# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1853 08 31_S171 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) 2 Lehren Paſtor Grabau's —— — — — — — —— — — — — —‚ 33. „Wir glauben und bekennen auch, daß dieſes Amt als Gottes eigene Ordnung in der Kirche einen abſonderlichen chriſtlichen Stand ausmache ... Der Apoſtel Petrus ſagt (1. Epiſt. 5, 1. 2) nicht: prieſtert a n⸗ ſtatt der Heerde, die euch etwas übertragen hat .. Wir prieſtern nicht aus unſerm eige—⸗ nen Glauben oder geiſtlichem Prieſterthum an unſer oder anderer Leute Statt. Wo ſteht denn im 5. Artikel der Augsb. Conf., daß Gott ein Predigtamt eingeſetzt habe, das erſt aus dem unreifen Ei eines geiſtlichen Prie⸗ ſterthums kriechen muß? und wo ſteht in die— ſem Artikel, daß Gott ein Predigtamt eingeſetzt habe, das eines Haufens geiſtlich Prieſterthum erercire.“ (Informatorium, 1. Jahrg. S. 73. 74. 75.) iRainl 4 dods Annen ali⸗ vr 2 (Für den KLutheraner' eingeſandt.) „Aber der König Iſrael antwortete, und ſprach: Saget, der den Harniſch anlegt, ſoll ſich nicht rühmen, als der ihn hat abgelegt.“ 1. Kön. 20, 11. Der Herr Paſtor Grabau hat uns in ſei⸗ nem zweiten Synodalbriefe die Ahabsſynode' genannt. So antwortet ihm denn hiemit ein Glied derſelben mit einem Worte des Königs Ahab auf die Schmachſchrift, die in der 16. Nummer vom 2. Jahrg. des Kirchlichen In⸗ formatorium' von neuem ausgegangen iſt, Koth hinter denen her zu werfen, die ſich vergebens zu offenem, ehrlichen Zweikampf erboten. Denn anders als des ruhmräthigen Syrers vermeſ— ſene Siegesgewißheit erſcheint es mir in der That nicht, wenn wir in der „Offentlichen Ant⸗ wort“ v. 21. Jun. 1853. mit folgenden Wor⸗ ten gerichtet werden: „Offenbar nun iſt der Fluch, — 170— Lehren der römiſchen Kirche — 33. Daß das heil. Predigtamt etwas an⸗ deres ſei, als die öffentliche Verwaltung der Aemter, welche die gläubigen Chriſten als geiſt— liche Prieſter urſprünglich und unmittelbar be— ſitzen, von Gemeinſchaftswegen oder anſtatt und im Namen der Chriſten oder der Gemeinde, daß die Prediger vielmehr einen beſonderen geiſtli⸗ chen Stand bilden, der gewiſſe Privilegien be⸗ ſitze, welche die Kirche allein vermittelſt derſel— ben habe: das iſt bekanntlich der Cardinal- punkt, in welchem ſich die Differenzen zwiſchen der römiſchen und der ev.-luth. Kirche bewe⸗ gen. Gibt die proteſtantiſche Kirche den Glau— ben auf, daß die Geſammtheit ver Gläu bi— gen die Kirche und Chriſti Braut iſt, welcher Chriſtus alle Herrlichkeit geſchenkt, die er durch die Werke ſeiner Erlöſung erworben und die ſie durch den Glauben ſich angeeignet hat, und daß daher die Prediger nur die Kirchen diener und die Haushalter, nicht die Hausherren im Hauſe Gottes ſind und nur anſtatt der Gemeinde der Heiligen amtieren: dann iſt es um den wahren Proteſtantismus geſchehen und derſelbe hat dann ſelbſt die giftige Wurzel in ſeinen Acker gepflanzt, aue der, recht gepflegt, die ganze päbſtliche Hierarchie wieder hervor-— wachſen muß. Daß gerade die Augsb. Conf., auf welche ſich Herr Paſtor Graban beruft, das Verhältniß des geiſtlichen Prieſterthums der Gläubigen zu dem Predigtamt, wie manches Andere, nicht ausdrücklich berührt, hat ſrinen Grund darin, daß die Augsb. Confeſſion den Zweck hatte, wo irgend möglich, den Weg zum Frieden offen zu laͤſen. Daher, ſagen die zu Augsburg verſammelten Theologen, „die ge— häſſigen Artikel,“ d. h. die, welche nur Haß gebähren würden, „zu dieſer Zeit micht gereget worden.