# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1846 03 21_S60 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) kaum für irgend jemanden der Erwähnung, daß derjenige, welcher für Andere des Himmelreichs Schlüssel empfängt, damit natürlich die Macht erhält, das Himmelreich Anderen aufzuschließen und zuzuschließen. Wollen wir also die Worte Christi in den drei angeführten Aussprüchen nicht verdrehen und in dieselben keinen Sinn hineindichten, den wir etwa haben, der aber nicht darin liegt, sondern den Sinn herausnehmen, den sie nothwendig haben müssen, so lehren uns jene Worte vorerst dieses unwidersprechlich, daß Christus den heiligen Aposteln die Macht gegeben habe, Sünden zu vergeben und unvergeben zu lassen, das Himmelreich aufzuschließen und zuzuschließen, los oder selig zu sprechen und zu verdammen, und zwar so, daß das, was sie auf Erden in dieser Beziehung thun würden, kräftig und gewiß sein solle, auch im Himmel, als handelte es unser l. HErr Christus selber. Es versteht sich hierbei von selbst, daß die Apostel, und die ihr Amt tragen, mit jenen Worten nicht zu Göttern gemacht worden sind, daß sie also die Macht, Sünden zu vergeben, nicht so bekommen haben, als wären sie Herren über Himmel und Hölle, über Seligkeit und Verdammniß; nein, als HErr, vergibt und behält Gott allein die Sünde, denn Er ist es, der durch jede beleidigt wird. Indem gesagt wird, daß Christus den Aposteln die Schlüssel des Himmelreichs erst gegeben habe, so ist eben damit angezeigt, daß die Apostel absolviren und in den Bann thun sollten nur als Beauftragte, als Diener Christi, als Haushalter und Verwalter fremder, ihnen nur anvertrauter Güter, nicht in ihrem Namen, sondern in Christi Namen, nicht nach Willkühr, sondern nach der ihnen sonst ertheilten genauen Instruction. Wie aber eine Begnadigung, die ein vom Könige verurtheilter Missethäter von dem niedrigsten Staatsdiener im Namen und im Auftrag des Königs erhält, ebenso gültig ist wie die, die der König mit seinem eigenen Munde ausspricht, so war auch nach jenem Auftrage Christi die Absolution der Apostel, wenn sie nach Christi Instruction ertheilt ward, ebenso gültig, als hätte sie Christus in eigner Person gesprochen. Deutlich sagt Christus zu Petro: „Ich will dir des Himmelreichs Schlüssel geben“ ꝛc.; deutlich sagt er zu allen Aposteln: „Welchen ihr die Sünden erlasset, denen“ ꝛc. Wer nun ein Christ sein will, der muß bereit sein, lieber tausend Tode zu erleiden, als von diesen Worten des lebendigen Gottes abgehen wollen. Oder sollte der ein Christ sein, der, wenn ihm ein Wort Gottes einen Sinn gibt, welcher seinen natürlichen Gedanken entgegen ist, dieses Wort wie eine wächserne Nase dreht und wendet und es deutelt, bis aus dem Ja ein Nein, aus Schwarz Weiß wird? Sagt Gott nicht: „Ich sehe an den Elenden und der zerbrochenen Geistes ist, und der sich fürchtet vor meinem Wort“? (Jes. 66, 2.; vgl. Ps. 119, 161.) Und wie ist Christus selbst mit der Schrift umgegangen? Als er, das ewige, persönliche Wort, vom Satan versucht wurde, gebrauchte er selbst keine andere Waffe, als das geschriebene Wort und schlug jeden neuen Angriff damit zurück, daß er sprach: „Es stehet geschrieben.“ Und als die Juden Christum der Gotteslästerung beschuldigten, weil er sich zu Gott gemacht hätte, was that da Christus? Selbst da berief er sich auf den Buchstaben der Schrift, von dem man doch nicht abgehen könne, und sprach: „Die Schrift kann doch nicht gebrochen werden!“ (Joh. 10, 35.) Wie? der hochgelobte Sohn Gottes kämpfte mit dem Schwert des geschriebenen Wortes und erklärt sich gefangen durch Ausdrücke der Propheten, daß er nicht nachgeben und, so zu sagen, weder rückwärts noch vorwärts könne, und wir elenden Menschen wollen uns von den Worten der Schrift nicht gefangen nehmen lassen? wir wollten solche göttliche Schranken verachten, nicht bei ihnen still stehen, sondern keck über sie hinweg springen? wir wollten uns Christen nennen und unseren Sinn nicht richten nach den Schriftworten, sondern die Schriftworte lenken nach unserem Sinn? Das sei ferne! Nein, wenn auch die Methodisten einen tausendmal herrlicheren Schein der Heiligkeit hätten, als sie um sich verbreiten; wenn sie in der Welt dastünden wie Engel des Lichts (2 Cor. 11, 13—15.); ja, wenn auch alle Propheten und Apostel aus ihren Gräbern aufstünden und alle Engel vom Himmel herabkämen (Gal. 1, 8.) und sprächen, kein menschlicher Apostel habe die Macht, im Namen Christi Sünden zu vergeben und zu behalten, so soll ihnen ein rechtschaffener Christ mit Christo antworten: „Es stehet geschrieben: Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten, und die Schrift kann doch nicht gebrochen werden!!