# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1853 05 10_S123 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) balb iſt der Gehorſam ſelbſt noch nicht aufge— hoben.“ (Hirtenbrief. S. 55.) 26. „Sie“ (die Miſſourier) lehren wider den 28. Artikel der Augsb. Confeſ⸗ ſion, die Gemeine ſei ihren Paſtoren nuer dann Gehorſam ſchuldig, wann und in ſo fern er ihr Gottes Wormpredige; wenn er aber blos ermahne*) oder etwas, das nicht wider Gottes Wort iſt, in kirchlichen Din— gen verlange (3. B. einen Schulbau), ſo könne ie den Gehorſam verweigern. Der 28. Artikel lehrt aber: Solche Ordnungen (die Gottes Wort nicht zuwider ſind) gebührt der chriſtlichen Ver— ſammlung um Liebe u. Friedens willen zu hal⸗ ten und den Biſchöfen und Pfarrherrn in dieſen Fällen gehorſam zu ſein.“ (2. Synodalbrief. S. 14.) *) Es verſieht ſich von ſeibſt, daß wir nicht leugnen, die Gemeinde münſe gehorchen, wiun der Prediger ſie aus Got⸗ tes Wort ermahnt ; wir leugnen nur, daß die Gemeinde ihrem Plediger dann an ſich Geyorſam ſchuldig iſ, wenn derſelbe ſit zu etwas ermacnt, was in Gettes Wort nicht geboten in, wenn es alſo Mittelrin ge betrifft, die unter die triſtiiche Freiheit gevören und je nach Umſtänden gethau erer gelaſſen werden tönnen. Wir leugnen, daß die Ge⸗ meinde in dieſen Fällen gerave das für wrislich und notp⸗ wendig anſetzen müſſe, was ier Prediger dafür anſieht. Wir leugnen natürtich noch vielmehr, daß in ſolchen Fällen, wo die Gemeinde das von ihrem Prediger Geſorderte nicht aus⸗ jübren fann, doch zu gehorchen in itrem Gewißen ſieh ſchuldig ertennen mime (vergl. die vorhergere de 215. Nro.), da wir wi en, daß, wo das Können ſehlt, ſelbſt der Kaiſer, wie vieimehr ein Piärrlein! ſein Recht verloren bat, dah nur Gott mit vollem Rechte uns Geallenen ge⸗ vieten kann, was wir zu leiſten nicht mehr vermögen, und raß toir nur Gont dermoch den Gehorjam ſchuldig vleiben. Die Synode von Pennſylvanien. Die Leſer des „Lutheraner“ werden ſich noch aus der erſten Nummer des laufenden Jahr— ganges erinnern, daß die in der Ueberſchrift ge. nannte Synode in ihrer vorletzten Sitzung es ibren Gliedern zur Ueberlegung anheim gegeben batte, ob es nicht rathſam ſei, daß ſie ſich wieder mit der General⸗Synode vereinige. Die Ver— ſammlung, in welcher darüber entſchieden wer— den ſollte, iſt uun gehalten, und aus dem Vne— pnieran Observer“ erfahren wir, daß bei Ab⸗ ſtimmung über dieſe Angelegenheit 54 für nnd 28 gegen die Wierervereinigung geſtimmt baben. Die Einverleibung der Pennſylvani⸗ ſchen Synode in die Gentralſynode iſt ſomit be— ſchloſſen. Folgende Glieder der erſteren ſind zu Delegaten an die letztere erwählt: Die Paſtoren Dr. