# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1853 07 19_S197 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) ter auch nicht „beſtochen,“ wie Hr. Pſt. Grabau uns und damit zugleich den Richter läſtern will. Aus Verdruß ließ man uns denn wirk⸗ lich Alles und zog von dannen. — Vieles nah⸗ men die Herren aber doch mit, und als wir uns bei der Obrigkeit befragten, ob dieſe Leute das Recht hätten, aus der Kirche nur Et⸗ was wegzunehmen, ſo wurde uns geantwortet, „Nein.“ Deshalb holten wir mit Hilfe der Obrigkeit das Mitgenommene wieder zurück; aber nicht in der furchtbaren Weiſe, wie Herr Pſt. Grabau beſchreibt. Schullehrer der obrigkeitlichen Perſon die Sa— chen nicht gutwillig ausliefern wollte, machte dieſe Ernſt, das Männlein kam darüber in Furcht und lieferte aus. Wir haben übrigens noch nicht Alles. Kirchenbuch, Kirchenſiegel u. andere Bücher haben die Grabauiſchen noch in Händen. Die Obrigkeit wollte uns auch dieſes verſchaffen, wie ließens aber dabei bleiben und mochten uns nicht weiter einlaſſen. Hr. Pſt. Grabau ſchilt uns nun freilich eine „kirchen⸗ räuberiſche Rotte, die ſich im Beſitz fremden Ei⸗ genthums befindet.“ Das müſſen wir geſche⸗ hen laſſen. Wir ſetzen blos hinzu, daß es theil⸗ weiſe unſer eigentliches Eigenthum iſt, theil⸗ weiſe aber haben wir es freiwillig von Seiten des Hrn. Pſt. Grabau und den Seinen im Beſitz; denn Gott weiß was? bat es ihnen nicht zugelaſſen, daß ſie die angebotene Hälfte des Werthes von unſerer Seite ange⸗ nommen hätten. Wenn man aber Jemand et⸗ was freiwillig überläßt und Anderes die Obrig⸗ keit rechtlich zuſpricht, ſo iſt man deshalb kein Dieb, wenn man es annimmt. Hr. Pſt. Grabau ſollte deshalb nicht weiter läſtern, ſon⸗ dern daran denken, wohin ſeine Hartnäckigkeit geführt hat. Eden, Erie County, N. A., 1. März 18514) Jakob Bauer. Heinrich Michael Bauer. Heinrich Bauer. Philipp Dietrich. Adam Dietrich. Georg Egel. Friedrich Egel. Chriſtian Gallmann. Chriſtian Heilbronn. Chriſtian Höhn. *) Der Leſer ſieht aus dieſem Datum, wie lange ſchon olige Mitiheilung in den Händen der Syuode geweſen. Dieſelbe hoffte immer, damit zurückbleiben, die ganze Sacht auf Privatwege abthun und mit Herrn Paſt. Graban ſich noch einigen zu können. Da aber der Genannte dazu kei⸗ nen Raum gelaſſen, ſo hat ſie endlich Obiges der Oeffent⸗ lichkeit übergeben müſſen. D. R. r . —— 2 . 111 1 h in an 1 i 2* 0 —78 1 — Als freilich der Herr — 2— Georg Mühl. Georg Philippi. Kaspar Stiefler. Jehannes Sutter. Daniel Schweickhart. Georg Schweickhart. Konrad Troeger. Daniel Wolter. (eingeſandt.) Antwort auf die Aufforderung des Hrn. von Nohr, daß der „liebe B.“ gegen die Miſſourier zeugen möge.*) —. In dem neulich erſchienenen Aufſatze wider Hengſtenberg's falſchen Unionstroſt für Flo⸗ rencourt handelte es ſich auch um die Frage: was in dem Weihwaſſer und der Meſſe ꝛc. das mit der unirten Kirche gemeinſchaftlich Chriſt⸗ liche ſei, an das ſich Florencourt anzuſchließen hätte. Darauf antwortet im „Juformatorium Nro. 9.“ ſtatt Hengſtenberg Hr. v. Rohr mit einer ſolchen Tiefe und ſeelſorgeriſchen Weisheit, daß es Hengſtenberg ſelbſt nicht beſſer gemacht haben könnte: „Die Löſung,“ ſagt er, „liegt in der Lehre der unirten Kirche von der allg. chriſt⸗ lichen Kirche, daß dieſelbe aus allen chriſtlichen Denominationen beſtehe, die noch die Taufe und etwas Weſentliches von Wort und Sacra⸗ ment haben, und daß die unſichtbare Kirche in allen dieſen Partikularkirchen der allg. chriſtli— chen Kirche vorhanden ſei.