# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1854 01 03_S75 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) — — — Jahrg. 10. —— „Sottes Wort und Cuthers Jehr' vergehet nun und nimmermehr.““ ————————— — Herausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten Redigirt von . §. W. Walther. ö St. Louis, Mo., den 3. Januar 1884. Bedingungen: Subſcriptienspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben voransiube nahler und das Poſtgeld zu tragen baben. In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft. Jeſuitismus. (Fortſetzung.) Ehe wir die eigenen Zeugniſſe der Jeſuiten von ihren Moralgrundſätzen ſchließen, wollen wir noch eine kleine Nachleſe von ſolchen geben, die um der Vollſtändigkeit willen noch nachzu⸗ holen ſind, die nämlich zeigen, welchen Einfluß ihre Moral auch auf ihre Dogmatik (Glau · benslehre) habe. So ſchreibt Gabriel Vaſquez, geſtor⸗ ben als Profeſſor zu Alcala in Spanien im Jahre 1604: „Bei den Catholiſchen iſt es eine nicht zu bezweifelnde Wahrheit, daß die Reli⸗ guien der Heiligen, mögen es nun Stücke von denſelben, als Knochen, Fleiſch und Aſche, oder nögen es andere Dinge ſein, welche dieſelben berührt haben oder ihnen zugehören, anzubeten, (adorandas) und alſo zu verehren ſeien.“ Com.) ment. in Thom. th. III. quaest. 25. disp. 112. 6. 11). Vasqu ez fügt in dieſer Stelle noch hinzu, daß daher auch „die Gürt el und Schweißtücher Pauli durch den Cultus der Anbetung (eultu adorationis) zu ver⸗ thren ſeien. —Es iſt ſonach eine Lüge, wenn die Römiſchen ſich dadurch gegen den Vorwurf der groben Abgötterei und des Götzendienſtes, zu rechtfertigen ſuchen, daß ſie behaupten, in ihrer Kirche werde nur Verehrung der Creaturen, nicht Anbetung, nur Cultus, nicht Adoratio, nur Proskynesis, nicht Latria geduldet. V. Filliueius: „Werden die Feſte der ſeligen Jungfrau von der Kirche mit Recht ge⸗ feiert? Ich antworte bejahend. und zwar lehrt dies Suarez Cap. 8. n. 1. als eine Sache, die gewiß zum Glauben gehoört. Und mit Recht; weil es ein Glaubensartikel iſt, daß dieſelbe an⸗ zubeten (adorandam) ſei. Daher in dem Tri⸗ dentiniſchen Decrete von den Reliquien und von der Verehrung der Heiligen (Sitz. 25.) vorerſt die Anbetung der Gottesbärerin gelehrt wird.) (Tracb. 27. in 3. praecept. decal. c. 4. n. 48.) Adam Tanner, aus Inſpruck, zuletzt in Ingolſtadt, geſt. 1632, ſchreibt: „Es iſt ohne Anſtand zu bekennen, daß die Bil der nicht nur zu ehren und zu verehren, ſondern auch an⸗ zu beten ſeien nach der wahren Be⸗ deutung dieſes Wortes.“ (2. Thom. disp. A4. thes. 48.) Tanner's Herr College, Grether, der nebſt jenem in Regensburg 1601 mit den Lutheranern disputirte und es dort be⸗ kanntlich als einen Glaubensartikel feſtſtellte, daß der Hund des Tobias mit dem Schwanze gewedelt habe, vertheidigt ſogar die Anru⸗ fung des Tiſchtuches, auf welchem der Herr das Oſterlamm genoſſen hat: „Sanctissima Dei mappa, ora pro nobis,“ d. i. „O heiligſtes Tiſchtuch Gottes, bitte für uns!“ (Siehe Tom. III. de cruce l. 3. c. 3.) ö fenb. Joh. Cay. 14 8 6. 7. Mr. F. W. Barthel, eare of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenden. No. 10. nden Redalteut, alle anberen Der Lutberaner erſcheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen! Rur die Briefe, welche Mitthellungen für das Blatt enthalten, ſind a aber. welche Geſchäftliches, Beſtedungen, Abbeſtellungen, Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adreſſe Gumpenberg, aus Bayern, Pönitentiarius des Papſtes, geſt. 1675, ſchreibt: „Es geſchah, vaß ſich die Welt zu Hieronymus' Zeiten wun⸗ derte, daß ſie Arianiſch geworden ſei, ich will machen, wenn Du, o Herrin (Maria), meine Feder regierſt, daß ſich die Welt verwundere, Marianiſch geworden zu ſein.“ (Atlantis Marian. dedicat. ad Virg.) Alſo nicht Chriſtlich, ſondern Marianiſch will der elende Jeſuit die Welt machen. Nicht in Chriſti, ſondern in Mariens Dienſten will er ſtehen. Jeſu hat er abgeſagt, obgleich er ſich nach ihm, um die Chriſten zu berrügen, nennt. Aber auch nicht Mariens, dieſer heiligen Mutter Gottes, ſondern des Teufels Diener ſeid ihr Schälke; dieſem gebt ihr den gebe⸗ nedeiten Namen der demüthigen holdſeligen Jungfrau, wie die abgöttiſchen Israeliten dem goldenen Kalbe den Namen gaben: der HErr, der uns aus Egypten geführt hat. Maria haßt euren ſchändlichen Götzendienſt und achtet die Ehre, die Ihr ihr angeblich leiſtet, für ihre gräu⸗ lichſte Schändung. Cornelius a Lapide, aus dem Stift Lüttich gebürtig, geſt. zu Rom 1637, ſchreibt: „Mutter Gottes ſein, iſt auf eine gewiſſe Weiſe höher als Gott ſein.“ (Commentar. ad Prov. C. 31. v. 29.) Ferd. Quirin. de Salazar, geſt. zu Madrid 1646, ſchreibt: „Die Jungfrau (Maria) war dieſes Sacramentes (des hl. Abendmahls)