# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1854 03 28_S129 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) 8eigentlich bedeute, und welche Auſge ernſte, ſchwere und verantwortungsvolle Aufgabe jeder einzelne Diener der Kirche ſowohl als auch jede Synode zu löſen habe: ſo iſt es doch auch jetzt mein aufrichtiger Heene Suſch daß, wenn es niglich iſt, der weſtliche Synodal⸗Diſtrict von Ohio, deſſen Synodalberichte ſchwerlich von Le⸗ ben, Fortſchritt und Bewegung lingene durch gründliche Buße und Abthun aller naerechtigkeit Fem einem rechtſchaffenen Weſen in Chriſto Jeſu und einer wahrhaft kirchlichen Geſinnung und „Handlungsweiſe gelange. Es ſollte dann uns ſicherlich eine wahre Herzensfreude ſein, ſie als Bruüder anzuerkennen, und wenn auch nicht in einem Synodal⸗Verbande, ſo doch in e iner Gemeinſchaft des Glaubens und des Bekennt⸗ niſſes, von demſelben Grunde aus und nach demſelben Ziele hin und auf dieſelbe Weiſe die Kirche des Herrn gemein ſam zu bauen und zu I.PAen. Dazu helfe Gott um Chriſti wil⸗ (Für den Lut heraner.) Aus dem Leben des Pfarrer Flattich. (Sämtlich aus den Süddeutſchen Originalien.) (Fortſetzung.) 4 Ein Pfarrer fragte einmal eine Frau, ob ſie auch eine Bibel hätte und fleißig darin läſe; ja wohl, antwortete ſie, wir haben genug Bibeln, daran fehlts uns nicht. Aber nicht wahr, ent⸗ gegnete der Pfarrer, am Leſen fehlts und noch mehr am Gehorſam, denn ſonſt könntet Ihr euch nicht ſo rühmen mit eueren Bibeln. Wenn das ſchon genug wäre zum wahren Chriſtenthum, viele Bibeln zu haben, ſo müßten die Leute, die mit Bibeln handeln, die beſten Chriſten ſein RHMan muß ſich nicht ſo ängſtlich an den Buch⸗ ſiaaben halten,“ erwiederte Jemand einem Pfar⸗ ur, der ihn mit Gottes Wort eintrieb. Darauf fragte dieſer jenen geſcheidten Mann: Wenn nuch Jemand 3000 Thaler ſchuldig wäre und ſagte es kommt eben nicht auf eine Null oder 3. mehrere an, die gelten doch für ſich nichts, wir wollen ſie wegſtreichen und ich will euch 3 Tha⸗ ler geben, ſagt, würdet ihr damit zufrieden ſein? 1da würde ich mich ſchöne bedanken, ſagte der Gefragte, ich wollte wohl auf meinen ganzen 3000 Thaler beſtehen. Nun ſeht, ſagte der Wun ſo wird auch Gott ſein ganzes Wort halten und keinen Buchſtaben nachlaſſen. Einem andern der auch nichts von dem Buch⸗ ſlaben, ſondern nur von dem „Geiſt“ der Bibel wiſſen wollte, gab ein Pfarrer den guten Rath, er ſollte ſich einige Buch weiß Papier einbinden u. auf den Titel drucken laſſen: Geiſt der Bibel; hite er dann gar keine Buchſtaben da rin. Es ſagte einmal einer, der gerne etwas beſon⸗ deres ſagen wollte und doch nichts wußte: Es it dach ein herrjicher Gedanke: der Menſch iſt unſterblich! wie es in den Liede (kläglichen An⸗ nenkeng) heißt: Frende, denn wir, wir alle ſind umſierblich! Darauf ſagte ein Anderer ganz trock⸗ I: Der Teufel iſt auch unſterblich. Es fragte Jemand einen Bekannten, warum ir ſich nicht an eine luth. Gemeinde anſchließe, da er auch ein Lutheraner ſein wollte. Ei was, entgegnete