# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1854 04 25_S139 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Antwort: Das Wörtlein „nur“ räumt Chriſto einen Vorzug ein vor allen anderen in der h. S. ge⸗ rühmten Menſchen, aber nicht die Gottgleich— heit. Das Wörtlein „ausdrücklich wie der Vater“ bezeugt wohl die Lehre der h. S., aber nicht das Bekenntniß des Vf. Bei dem Satze „welche ganz allein dem Einigen Gott zu⸗ kommen“ iſt in Acht zu nehmen das Wörtlein zu kom⸗ nen. Das braucht der Vf. von dem Eini⸗ gen Gott, von Chriſto aber nur ſie werden ihmzugeſchrieben. So unterſcheidet der Vf. ſein Zeugniß über den Vater von ſeinem Zeugniſſe über den Sohn. den Vater hält er wirklich für Gott, darum ſpricht er ſie kom men ihm zu. — Ob er aber die Gottheit des Sohnes bezeugt, wenn er in demſelben Satze, wo es ſo nahe lag, das Wort zukommen von einer Perſon wie von der an⸗ dern zu gebrauchen, gleichwohl ein an deres, u zwar ein weniger ſagendes und zweideutiges einflicht—das beantworte derdeſer ſich ſelbſt. 4Warum ſagt der Vf. nicht geradezu in Fr. 63—Er iſt. in dr. 65.—der Sohn und der h. Geiſt iſt wirk⸗ lich Gott, gleichwie ꝛ. in Fr. 66.-die göttlichen Eigenſchaften kom⸗ men dem Sohn u. dem h. G. zu. n Fr. 67.-durch Verrichtun ggöttlicher Werke haben der Sohn und der heil. Geiſt ihre Gottheit offenbart und bewieſen. Tin Fr. 68.—die götiliche Ehre und Anbetung kommt dem S. und dem h. G. von Rechtswegen zu und wird ge⸗ fordert—? Aber überall, wo das Bekenntniß der Gott⸗ heit Chriſti hervortreten ſollte, zieht ſich der Vf. Iurick und ſpricht: die heil. S. lehrt, nennt, eignet zu, legt bei u. ſ. w. Aber ſoll man denn das nicht ſagen, daß die heilige Schrift ſo thue? Ei freilich! aber man ſoll mehr, man ſoll bekennen; das thut der Vf. nicht. „Aber verſteht es ſich nicht von ſelbſt, daß der f., wenn er ſagt, die heil. S. lehrt ſo oder ſo, Eohne Zweifel ſelber mit einſtimme? Das würde es, wenn er nicht bei der heil. 6hrift die Engebung und bei Chriſto ne Gottheit in Zweifel geſtellt hätte und nict in ſeiner Rel. Geſch. von den Thatſachen Rer heil. Geſchichte abgewichen wäre. Daher hilft es dem Vf. nicht, daß er viele echufiftellen anführt. Dieſe Sprüche reden pchl für die Gottheit Chriſti, aber nicht für die llenntnißloſe Lehrweiſe des Vf. (6s hilft ihm nicht, daß er von einer Stelle Iun die andere weiſet, denn es iſt eine ſo bekennt⸗ Rißleer wie die andere. Es hilft ihm auch nicht, daß er manchen an zich richtigen Satz, manche an ſich richtige Ant⸗ „ja ſogar manche an ſich richtige Frage — 139— und Antwort aufſtellt. Denn er kann ſich nicht reinigen von dem Vorwurfe, daß er ſich ſcheut, die Gottheit Chriſti zu bekennen, ſich aber nicht ſcheut, ſie ver⸗ dächtig zu machen. Was ſagt aber die heil. S. von dem, der, ob er gleich nicht mit ausdrücklichen Worten leug⸗ net, das Bekenntniß nur unterläßt? 