# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1853 06 07_S144 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) und zwar: von Orn. Kautz d. ält. 91.00 „HH. D Werling, Wend. Kauß, G. Geuder, je 80.50 1.5⁰ „ HH. C. Heilmann, H. Wolf, H. Fruth d. ält., J. Priode d. ält., J. Werling, M. Willer, je 50.25., und J. Fiſcher 90.20 1.70 Von Hru. Pſ. Obkerwahrenbrock 1.00 „Gemeindegliedern des Hrn. Pſt. Sauer in Jackſon Co., Ja., und zwar: von HH. H. Bühner, G. Mönnirg, G. H. Schneider, G. Rölker, je 8l.00 4.00 „ den Gemeinden des Hrn. Pſt. Kolb in Adams und Allen Co˖, Ja. 10.00 „ der Gemeinde des Hrn. Pſt. Trautmann in Adrian, Mich. 5.00 „‚der Gemeinde des Hrn. Pſt. Brauer in Ad⸗ viſon, Ill. .00 „den Schul'indern in Addiſon 1.50 „ der St. Johannis-Gemeinde des Orn. PHſt. Stecher in Writley Co., Ja. 4.00 „deſſen St. Petri-Gem. in Huntington 5.0⁰ „der Gemeinde des Hrn. Pſt. Löber in Frohna, Perry Co., Mo. 4. 00 „der Gemeinde des Hrn. Pi. Clöter in Sa⸗ ginaw, Mich. 7.3² „ der Gemeinde des Hrn. Pſt. Stürten in Lo⸗ gansport, JI. 11.00 „der Gemeinde des Hrn. Pſt. Mattſeld zu Pein, Ill. 4.50 „der Gemeinde des Hrn. Pſt. Häckel in Jeffer⸗ ſon Co., Mo. 5.15 „ der Gemeinde des Hrn. Pſt. Baumgarten in Elkborn Prairie, Ill. 19.20 „ der Gemeinde des Hrn. Pfr. Schieſerdecker in Altenburg, Perry Co., Mo. 6.30 „der Gemeinde des Hru. Pſt. Gruber in Paitzdorf, Mo. 2.25 „der Gemeinde des Hrn. Pſt. Schliepſick in Madiſen Co., Ill. 7.05 „ der Gemeinde des Orn. Pſt. Deßer in De⸗ fiance, O. 4.00 „der Gemeinde des Hrn. Pſt. Fick in Bremen bei St. Louis, nnd zwar: von H5. Strätter und Jeſſen 4.0⁰ „ Hb. G. u. C. Bewie 2.00 — „ Hru. Kohte und einem Ungenannten, je 31.00 2.00 „ d. Lammers, Heinz, Pauſ, Wlecke, Kühn, Witzthum, Kappmeier, Göeling, Reller und Fr. Buſchmann, je 80.50 5.00 „ Ho. Niehaus, Schub macher, Witte⸗ meier, Tobeſſing, Schlef, je à0.25 1.2⁵ J. F. Bünger, Paſlor. (dortſetzung folgt.) ————— Qnuittung und Dank. Wir haben ſür unſere Kirchenbauten in Harford u. Long Green empangen: Bon der ehrw. Synode von Miſſuri ꝛc. 48.87 Aus Washingtou Citv 9 5⁰ Aus Baltimore von Mitgliedern der Gem. daſ. 72.3² Von Hm. Dr. Haynel, Mirglied d. Gem. ebendaſ. 75.00 wofür wir allen Gevern berzlich danzen. — Außer die ſen ſind uns noch mancherlei Gaben zu uaſter Unterßüpung von unſrer theuren Schweſtergemeinde in Baltimere zuge⸗ kommen, wo ür wir gleich alls, unter Anwünſchung götttichen Segene, herzlich danken. Ferner wollrn wir nicht unterlaſſen zn dan'en für die Un⸗ terſützung, die uus ven Baltimore aus, zur Erhaltung der beiligen Predigtamts unter une, ſeit mehreren Jahren zuge⸗ kommien iſt. Gott, der HErr, ſegne die lieben Geber ſür die vielen, nicht unbedeutenden Liebesgaben, die auch nicht blos irdiſch, — und nicht auf Erden angeſchrieben ſind. Zugleich im Namen ſeiner drei Gemeinden deren Paſtor M. W. Sommer. 