# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1853 07 05_S158 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Widerſetzlichkeit gegen die Wahrheit be⸗ ſtärkt, daß er die Stelle des erſteren an⸗ nimmt. Beſchloſſen: Daß, wenn ein Prediger mit ſeiner Gemeinde der Lehre wegen in Streit leben ſollte, beide Partheien ſich nach dem Ausſpruche des Präſidenten der Synode zu richten haben, bis die Sache von der Sy⸗ node unterſucht und geſchlichtet werden kann. 7. In Bezug auf unmoraliſches Le⸗ ben oder Irrlehre von Predigern wurde beſchloſſen: Daß eine jede Conferenz dieſes Körpers das Recht haben ſoll, durch ſich ſelbſt, oder durch eine Committee, die Suspenſion bis zur nächſten Sitzung der Synode über einen Prediger ihres Bezirkes zu ver— hängen. 8. Die Miſſionsgeſellſchaft dieſer Sonode wurde aufgehoben, und die Synode wird fernerhin das Miſſionswerk durch eine Committee leiten. 9. In Bezug auf den „Lutheraner“ wurde beſchloſſen: Daß wir unſern Gemeinden den „Luthe— raner“ emp fehlen, von demſelben aber er— warten, daß er auf unſere Synode bezüg— liche Artikel in ſeine Spalten aufnehme. 10. Das lutheriſche Waiſenhaus und die Krankenanſtalt zu Pitts⸗ burg wurde dem ſchriſtlichen Publikum dringend empfohlen. Die ganze Thätigkeit des Miniſterii be— ſchränkie ſich auf folgende 4 Punkte, welche aber ibrer Wichtigkeit wegen daſſelbe in fünf langen Sitzungen beſchäftigten: 1. Die Aufnahmedes Paſtor Schwankovsky zu Zelienopodl. 2. Der Ausſchluß von J. G.=Hahn: „Da uns leider nur zu klare Beweiſe „vorliegen, daß Hahn's ſittliches Betragen „höchſt unchriſtlich und unwürdig geweſen „iſt, darum Beſchloſſen, daß ſein „Name aus unſrer Liſte geſtrichen werde.“ 3. Der Ausſchluß von C. G. Stü b⸗ chen: „Da C. G. Stübchen wegen ſeines ſehr „Unmöoraliſchen Lebens ſich unwürdig ge— „macht hat, das h. Predigtamt zu bekleiden „und ein Glied unſeres Miniſterii zu ſein „ſo ſei hiermit „Beſchloſſen: Daß ſein Name aus „unſerer Liſte geſtrichen werde und wir „alle Gemeinden und Synoden vor ihm „warnen.“ 4. Ueber G. Schweizerbarth wurde „Beſchloſſen: Daß Schweizerbarth's „Name ſo lange von der Liſte geſtrichen „werde, bis er dem Miniſterio rechtſchaffene „Beweiſe aufrichtiger Reue und Beſſerung „gegeben hat.“ Beſchloſſen: Daß der Seeretair beauf— tragt ſei, obige 3 Beſchlüſſe in allen lutheriſchen Zeitſchriften der V. St. zu publiciren. — 157— Kirchweihe. —— Am 4. Sonntag nach Oſtern a. c. wurde un⸗ ſere evangeliſch-lutheriſche Dreifaltigkeitskirche in der Indian Reſervation bei Buffalo ein⸗ geweiht. Mit lobenswerthem Eifer wurde am vorigen Weihnachtsfeſte von meiner Gemeinde der Bau dieſer Kirche beſchloſſen und mit raſt⸗ loſer Thätigkeit aus eigenen Mitteln, ohne auswärtige Unterſtützungen, ſo gefördert, daß wir ſie ſchon nach vier Monaten zum Gottes⸗ dienſt einweihen konnten. Die Gemeindeglieder bewieſen ſich durch Geldbeiträge und durch Ar-⸗ beit und Hülfe bei dem Bau ſo eifrig, daß unſre Gemeindeſchuld nur in wenigen Dollars beſteht, die nächſtens auch bezahlt werden ſollen. Be— ſonders hat die von der Gemeinde gewählte Bau-Committee große Opfer gebracht. Auch die Jünglinge, Jungfrauen und Kinder wett⸗ eiferten in ihrer Thätigkeit. Die Koſten zum Bau eines Chors in der Kirche wurden zur Hälfte von dem Jünglingsverein getragen, ſo wie von demſelben eine ſchöue Altarbekleidung und Fenſtervorhänge und von den Jungfranuen und Kindern gemeinſchaftlich Taufgeräthe und ein Tauftiſch angeſchafft. Die Gemeindt iſt zwar keine ſo gar kleine, aber auch keine große Gemeinde und zählt nur zwanzig und einige Familien, ſo daß die Opfer, die ſit hier gebracht, bedeutend ſins; ein Beweis, daß eine Gemeinde viel leiſten kann, wenn ſie will. Der vierte Sonntag nach Oſtern war nun als der Tag unſrer Kirchweihe ein rechter Feſttag für uns. Ich will nicht alle Einzelheiten der Feier beſchreiben, und nur Folgendes mitthei— len: Früh 9 Uhr hatte ſich die Gemeinde im engliſchen Schulhauſe, wo wir bisher unſern Gottesdienſt gehalten hatten, verſammelt. Nach einem kurzen, von mir gehaltenen Dankgebete für allen geiſtlichen Segen, den wir bisher hier genoſſen, bewegte ſich die Gemeinde in einem ge— ordneten Zuge unter dem Geſange: „Ich will mit Danken kommen,“ nach der eine Viertelmeile entfernten Kirche. Dort angekommen, wurde ie mit Kränzen geſchmückte Kirche nach einer kurzen Anrede über die Worte Pſalm 24., 9. 