.“ Herr Oertel macht hiermit das Bild, wel⸗ ches wir, wie jeder gebildete Theologe, der unſere Sachen geleſen, weiß, mit den eige⸗ nen Worten der Jeſuiten aus ihrer Ordensconſtitution und ausihren Hauptſchriften entworfen haben, vollſtändig. Wir ſehen daraus, daß das Grund⸗ ſyſtem der Jeſuiten das Syuitem iſt, durch Zweideutigkeiten Lügen an den Mann zu bringen. Herr Oertel zeigt uns, daß es in dieſem Orden auch untere Grade von Leuten gibt, die ohne alle Zweideutigkeiten lügen müſſen. Das werden wahrſcheinlich ſolche Leute ſein, die ſchon keinen guten Namen mehr haben und die daher hierbei nichts verſpielen können. In der Jeſuitenconſtitution heißt es buchſtäblich alſo: „Niemand von denen, welche zu häus⸗ lichen Dienſten zugelaſſen werden, darf leſen oder ſchreiben lernen, oder, wenn er ſchon etwas weiß, mehr Wiſſenſchaft lernen; und niemand darf ihn ohne Vollmacht vom Propoſitus Generalis lehren, ſondern er begnüge ſich damit, mit heili⸗ ger Einfalt und Demuth unſerm Herrn Chriſto zu dienen.“ (Institut. Soc. Jes. II, 76.) Wahr⸗ ſcheinlich hat ſich Herr Oertel bereits zu dem Grade eines ſolchen Hausbedienten der Jeſuiten emporgeſchwungen. In dieſem Falle iſt er frei⸗ lich einigermaßen zu entſchuldigen, wenn ihm in ſeiner „unheiligen Einfalt“ unſere Citate unbe⸗ kannte böhmiſche Dörfer ſind, und zu bedauern, daß er, weil die Herren Jeſuiten ſich die Finger nicht verbrennen wollen, ihnen die heißen Caſta⸗ nien mit Verbrennung Eines ehrlichen Namens aus dem Feuer holen muß. „Der Herold des Glaubens. Nachdem wir bereits unſere Bemerkungen über die Antwort niedergeſchrieben hatten, wel⸗ che uns Herr Oertel in ſeiner „Katholiſchen Kirchenzeitung'“' auf unſeren Artikel von den Jeſuiten gegeben, erhielten wir die Nummer des „Herold des Glaubens“ vom 16. April, worin endlich der verkappte Editor auch dieſes Zeſulten⸗ blattes mit einer Antwort herausrückt. Und was antwortet derſelbe? — Zu witzlos, um ſelbſt etwas ſchreiben zu können, druckt er die mit eiſerner Lügnerſtirn geſchriebene Oertelſche Antwort Wort für Wort ab, und überbietet dann ſelbſt den jeſuitiſchen „unterſten Handlan⸗ ger“ zu New Rork in ſchamloſer Lügenhaftigkeit in den wenigen Worten, die er ſelbſt hinzuſetzt. Er leitet uehmlich das ſaubere Oertelſche Produkt mit den Worten ein: „Der Lutheraner, ein Sekten⸗Blatt in St. Louis, muß ſich jüngſt wieder unartig gebehrdet haben; wir ſchließen dies aus einer Abfertigung, die ihm die New⸗ Norker Kirchenzeitung in ihrer uns zuletzt zu⸗ gekommenen Nummer giebt; ſie ſchreibt. — worauf Oertels Worte folgen. Der feige, un⸗ wiſſende und gewiſſenloſe Menſch ſtellt ſich, um einer eigenen Antwort überhoben zu ſein, als wiſſe er ſelbſ gar nichts von dem, was der „Lutheraner“ über die Jeſuiten geſchrieben, wäh⸗ rend er doch mit uns wechſelt und zwar in einer Weiſe, daß der „Lutheraner“ in ſeine Hände kommen muß. Wir geſtehen, daß uns dieſes Verhalten der hieſigen Jeſuitenknechte einen wichtigen Beitrag zur Vervollſtändigung unſerer Einſicht in die Verruchtheit des Jeſuitismus geliefert hat. Wir meinten in der That, daß dieſe Herren irgend eine künſtliche Beweisfüh⸗ rung verſuchen würden, daß trotz der von uns angeführten, unableugbar echten, alle Sünden und Schanden gutheißenden Ausſprüche der be⸗ rühmteſten Jeſuiten dieſer Orden dennoch ein heilſames Inſtitut ſei. Aber nein! den Herren war bang, wenn ſie ſo verführen, es möchte die⸗ ſer und jener, mit der Sache Unbekannte, von Neugier geplagt, das wider die Jeſuiten Vorge⸗ brachte ſelbſt zu leſen verſucht werden. So dachten ſie denn: die Lutheraner wiſſen es doch ſchon, daß wir Lügner ſind; wenn wir alſo auch denen gegenüber eine handgreifliche Lüge herausſagen, ſo verſpielen wir bei ihnen doch nichts; aber wie leicht könnten wir bei unſeren lieben Katholiken etwas verſpielen, wenn wir uns ſtellten, als wollten wir die Beſchuldigungen widerlegen! Wohlan, der gute Zweck heiligt ja das böſe Mittel: der eine mag daher ſagen, es ſei alles Vorgebrachte nicht wahr; der ande⸗ re, er habe die Sache gar nicht geleſen. —Nun, immerhin, ihr Herrn! Fahrt nur ſo fort; Men⸗ ſchen können euch zwar nur verachten, u. müſſen euch gewähren laſſen. Aber bedenket, es gibt einen Mann, von dem heißt es: „Du brin⸗ geſt die Lügner um; der HErr hat Gräuel an den Blutgierigen u. Falſchen;“ und es gibt einen Tag, wo den Lügnern das Handwerk gelegt u. das Maul geſtopft und wo dann ihr „Theil ſein wird in dem Pfuhl, der mit Feuer und Schwefel brennet; welches iſt der andere Tod.“ Fürchtet ihr euch denn vor dieſem Man⸗ ne und vor dieſem Tage nicht? Schenke es euch Gott und gebe Er euch Buße. Werdet ihr aber nicht Buße thun, ſo werdet ihr einſt an jenem erſchrecklichen Tage mit Ach und Weh an das denken, was euch jetzt ein von euch verach⸗ teter und verlachter Lutheraner geſagt hat. Dann aber: „vergößt ihr in dem Weh auch einen Thränenſee,“ wird es heißen: — Es iſt zu ſpät!