7 Wegen Abweſenheit des Redakteurs erſcheint die Fortſetzung der tabellariſchen ueberſicht' in vieſer Nummer nicht. — 143— x Johann Crüger, der Cantor. — Das war einmal eine wunderbare Gnaden⸗ zeit, als vor zweihundert Jahren ganz Deutſch⸗ land dreißig Jahre lang mit Mord und Brand erfüllt war. Eine Gnadenzeit? frägſt du. Ja gewiß, denn je greulicher es draußen zuging, deſto lieblicher var es in den Herzen, Häuſern und Kirchen der Ehriſtenleute. Wohl die Hälfte der ſchönen alten Lieder unſerer Väter ſind in jenen ſchweren Tagen entſtanden und zuerſt ge⸗ ſungen; ein bedeutender Theil der ſchönſten Melodien wurden damals geboren. Hochgeehrt achteten ſich die Muſicker, wenn es ihnen er— laubt war, die Lieder der Sänger, wie Johann Heermans, Niſt's, Paul Gerhard's. mit Me⸗ lodien auszuſchmücken; Riſt, der „O Ewigkeit, du Donnerwort“ gedichtet, hatte neben ſich den Hamburger Rathsmuſikanten Schop, der Melo— dien ſetzte wie, Werde munter mein Gemüthe;“ Gerhards: „Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld“ und vi le andere ſchöne Lieder deſſelben Dichters hat Ebeling init ſchönen Weiſen geziert; was ſagt ihr zu den Melodien: „Schmücke dich o liebe Seele,“ und „Fröhlich ſoll mein Herze ſpringen“? — nicht wahr, die ſind ſehr ſchön; nun und die ſang Johann Crüger. Johann Crüger wurde am gten Aprl. 1598 zu Großbrenſe bei Guben im Preußiſchen gebo— ren. Nachdem er in Breslau, Ollmitz und Re⸗ gensburg ſtudiert und ſchon eineZeitlang Haus— lehrer bei den Kindern eines Hauptmanns von Blumenthal in Berlin geweſen war, ſtudierte er noch Gottesgelahrtheit in Wittenberg. Dort machte er ſich mit einigen muſikaliſchen Arbeiten bekannt und wurde daher 1622 auf die Cantor⸗ ſtelle an der St. Nikolaikirche in Berlin beru— fen, welches Amt er am 1. Sontag nach Trinit. antrat. Seine reiche Gabe, liebliche Melodien zu Kirchenliedern zu erfinden, wurde nun durch Gottes Gnade unter mancherlei ſchwerem Kreuz ausgebildet. Seine erſte Frau ſammt 5 Kin⸗ dern ſtarben bald nach der Geburt des fünften Kindes. In ſeiner zweiten Ehe ſegnete ihn Gott freilich mit 14 Kindern, aber auch von denen mußte er viele früh zu Grabe geleiten. Dazu hatie er die Drangſale des ganzen dreißigjähri⸗ gen Krieges, der eben von 1618 -1648 dauerte, zu erdulden. Aber der Herr war ſeine feſte Burg, ſeine Zuflucht das Wort Gottes. Mit innigſter Herzensfreude ſammelte er die älteren Kirchen— lieder und dazu Paul Gerhards, der eine Zeit⸗ lang Diakonus an derſelben Kirche war, und vor Allem Johann Heermann's Lieder in Ge— jangbücher und ſang dazu Weiſen wie: „Herz— liebſter Jeſu, was haſt du verbrochen“, „Von Gott will ich nicht laſſen“, „Auf auf, mein Herz mit Freuden,“ „Jeſu, meine Freude,“ „Jeſus, meine Zuverſicht.