# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1853 11 10_S36 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) der chriſtlichen Kirchen hinfort ewiger Dank zu ſa⸗ gen.1) Ich vor meine Perſon preiſe mich da⸗ durch ſelig.“ Nachdem nun der Jeſuit hierauf Rath gege⸗ ben, wie zuerſt die Städte Magdeburg, Braun⸗ ſchweig, Hildesheim, Hannöver durch allerlei be⸗ trügeriſche Praktiken in die Gewalt zu bekom⸗ men und endlich durch Statuirung blutiger Erempel einzuſchüchtern ſeien, ſetzt er hinzu: „Denn den Ketzern Glauben halten, iſt, wie E. E. wiſſend, andersnichts, als den catholiſchen Glauben verläug⸗ nen und den armen verführten Seelen mit al⸗ len Courier zum Teufel helfen. Sind die Ca⸗ tholiſchen bisher nicht große Narren geweſen, daß ſie ihre Zuſage den Lutheriſchen und Calvi⸗ niſten ſo lange gehalten? Es gemahnet mich eben, als wenn einer, ſo beſonders klug ſein wollte, einen tollen raſenden Menſchen, welcher ein bloßes Meſſer oder anderes tödtliches Ge⸗ wehr ergriffe, ſollte vor Schaden hüten, und köͤnnte mit guten Worten und Zuſagen das Meſſer oder ein beſſeres wiederzugeben, ihm daſ⸗ ſelbe aus den Händen erliſtigen: gäbe es ihm aber der Zuſage nach wieder! Würde man venſelben nicht für einen Erznarren halten, ihm auch allen darob erfolgten Schaden zumeſſen? —Was hätte man nun von uns Catholiſchen vielmehr zu ſagen, die wir die geiſtlich tollen unſinnigen Leute, ſo das Meſſer des weltlichen Gewalts ergriffen, deſſelben mit göttlicher Liſt, guten Worten und Zuſagen zu ihrer aller See⸗ len Seligkeit ohnig (frei) machen wollen, ſollen und müſſen, wollen wir anders der ewigen Gloria mitgenießen! Ich bin hier eiwas weit— läufiger, aber nicht E. E. halber, ſondern allein darum, daß ich Sie damit brüderlich ermahnt haben wolle, dieſe Conſiderationes dem Herrn General-Obriſten und ihren Rathgebern deſto fleißiger einzubilden.“ In dem Folgenden zeigt der Jeſuit, wie Hamburg, Lübeck u. Bremen leicht durch Liſt und Beſtechung zu erhalten ſeien, und ſetzt dann hinzu: „Und ſollte das ſchon entſtehen, (fehlſchlagen), „ſo wird man allen äußerſten Gewalt daran wenden; Volkes hat man genugſam zuzuſetzen.“ Den ſchändli⸗ chen Jeſuiten kümmert es alſo nicht, wenn dabei auch noch ſo viel ſeines eigenen Volkes zugeſetzt wird und drauf geht, wenn nur ſeine Pläne wider die Proteſtanten dadurch erreicht werden! In dem nun folgenden Theile ſeines Briefes glebt der Jeſuit den Rath, um Dänemark wenigſtens dazu zu bewegen, daß es den luthe⸗ riſchen Städten nicht zu Hülfe komme, ſolle man einen möglichſt verſchlagenen lutheriſchen Herrn, der im Herzen ſchon römiſch geſinnt ſei, in die Dienſte des däniſchen Königs zu bringen ſu⸗ chen, damit dieſer fort und fort den König zu Gunſten der Pläne der Römiſchen bearbeite. YAus dieſem Feſte iſt Gott ſei Dank!—nichts geworden, und ſo viel Verräther und Apoſtaten ſich auch in der pro⸗ teſtäntiſchen Kirche finden, die die Proteſtanten gern wieder der babyloniſchen Hure in den Schooß legen möchten, ſo wird es ihnen doch, ob Gott will, auch feruer nicht gelin⸗ gen. D. R. —3.