“ Dabei bleibe ich; mögen Andere sich auf ihr Herz und ihre Vernunft verlassen, ich verlasse mich auf das Wort meines Gottes und will damit einst getrost vor seinem Richterstuhle erscheinen. „Daß aber Etliche nicht glauben an dasselbige, was liegt daran? Sollte ihr Unglaube Gottes Glauben aufheben? Das sei ferne! Es bleibe vielmehr also, daß Gott sei wahrhaftig, und alle Menschen falsch“, auch die Methodisten. Röm. 3, 3. 4. Dies sei für diesmal genug. In nächster Nummer gedenken wir mit Gottes Hülfe die wider das wörtliche Verständniß der Worte Christi etwa aufsteigenden Zweifel zu heben und die bereits gemachten Einwürfe gründlich zu widerlegen. (Fortsetzung folgt.) Luthers Hauspostille. An die Subscribenten dieses Werkes und an die deutschen Lutherauer. Unterzeichneter versprach in einer unterm 3. Juli 1845 erlassenen Ankündigung, den Druck einer deutschen Ausgabe vorstehenden Werkes so bald zu beginnen, als tausend gute Subscribenten gesammelt wären. Hierbei wurde ferner bemerkt, daß das Buch in 624 Royal-Octav-Seiten, mit Small Pica Lettern, zu $2,00 das gebundene und $1,50 das broschirte Exemplar, gedruckt werden sollte, und daß die Subscribenten und Agenten (wegen des billigen Preises) den Betrag für jedes Exemplar baar einzusenden hätten, sobald das Werk beinahe vollendet sei; Agenten sollten für zehn so bezahlte Exemplare eins frei haben. Der Unterzeichnete hat nun das Vergnügen, anzuzeigen, daß, nach Vernehmung der Bemerkungen und Ansichten der Freunde dieses Unternehmens und nach Erlangung von ungefähr sechshundert Unterschriften, er sich entschloß, das Werk stereotypiren zu lassen und gröbere Lettern (Pica) anzuwenden, als anfangs beabsichtigt wurde, sowie dasselbe auf doppelte Columnen und Superroyal-Papier drucken zu lassen; — außerdem hat ein ausgezeichneter Künstler aus Dresden ein vortreffliches Bild von Luther nach Lucas Kranach in dem Format des Buches angefertigt, das demselben beigefügt werden wird. Alle diese Veränderungen und Zusätze haben die Ausgaben beträchtlich vermehrt, ohne daß eine Erhöhung des Subscriptionspreises stattfindet. Der Unterzeichnete dachte, daß, wenn jeder frommgesinnte deutsche Lutheraner in unserem Lande ein Exemplar zu dem hier bemerkten geringen Preise kaufen wollte, er vielleicht seine erhöhten Ausgaben decken würde. Er freut sich, seinen deutsch-lutherischen Brüdern nunmehr anzeigen zu können, daß das Stereotypiren mehr als halb vollendet ist und rasch vorwärts schreitet, daß das Werk in einer netten und eleganten Weise, auf schönes Papier und mit neuen Lettern ausgeführt, und gewiß zwischen dem 1. und 15. April d. J. fertig werden wird. Unterzeichneter bittet deshalb um gefällige Aufträge von neuen Subscribenten unter obigen Bedingungen, und ersucht diejenigen Agenten, welche ihm bei der Bekanntmachung des Unternehmens ihre gütige Unterstützung leisteten, sofort die subscribirten Gelder einzusammeln und durch die Post unverzüglich im Monat März zuzusenden, so daß er die schweren Kosten, die er schon gehabt hat und noch vor Vollendung des Werkes haben wird, einigermaßen zu decken im Stande ist. Um nur einen Begriff von den Ausgaben zu geben, bemerkt er, daß die Kosten für Stereotypplatten, Papier, Druck und Binden der ersten tausend Exemplare über $2000 betragen werden, so daß wenigstens dreitausend Exemplare, zur Deckung der Unkosten und zur angemessenen Entschädigung für das ausgelegte Kapital, verkauft werden müssen. Gegenwärtig sind ungefähr achthundert Subscribenten angemeldet worden. Unterzeichneter hofft, daß durch Gottes Segen dieses Unternehmen mit einem günstigen Erfolg gekrönt werden wird. Heinrich Ludwig, Nr. 70 und 72 Vesey-Straße. New-York, am 25. Februar 1846. Subscriptionen werden auch angenommen von Wilhelm Radde, Nr. 322 Broadway, New-York; C. L. Rademacher, Nr. 49 Nord-Vierte-Straße, Philadelphia; C. F. W. Walther, Herausgeber des „Lutheraner“, und Franksen und Wesselhöft, St. Louis, Mo., und dem Herausgeber des „Lutheran Standard“, Columbus, Ohio. Nachricht. Am 22. Febr. starb in Illinois M. Stephan, vormals böhmisch-deutscher Prediger zu Dresden in Sachsen, an der Geschwulst. Bezahlt: 2. Hälfte des 1. Jahrgangs: Hr. Frahs. 1. „ „ 2. „ die Herren: P. Bürger, Altenburg, Bocker, Roßwage, Heidorn, N. Frahs. 2. Jahrgang: die Herren: Dr. Hunger, M. Wege ($10,00), P. Kunz, P. Schladermundt, J. Föllinger, Altenburg & Geißler. Erh. $1,00 für das Seminar in Altenburg von Hrn. Langner in Buffalo. Herzlich Dank! An die Expedition der „Luth. Kirchenzeitung“. Vor mehreren Monaten haben die Herren Koch und Spielmann hier jeder 1 Dollar als Pränumeration auf die K. Z. eingesendet; warum erhalten sie dieselbe nicht? Gedruckt bei Weber und Olshausen.