# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1853 12 22_S64 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) 3. B. eben auf die Meinung, als dürfe ein Chriſt überall keinen Eid ſchwören. Das ganze Buch in allen ſeinen Theilen macht von vorne herein den Eindruck, daß wir uns von einer feſten ſi⸗ cheren Hand mitten in die Fülle göttlicher Wahr⸗ heit geleitet fühlen. Der Schriftſtellen werden verhältnißmäßig nur ſehr wenige angeführt, wie auch die Vorrede S. IX im Voraus bemerkt, aber die er anführt, ſind allezeit beſonders tref⸗ fende, werden an Stellen vorgebracht, wo man Begründung aus der Schrift erwartet, und wer⸗ den klar ausgelegt, ſo daß man ſie ohne viel Auswendiglernen behält und daher auch nicht ſo bald wieder vergißt. Siehe z. B. Fr. 402 und 403, Fr 875). Auch die Beſiſpiele aus der Schrift und Kirchengeſchichte, welche die Leh⸗ re anſchaulich machen, ſind trefflich ausgewählt und in jener Weiſe erzählt, die Luthern eigen iſt u. aus einem Geſchichtlein ein kleines feines Ge⸗ malde macht, ſo klar und ergötzlich, daß es ſich dem Herzen unauslöſchlich einprägt. (Vergl. Fr 492 547, und 839). Es iſt mir leid, daß ich nicht mehr Beiſpiele der Fülle, Lauterkeit urd Schrift⸗ mäßigkeit, mit welcher Dr. Luther in dieſem Bu⸗ che die Lehre handhabt, vorführen darf, aber, „der Lutheraner“ würde den Raum dazu nicht hergeben körnen, und ich darf hoffen, daß die Leſer das Buch ſelbſt fleißig ſtudiren werden. Es kann uns kräftig dazu helfen, daß wir die heil. 10 Gebote nach der vierfachen Weiſe üben, dazu Luther ſie für uns handelt als Lehrbüchlein, als Dankbüchlein, als Beichtbüchlein und Betbüch⸗ lein. Der Beſchluß der Heil. 10 Gebote, die Dro⸗ hung und Verheißung iſt einmal in dem Ver⸗ hältniß dieſer Worte zum erſten Gebot, alsdann in ihrem Verhältniß zu allen Geboten ausge⸗ legt. Auch hier bewundern wir den gewaltigen Ernſt, mit welchem Luther das Schwert des Geiſtes wider die Sicheren und Schläfer führt, wie er dagegen die Kleinmüthigen und Verzag⸗ ten ſo ſüß und lieblich lält zu ſchmecken und zu ſehen wie freundlich der Herr iſt (S. Fr. 897), dabei aber nimmer vergißt, von den Verheißun⸗ gen des Geſetzes auf die Verheißungen des Evangeliums hinzuweiſen, als die allein unſer Herz vor Gott mögen ſtillen (S. Fr. 928). Oh⸗ ne daß geradebeſonders davon die Rede wäre, iſt doch in dem ganzen Buche das Geſetz zu ſeinem dreifachen Gebrauche angewandt, ein Riegel zu ſein wider die Bosheit der rohen widerſpänſtigen Menſchen, ein Spiegel, darin wir unſere Sünden mögen erkennen, und eine Regel, nach welcher wir in Kraft des Heil. Geiſtes mögen wandeln. Das Buch iſt für Jedermann, nicht bloß für die Prediger und Lehrer; Hausväter und Mät⸗ ter werden darnach ihre Kinder und Geſinde fruchtbarlich unterrichten können, wie es ihre Schuldigkeit iſt; wollte Gott nur, daß in den Häuſern wieder einmal rechte Uebung des Kate⸗ giemus zu Stande käme. Zur Erleichterung des Unterrichts hat der Verfaſſer die Fragen, welche man in einem erſten Curſus etwa mit den Kleinen und Ungelehrten durchnehmen, kann, mit einem ( bezeichnen laſſen. Frucht und — 62— Segen wird Goit dieſem Buche ſchenken, denn es predigt lauter und einfältig Seine heilſame Lehre. Wolle derſelbe gnädige Gott dem theu⸗ ren Verfaſſer Leben und Geſundheit geben, auch die andern Hauptſtücke des Katechismus in ähn⸗ licher Weiſe auszulegen zur Erbauung vieler Chriſtenleute. A. Hoper. (Eingeſandt.) Verhandlungen der 15. Sitzung der erſten Conferenz des öſtlichen Bezirks der Allgm. Evang. Luth. Synode von Ohio und a. z. St. J. Sitzun g. Zufolge einem Beſchluß der letztjährigen Si— tzung, verſammelten ſich die Glieder der Confe⸗ renz, nebſt Gem. Abg. in der Jeruſalems Kirche Hickory Townſhip, Mercer Co., Pa., Freitags Morgens, 9 Uhr. Eröffnet mit Geſang und Gebet vom Präſidenten. Prediger gegenwärtig: 1. Paſtor M. Kuchler, Erie, Pa. 2. „ W. A. Fetter, Butler, Pa. 3. „ F. G. Zeumer, Pittsburg, Pa. 4. „ G. Kranz, London, Pa. 5. „ J. D. Nunemacher, Sägertown, Pa. 6. „ J. Hengiſt, Weſt Greenville, Pa. 7. „ S. Bächler, North Lima, Ohio. Gemeinde