1 Joh. 4, 3. Und ein jeglicher Geiſt, der danicht bekennet, daß Jeſus Chriſtus iſt in das Fleiſch gekommen, der iſt nicht von Gott. Der Vf. des Hannöv. Kat. bekennt nicht, daß Jeſus Chriſtus iſt in das Fleiſchgekom⸗ men denn er bekennt nicht die reine heilige Geburt Chriſti aus jungfräulichem Leibe. Alſo iſt dieſer Geiſt nicht von Gott. Und das iſt—fährt St. Joh. in der ange⸗ zogenen Stelle fort—der Geiſt des Wi⸗ derchriſts, von welchem ihr habt gehört, daß er kommen werde und iſt jetzt ſchon in der Welt. Solch Urtheil zu führen, werden wir vermahnt V. 1. Prüfet die Geiſter und werden vermahnt, es anzunehmen, V. 6. Wer Gott erkennet, der höret uns, welcher nicht von Gott iſt, der höret uns nicht. Von der Heil. Dreieinigkeit. Wer da wiſſen will, wie man recht von der Heil. Dreieinigkeit lehren ſoll, der muß das Athanaſianiſche Glaubensbekennt⸗ niß*) vor ſich nehmen — ein Bekenntniß, das *) Weil die Bekanntſchaft mit die ſem Bekenntniſſe nicht bei allen Leſern in gleichem Maaße vorausgeſetzt werden kann, ſo mag es nicht überflüſſig ſein, es beifolgend mitzu⸗ theilen. Es lautet, ſoweit es von der Heil. Dreieinigkeit handelt, wie folgt: Wer da will ſelig werden, der muß vor allen Dingen den rechten chriſtlichen Glauben haben. Wer denſelben nicht ganz und rein hält, der wird ohne Zweifel ewiglich verloren ſein. Dieß iſt aber der rechte chriſiliche Glaube, daß wir einen Gott in drei Perſonen und drei Perſonen in tiniger (Ei⸗ ner) Gottheit ehren. Und nicht die Perſonen in einan der mengen, noch das göttliche Weſen zertrennen. Eine andere Perſon iſt der Vater, eine andere der Sohn, eine andere der Heil. Geiſt. Aber der Vater und Sohn und Heil. Geiſt iſt ein einiger Gott, gleich in der Herrlichkeit, gleich in ewiger Majeſtät. Welcherlei der Vater iſt, ſolcherlei iſt der Sohn, ſolcherlei iſt auch der Heil. Geiſt. Der Vater iſt nicht geſchaffen, der Sohn iſt nicht geſchaffen, der Heil. Geiſt iſt nicht geſchaffen. Der Vater iſt unmeßlich, der Sohn iſt unmeßlich, der Heil. Geiſt iſt unmeßlich. Der Vater iſt ewig, der Sohn iſt ewig, der Heil. Geiſt iſt ewig. Und ſind doch nicht drei ewige, ſondern es iſt ein ewiger. Gleichwie auch nicht drei ungeſchaffene, noch drei unmeß⸗ liche, ſondern es iſt ein ungeſchaffener und ein unmeßlicher. Alſo auch der Vater iſt allmächtig, der Sohn iſt allmächtig, der Heil. Geiſt iſt allmächtig. Und ſind doch nichi drei allm ächtige, ſondern es iſt ein all⸗ mächtiger. Alſo der Vater iſt Gott, der Sohn iſt Goit, der Heil. Geiſt iſt Gott. Und ſind voch nicht drei Götter, ſondern es iſt ein Gon. ſeinesgleichen nicht hat, wenn es ankommt auf Unzweideutigkeit, Treue gegen die Schrift, Ver⸗ 2 3 2 wahrung gegen Irrthum, auf Vollſtändigkeit, Deutlichkeit, Kürze und Präciſion — ein Be⸗ kenutniß, zu welchem ſich auch die Lutheriſche Kirche bekennt“) — ein Bekenntniß, das eben um ſeiner Wichtigkeit willen auch für den ge⸗ meinen Mann als Anhang in den Geſangbü⸗ chern pflegte abgedruckt zu werden — ein Be⸗ kenntniß zugleich, das der fromme, rechtgläubige Superintendent Sötefleiſch in einem Büchlein, das Gott ſei Dank dem Hannöverſchen Volke noch immer