# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1853 06 21_S152 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) 2 * b. zur Crreichung kirchlicher Zwecke (Grün⸗ dung und Erhaltung kirchlicher Anſtalten zur Bildung künftiger Prediger und Lehrer u. dgl.) Für Miſſion beſteht eine eigene Caſſe. §. 6. Jedes ſtehende Glied der Synode iſt gehalten, der jährlichen Synodalverſammlung regelmäßig bis zu Ende beizuwohnen. Wer 2 2 — dreimal nach einander, ohne ſich zu entſchuldi⸗ gen, wegbleibt, deſſen gliedliche Verbindung mit der Synode iſt dadurch aufgehoben. derſelbe von ren betreffenden Präſides während dieſer Zeit über die Gründe ſeines Nichterſchei— 5. 7. Wenn den Cap. II. SS. 1. 2. 3. 4. 5. 6. angegebenen Bedingungen der Mitglied⸗ ſchaft von Seiten der mit der Synode verbun⸗ denen Gemeinden oder ihrer Prediger entgegen⸗ gehandelt wird, ſo kann nach vorhergegaͤngener fruchtloſer Ermahnung nichts Anderes als Aus— ſchließung erfolgen, wodurch dann der Ausge— ſchloſſene allen Antheil an dem Beſitzthum der Synode, den Unterrichtsanſtalten ꝛc., verliert. Das letztere trifft auch diejenigen, welche ſich aus irgend einem Grunde ſelbſt von der Sy⸗ node trennen. Cap. VII. Ueber Veränderungen der Conſti⸗ tution. Abänderungen in der Conſtitution und Zu⸗ ſätze zu derſelden können gemacht werden, wenn dieſelben nicht wider die im zweiten Capitel der gegenwärtigen Conſtitution gemachten Beſtim— mungen ſtreiten und wenn ſämmtliche Syno— dalglieder ine Auftrag ihrer Gemeinden, denen dies vorher vorgelegt worden iſt, dafür ſtimmen. Die Erklärung für oder gegen die von den verſammelten Synodalgliedern beſchloſſenen Ab⸗ änderungen und Zuſätze zur Conſtitution ſind von ſämmmtlichen ſtimmberechtigten Gemeinden entweder vor dem Beginn der nächſten Syno⸗ ralverſammlung an den Präſes ſchriftlich ein— zuſenden, oder beim Anfang derſelben in glei— cher Weiſe an denſelben abzugeben. Diejenige Gemeinde, welche mit dieſer Erklärung zurück— bleibt, wird als zuſtimmend erachtel. Ebr. 13, 8. JEſus Chriſtus geſtern u. heute und der⸗ ſelbe auch in Ewigkeit. . CFI Veränderte Addreſſen. Nerd. Vm. Gerhardt, Stone Churchi, Vurthampton Co., Pa. Reudl. J. A. Frite, Munmouthi, P. O. Adams Co., Ia. IFIJFIFJIIImmm Ertra⸗Copicen dieſer Nummer können für den ge⸗ wöhnlichen Preis durch die Expedition bezogen werden. Doch ſoll herfleußt. nens befragt und nach Befinden geſtraft werden. — — 151— Allein Cbriſtum höre! (Aus Luthers W. H. A. VII, Pag 2145 — 51.) Chriſtus ſagt: Wenn ihr mich nicht kennet, ſo kennet ihr auch den Vater nicht. Hieraus laſſet uns lernen, was wir kernen ſollen. Es iſt eine hohe, große Anfechtung mit der Lehre und Glauben daß man bei Chriſto bleibe, und nicht höher lehre, auch nichts anders höre, denn was aus des Herrn Chriſti Munde herkoͤmmt und Und wenn gleich Gott ſoel⸗ ber mit mir redete, ja alle Engel mit mir redeten; wie Münzer rühmete, daß Gott mit ihm redete: ſo wollte ich soch in dieſer Sa— che, meine Seligkeit belangend, nicht ein Wort hören, und die Ohren mit Blei vergießen; ſonſt in andern weltlichen Sachen wollte ich zwar gerne glauben, aber in der Sache wollte ich nicht glauben der Stimme Gottes, wenn ſie gleich mit Trommeln und Pfeifen ginge und klänge; denn ich habe beſchloſſen, ich will nichts glauben, auch nichts hören, denn allein Chriſtum, das andere will ich für Gottes Stimme nicht hal⸗ ten; denn Gott hats beſchloſſen, er wolle durch keinem Menſchen reden, denn allein durch Chri— ſtum. Derhalben ſoll mir der Lehre halhen kein Engel auftreten, weder Gabriel noch Mi— chael, und predigen, denn ſie ſind nicht Gott und der heil. Geiſt; ſondern da habe ich Gottes Wort, der hat mich geheißen an Chriſtum glau- ben, und daß ich mich ſoll ta rfen laſſen. Denn Chriſti Blut iſt für mich vergoſſen; die äußer— lichen Dinge bringen mir nicht meine Seligkeit. Wenn ſie mir ſagten, daß ein Krieg kommen würde, das wollte ich glanben; denn käme er, ſo möchte er kommen, wo nicht, ſo bliebe er nach. Aber der Lehre halben ſoll man an dem Manne Chriſto bleiben; denn Gott wird keinen neuen Chriſtum uns machen, er will auch mit niemand reden, er habe denn dieſes Mannes Chriſti Stimme und Sprache; durch Chriſtum will er mit uns reden. Die Rottengeiſter ſagen: „Der heilige Geiſt habe es ihnen eingegeben,“ item: „Gott habe es ihnen ſelber geſagt;“ aber ſprich du: „Der Teufel hat dir's geſagt, ich will's nicht hören, will auch in dieſer Sache, ſo die Seligkeit und ewiges Leben antrifft, von keinem Gott ſonſt wiſſen,“ und ſage ohne Bedenken: „Das iſt der leidige Teufel.