# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1853 05 10_S128 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Was du ſelbſi nicht zu bofen gwagt: Gottes ewige Suld, Die Vertzebung der Schuld Wird vom Herrn dir umſonſt zugeſagt. Denn aus Liebe ertrug Er den ewigrn Huch, Weſchen wir mit der Sünde verdient. Durch vicl bittere Noth, Durch dem biutipen Tod Hat er uns mit dem Vater verſühnt. Darum glaube, lobſing Drinem Seiland und bring Dich aue Liebe zum Opier ihm dar. O wie ſelig bin eu! Du baß Irieden und Ruh: Gett iſt gnädig und reundlich fürwahr. Flieht dein Leben gleich ſchnell, Wie die fliicktige Well'z Darum freue, o Herz, dich vielmehr. Denn ven Uedel galöſt, Und auf ewig getreh't Wirſ du ſchaun Deinen HErrn um ſo eh'r. Hermann Fick. ˖ Eine ſtandhafte Bekennerin Chriſti. Im Jahre 1610 hatte die Tochter eines ange⸗ ſehenen Staatsbeamten in Dienſten des Sul— tans von Mareito, in Afrika, eine Sklavin, dit aus einem ckriſilichen Lande ſtammte und ſelbſt eine eifrige Bekennerin des Heilandes war. Die große Audacht und Gottesfurcht, in wel⸗ cer die redliche Srele auch vor den Augen ihrer vornehmen Herrin lebte, bewog das Herz derſel⸗ ben, die vornehmſten Währheiten des chriſtlichen Glaubens von ihrer Magd zu lernen. Sie fand darin einen ſo hohen Troſt, daß ſie Jeſum an⸗ rief und ſich zum Glauben an Ihn bekannte, ob ſie gleich wußte, daß auf den Abfall von der muhamedeniſchen Religion die empfindlichſte Todesſtrafe ſtand. — Ihr Vater und ihre Bluts— freunde arbeiteten an ihr vergebens, ſie wieder umzuſtimmen. Ob man ſie gleich an einen ſrimden Ort ſch'dlte, damit ſie anderen Sinnes werden möchte, ſo hatte ſie ſich doch ſchon zu ſehr mit ihren Heiland befreundet, als daß er ihr wierer genommen hätte werden können. Weder Freunlichteitnoch Ernſt vermochten etwas über ſie, und die Vorſtellung der Gefahren, wodurch man ſie abbringen zu können glaubte, grün dete ihr Herz nur nrch feſter in der Liebe zum Hei⸗ land. Ta nun der Vater in königlichen Dien⸗ ſien ſtand, ſe urde es gar bald auch bei Hofe bekannt und ver Suktan ließ ſie vor ſich bringen, um von ihr ſelbſt zu vernehmen, ob ſie eine Chriſtin ſey? — Sie bejahete es und ſetzte hin⸗ zu, daß ſie auch mit götilichem Veiſtand eine Chriſtin dis an ihr Ende bletben wolle. Der Eultan, beſtürzt durch dieſt ſtanthafte Antwert, bidrehete ſie mit dem Tode und meinte ſo, ihr Gemih zu ſchrecken. Cie cber antwortete: „Ich ſcheue den Tov nicht, und wal ihn um meints HErrn Jeſu Chriſti wilen herzlich gern leicen. Wie ganze Well wird irine lo lerecktiche Marter trünnen können, mit ver (e mich ven⸗ Ihm zu ſcheiden vermöchte.“ — Der Sulian liet ie dem Richter zu Narokko übergeren, wel⸗ cher ihr den Tod zuerkanute, machte aber aus Mitleid gegen ihre Jugend noch einen Verſuch, ſie zu gewinnen. Er erhielt jedoch keine andere — 127— Antwort, als daß ſie nur allzugewiß wiſſe, daß eie muhamedaniſche Lehre eitel Betrug ſey, und ſie wolle von Herzen gern, aus Liebe zu dem, der für ſie geſtorben ſey, ihr Leben verlieren. — Der Sultan machte ihr neue Verſprechungen und bot ihr den vornehmſten Mann nach ihm im Reich zum Gemahl an. Aber vergebens! Sie entgegnete mit ausnehmender Freudigkeit: „die ganze Weli ſey viel zu arm, ihr ihren einigen Troſt un Seclen-Schatz abzuhandeln; daher ihr ein ſeli— ger Tod viel angenehmer ſey, als eine unſelige Heirath.“ Darauf wurde das Todesnrtheil über ſie geſprochen und ihr der Kopf abgeſchla— gen, was ſie ganz unerſchrocken und mit ſtand⸗ hafter Geduld erlitt. (Oenb. Joh. 2, 10.) Zuverſicht auf Gott. Der vortreffliche Senior Freſenius in Frankfurt am Main, fand als Jüngling ein⸗ ſtens ſeine dürftige und längſt verwittwete Mut— ter in tiefem Kummer und ihre Augen voll von Thränen. Er befragte ſie um die Urſache dieſer großen Traurigkeit, und ſie entdeckte ihm, daß ſie in dieſer Stunde einen Thaler haben ſallte, und nicht wüfte, wo ſie ihn her bekommen könne. Auch der fromme Sohn wußte keinen Rath. Inzwiſchen ſagte er: mich däucht freilich auch, als wenn dieſer Thaler Ihnen ſehr nöthig wäre. Indeſſen wende ich hiermit die Sanduhr um, und bin verſichert, wenn es ſo ſehr nöthig