# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1854 01 03_S89 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) . 7 — * mehr katholiſch als dies, daß wir miteinander dem Herrn Loblieder ſingen. Römiſch-katholiſch ſein heißt dem Papſt eben ſo viel, d. h. mehr glau⸗ ben als dem Herrn Chriſt, und durch Werke Ver⸗ gebung der Sünden ſuchen, Geſetz und Evange— lium durcheinander mengen und das Prieſteramt, wie ſie es nennen, zum oberſten Sacrament ma⸗ chen, dadurch Wort und Sacrament erſt wirk⸗ ſam werden. Aber wo in Amerika ſetzt man einmal der römiſchen Irrlehre die reine evange⸗ liſchen Lehre entgegen! Da ſchimpft nun ſchon ſeit Jahr und Tag namentlich in New-Nork ein früherer Pater, Gawazzi genannt, auf die Römi⸗ ſchen los, aber die freuen ſich insgeheim darüber, denn da der unglückliche Mann die lautere Cvangeliſche Lehre nicht zu predigen vermag. ſo treibt er die Leute eher in die römiſche Kirche hinein als heraus. Dem päpſtlichen Vikar Be⸗ dini, welcher hierher geſchickt iſt, um Kirchen, welche bisher Eigenthum der Gemeinden waren, zum Eigenthum der Biſchöfe zu machen, haben ſie in Cincinnati eine Katzenmuſik rbringen wol⸗ len; abgeſehen nun davon, daß die Sache höchſt kläglich für die Muſici abgelaufen, ſo iſt gerade dergleichen Waſſer auf der Mühle der Römi⸗ ſchen: handelt ihr ſo mit ihnen, daß ſie wie Märtyrer ausſehen, ſo läuft alle Welt ihnen zu. Es giebt kein anderes Mittel gegen die Römiſche Irrlehre als die lautere Evangeliſche Lehre, aber die iſt ein ſicheres Mittel dagegen. Wie aber geht es, wenn man die handhabt? — Wir haben ſie gehandhabt in dem Streite gegen die Luthe— raner, welche auf papiſtiſche Weiſe das Predigt— amt zum Sacrament über die Sacramente und Gnadenmittel überhaupt machen, und — man hat uns zugerufen: Gott erlöſe uns von ſol⸗ chen Lutheranern! —Nun die Leute, die ſo re— den, wiſſen nicht was ſie thun, aber wenn ſie die reine Lehre des Wortes Gottes nicht achten wol⸗ len, ſo werden ſie nicht zu ſehr darüber erſtau— nen müſſen, wenn der Papismus zuletzt wie eine Springfluth über ſie daherfährt, die zerſchmet⸗ tert, die ihm noch Widerſtand leiſten, die Uebri⸗ gen mit ſich fortreißt. Gott erlöſe uns von al⸗ lem Uebel, vor Allem von allem Unglauben, Mißglauben und Hochmuth! Gott erlöſe auch Seine olg. Chrl. Kirche von ihren Feinden und vorzüglich von ihren falſchen Freunden! (Eingeſandt.) Kirchweihe. Am XXV. Sonntage nach Trinitatis, den 13. Rovember l. J. ſchenkte uns der liebe Gott einen frohen, feſtlichen Tag.— Wie wir am XXIIII. p. Trin., den 14. No⸗ vember vorigen Jahres, (Ro. 11 Lutheraner) die Freude hatten, die neuerbaute, ſchöne Dreiei⸗ nigkeitskirche mit dem ſie umgebenden Gottes⸗ acker einzuweihen, ſo geſchah dieſes am oben ge⸗ nannten Tage mit der Evangeliſch-lutheriſchen Sct. Stephanus Kirche und dem ſie umgeben— den, ſchön umfriedigten Gottesacker zu Warren⸗ ton, Gibſon Co., Ja., etwa 6 Meilen von der Dreieinigkeitskirche nördlich gelegen. Dieſe Kirche war bereits vor drei Jahren ſchon aufgerichtet und unter Dach gebracht wor— * den, bot aber vor Jahresfriſt noch einen ſehr dürftigen Verſammlungsort zur Abhaltung der Gottesdienſte dar. Die Hände waren laß ge⸗ worden, weil der Vater der Zwietracht, der bos⸗ hafte Teufel die Herzen der Glieder in geſpal⸗ tene Parteien gebracht hatte und darin gefangen hielt.—Durch Gottes Wort und Gnade wurden Alle (ohne Ausnahme) am 10. Januar l. J. geeinigt, und wallen nun gemeinſam an den Ort, da des HErrn Ehre wohnt, in ein freund⸗ liches, ſchönes Kirchlein —mit Kanzel, an der ein ſchönes Kruzifir, Altar mit Taufbecken an der rechten Seitenlehne, Sacriſtei und dem nöthigen Geſtühle lieblich ausgeſchmückt. An dem ſchö— nen Herbſtmorgen kamen von allen Seiten nahe— und fernwohnende Feſtgenoſſen herzu. Nach⸗ dem alle Räumlein gefüllt und während des Geſanges No. 192 unſers Geſangbuches für mehrere Theilnehmer am heil. Abendmahle vor⸗ her noch war Privatbeichte gehalten worden, de— nen ſich die 3 Prediger auch anſchloſſen, begann der Geſang: „Nun danket alle Gott ꝛc.,“ wor⸗ auf der Altargottesdienſt liturgiſch vom Orts⸗ pfarrer mit Borleſung des 81. Pſalms gehalten ward. Hierauf folgte das Lied No. 168, 1—7 und die Feſtpredigt von Pfr. Bauer über Pſalm 27, 4: 1. Was ſoll uns eine Kirche oder ein Haus Gottes ſein? 11. Wie ſollen wir das Haus Got⸗ tes