# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1854 03 02_S99 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) 42. —.——— — ——. ———————+—+J——— —— —— —— — —. 2—— ————— Offenb. Joh. Cap. 14 v 6. 7. „Sottes Wert und Luthers Lehr“ vergehet nun und nimmermehr.“ berausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſonri, Ohio und andern Staaten Redigirt von C. F. W. Walther. ö Jahrg. 10. p—ssee——————— dedingungen: (Ceingeſandt.) Höchſtwichtige Sieges⸗ und FetPeusbotfcbaft ne ‚ Feſtprogramm für neinen alten Freund u. Landsmann Martin. Da denklt der liebe alte Martin ſicherlich gleich an die Ruſſen und Türken an der Donau und in Aſien, aber da hat der alte Junge einmal wieder total vorbeigeſchoſſen. Ruſſen hin, Tür⸗ ken her! Der Kampf iſt zwar auch nicht zu ver⸗ achten, und wird Blut genug koſten, Martin⸗ und wäre ich auch mit dabei, ein Siegs-⸗ und Friedensfeſt zu feiern, wenn eine jede der ſtrei⸗ enden Partheien wieder an ihren Ort zöge, der Ruſſe nach Sibirien, der Türke irgend wohin nach Aſien, wo er Platz fände, aber mit den Ruſſen und Türken iſt's diesmal nichts, auch nicht mit den Chineſen, auf welche dein Scharf⸗ ſun wahrſcheinlich zunächſt gefallen wäre, aber wieder verkehrt. Ich hab's überhaupt diesmal gar nicht mit den Welireichen zu thun, obgleich darüber viel zu ſagen wäre, ſondern mit dem Reiche Chriſti hab' ich's zu thun, und da ſollſt an nun mit deiner Catharine und deinen Kin⸗ dern, groß und klein, ein Sieges⸗Friedens⸗ und Dankfeſt in deinem Hauſe feiern, und weil du nun einmal kein erfinderiſcher Kopf biſt, ſo habe ich gleich das Feſtprogramm beigelegt, wonach Ver Lutheraner erſcheint alle zwei Wochen einmal für den jäbrlichen Seiſcriptienepreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben voraus zube⸗ uhlen und das Poſtgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Kents verkauft. St. Louis, Mo., den 1IA. Februar 1854. ͤ aber. Nur die Briefe, welche Mittheilungen für das Blatt enthalten, ſind an den Rebakteur, alle andeen welche Geſchäftliches, Beſelungen. Abbeſtellungen, Gelder 14. enthalten, unter der Adreſſe Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher in ſenden. [du es anſtellen kannſt. Siehſt du, ſo kommt man vorwärts in der Bildung und Aufklärung, wenn man in der Nähe einer Stadt wohnt, wo der 4te Juli gefeiert wird, da weiß man dem Dinge gleich eine Geſtalt und Ausdruck zu ge⸗ ben; da habe ich einen Vortheil vor dir Mar⸗ tin! AIAber was in aller Welt,“ denkſt du, „mag denn das für ein Sieg und Friede ſein, den der alte Hans gewonnen hat! hat es etwa wieder ei⸗ nen kleinen Zank geſetzt mit der Hausfrau, den das kluge Weib nach ihrer gewohnten Manier damit zu einem guten Frieden gebracht, daß ſie ihm am Nachmittag den Kaffee ein wenig ſtär⸗ ker und ſüßer gemacht und in der alten geerbten Mundtaſſe der Großmutter kredenzt hat.“ Na ich will dir was ſagen, Martin, ein liebes klu⸗ ges Weib iſt mit dem ganzen Chineſiſchen Rei⸗ che nicht zu bezahlen, und zur rechten Zeit die Mundtaſſe aus dem Schrank zu langen, und dem Eheherrn vorzuſetzen, dazu gehört mehr Ta⸗ pferkeit des Gemüths, und verräth mehr Feld⸗ herrntalent, als der türkiſche und ruſſiſche Kai⸗ ſer zuſammengenommen nicht haben mögen.. Und das laſſe ich meiner Hausehre nicht neh⸗ men, aber davon iſt jetzt gar die Rede nicht. Ich muß nur damit herauskommen, du fällſt doch nicht auf's Rechte! So höre denn, und nimm's zu Ohren und zu Herzen: Die Evangeliſchen oder Unirten ſind's heute.Die haben geſiegt—die haben über ihren alten Adam geſlegt, ſie ſind zur Raiſon gekommenſie haben ſichſbe⸗ kehrt ſie ſind ſammt und ſonders Lutheriſch, Altlutheriſch-Stock- und Steiflutheriſchgeworden denk dir!— Na was ſagſt du dazu! Gelt! das iſt eine Sieges⸗ und Friedensbotſchaft! Denn daß nun Friede iſt im Reich, das begreifſt du doch. Nun kannſt du dir auch gleich den „Friedens⸗ boten“ wieder halten, denn der iſt nun auch Lu⸗ theriſch geworden, und windet und drehet ſich nun nicht mehr, wie mein alter Haushahn, wenn ihm ein Stück Brod im Halſe ſtecken geblieben. Denn ſiehſt du, Martin, es iſt für einen geſetz⸗ ten Mann, der noch etwas Scham und Charak⸗ ter im Leibe hat, doch immer ein verlegen Ding, wenn man ſo mit ſeiner Botentaſche im Lande umherziehen, und den Leuten Sachen vorerzäh⸗ len muß, die man ſelber erſt mit gewaltigem Würgen hinuntergebracht hat, wobei nicht allein der Schlund, ſondern auch das Gewiſſen arg mitgenommen wird. Aber das iſt nun vorbei; der „Friedensbote“ iſt nun ein ehrlicher Kerl ge⸗ worden, wie unſer einer, und ſtößt mit dem „Lu⸗ theraner“ fortan in Ein Horn, und da wirſt du nun Wunder ſchauen, was die beiden von nun an zuſammenblaſen werden. Denn nun iſt's ſo gut wie gewonnen. Hat der Herr das ge⸗ than, kann und wird er auch mehr thun, und ick gebe jetzt meinen alten Filzhut nicht mehr für die dreitimpige Mütze des Papſtes hin.