iſt, ſo wird er da ſein, ehe die Sanduhr ausgelau— fen iſt; wenn nicht ſo wird uns Gott überzeu⸗ gen, daß es nicht ſo ſehr nöthig geweſen, wie wir gemeint haben. Noch war die Sanduhr nicht zur Hälfte ausgelaufen, ſo kam ein Bote, und brachte ihm einen Thaler, welchen ihm ein An derer ſchon lange ſchuldig geweſen war. Dieſer Thaler wurde ihm und den Seinigen um ſo theurer, daß ſie ihn in der Folge wieder ein wechſelten, und auch, als ſie hernach mit zeitlichen Gütern reichlich geſegnet wurden, ihn noch immer treulich aufbewahrten. Dergleichen an ſich kleine Stücke Geldes, pflegte Freſenius zu ſagen, werden in der Zeit der Noth zu gro— ßen Schauſtücken, mit der Unſchrift; Siehe, daß Gott helfen kann! bef (I. Petr. 5, 7.) Volksſtimme. —— Als einſt der Rath zu Nürnberg die Annahme der Concordienformel hintertrieb, erklärten die Nürnberger Bürger: Wenn ſie kein Geld hätten, ſo wollten ſie ihren Rock verkaufen, damit ſie ſich dies Buch anſchaſſen löͤnnten!“ — O wie viel beſſer würde es in vielen Gegenden im Kirchli— chen ausſehen, wenn man dem Volle die auch ihm zukemmmnde Stuume in Religionsſachen immer gelaſſen hätte! Irret euch nicht, Gott läßt ſich ‚ nicht ſpolten! In dem Dorfe Z. bei Ereſſen lebte ein Menſch, welcher eine Zeitlang Mitglied des daſigen Mäßigkeitsvereins wurde, nachher aber zurück— fiel u. dann deſto mehr dem Trunke ſich ergab, alle Ermahnungen und Warnungen in den Wind ſchlagend. Dazu geſellte ſich bey ihm — wie denn immer eine Sünde aus der andern kommt, weil ſie alle unter einander zuſammen⸗ bängen und von einem und demſelben Baume des Verderbens kommen, u. wie es bei jedem Rückfalle mit dem Sünder immer ſchlimmer zu werden pflegt — der Spott über Religion und Bibel. Er ſagte einſt zu einem chriſtlichem Freunde, welcher ſeine Seele gern gerettet hätte aus dem Verderben, u. ihn daher manchmal ermahnte, die ſchrecklichen Worte: „Ich werde jenſeits Einheizer werden und dann es den Seelen recht warm machen!“ Und ſiche, was begab ſich mit dieſem Menſchen? — Er hatte eie üble Gewohnheit, in Backöfen zu kriechen u. darin zu ſchlafen, wenn ſie noch recht warm waren. Das that er eines Tags wieder, nahm ein Bündel Stroh mit ſich, um darauf zu lie⸗ gen, u. ging in den noch heißen Ofen in der Abſicht, recht gut u. warm ſich zu betten und vortrefflich zu ſchlafen. Aber vermuthlich waren noch Kohlen zurück geblieben, welche das Stroh entzündeten; denn der elende Menſch ging in Flammen auf u. mußte bei lebendigem Leibe in ſeinen Sünden verbrennen. Liegnitzer Kirchenblatt. Die Sünde iſt der Leute Verderden. An wie unzählig vielen Beiſpielen hat, ſich das ſchon beſtätigt. Die Sünde iſt ja über⸗ haupt unſer Verderben; ſie hat Leib und Seele zu Grunde gerichtet, uns das Ebenbild Gottes geraubt u. iſt die Urſache, daß wir dem Leibe nach in's Grab wandern müßen; denn der Tod iſt der Sünde Sold. Aber es treten in einzel⸗ nen Zügen doch noch ſo ganz beſonders uns die Verheerungen der Sünde u. ihr Fluch entgegen. Das wollen wir aus folgender Geſchichte ſehen, welche der alte, fronnne Hars dörfer in ſei⸗ nem Geſchichtsſpiegel erzählt. Ein Taglöhner ging im 17 Jahrh. in der Erndte aufs Feld um Garben zu binden. Da er zu Hauſe Etwas vergeſſen hatte, ſchickte er ſeinen Sohn von 7 oder 8 Jahren zurück um es zu holen. daß der Vater ſeiner in großer Hitze mit höchſter Ungeduld warten muß. Als er das Kind nun von ferne kommen ſieht, flucht er ihm. Der Knabe, der ſeines Vaters Droh-u. Schellworte hört, läuft aus Furcht vor den Schlägen davon. Der Vater ergreift den nächſten Stein, wirft nach dem Kinde u. trifft es, daß es ſogleich todt zur Erde ſtürtzt. Bald darauf gereuet dem Vater ſeine That; ganz verzweifeli läuft er in die nächſte Scheune u. erhenkt ſich. Seine Frau, welche erſt unlängſt aus dem Kindbette gekom⸗ men war, n. ihr Kind nicht weit von elnem euer hatte, erführt was geſchehen, u. erſthrickt ſo ſehr, daß ſie das Kind auf die Erde legt, u. ihrem Mann zulaufen will. Inzwiſchen er⸗ greift das Feuer die alten Lumpen, in welcht das Kind gewickelt war u. verbrennt es elendig⸗ lich. Als die Mutter zurück kommt, u. ihren Der Knabe blieb lange aus, ſo