zieren? Nach Abſingung der beiden letzten Verſe die⸗ ſes Liedes hielt der Unterzeichnete, eingehend auf die beſonderen Verhältniſſe dieſer jungen Ge— meinde über 1 Moſ. 28, 17 eine kurze Weihe⸗ rede mit Gebet. Hierauf wurden die beiden letzten Verſe aus Ro. 169 geſungen, und von Pfr. Saupert eine Anſprache, anlehnend an die Schriftworte: Pſalm 26, 6-8 gehalten, woran ſich die Feier des heil. Abendmahles anſchloß, und Segen mit Geſang No. 12 und ſtilles Ge— bet den Schluß machte. Nun folgten freundliche Einladungen zum Mittagsmahle, welche meiſtens angenommen und nur von den allzu Entferntwohnenden ab⸗ geſagt wurden. Leiblich und geiſtig geſtärkt und erfreut zogen wir Abends dem heimathlichen Heerde zu mit frohem Danke gegen den lieben Gott, der ſo gerne diejenigen ſegnet, welche ſich nach ſeinem Heile ſehnen. Manch' lieblicher Ausſpruch würzte unſre Heimkehr — verglichen unſern Feſtgenuß mit der Weltkinder rauſchen⸗ den Luſtbarkeiten. — Wir grüßen in freudiger Rückerinnerung unſre theilnehmenden Brüder in Stadt und Land—bittend, unſrer und der lieben Warrentoner Gemeinde vor dem Herrn zu gedenken, ſowie auch ſolcher wohlmeinenden Glaubensgenoſſen, welche aus Mangel an Er⸗ kenntniß durch die Lüge der Schwarmgeiſterei gefangen gehalten werden, nicht zu vergeſſen, damit er in Gnaden die Feſſeln zerreiße, die ſol⸗ che armen Seelen hindern, die Freiheit zu ge⸗ nießen, mit welcher unſer hochgelobter Herr Je⸗ ſus Chriſtus die Seinen befreiet hat.— A. Weyel, Pfarrer. Scott, Vanderburgh Co., Ja., im Decbr. 1853. Einladung zur Subſcription auf einen zweiten Band von fünf Heften der Märtyrer der Evangeliſch-Lutheriſchen Kirche. Mit freudigem Danke gegen Gott theile ich meinen lieben Leſern und Subſeriben ten mit, daß dieſes geringe, vor der Welt verachtete Unternehmen durch Gottes Gnade einen glückli⸗ chen Fortgang gehabt hat. Dasſelbe fand von vielen Seiten eine ſo herzliche Theilnahme und ſo zahlreiche Unterſchriften, daß die erforderlichen Druckkoſten zur Genüge gedeckt werden konnten. Auch bezeugen die Zuſchriften mancher lieben deutſchen und engliſchen Brüder, daß es nicht ohne Erbauung geleſen worden iſt. Dem HErrn allein ſei dafür die Ehre. Gerne würde ich nun nach Vollendung der erſten fünf Hefte die Feder niederlegen, wenn ich jetzt ſchon die Arbeit als beendet anſehen müßte. Allein in den reichen Quellen, welche mir durch die Güte lieber Freunde zugekommen ſind, ſinden ſich noch viele herrliche Geſchichten von deutſchen, niederländiſchen, ſpaniſchen, italiäniſchen, ſchottiſchen, engliſchen und fran— zöſiſchen Märtyrern unſerer Kirche, daß ich nicht anders als herzlich wünſchen kann, daß ſie doch wiederum allgemein bekannt werden möch⸗ ten. Gewiß wird das Leſen derſelben auch für uns von großem Nutzen ſein, zu mal in dieſen letzten betrübten Zeiten, wo die Kirche den letzten furchtbaren Stürmen und Verfolgungen entge⸗ gen geht. Wie tröſtlich iſt es da, zu ſehen, wie der HErr die Seinen im Glauben ſtärkte, ſo daß ſie durch ſeine Kraft alle Martern nnd Qualen, ja ſelbſt den ſchmerzlichſten Tod hel⸗ denmüthig erduldeten. Wir haben aber auch gegen unſere theuren Märtyrer eine Pflicht der Liebe und Dankbarkeit zu erfüllen. Denn wofür haben ſie gekämpft? Für die Ehre Gottes und das Heil und die Freiheit der Kirche. Sie haben den Satan und den römiſchen An⸗ tichriſten überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugniſſes. Ihr Glaube und Gebet, ihre Bekenntniſſe und Leiden waren die vom HErrn geſegneten Waf⸗ fen, womit ſie den Sieg über das Papſtthum errangen; und daß wir jetzt Freiheit von päpſt⸗ licher Irrlehre und Tyrannei und die reine Lehre des göttlichen Wortes beſitzen, haben wir nächſt Gott ienen heiligen Märtyrern zu ver⸗ danken. Wäre es nun wohl recht, wenn wir ihre Namen vergeſſen und ihr Gedächtniß un⸗ tergehen laſſen wollten? Gewiß nicht. Gottes Wort ſagt: „Das Gedächtniß der Gerechten bleibet im Segen“, Sprüche 10, 7; und: „Der Tod ſeiner Heiligen iſt werth gehalten vor dem HErrn“, Pſ. 116, 15. Darum feierten die chriſtlichen Gemeinden der erſten Jahrhunderte die Jahrestage des Todes ihrer Märtyrer als Gedächtnißfeſte, wobei ihre Leidensgeſchichte vorgeleſen und ihr Vorbild zur Nacheiferung hingeſtellt wurde. Darum haben auch Luther, Melanchton, Bugenhagen und viele Andere das Märtyrerthum unſerer theuren Blutzeugen