— Der Jeſuit fährt hierauf fort: „Es ſollen ja Ih⸗ rer Kaiſerlichen Majeſtät Leute ſchon ein ſehr taugliches Subjektum(dazu)imVorſchlage haben. Wie er mir beſchrieben, ſoll es ſehr eine anſehn⸗ liche, geübte, liſtige, praktiſche, wohlberedte und verdeckte Perſon ſein, alſo daß man an demſelben nichts, als des catholiſchen Glaubens öffentliche Profeſſion (Bekenntniß) inkünftig zu deſideriren (vermiſſen) haben werde.“1) In dem Folgenden kommt der Jeſuit auf Schweden und wie dieſes abzuhalten ſei, daß es dem proteſtantiſchen Deutſchland nicht zu Hülfe komme. Er ſagt da unter Andern: „Schweden anlangend, werden Ihre Kaiſerliche Majeſtät demſelben mit äußerlicher Freundſchaft über die Maßen ehren, inmittelſt den Polen wider denſelben höchſten Ver⸗ mögensanhetzen und mit Volk ſtärken, da⸗ mit ſich derſelbe“ (der Schwede) „der Städte in Deutſchland nicht annehmen dürfte. Mittler⸗ zeit iſt gute Hoffnung, weil der Schwede die Ge— fahr liebt, daß er auch darin bald umkommen werde. Nach ſeinem Tode wird es einen er⸗ bärmlichen Zuſtand geben in Schweden.“ T1) Nachdem der Jeſuit nun ferner berichtet hat, daß der Kaiſer demPapſte geſchworen habe, „wenn er ſchon keine füglichen Prätexte (Vorwände) haben könnte,“ ungeachtet der beſchworenen Freundſchaft zuletzt auch in Dänemark ein⸗ zufallen und dieſes proteſtantiſche Reich dem Papſt wieder zu unterwerfen, ſo ſetzt er folgende Entſchuldigung ſolcher meineidigen Treubrü⸗ chigkeit hinzu: Alldieweil der höchſte Grad menſchlicher Verpflichtung iſt, der Menſchen Se⸗ ligkeit zu befördern. Nun kann es bei den Ketzern nicht, als durch allerhand Betrüglichkeit, durch unwidertreibliche Gewalt exequirt, geſche⸗ hen; geſtalt es denn der heilige catholi⸗ ſche Glaube dafür hält: wenn man die Ke⸗ tzer zu dem Ende“ (ſie ſelig zu machen) „wenn man kann, nicht betreuget, eine Sün⸗ de wider den heil. Geiſt begehet, an⸗ geſehen die einmal verſäumte Gelegenheit nicht wieder zu bringen und (man) alſo in ewiger Todſünde beharre, auch keine Buße ſtattfinden könne.“ Der ſaubere Brief, der außer dem Angeführten noch viele wichtige Aufſchlüſſe über den Gang der Ereigniſſe in Deutſchland während des drei⸗ ßigjährigen Krieges giebt, ſchließt folgender⸗ maßen: „Es iſt ein Werk, darauf die Völle“ (Wohlfahrt) „der catholiſchen Kirchen beſteht; 1) Man ſieht hieraus, wie gefährlich römiſch geſinnte Menſchen innerhalb der proteſtantiſchen Kirche ſind, gerade wenn ſie nicht förmlich zur römiſchen Kirche übergehen. Solche werden oft von den Jeſuiten gekauft, noch eine Zeitlang in der proteſtantiſchen Kirche zu bleiben, weil ſie dann für das Papſtihum mehr wirken können, als wenn ſie die Maske ſchnell ablegen. Da die Jeſuiten den Grund⸗ ſatz haben, daß der gute Zweck ein ſonſt böſes Mittel hei⸗ lige, ſo verträgt es ſich ganz gut mit ihrem Gewiſſen, daß einer der Yrigen, wie ſchon oft geſchehen, ſelbſt bis zum Todc ſeinen Glauben nicht bekennt und als ein proteſtan⸗ tiſcher Snperintendent, Miniſter u. dergl. figurirt. D. R. 11 Auch jener Plan, Schweden von einem, Deutſchland