# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1853 07 05_S159 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) in Sheboygan, Sheboygan Co., Wise., durch den lutheriſchen Paſtor von Freiſtatt und Kirch⸗ hain, Fürbringer, unter Aſſiſtenz Paſtor Du⸗ litzens, orvinirt, und in das heilige Amt für die Gemeinde daſelbſt, wie für die Gemeinden zu Towa Serrmann und Towa Wilſon einge⸗ führt. Beides geſchah im Auftrag des Präſidii der Synode von Miſſouri. Mit Freuden waren ſie von ihren betreffenden Gemeinden empfangen worden. Gott ſetze ſie daſelbſt zu vielem Segen und kröne ſie mit Gnaden wie mit einem Schil⸗ de, Amen. Den lieben lutheriſchen Leſern wird es ohne Zweifel große Freude machen, wenn wir ſie hie⸗ mit davon benachrichtigen, daß nun endlich auch in New⸗Orleans (Louiſiana), in dieſer großen Stadt, wo ſo viele Tauſende unſerer deutſchen Landsleute und lutheriſchen Glau— bensgeuoſſen ſich befinden, ein deutſcher Predi— ger unſeres Bekenntniſſes ein Arbeitsfeld gefun— den hat. Vor weniger Zeit laſen wir nehmlich in einer Zeitſchrift, daß ſich in jener Stadt ein kleines lutheriſches Gemeinlein gebildet habe, welches zwar ſchon im Beſitz eines ſchönen Kirch— leins ſei, aber noch zur Zeit eines ordentlichen Predigers entbehre und ſich daher mit Leſe— gottesdienſt, wobei die Poſtillen Luther's und Arndt's gebraucht würden, behelfe. In dieſer Zeitſchrift war zugleich der Wunſch ausgeſpro⸗ chen, daß ſich doch irgend eine Synode dieſer verwaiſ'ten Schaar von Gliedern unſerer Kirche annehmen möge. Die Nachricht, daß die Ge— meinde gerade die Schriften eines Luther und eines Arndit zu ihrer Seelennahrung ausge⸗ wählt habe, erweckte natürlich in uns das beſte Vorurtheil für ſie, denn Leute, welche Luther's Schriften anderen vorziehen, werden ſchwerlich, was reine Lehre betrifft, gleichgültig und der Schwärmerei zugeneigt ſein, und Leute, welche mit Luther einen Arndt verbinden, werden ſchwerlich todte Leute ſein, die, das gottſelige Leben vergeſſend, nur auf die Orthodoxie ihres Kopfes pochen. Da nun unter allen lutheriſchen Synoden gerade die von Miſſouri a. dem Gemeinlein wohl die nächſte war, die⸗ ſelbe alſo auch wohl vor allen die Pflicht hatte, ſich deſſelben wo möglich anzunehmen, ſo ſendete unſer lieber Herr Präſes, Paſtor Wynecken, den Candidaten Herrn Georg Volk aus Nürnberg, nachdem derſelbe ſeine theologiſchen Studien in dem hieſigen Concordia-Collegium vollendet und ſein Candidaten-Eramen beſtanden hatte, in genannte Stadt, um ſich zunächſt nach den Um⸗ ſtänden und Bedürfniſſen der bezeichneten Ge— meinde zu erkundigen. Herr Volk that dies und kehrte ſchon nach wenigen Tagen mit der ſchrift— lichen Bitte um Zuſendung eines Predigers zu⸗ rück, da er ſelbſt auf die an ihn ſogleich ergan⸗ gene Bitte, bei ihr zu bleiben, ohne Rath des Präſes einzugehen nicht gewagt hatte. Die Gemeinde war eben in der größten Verlegenheit wegen eines anzuſtellenden Predigers geweſen; das Erſcheinen Herrn Volk's in ihrer Mitte ge⸗ rade in dieſer Zeit, hatte daher große Freude — 158 —.— und die feſte Zuverſicht in allen Gliedern er⸗ weckt, das komme vom HErrn, der Gebete erhört und gerade dann mit ſeiner Hülfe am nächſten iſt, wenn die Noth am höchſten iſt. Obgleich nun der Präſes Herrn Volk ſchon anderwärts hin empfohlen hatte, ſo überzeugte er ſich doch bald, daß der bereits ausgeſprochene Wunſch der Gemeinde in New-Orleans, dieſen unſeren theuren jungen Bruder zu erhalten, ein Wink von Gott ſei; er veranlaßte daher Herrn Volk, alsbald wieder ſeine Reiſe nach New-Orleans anzutreten, und beauftragte den Redakteur die— ſer Blätter, den Geſendeten zu begleiten und denſelben erforderlichen Falles zu ordiniren und in das Amt einzuweiſen. Als wir hie— rauf am Donnerſtag vor dem Trinitatisfeſt des laufenden Jahres glücklich in New- S* Or⸗ leans ankamen, wurden wir denn auch von! der Gemeinde mit großer Freude aufgenom— men. Schreiber dieſes kann nicht ſagen, welche genußreiche Tage ihm jetzt bereitet wurden. Er! fand hier eine Gemeinde, zwar noch klein, aber aus Gliedern beſtehend, denen es offenbar ein herzlicher Ernſt nicht nur um ihrer Seelen Se— ligkeit, ſondern auch um die Erkenntniß der vol⸗ len, reinen, lauteren Wahrheit war. Durch das treue einfache Zeugniß eines Oldenburgers, Na⸗ mens Hollander, von der Wahrheit, hatte ſich hier in aller Stille ein Häuflein rechtſchaf⸗ fener Chriſten aus der unirten, methodiſtiſchen und römiſchen Kirche zuſammengeſchaart, welche das Falſche ihrer vormaligen Gemeinſchaft und die Uebereinſtimmung der lutheriſchen Lehre mit der Bibel erkannt, ſich zu einer Gemeinde Augs⸗ burgiſcher Confeſſion conſtituirt, eine ſchöne Kirche mit Kanzel, Altar und Sakriſtei gebaut, und einſtweilig die geiſtliche Leitung und Ver⸗den — in der neueſten Nummer ſeines „In⸗ ſorgung (mit Ausnahme der Sacramentsver⸗ waltung) durch ihren lieben Hollander ge— noſſen hatten. Hier koſtete es natürlich wenig überzeugen, wie eine rechtetchriſtliche, evangel.