“ Zu dieſen Artikeln rechnen ſie n. A. folgende.: „Ob die Chriſten alle Prieſter ſind? Ob ein Laie das Sacrament counſecriren könne? Ob die Prieſterweihe einen ſtets währenden Character eindrücke?“ („Der Theologen ange— „ zeigte Urſachen, warum es nicht rathſam wäre, mehr Arttkel zu übergeben.“ Siehe den ganzen wichtigen Aufſatz in Luther's Werken. Hall. A. XVI, 1058.) ö —— den die Ehrw. Synode von Miſſouri auf ſich ladet“ Soll hier „der Fluch“ der ſein, den der En— desunterſchriebene „im Namen und Auftrage des Kirchen⸗Miniſterii“ über uns ausſpricht, ſo iſt wenigſtens der Ausdruck nicht logiſch un— richtig, da das ja allerdings offenbar iſt. In— deſſen wie vielmal hat ſich nicht aus derſelben Quelle ſchon lange vorher in Synodalbriefen und dem Informatorium Fluch u. Bann über uns ergoſſen, daß das „nun“ doch keine an— dere Bedeutung haben kann, als die des übel⸗ verhaltenen Grimmes, noch immer das alles, 4 folg gekrönt zu ſehen? Iſt aber dieſer Erfolg ſelbſt, das Amen des allmächtigen Gottes im Himmel zum Bannfluch der Synode von Buf⸗ falo über die von Miſſouri unter dem „Fluch“ zu verſtehen, der nun offenbar ſein ſoll, ſo be⸗ greift man wirklich nicht, auf welches Strafge— richt damit hingedeutet wird. Uns kann es wenigſtens tröſten, daß es für nöthig erachtet Lehren der lutheriſchen Kirche. 33. Luther: „Werden nur darnm etliche aus dem Haufen herfürzogen, daß ſie an ſtatt der Gemtin das Amt führen und t.ben, welches ſie alle ha⸗ beu; nicht daß einer mehr Gewalt habe, denn der an- der .. Nun haben jene einen eigen Stand anigericht 12, als der von Gott ſei, haben ſolche Freiheit gewonnen, daß ſchier mitten in der Chriſtenheit größer Unterſcheid iſ, weder unter uns und Türken.“ (In der Auslegung ven 1. Per. 2, 5.) — Luther: „Drum iſt des Biſchofs Weihen nit anders, denn als wenn er an Stait und Perſon der ganzen Sammlung Einen aus dem Haufen nähme, dir allegleiche Gewalt haben, und ium beſfählt, dieſelbe Gewalt für rie Andern auszurickten; gleich alo wenn zehen Briider, Königskinder, gleich Erben, Cinen er⸗ wählten, das Erb für ſie zurregieren; ſie wä⸗ reu je alle Könige und gleicher Gewalt, und doch Einem zu regieren befohlen.“ (X, 3½2. Aus der Schrist an den chriſt⸗ lichen Adel ꝛc.) — Vuther: „Das erkordert der Gemein⸗ ſchaft Recht, daß Einer, oder als viel der Gemeinde gefallen, erwätzlet und aufgenommen werden, welche analt und im Namen alller derer, ſo epen da ſſelbige Recht Communiciren ꝛc.) „öffentich .. Nun laſſet uns reden mit den papiſtiſchen Pfafſen, und ſie fragen, daß ſit uns anzeigen: od ihr Prieſterthum andere Aemter habe, denn die ſe Aemter“ (der geiſtlichen Prieſter, der gläubigen Chri⸗ ſien) „ſind? So es andere hat, ſo wird ihr Prieéſſer⸗ eben die, ſo wir erzänlet haben, ſo wird es nicht ein ſonderlich Prieſterthum ſein mögen. A ſo beſchließen wir ſie, ſie kehren ſich hin, wo ſie wollen, daß ſie enkweden kein Prieſtertzun haben, das ein aurers ſei, denn das, o den Chriſien allen gemein iſt: baben ſie aber je ein an⸗ ders, ſo müſe es Satans Prieſterthum ſein. Denn Chriſtus uns gelehret kat Matth. 