# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1854 02 28_S107 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) TTTRRRR — * —————————— —— — — Herausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten Nedigirt von C. F. W. Walther. — — ³⁰ ä—— —— Offenb. Joh. Cap. 14, v 6. 7. +13%Wottes wort und Luthers Lehr“ vergehet nun und nimmermehr.““ Jahrg. 10. St. Louis, Mo., den 28. Februar 1854. —— Sedingungen: D er Lutde rane r erſcheint alle zwei Wochen einmal für den jäbrlichen exiſcriptisasvreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben voraus zube⸗ ladler und das Poſtgeld zn tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft. aber, i nonPeedigt gchalten em Bibelfeſt den 22. Sept. 1853 in der Immanuelskirche zu St. Louis, Mo., auf Verlangen mitgetheilt. Gott, wie ſollen wir Dir würdig danken? Wie ſollen wir Dich würdig loben und preiſen!- Die Welt iſt von Dir abgefallen und Deine Felndin geworden. Und doch haſt Du die Welt alſo geliebt, daß Du ihr nicht nur Deinen einge⸗ bornen Sohn, ſondern auch Dein himmliſches Wort geſchenkt haſt, darin ſie Deinen Sohn, und in ihm das verlorene Leben und die verſcherzte Seligkeit wieder finde. O unergründliche Liebe! o unausſprechliche Gnade! Hiermit haſt Du es vor Himmel und Erde bezeugt, daß Du den Tod des Sünders nicht willſt, ſondern daß er ſich bekehre und lebe. O ſo hilf denn, daß der Rath⸗ ſchluß Deiner Liebe, alle Sünder durch Dein Wort ſelig zu machen, nicht durch Schuld unſerer Trägheit zu nichte gemacht werde. Erwecke immer mehr, die mit dem Eifer göttlicher Liebe (hahin arbeiten, daß Dein Wort in alle Häuſer und Hände komme; und ſo oft Du das gelingen leßeſt, da hilf, daß Dein Wort auch ausrichte, wozu Du es ſendeſt; da bringe Dein Wort aus den Händen auch in die Herzen; damit immer mehr und mehr verlorner Seelen Deine Gnade erkennen und genießen, und immer mehr und mehr geretteter Sünder Dich loben und preiſen, und immer mehr und mehr vollendeter Gerechter zur Krone der Ehre gelangen; bis endlich adir Zahl Deiner Auserwählten erfüllt und, nachdem das Haus dieſer Welt endlich abgebrochen iſt, die ewige Hochzeit beginnt in Deiner Stadt. Amen! Amen! ö In Cyriſto IEſu herzlich geliebte Zuhörer! Wir haben uns, wie ihr wiſſet, verbunden, dahin zu wirken, daß die heilige Schrift in unſerer Mutterſprache zunächſt unter unſeren hieſigen Stammgenoſſen verbreitet werde, und, um uns zu dieſem Werke gegenſeitig zu ermuntern, haben wir uns in dieſer Abendſtunde zu einer gemein⸗ ſchaftlichen Bibelfeſtfeier verſammelt. Da es nun, um ein Werk mit Freuden treiben zu können, vor allem darauf ankommt, zu wiſ⸗ ſen, ob das Werk auch ein gutes, Gott gefälliges Werk iſt, ſo iſt auch billig heute an unſerem erſten Bibelfeſt dies die erſte Frage, welche ich hier unter uns aufwerfe: Iſt auch das Werk, das wir treiben, wirklich ein gutes, Gott gefälliges Werk? Hierauf wird nun zwar ein jeder unter uns gewiß ſogleich ohne Zögern mit großer Gewißheit und Freudigkeit antworten: Ja, wenn irgend ein Werk ein gutes, Gott gefälliges und geſegnetes Werk iſt, ſo iſt es ohne Zweifel das Werk der Verbreitung der heiligen Schrift in der Sprache des Volkes. So gewiß jedoch wir alle, meine Freunde, auch deſſen ſein mögen, ſo dürfen wir goldenen uns doch keinesweges verhehlen, daß wir, wie Nur die Briefe, welche Mittheilungen-für das Blatt enkhalten, ſind an den Rebalteur, alle aubeen welche Geſchäftliches, Beſtellungen, Abbeſtellungen. Gelder ꝛc. enttzalten, Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher ju ſenden. unter der Adreſſe bei jedem guten Werke, ſo auch ſelbſt bei dieſem auf nicht geringen Widerſpruch ſtoßen. 2 Was thut ihr? ruft zuerſt der Rationaliſt und Atheiſt uns zu, was beginnt ihr? Seht ihr nicht, daß die Sonne der Aufklärung aufgegangen iſt und bereits über alle Länder der Erde ihre lichten Strahlen ausgegoſſen hat? Was wollt ihr nun noch mit eurer Bibel? Wollt ihr Feinde des Lichtes mit dieſem alten Buche, das ſich längſt überlebt hat, die Sonne der Aufklärung verdecken und die jetzt mit Rieſenſchritten vor⸗ wärts eilende Welt wieder in die alte Finſterniß des Aberglaubens und der Unwiſſenheit zurück⸗ führen? Wollt ihr Frevler damit in die Speichen des Rades der Zeit greifen, das unaufhaltſam dahin rollt und diejenigen, die es aufhalten wel⸗ len, unwiderſtehlich mit ſich fortreißt und ſie ſammt ihren Werken zermalmt? Tbhörichtes Beginnen! Mögt ihr immerhin Tauſende und aber Tauſende von Bibeln drucken laſſen und verbreiten, ihr werdet damit doch die Welt nicht zum Stillſtand bringen. Die Welt will einmal von eurem zürnenden Bibelgott und von eurem gekreuzigten Gottesſohn nichts mehr wiſſen; ſie hat einmal beide endlich von ihren Thronen ge— ſtoßen: nichts iſt im Stande, die Welt dem Chriſtengott und Chriſtenheiland wieder zu Füßen zu legen. Der Tag des Lichts iſt angebrochen: keine Anſtrengung und keine Macht wird daher die alte Nacht des blinden Glaubens wieder her⸗ auf beſchwören.