Abgeordnete. Jakob Haßler. Johan nes Rieger. Jonas Neuhardt. Peter Pauli. Johannes Ilgerfritz. Abweſend waren die Br. Hölſche u. Braaſch. Dieſe Conferenz-Verſammlung beſtand daher aus 12 ſtiumfähigen Gliedern. Hierauf ward der Bericht des letztjährigen Präſidenten, G. Krantz, verleſen. Die Wabl für Beamien fand nun ſtatt; das Ergebniß war, daß Paſtor W. A. Fetter zum Präſidenten, J. D. Nunemacher z. Sekretär, und „ J. Hengiſt zum Schatzmeiſter erwählt wurde. Beſchloſſen, daß der letztiährige Beſchluß in Bezug auf die St. Markus Gemeinde in But⸗ ler, Pa., erneuert ſei. Vertagt bis Nachmittags 3 Uhr, Gebet von Br. Zeumer. ”. II. Sitzung. Freitag Nachmittags 3 Uhr, Gebet vom Präſ. Beſchloſſen, daß Br. F. G. Zeumer, J. Hengiſt und Peter Pauli eine Committee bilden, über unvollendete Geſchäfte im letzten Jahre zu berichten. Beſchloſſen, daß der Bericht des Präſi⸗ denten zur Berath ung aufgenommen werde. Beſchloſſen, daß Br. Zeumer, Fetter und Kranz eine Committee bilden, um an Ort und Stelle die Sache von J. G. Hahn zu unterſu⸗ chen. ö Beſchloſſen: daß die Conferenz es miß⸗ billigt, daß Br. Braaſch, ohne gehorige Grün⸗ ler eine Committee bilden, um über das Banen gemeinſchaftlicher Kirchhänſer und die Einfüh- de anzugeben, ſich vom heil. Predigtamt zurück⸗ gezogen hat, daß daber dem Präſidenten der Conferenz hiemit aufgetragen werde, Br. Braaſch 4 zu der Erklärung aufzufordern, warum er ſo ge⸗ handelt hat. Beſchloſſen, daß Br. Bächler und Kuch⸗ rung gemeinſchaftlicher Kirchenordnungen der Conferenz Beſchlüſſe vorzulegen. Beſchloſſen, daß wir als Conf. unſerer Jugend und den älterenConfirmanden das Buch, betittelt „Timotheus“ dringend empfehlen. Beſchloſſen, daß Br. Kranz, Feiter und 4 Gem. Abg: Rieger eine Committee bilden, der . Conf. einen Bericht vorzulegen, ob die weltliche K Obrigkeit auf Gottes Wort gegründete Rechte hat, die hl. Ehe einzuſegnen. . Vertagt bis Morgen 9 Uhr Gebet von Br. Kuchler. III. Sitzung. — Sonnabends, 9 Uhr Morgens. Eröffnung mit Gebet vom Sekretär. Beſchloſſen, daß die ſämmtlichen Berichte der Prediger über den Zuſtand ihrer Gemeinden einer Committee zur Berichterſtattung übergeben werren. Die Committee beſteht aus Br. Kuch⸗ ler, Zeumer, Kranz, Abg. Haßler und Ilgerfritz.! Bericht der Committee über unvollendete Ge⸗ ſchäfte. Da die uns zur Berichterſtattung über— gebenen Gegenſtände von großer Wichtigkeit füß unſere Kirche und Prediger ſind, indem ſie einen K kranken Punkt in unſerem Gemeindeleben betref⸗ fen, erlauben wir uns achtungsvoll zu berichten. wie folgt: ö A. Geheime Geſellſchaften. Dieſe ſind als unchriſtlich und ſchädlich daraus zu e⸗ tennen, raß ſie nach ihren Grundſätzen dit Grundlehren unſeres Chriſtenglaubens zu ver⸗4 nichten ſtreben; da ihre Glieder Götzendiener. ſind, indem ſie die Furcht und die Lieke um das Vertrauen vor Gott ſchwächen, und ſie ver⸗ leiten zum leichſinnigen Schwören. Ihre Wohl⸗E thätigkeit iſt unchriſtlich, indem ſie gegen die Grundſätze der heiligen Apoſtel ſtreitet: „Laſſet uns Gutes thun an Jedermann, allermeiſt aber I an des Glaubens Genoſſen“ — nur denen giebtz die zuvor gegeben haben; die Forderung zur Aufnahme iſt nicht der chriſtliche Glaube, ſon⸗ dern nur äußere Gerechtigkeit; und der Zwec Befriedigung ihres Eigennutzes. 4 B. Temperenz⸗Geſellſchaften. Dieſe ſind unchriſtlich und ſchädlich, weil ſie ſich andere Wege zu ihrer Seligkeit erdenken, und ihre Gerechtigkeit in Werken ſuchen, die vor Gotz nicht gelten, weil ſie nicht aus dem Glauben, ſondern aus dem Hochmuth kommen, denn was nicht aus dem Glauben geht, iſt Sünde. Auch daraus ferner, weil ſie ihre Ordnungen und Verbindungen höher als Gottes Wort und ſeine Kirche achten —auch ſie verführen zur Heuchelei und Selbſtgerechtigkeit. *) Mißverſtändniſſen vorzubeugen erlauben wir uns di Bemerkung, daß uie Chrw. Conſerenz nicht gegen Tempe⸗ renz d. h. Mäßigleit auftreten, ſondern nur den Weg rer⸗ werſen will, auf welchem die Temperenzgeſellſchaften ſon ſt gurrn Zweck zu erreichen ſuchen, indem anri. Ibun den Weg der Buße und Befehrung dazu anwriſt. R.