zu leiſtenden Beiſtand durch betrügeriſche Freundſchaftsbe⸗ zeigungen abzuhalteu, iſl bekanntlich geſcheitert. Selbſt je⸗ ſuitiſche Politik war einem Manne, wie Guſiav Adolph war, nicht gewachſen. D. R. wollte mich derowegen mit Er. Erw. nicht ſeliger ſchätzen, als wann dieſer unſer getreuer Samen, in einen guten Acker geworfen, Gott wohlgefäl⸗ lige, tauſendfältige Frucht brächte. Nun Gott und alle Heiligen werden dazu helfen, deme ich Er. Erw. aus höchſter Andacht hiermit empfehle. Datum Prag, am 8. Aprilis Anno 1628.“ Sei⸗ nen Namen hat der feige Bube zu unterzeichnen ſich nicht getraut. Er ſchreibt davon: „Dies habe auf der Kaiſerlichen Majeſtät erpreſſen Be⸗ fehlich alſobald an Er. Erw. ohne Charactern“ (ohne Namensunterſchrift) ſchreiben ſollen, weil ſie Zeigern“ (dem Ueberbringer des Briefes) „wohl zu getrauen.“ — Hier haſt du denn, lieber Leſer, ein Beiſpiel, an welchem du ſehen kannſt, welche Grundſätze die Herren Jeſuiten hegen, und ob die Sorge der Proteſtanten für die Wohlfahrt der Kirche und des Staates, für Glauben und Moralität bei dem Ueberhandnehmen des Jeſuiterordens in Amerika eine grundloſe ſei. Leute, wie Herr Maximilian Oertel, der bekannte Apoſtat, ſuchen freilich die Furcht vor den Jeſuiten lächerlich zu machen und als etwas den Proteſtanten Schimpf⸗ liches darzuſtellen. Aber das iſt nur eine jeſu⸗ itiſche Liſt, die Proteſtanten zu bewegen, daß ſie ſeine lieben Jeſuiten, die ihm Brod verſchafft haben, gewähren und hübſch in Ruhe laſſen. Eine andere plumpe Maßregel, ſich die hiſtori⸗ ſchen Zeugniſſe gegen die Jeſuiten vom Halſe zu ſchaffen, iſt, daß er dreiſt die Wahrheit des Berichteteten leugnet und z. B. uns nach der Mlittheilung des „Thorner Blutbades“ den Rath giebt, beſſer Geſchichte zu ſtudiren und nicht al⸗ len Fabeln alter Weiber zu glauben. Mit die⸗ ſem Leugnen notoriſcher geſchichtlicher Thatſa— chen bezeugt aber Herr Oertel, daß es entwe⸗ der gerade ihm an Geſchichtskenntniß mangelt, oder daß er ehrlos genug iſt, vor ſeinen ungebil⸗ deten oder gleichgeſinnten Leſern zu leugnen, wovon er ſelbſt weiß, daß es Wahrheit iſt. Was uns ſelbſt betrifft, ſo können wir Herrn Oertel verſicheru, daß wir nicht nur die authentiſchen Quellen für die Geſchichte des Thorner Trauer⸗ ſpiels geleſen haben und beſitzen, ſondern daß wir überhaupt uns mit dem Studium der Ge⸗ ſchichte des Jeſuitismus ſo weit beſchäftigt ha— ben, daß uns nicht nöthig iſt, zur Darſtellung derſelben unſere Zuflucht zu Fabeln und Mähr⸗ chen zu nehmen. (Eingeſandt.) Unſere Miſſion. (Jortſetzung) Sie (die Methodiſten) frenen ſich über die Schwachheit und Fehltritte unſerer Chriſten und ſtatt ſie zu warnen, wenn ſie ſie fehlen ſe⸗ hen, zeigen ſie mit Fingern auf ſie und ſagen: „Ich danke dir Gott, daß ich nicht bin wie dieſe.“ Sie dünken ſich rein zu ſein von jeder Sünde und ſehen daher in ihrem Hochmuthe die Fehl⸗ tritte Anderer mit zehnfachen Augen an. So oft wir daher mit Methodiſten zu thun haben, mit ihnen über Gottes Wort reden, worin ſie ge⸗ wöhnlich ſehr ſchlecht bewandert ſind, da ſuchen