“ Sie ſagen wohl: „Der heil. Geiſt hat mir's geſagt, alſo ſoll man leben, das ſoll man thun, ſo wird man ſelig.“ Nein, ſprich, es iſt nicht wahr, man muß allein durch Chriſtum, und ſonſt durch niemand ſelig wer— den. Ich habe Gottes Wort und die Taufe, da ſteht der Himmel mir offen, durch Chriſtum will Gott mit mir reden; was Chriſtus den Apoſteln befohlen hat, und die Apoſtel der Kir— che geboten haben, das ſoll man annehmen. Chriſtus hat mich heißen taufen, Sacrament nehmen, gläuben dem Evangelio, predigen. Alſo ſoll man der Lehre halben auf keinen Mund ſehen und gläuben, denn allein auf des Mannes Mund, und nicht die Flattergeiſter hö⸗ ren; da iſt allein ein Doctor, der heißt Chrl-⸗ ſt us. Zum andern, ſoll man nicht allein nicht An⸗ derer Lehren. ſondern auch nicht eig nen Gedanken glauben; denn ein jeglicher wird das fühlen, daß der Teufel mit Gedanken wird kommen, die du wirſt halten, als wären es gott⸗ liche Gedanken, als: daß die, ſo in Verzweif⸗ lung, Betrübniß oder in Andacht kommen, möch⸗ ten beſchaulich leben. Aber ſage du: Ich glau⸗ be es nicht. Kreuch herunter in des Mannes Wort, unr laß dieſe Gedanken falren, gleichwie du auch die Lehre haſt fahren laſſen, und ſage zu deinen Gedanken: Ihr ſeid nicht Gott, noch der heil. Geiſt, oder ſein Wort. Haſt du ſolche Gedanken, die dich wollen zur Verzweiflung dringen, und es lautet als ſchrecke dich unſer Herr Gott: ſo ſprich: Halt, laß uns zum Rich⸗ ter gehen, und vor das Gericht treten, und hö— ren, was Chriſtus ſagt. Wie redet er mit den Hoffärthigen, oder mit den Sündern und Kranken? Zu dieſen ſpricht er Matth. 11, 28: Kommet her zu mir alle, die ihr mühſelig und beladen ſeid, ich will euch erquicken. Darnach zu den ſtolzen Schriftgelehrten ſpricht er Joh. 9, 41.: Wäret ihr blind, ſo hättet ihr keine Sünde. Item Joh. 15, 22.: So ihr ſprecht, ihr habt keine Sünde, ſo werdet ihr in euren Sünden ſterben. Alſo ſtraft er die hoffärthigen Heiligen, und ſpricht Luc. 14, 11.: Die ſich ſelbſt erhöhen, werden erniedriget werden; item: ich bin feind den hoffärthigen Sündern, und halte ſie für große Sünder. Alſo möchte die falſche Lehre und des Teufels Gedanken ausfallen, wenn einer mit den Ge⸗ danken der Vermeſſenheit oder Verzweifelung oder des Unglaubens erſchreckt würde; aber es wiſſen dieſe Kunſt wenig Leute, und wenn dieſe Gedanken einem einfallen, ſo kommen ſie alſo, daß alle Menſchen müſſen ſagen, dieſe Gedanken rede Gott ſelber, und daß es nicht menſchliche Gedanken oder des Teufels Gedanken, ſondern Gottes und eines guten Engels wären. Wenn ein Menſch alſo ſchließt, ſo iſt er dahin und verloren, denn er muß verzweifeln. Derohalben ſo wiſſe ein ſolcher, daß er Gott nicht kenne; er werfe ſich aber heram, und höre, was Chri⸗ ſtus ſagt, urtheilt und ſchleußt mit den Be⸗ trübten und Erſchrockenen, oder mit den Si⸗ chern und Stolzen. Zu denen Betrübten ſpricht er Matth. 11, 28.: Kommet ihr Mühſeligen ꝛc. Aber zu den Stolzen ſpricht er: Trollet euch von mir, ihr Stolzen. Da kann ich denn urtheilen und ſchließen, daß der Gedanke falſch und des Teufels iſt ge⸗ weſen; darum, ſo muß man zu dem Manne, Chriſto, laufen, und mit der Lehre, Glauben, Herzen und Gedanken an ſeinen Mund uns binden und hängen laſſen, und die Augen zu⸗ thun; ſonſt wirſt du die Stricke und Netzt des Teufels nicht vermeiden. Es ſei denn, daß du ihm alſo thuſt, wenn dir etwas von der Pre⸗ digt, vom Wort Gottes oder deinen Gedanken einfällt, daß du ſageſt: Ich will nichts wiſſen, es ſei denn Gottes Wort und Chriſti Stimme; ich will zu Chriſte gehen, ſehen und hören, was