- lutheriſche Gemeinde geſtaltet ſein müſſe, ſowohl was Bekenntniß, als was Leben betrifft. Was ihnen aus Gottes Wort klar und deutlich erwie⸗ ſen werden konnte, fand auch alsbald bei ihnen eine herzliche, willige Aufnahme. Die Einfüh— rung eines rechtgläubigen Geſangbuches, die Feſtſtellung einer chriſtlichen Kirchenzucht und Ordnung, die Ertheilung eines ordentlichen Be— rufes, die Einrichtung der Beichtmeldungen und dergl. waren daher Sachen, die hier auch nicht auf den entfernteſten Widerſpruch ſtießen. Herr Candidat Volk wurde denn endlich unter herz⸗ licher Anrufung Gottes ordentlich und feierlich einſtimmig gewählt, und am Trinitatisfeſte von dem Schreiber dieſes öffentlich in der St. Jo⸗ hannis⸗Kirche der Gemeinde (Roman-Street und Corner of Cuſtomhouſe-Street) nach vor⸗ hergegangener Predigt über Röm. 15, 29., or⸗ dinirt und in ſein Amt eingewieſen. So kann denn der lutheriſche Leſer verſichert werden, daß jetzt auch in New Orleans eine Gemeinde ſteht, die mit uns „ſteht in Einem Sinn gar eben,“ mit uns glaubt, bekennt, leidet und kämpft. Es ſind auch alle Ausſichten vorhanden, daß die Gemeinde raſch zunehmen werde, indem viele Lutheraner jener Stadt mit ihrem Anſchluß an die Gemeinde auf die Ankunft eines ſtändigen Predigers gewartet haben. Eine beſondere Freu⸗ gewährte es uns, inm ander enu Tgeeel eeienard Stadt eine Gemeinde lutheriſchen Namens auf— zufinden, welche, bedient von Herrn Paſtor Kleimhagen, der uns überaus freundlich entgegen kam, erklärte, mit der St. Johannis⸗ Gemeinde Einen Weg, den Glaubensweg unſe— rer Bäter, gehen zu wollen. Möge denn der treue Herr und Erzhirte, der an unſeren lieben Brüdern in New-Orleans, da ſie noch einſam und allein ſtanden, ſchon ſo Großes gethan, fer⸗ ner derſelben ſich herzlich annehmen, ihrem jun⸗ gen Prediger Gnade ſchenken, ſeine Stimme wie eine Poſaune zu erheben zur Erweckung der Todten und Stärkung und Erhaltung der Le⸗ bendigen, die theuren Gemeindeglieder aber vollbereiten, ſtärken, kräftigen, gründen und in der großen Stadt ein immer größeres Volk ſam⸗ meln, das Ihn ehre, anbete und Seinen heiligen Namen verkündige. Amen. —— Paſtor Grabau's neueſte Antwort. Nachdem unſere Synode die Synode von Buffalo wieder neuerdings von Cleveland aus zur Beilegung der zwiſchen beisen Synoden ob— ſchwebenden Differenzen zu einer öffentlichen Disputation oder einem Religionsgeſpräch auf— gefordert, hat nicht nur letztere die Aufforderung zurückgewieſen und nach dem Vorgange ihres Seniors erklärt, nicht eher mit uns zur Beile— gung der Lehr⸗ Streitigkeiten colloquiren zu können, als bis wir Buße gethan haben wür— formatorium“ hat auch Paſtor Grabau, wie er ſagt, „im Auftrage des Kirchen-Miniſterii,“ anſtatt einer zuſtinmenden Antwort wider un⸗ Mühe, dieſe rechtſchaffenen Lente von dem zu 310 ; ſere Synode vielmehr eine Bulle erlaſſen, wel⸗ cher ſelbſt ein Pabſt ſich zu ſchämen nicht Ur— ſache haben dürfte. Es genüge für diesmal, deſſen nur Erwähnung gethan zu habenz in der nächſten Nummer, ſo Gott will, mehr. α Das Lied von der Ewigkeit. II. Wie viel Sterne am Himmelszelt, Wie viel Tröpflein der Thau enthält, Wie viel Flüſſe inn Waſſer hell, Wie viel Güſſe im Regen ſchnell, Wie viel Flocken an Fellen zart, Wie viel Blumen bunter Art, Wie viel Gerüche der Kräuter ſein, Wie viel Farben der Tücherlein, Wie viel Brerlein an Reben noch, Wie viel Aepfel an Bäumen hoch, Wie viel Achren im Felde ſteben, Wie viel Blätter im Walde wehen, Wie viel Thierlein auf Erden wimmeln, Wie viel Stäublein unter allen Himmeln, Auf dem Haupte wie viel Härlein, Bei den Kindern wie viel Mährlein, Wie viel Sand im Meeresgrund, Wie viel Gras auf Wieſen ſtund; — Wenn ſo viel wär' die Ewigkeit, So hätte ſie doch Maß, Ziel und Zeit.