# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1853 12 22_S65 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) — ** — — — — —— C. Tractat⸗ u. falſche Miſſions⸗ Geſellchaften. Vor dieſen Geſellſchaften ſollte jeder treue Prediger ſeine Gemeinde warnen, weil ſie unter dem Borgeben, jeder Benennung zu genügen, in den Schriften treuer Zeugen die Wahrheit verfälſchen und das Gift falſcher Leh— e in Strömen über unſer Land ausſchütten. Ebenſo auch vor den falſchen Miſſionsgeſellſchaf⸗ ten, weil dieſelben nicht auf den Grund des lau⸗ teren und reinen Wortes Gottes, ſondern ohne Glauben in falſcher Liebe wirken. — F. G. Zeumer, Th. Hengiſt, Peter Pauli. Beſchloſſen, daß die Conferenz die gehei⸗ nen Geſellſchaften für unchriſtlich und für ſchäd— lich anerkenne. Dafür ſtimmien die Br. Kuch— r, Fetter, Zeumer, Kranz, Hengiſt, Bächler, die Abg. Haßler, Rieger, Neuhard und Pauli, und dagegen ſtimmte der Sekretär! allein!! Beſchloſſen, daß die Conferenz die Tem⸗ perenzgeſellſchaften für unchriſtlich und ſchädlich nkläre. Dafür Br. Fetter, Kranz, Hengiſt, Bächler, Abg. Rieger und Pauli. Dagegen ſtim⸗ ken, Neuhardt und der Sekretär. Vertagt. Ge⸗ bet von Br. Bächler. ö IV. Sitzung. Connabends, 4 Uhr Nachmittags. Gebet von Br. Hengiſt. ů Bericht der Committee über die Gemeindebe⸗ richte der Prediger. Die Committee hat die Eh der Ehrw. Conferenz folgendes vorzulegen: Taß die Conferenz Urſache hat, ſich herzlich zu freuen und Gott zu danken für den blühenden Zuſtand unſeres Conferenzbezirks im Allgemei⸗ nen. Daß der Saame des göttlichen Wortes noch in den Herzen der Zuhörer einen guten Bo⸗ den findet und Früchte in Geduld träget, — daß aber die Augelegenheiten der Gemeinden des Br. bengiſt von der Conferenz reiflich in Erwägung gezogen und der beſchuldigte Theil herzlich er— mahnt werden ſollte. M. Kuchler, Vorſitzer. Beſchloſſen, daß die Conferenz es herz⸗ lich bedaure, daß in der Salems Gemeinde Un⸗ auhe und Streit entſtanden iſt; daß wir aber un— ter obwaltenden Umſtänden, nicht anders kön— nen, als jenen Leuten allein die Schuld davon beizulegen. Beſchloſſen, daß der Sekretär obigen Be⸗ ſchluß der Salemsgemeinde mlt den gehörigen Kumerkungen zuſende und ſie herzlich zur Beſ⸗ ſerung ermahne. Beſchloſſen, daß die Conferenz nach noch— naliger Ueberlegung die Angelegenheiten derSt. Johannes Gemeinde, das Betragen des dorti— „ten Kirchenraths gegen ihren bekenntnißtreuen Pndiger, Herrn Paſtor Hengiſt, nur gänzlich nißbilligen und verwerfen muß, daß wir es je⸗ voch nicht gut heißen können, daß Paſtor Hengiſt noch neben dem erwählten Prediger in jener Ge⸗ meinde zu predigen fortfahre. Bericht über gemeinſchaftliche Kirchen. Die Committee, welcher die Pflicht aufgelegt wurde, über das Bauen von gemein⸗ ſchaftlichen Kirchhäuſern und Einführung ge⸗ neinſchafllicher Kirchen-Ordnungen zu berichten, herichtet hochachtungsvoll wie folgt: n Da wir aus Erfahrung wiſſen, daß durch das Bauen gemeinſchaftlicher Kirchen und das Ein— führen gemeinſchaftlicher Kirchenordnungen ſchon viele Streitigkeiten in unſeren Gemeinden verur⸗ ſacht wurden, welche wir doch auf alle mögliche Weiſe zu verhüten ſuchen ſollten, und da wir auch wiſſen, daß Luth. und Ref. Gemeinden durch ſolche Schritte noch lange nicht vereinigt ſind, weil eine wahre Vereinigung zweier Denominationen nur da⸗ durch zu Stande gebracht werden ftann, wenn ſie in Lehre und Be⸗ tenntniß eins werden. Und da es end⸗ lich ſehr zu wünſchen wäre,“) daß die Kirchen⸗ Ordnungen unſerer Gemeinde mit der Conſtitu⸗ tion unſerer Synode übereinſtimmen möchten, daher beſchloſſen: 1. Daß wir für die Zukunft unſere Gemeinden bitten, in das Bauen gemeinſchaftlicher Kirchen nicht mehr einzuwilligen; 2. Daß wir entſchieden gegen gemeinſchaftli⸗ che Kirchenordnungen ſind, beſonders wenn da⸗ durch das gemeinſchaftliche Stimmen beider Par⸗ teien in Erwählung eines Predigeis oder Kir⸗ chen Raths gebilligt wird; 3. Daß wir daher die in unſerer Verbindung ſtehenden Gemeinden herzlich bitten, wenn ſie gemeinſchaftliche Kirchen-Ordnungen haben, ſie entweder ganz aufzuheben, oder doch dahin ver— beſſern, daß beide Gemeinden ihre Beamten wäh⸗ len; 4. Daß wir den Gemeinden, die neue Kir— chen⸗Orpnungen einführen wollen, die Kirchen⸗ Ordnung anempfehlen, welche von unſerer Spno⸗ de aufgeſetzt und von der allgemeinen Synode in Columbus im April 1853 verbeſſert und em⸗ pfohlen worden iſt. S. Bächler, M. Kuchler Vertagt bis Montag Morgens 9 Uhr, Gebet von Br. Kranz.. V. Sitzung. Montag Morgens 9 Uhr, Eröffnet mit Ge⸗ ſang und Gebet von Br. Hengiſt. Beſchloſſen, daß Br. Zeumer Erlaub⸗ niß habe, ſich von der Conferenz zu entfernen. Beſchloſſen, daß wir die Eilfertigkeit mit welcher Paſtor Kuchler und der Abg. ſeiner Ge⸗ meinde ſich von unſerer Conf. Verſammlung weggeſtohlen, aufs höchſte tadeln und daß wir verlangen, daß er ſich wegen der in der Gemein⸗ de von ihm ausgeſtreuten Gründe ſeiner heimli⸗ chen Entfernung bei der nächſten Verſammlung verantworten ſolle. Beſchloſſen, daß der Sekretär die Ver⸗ handlungen der diesjährigen Conferenz in dem „Lutheraner“ und dem Standard veröffentlichen ſoll. Beſchloſſen, daß wir jetzt aufbrechen und uns wieder verſammeln, Deo volenti, auf Don⸗ nerſtag Abend vor dem Vollmond im Monat Auguſt 1854, in der Springfield Kirche, Ma⸗ honing Co., Ohio. Der Gegenſtand: Ob die weltl. Obrigkeit auf —.— — *) Bloß zu wünſchen ? D. R. Gottes Wort gegründete Rechte hat, die hl. Ehe einzuſegnen, wurde auf den Tiſch gelegt. Beſcheinigt durch J. D. Nunemacher, Sekretär. Chriſtliche Vollkommenheit. So große Fortſchritte du auch bei Leibes Lo⸗ ben gemacht haben magſt, du irrſt, wenn du meinſt, deine Sünden ſeien ausgeſtorben, und nicht vielmehr unterdrückt. Du magſt wollen oder nicht, unter deinen Grenzen wohnt noch der Jebuſiter; er kann wohl unterjocht, aber nicht ausgerottet werden. 1 Kön. 9, 20. 21. Ich weiß, ſpricht der Apoſtel, daß in mir nichts Gu⸗ tes wohnet. Röm. 7, 18. Das wäre zu wenig, wenn er nicht auch bekennete, da ß Böſes in ihm ſei. Entweder ſtelle dich daher, wenn du es wagſt, über den Apoſtel, oder bekenne mit ihm, daß es auch dir an Sünden nicht mangelt. Vernhardus. „Vater Vekanntlich pflegen die Herrn Reformirten an⸗ ſtatt des Lutheriſchen „Vater unſer“ zu ſagen: „Unſer Vater“. Die hochgelehrten Herrn meinen nehmlich, jene lutheriſche Wortſtellung ſei nur eine unbeholfene, allzu wörtliche Überſetzung des lateiniſchen Pater noſter oder des griechiſchen Pater hömon. Hierin irren ſie aber, wenn auch nicht ſo gefährlich, doch ebenſo gewiß, wie in den Lehren, durch die ſie ſich von uns Lutheranern unterſcheiden. Profeſſor Eiſelein, der berühmte deutſche Grammatiker, ſchreibt in ſeiner Bear⸗ beitung der Grimm'ſchen Grammatik: „Die Form Vater unſer“ iſt kein Gräeismus, ſondern kerndentſche Fügung wie: der Bruder ſin; din Niftel min; frouwe min u. ſ. w. S. 351. Anittung und Dauk. Mit innigem Dank gegen Gott und die mil⸗ den Geber, beſcheinige ich, zu meinem Unterhalt im Fort⸗Wayne empfangen zu haben zu verſchie⸗ denen Zeiten: unſer.“ Durch Herrn Paſtor Dr. Sihler - S 50 Von Herr Paſtor Föhlinger, Büchners Hausconcordanz an Werth- 4 00 Durch denſelben von mehreren Freunden 10 00 Theils von, theils durch Herrn Paſtor Kolb von Gliedern ſeiner Gemeinde 6 00 Von Herrn Lehrer Richter -⸗ 160 „ „Schultheß in Fort-⸗Wayne 1 84 „ „ W. Schneider⸗ 1 50 „ „ A. Siemon 1 00 „ „ Chr. Roſſe — · 50 „ „Chr. Pipenbrinkk 1 00 „dem Frauenvereine in Fort-⸗Wayne ö zwei wollene Unterhenden an Werth —— Summa 429 34 Der treue Gott wolle es Ihnen hier zeitlich und dort ewiglich vergelten. Wilh. Engelbert. 2 0⁰0