der Andere: Wir ſind hier in einem freien Lande, da kann jeder thun was er will! Dann mußt Du Dirs auch gefallen laſſen, ſagte der erſtere, wenn Dir Jemand auf freiee Straße ohne Weiteres eine tüchtige Ohrfeige giebt. Der Freiheitsmann ſagte: Da ſoll mir nur eiumal einer kommen, der ſollte dran denken! Nun ſiehe, urwitderte jeuer, ſo ſchlägſt Du Dich mit Deinen eignen Worten; Glanbſt Du denn, daß der gro⸗ ße Gott Dich ungeſtraft wird hingehen laſſen, wenn Dn die Freiheit zum Deckel der Bosheit machſt? — Was lehren unſere Bekenntnißſchriſ⸗ ten vom Antichrifi? Wie wir hören, haben ſich manche gewundert, daß wir den Bericht von den Verhandlungen der Leipziger Conferenz ohne alle berichtigende Bemerkungen haben abdrucken laſſen, inſonder⸗ heit jene Stelle darin, wo gerade die Stimmfüh⸗ rer dieſer „utheriſchen“ Conferenz es leugnen, daß der Pabſt der Antichriſt ſei. Um nun nicht durch Schweigen in den Verdacht zu kommen, als ob auch wir von dieſer Lehre unſerer luthe⸗ riſchen Kirche abgefallen ſeien, theilen wir hier einige Stellen unſerer Symbole mit, in welchen der Pabſt ansdrücklich der Antichriſt, der „rechte wahre Antichriſt,“ genannt wird. Wir thun dies, indem wir uns zu dieſer Lehre hiermit öf⸗ fentlich und feierlich bekennen, ja erklären, daß wir dieſe Offenbarung des Antichriſts für eine Hauptwohlthat des ganzen Reformationswerks erkennen. So heißt es in den Schmalkaldiſchen Artikeln: „St. Hieronymus ſchreibt, daß die Prieſter zu Alexandria ſämmtlich und in ge⸗ mein dle Kirche regierten und die Apoſtel auch gethan, und hernach alle Biſchöfe in der ganzen Chriſtenheit, bis der Pa b ſt ſeinen Kopf über alle erhub. Dies Stück zeiget gewaltiglich, daß er der rechte (CFerus) Entechriſt oder Widerchriſt ſei, der ſich über und wider Chri⸗ ſtum geſetzt und erhöhet hat, weil er will die Chriſten nicht laſſen ſelig ſein ohne ſeine Gewalt, welche doch nichts iſt, von Gott nicht geordnet noch geboten. Das heißt eigentlich über Gott und wider Gott ſich ſetzen, wie St. Paulus ſagt 2. Theſſ. 2. Solches thut dennoch der Türke noch Tartar nicht, wie große Feinde ſie der Chri⸗ ſten ſind, ſondern laſſen gläuben an Chriſtum, wer da will, und nehmen leiblichen Zins und Gehorſam von den Chriſten. Aber der Pabſt will nicht laſſen gläuben, ſondern ſpricht: Man ſolle ihm gehorſam ſein, ſo werde man ſelig. Das wollen wir nicht thun, oder darüber ſterben in Gottes Namen . .. Darum ſo wenig wir den Teufel ſelbſt für einen Herrn oder Gott anbeten können, ſo wenig können wir auch ſei⸗ nen Apoſtel, den Pabſt oder Entechriſt, in ſeinem Regiment zum Haupt oder Herrn lei⸗ den. Denn Lügen und Mord, Leib und Seel zu verderben ewiglich, das iſt ſein Päbſtlich Re⸗ giment eigentlich.“ (Zweiter Theil, vierter Ar⸗ tikel: „Vom Pabſtthum.“) Ferner beißt es ebendaſelbſt: „So reimen ſich auch alle Untugenden, ſo in der heil. Schrift vom Antichriſt ſind weißgeſagt, mit des Pa b⸗ ſtes Reich und ſeinen Gliedern. Denn Pau⸗ lus, da er den Antichriſt malet 2. Theſſ. 