“ Heißt das nicht klar geantwortet?! Wenn Florencourt nun noch nicht weiß, was er thun ſoll, ſo iſt es ſeine eigene Schuld, der Buffalver hat das Sei⸗ nige gethan. Wir würden Hrn. v. Rohr noch nicht für ganz geneſen von ſeinem jüngſten Falle aus dem Himmel halten müſſen, wenn wir obi⸗ ge Worte wirklich für eine Antwort auf die Frage halten ſollten, allein das ſollen ſie ja auch offenbar nicht ſein. Die Sache iſt viel— mehr die, Herr von Nohr will, es mag nun paſſen oder nicht, ſeine lichtvolle Lehre von der Kirche wieder zu Parade führen, und hat dabei den kühnen Gedanken mit derſelben Einige aus der Miſſouri Synode an ſich zu ziehen und ih⸗ nen Appetit für die Buffaloer zu machen. Aber fürwahr, an der Buffaloer Lehre und Liebe Geſchmack finden zu ſollen, iſt eine ſtarke Zu⸗ muthung. Ich kann Hrn. v. Nohr im Ver⸗ *) Der liebe Vruder B. wird uns hoffentlich nicht zuͤr⸗ nen, daß wir, da wir im „Lutheraner“ diesmal keinen Platz haben, ihn in den „Beiwagen“ placiren. Er iſt gewiß ſchon ſo amerilaniſirt, daß er dieß mit Gleichmuth ertragen kanu. D. N. — trauen die Verſichernng geben, daß ſämmtlicht lutheriſche Prediger der hieſigen Gegend durch⸗ aus eins ſind in der Erkenntniß, wie falſch und gefährlich die Lehre und wie faul die aus dieſtt Lehre flicßende Praxis der Buffalver iſt. Nein, liebe Herrn, wollt ihr uns gewinnen, daß wir ! zu eurer Freude ein Bischen Revolution in det Miſſouri⸗Synode ſpielen und euch ein kleints! Triümpfchen bereiten ſollen: ſo fangt es klüger an, das dreimalige „lieber B.“ iſt wirklich zu wenig und zu billig! — Sollen wir euch einen Rath geben, der zum Ziele führt! Laßt das Schimpfen, ſchreibt ver⸗ ſtändlicher, logiſcher, benutzt doch endlich die füt! euch ſo nöthigen Regeln, auf die euch der Lu⸗ theraner“ ſo freundlich aufmerkſam macht, und 3 vor allen Dingen ſeid aufrichtig. Wie ſchoͤn würde es ſein, wenn Sie, Herr von Rohr, mit der Aufrichtigkeit den Anfang machten, inden Sie z. B. ganz einfach bekennten, in dem Han⸗ del vom ungerechten Bann einige Dummh eiten gemacht zu haben, das wäre doch ein Anfang und dazu ein leichter, da Sie ſich in dem Bi⸗ kenntniß nur ganz kurz zu faſſen brauchten, weil Sie jetzt ohne Zweifel nur noch der einzige ſind, der die Dummheit nicht klar erkannt hätte. Und wenn Sie dann ferner eingeſtänden, daß die ſo rechtzeitig erſchienene Predigt des Herrn Prof. Walther in Nro. 7. des „Lutheraner“ Ihnen Licht gegeben hätte in Ihrer Finſterniß, worin! Sie nicht begreifen können, warum ein Kind Gottes die rechtgläubige ſichtbare Kirche nicht verlaſſen kann und darf, oder, iſt es noch nicht Glied dieſer ſichtbaren rechtgläubigen Kir⸗ che, dieſelbe ſuchen munß und ſohl, und dieſe Forderung „Heuchelei und Thorheit“ nennen; wenn Sie bekennten, wie Sie jetzt hierüber vol⸗ les Licht erhalten hätten und ſich dem Verfaſſer zu herzlichem Danke verpflichtet fühlten. Und wenn Sie dann endlich auch noch durch dit That, d. h. durch den Austritt aus der Buffa⸗ loer Synode zu erkennen gäben, daß Sie nun nicht mehr glauben wollten, daß die eine hei⸗ lige allgemeine chriſtliche Kirche eigentlich die „aus Preußen ausgewanderte lutheriſche Kirche“ mit dem ſichtbaren J. A. A.“ Grabau S. M. an der Spitze ſei, und von jetzt an auch den Leib Chriſti, die Gemeinſchaft der Heiligen nicht mehr ſehen, ſondern ſich da⸗ mit begnügen wollten, wie andere gute Chij⸗ ſten, dieſelbe zu glaubeen. Ja wenn Tit das thun, wenn Sie den Weg gehen wollten, dann glaube ich Ihnen die Verſicherung geben zu dürfen, daß Sie uns gewinnen, und wir dann ſogar ein Zeugniß für Sie in der Miß⸗ ſouri⸗Spnode ablegen werden. —