“ Welch ein ſiegrei— her Glaube, welch kindliche Demuth, welch innige Liebe zum Heiland muß wohl in deſſen Herzen gelebt haben, der die Melodie „Jeſus, meine Zuverſicht“ erfand; hat der doch gewiß eine rechte Oſterfreude gehabt, der zuerſt ſang: „Auf, auf, mein Herz, mit Freuden“ und was — meint ihr, ob nicht der recht des hl. Abend⸗ mahls Süßigkeit ſchmeckt, der dazu die Melodie „Schmücke dich, o liebe Seele“ geſetzt hat? Was bei den Dichtern der Zeit zum Liede und Lobgeſang wurde, der Glaube u. Glaubenstroſt aus Gottes Wort, das wurde bei Crüger zu Klang u. Muſik, gewiß wunderbar genug er⸗ ſchallend mitten in dem wilseſten Kriegsgetöſe, das jemals in Deutſchland gehört worden iſt. Unter ſeinen Geſangbüchern, deren er mehrere herausgab, galt das eine v. J. 1658, genannt: „Uebung der Gottſeligkeit,“ für das beſte in deutſchen Landen und hat 43 Auflagen erlebt. Vierzig Jahre lang hat er ſein Amt mit geſeg⸗ neter Treue verwaltet und fern und nah die Erbauung der Chriſtengemeinde gefördert. Am 23. Februar 1662 holte ihn Gott heim, da er denn nun wird ewiglich Lieder ſingen in der triumphirenden Kirche. In der Nikolaikirche in Berlin iſt ſein Bildniß zu ſehen, über wel⸗ chem geſchrieben ſteht: Die ihr in dies Gottes Haus Oſt mit eurer Anvacht gehet, Und im Wandern ein und aus Dies mein leblos Bildniß ſehet: Denit, wie Gott zu Lob und Preis Ich ſang manche ſchöne Lieder; Schöner in dem Paradeis Klingen ſie anjetzo wieder. Wollte Gott, all meine Lieben, Die noch in dem Jammerthal, Mͤchten ſich gleich mir bald üben Singen mit in's Himmels Saal. — Strafe für Luther's Lob. — Der ſpaniſche Dominicaner Gundifalvi er⸗ zählt in ſeiner höchſt leſenswerthe Geſchichte der ſpaniſchen Inquifition u. A. Folgendes. In dem Stammbuch zweier Studenten faud ein Inquiſitor einige Verſe, welche auf der einen Seite Luther'n auf das gräulichſte ſchalten, auf der anderen Seite ganz mit denſelben Worten eln größes Lob Luther's enthielten. Was ge⸗ ſchah? Die Studenten wurden alsbald gefäng⸗ lich eingezogen. Der eine mußte nun zur Stra⸗ fe für ſeine unerhörte Frevellhat ein ganzes Jahr gefangen llegen, hierauf in elnem öffent⸗ lichen Aufzuge ohne Rock und Kopfbedeckung, eine Wachskerze in der Hand, durch die Straßen der Stadt Sevilla wandern und nun die Pro⸗ vinz dieſes Namens, wo er das furchtbare Ver⸗ brechen begangen hatte, verlaſſen, nachdem er einen Eid abgelegt, binnen drei Jahren dahin nicht wiederzukehren. Der andeke Student, der jene Verſe nur, weil ſie ſo künſtlich zuſammen⸗ geßetzt waren, abgeſchrieben hatte, kam gnädiger durch. Die heiligen Richter der Ketzerei be— gnügten ſich nehmlich damit, daß derſelbe, da er einiges Bermögen beſaß, die Koſten des Pro⸗ zeſſes und der einjährigen Gefangenſetzung ſei⸗ nes Colleges und daneben zu gnädiger Strafe hundert Ducaten in die heilige Gerichtokaſſe bezahlte.