2/ nen⸗ net er ihn einen Widerſacher Chriſti“ u. ſ. w. In dem Folgenden werden nun alle in dieſer Stelle gegebenen Merkmale des Antichriſts an Idem Pabſt nachgewieſen und hierauf hinzuge⸗ ſetzt: „Weil nun dem alſo iſt, ſollen alle Chri⸗ ſten auf das fleißigſte ſich hüten, daß ſie ſolcher gottloſen Lehre, Gottesläſterung und unbilliger Wütherei ſich nicht theilhaftig machen, ſondern ſollen vom Pabſt und ſeinen Gliedern oder An⸗ hang, als von des Antichriſts Reich, weichen und es verfluchen, wie Chri⸗ ſtus befohlen hat.“ (1. Anhang: „Von der Gewalt und Oberkeit des Pabſts.“) Schon in der Apologie heißt es endlich: „Alle Chriſten ſollten lernen, daß ſolche papiſti⸗ ſche Meſſe eitel ſchreckliche Abgötterei ſein. Es bleibt aber in der Welt ſolche Abgotterei, ſo lang der Antichriſt regieret und bleibet; denn wie in Israel ein falſcher Gottesdienſt ward angerich⸗ tet mit Baal, auch ungerechte Gottesdienſte wa⸗ ren unter dem Schein des Gottesdienſtes, den Gott geordnet hat, alſo hat der Antich riſt in den Kirchen auch einen falſchen Gottesdienſt aus dem Nachtmahl Chriſti gemacht, und doch wit Gott unter Jsrael und Juda dennoch ſeine Kir⸗ che, das iſt, etliche Heiligen, behalten hat, alſo hat Gott ſeine Kirche, das iſt, etliche Heiligen, unter dem Pabſtthum dennoch erhalten, daß die Chriſtliche Kirche nicht ganz untergangen iſt. Wiewohl nun der Antichriſt mit ſeinem falſchen Gottesdienſt zum Theil bleiben wird, bis daß ten wird, ſo ſollen doch alle Chriſten verwarnet ſein, ſich zu hüten für ſolcher Abgötterei.“ (Von den Meſſen für die Todten.) — Wer dieſe Zeugniſſe erwägt und von Herzen unſerer Kirche und ihrer Lehre zugethan iſt, wird ſich hoffentlich den Ramen und das hohe Anſe⸗ hen einer ſo zahlreichen „lutheriſchen“ Conferenz, wie die Leipziger war, nicht beſtechen laſſen, denn nicht neuere Theologen haben das Recht, zu be⸗ ſtümmen, was jetzt lutheriſch ſein ſolle, ſondern ſo viel die neueren jetzt das alte lutheriſche Be⸗ kenntniß annehmen, ſo viel haben ſie Recht, ſich lutheriſch zu nennen. * ,v,;t, e.rx7ẽf, A!;; Bibel ſind. In der Geſchichte der böhmiſchen Verfolgun⸗ gen findet ſich folgende Geſchichte. Als einſt⸗ mals darüber geſtritten wurde, ob der Menſch ſeines Gnadenſtandes gewiß werden und ſein könne, führten die Prager Jeſuiten den Bibel⸗ ſpruch aus der Vulgata (der vom Pabſt beſtä⸗ tigten lateiniſchen Bibel) an: „Nosoit homo an odio vel amore dignus.“ (Pred. Sal. 9, 1.) Als ſie aber hierauf gefragt wurden, wo denn dieſe Worte ſtänden? geriethen die gottesgelehr⸗ ten Herrn in nicht geringe Verlegenheit. Einer rief dem andern zu: „Herr, wo ſteht er doch?“ Der andere antwortete ſtolternd: „Wenn ich nicht irre, im Briefe an den Timotheus⸗ Als nun mehrere darob lachten, rief der Freiherr von Budowa aus: „Du Eſel, du willſt mich den Weg zur Seligkeit lebren, per du nicht einmal ein ſolches Sprüchlein in dem heiligen Bibel⸗ buch kennſt?“ (Histor. persecut. Bohem. fol. 285.) Chriſtus der HErr öffentlich kommen und rich⸗ Wie bewandert die Jeſuiten in der