bekannt geblieben, in ſeinen „Kurzen einfältigen Fragen und Antworten aus dem Kl. Kate⸗ chismus D. Lutheri, für werth und nö⸗ thig gehalten hat, auch der lieben Schuljugend einzuprägen. Wie ganz anders der Geiſt, der aus dem ſo. genannten Groß. Hannöv. Kat. redet! Da iſt keine Verwahrung gegen Irrthum, keine aufrichtige Sprache, keine Schrifttreue, kein Bekenntniß. Wenn die Rede iſt von Gott, als einem Ei⸗ nigen, ſo ſpricht der Vf. „Es iſt“ Beides, in Frage und Antwort *). Wenn aber die Rede iſt von den drei Perſonen in dieſem einigen Gott, ſo kehrt er zurück zu ſeiner beliebten Re⸗ densart, „die Heil. Schrift nennt, lehrt, legt bei, ſchreibt zu u. ſ. w. ) Alſo der Vater iſt der Herr, der Sohn iſt der Herr, der Heil. Geiſt iſt der Herr. Und ſind doch nicht drei Herren, ſondern es iſt ein Herr. Denn gleichwit wir müſſen, nach chriſtlicher Wahrheit, ein e jegliche Verſon für ſich Gott und Herrn bekennen: Alſo können wir im chriſilichen Glauben nicht drei Götter oder drei Herren nennen. Der Vater iſt von Niemand weder gemacht, noch geſchaffen, noch geboren. Der Sohn iſt allein vom Vater, nicht gemacht, noch ge⸗ ſchaffen, ſondern geboren. Der Heil. Geiſt iſt vom Vater und Sohn nicht gemacht, nicht geſchaffen, nicht geboren, ſondern ausgehend. So iſts nun ein Vater, nicht drei Väter, ein Sohn, nicht drei Söhne, ein Heil. Geiſt, nicht drei Heil. Geiſter. Und unter dieſen drei Perſonen iſt keine vir erſte, keine die letzte, heine dit größte, keine die kleinſte. Sondern alle drei Perſonen ſind mit einander gleich ewig, gleich groß. Auf daß alſo, wie geſagt iſt, drei Perſonen in einer Goti⸗ heit und ein Gott in drei Perſonen geehret werde. Wer nun will ſelig werden, der muß alſo von den dreiPer⸗ ſonen in Gott halten. *) „Weil vor Alters die wahre chriſtliche Lehre in reinem geſunden Verſtande aus Gottes Wort in kurze Artikel oder Hauptſtücke wider der Ketzer Verfälſchung zuſammengezogen iſt, bekennen wir uns zu deu dreien allgemeinen Symbolis, nämlich dem Apoſtoliſchen, Nicäniſchen und des heil. Athanaſii, als zu den kurzen, chriſilichen und in Gottes Wort gegründeten herrlichen Bekenntniſſen des Glau⸗ bens, in welchen allen denen Ketzereien, ſo zur ſelbigen Zeit ſich in der chriſtlichen Kirche erhoben, lauter und beſtändig wider ſprochen wird.“ (Ge 1 8118855 Concordienbuch von Walch. Hiſtor. Ein⸗ eit. *) Die Frage lautet [Abſchu. 1. Fr. 65. S. 21.1 „Iſt mehr denn Ein Gott“ u. ſ. w. und die Antwort: „Es iſt nur Ein einiger Gott.“ Warum fragt er nicht auch hier, wie ſo oft, ob nicht die Heil. Schrift ſo lehre? ‚ Die Erklärung der veränderten Redeweiſe liegt darin, daß der Vſ. kein Bedenken fand, das Wörilein iſt zu gebrauchen. Und warum faud er kein Bedenken, da er doch ein Bedenken findet, in anderen Fällen ſo zu reden? Der Ausdruck „ein einiger Gott“ läßt noch eine Anslegung zu, nach welcher derſelbe uicht nothwendis ein dreleiniger wie die Chriſtenheit das Wort verſteht] ſein muß. **) Ogl. Fr. 63—69. S. 21—23. Warum ſaßt er ſeine Fragen .