10. „Machet die Thore weit“ u. ſ. w. geöffnet. Die Herren Paſtoren Ernſt aus Eden und Diehl— mann aus Buffalo, ſowie der Sängerchor der Gemeinde in Buffalo, halfen uns unſer Feſt echt herrlich machen, erſtere, die Paſtoren, durch ihre erbaulichen Predigten (Herr Paſtor Ernſt hielt die Frühpredigt und Perr P. Diehlmann die Nachmittagspredigt); letzterer, der Sänger⸗ chor, durch ſeinen ſchönen Geſang. Die Con— firmation von acht Catechumenen wurde nach der Einweihungspredigt von mir vollzogen. Beſon— ders erfreulich war es, daß die Gemeinde be— ſchloſſen hatte, die alte lutheriſche Gottesdienſt— ordnung zum erſten Male bei der Einweihung zu brauchen, und wenn man ſie erbaulich finden würde, beizubehalten, die ſich denn auch, da wir durch den Sängerchor aus Buffalo ſo kräftig unterſtützt waren, gar herrlich und lieblich aus— nahm, ſowie auch der bei einigen Liedern ge— Hauskreuz niedergedrücktes Gemüth wurde durch das Alles mächtig getröſtet. Mein ſechszehn⸗ jähriger Sohn Martin lag am Nervenfieber todtkrank, und noch hallen die Tröſtungen, wel⸗ che ich an dieſem Tage in meine Seele aufge⸗ nommen habe, nach, nachdem derſelbe nur we⸗ nige Tage darauf in dem HErrn ſelig ent⸗ ſchlafen. ö Die Unirten und Reformirten ſind uns ſehr feind und können unſer Feſthalten am luther. Bekenntniſſe nicht vertragen. Sie bieten Alles auf, die Leute von uns abzuſchrecken, z. B. durch die Lügen, daß in unſrer Kircht die Leute katho⸗ liſch gemacht würden, daß das Kircheneigenthum durch jeſuitiſche Kniffe auf meinen Namen ge⸗ ſchrieben ſei, daß ich ein verlaufener katholiſcher Pfafft ſei u. dergl. Dieſe Feindſchaft trägt aber dazu bei, daß meine Gemeinde in der erkannten lutheriſchen Wahrheit mehr befeſtigt und die echlafenden Lutheraner aufgeſchüttelt und auf⸗ merkſam gemacht werden, daß es um das reine unverfälſchte Lutherthum doch eine wichtige Sache und daß zwiſchen lutheriſcher und unirter reformirter Lehre ein großer Unterſchied ſein müſſe. So wenig hier die Unirten und Refor⸗ mirten für kirchliche Zwecke gern etwas thun und gern ſich damit begnügen würden, dann und wann in dem ſieben Meilen entfernten Buffalo eine unirte oder reformirte Kirche zu beſuchen, o hat ſie doch unſer Kirchenbau dermaßen mobil gemacht, daß nun auch ſie eine Kirche bauen wollen und bereits einen Platz dazu gekauft haben. Hauptanführer dabei ſind Leute, die gar Nichts glauben, ja Läſterer und offenbare Feinde des Wortes Gottes ſind. So bleibe denn der Herr bei uns mit ſeinem Wort und Sacrament; Er erhalte und fördere uns in rechter Erkenntniß und im wahren Glau— ben, alſo, daß auch reiche Frucht folge; Er laſſe vicle Seelen auch hier dem Himmel gewonnen, das Reich des Satans immer mehr zerſtört und das Reich Gottes immer mehr gebaut werden. Amen. E. M. Bürger. Kirchliche Nachrichten. Am Sonntag Rogate, als den 1. Mai d. I., ward der Candidat der Theologie, Herr Martin Günther, von den lutheriſchen Gemeinden zu Cedarburg und Grafton, Wash. Co., Wisc., berufen, inmitten derſelben vor einer zaͤhlreichen kirchlichen Berſammlung zu Cedarburg nach dem Vormittagsgottesdienſt durch die lutheriſchen Paſtoren von Milwaukee, Lochner und Dulitz, zu ſeinem heiligen Amte ordinirt, ſowie des Nachmittags in Grafton in daſſelbe eingewieſen. Desgleichen wurde am Feſte der heiligen Drei— einigkeit, als den 22. Mai, der Candidat der Theologie, Herr Otto Eißfeldt, ebenſo, wie der vorhergenannte, vom Concordia-College zu St. Louis ausgegangen, auf dem ſie ihre Stu— dien vollendet und nach gehaltenem Examen für tüchtig zur Fährung des Predigtamtes befunden brauchte rhythmiſche Choralgeſang. Mein durch worden waren, nach vorhergegangener Berufung-⸗