7., daß wir allt Bäume an den Fricchten ſollen kennen lernen; wir aber ha⸗ ben nun geſeten die Frucht unſers gemeinen Prieſterthurts, ſo laßt ſie uns entweder andre Frucht zeigen, denn vicſe, oder bekennen, daß ſie nicht Prieſur ſind. Denn daß dieſt Frucht ſonderlich oder öffentlich getragen wer⸗ den, bewährt nicht ein ander Prieſtert hum, ſondem einen andern und andern Brauch des Prieſte⸗ Wums . . Wir beſtehen feſt auf dem, daß kein ander Wort Gottes iſt, deun das allein, das allen Chriſten zu vertündigen geboten wird; daß nicht cine andere Tauſe iß/ denn die, die alle Chriſten geben mögen; daß kein ander Gedächtniß iſt des Abendeſſens des HErrn, denn das, ſo ein jeder Chriſt begeken mag, weiches alſo zu halten Chriſtus hat eingeſetzt; auch daß rine andere Sündt iſt, denn die ein jeder Ehriſt binden und auflöſen mag; item, wir halten, daß kein Opfer ſei, denn der Leib eines jeden Chriſlenmenſchen'; daß auch nie⸗ mand beten kann oder möge, denn allein der Chriſt; dazu, daß niemand urtzeüen ſoll über die Lehre, denn al⸗ lein der Chriſl. Dieſe ſind aber je die priefſerlichen und föniglichen Aemter. Darum ſo laſſe uns die Papiſten entweder andere Aemter der Prieſter zeigen, oder aber übe⸗ geben ihr Prieſterthum, und verzeihen ſich deß.“ (X, 1857 her Herrn Paſtor Graban auf, uns entweder audere Werfs und Aemter rines Previgers zu⸗zeigen, oder zuzuge ſieben, daß das Predigtamt nichts weiter iſt, als die öfentliche Ver⸗ waltung der Aemter, weiche alle Gläubige urſprünglich ha⸗ ben, an ihrer Statt. auch das: „Hebe dich Satan!“ nicht mit Er⸗ --e-- ward, uns durch Sperrſchrift darauf aufmerk— ſam zu machen. Obgleich wir nicht begehren, den Glauben immer in die Fauſt zu bekommen und daher die gute Zuverſicht zu dem „Wert unſerer Hände“ keinesweges auf ſichtbaren Se⸗ gen unſerer Arbeit, noch weniger aber auf et⸗ was, das die Welt Glück nennt, gründen: ſo haben wir doch grade „nun,“ da der Fluch, den keine Urſache, über Minderung des Segens zu klagen, den Gott bisher aus Gnaden auf die Synode von Miſſouri gelegt hat, wie davon unſer diesjähriger Synodalb ericht Zeugniß ge⸗ ben wird. Doch der „Fluch“ ſoll auch wohl das nicht ſein, ſondern das Gericht der Ber⸗ ſtockung. Obgleich nun der HErr allein ent⸗ ſcheiden kann, ob wir dem verfallen ſind, und wir an dem Urtheil unſers Gewiſſens uns ge⸗ nügen laſſen können, ſo ſeien dennoch einmal die Gründe erwogen, die das Kirchen-Mini⸗ ſterium von Buffalo für ſeine ſchwere Anklage vorbringt. Sie ſind folgende: thum nicht ein chriſtlich Prieſterthum ſein. Hatſes aber 59. aus dem Brief an die Vöhmen.) Auch nir ſordern da⸗ wir auf uns laden, offenbar ſein ſoll, durchaus haben, verbringen dieſe Aemter“ (Predigen, Taufen,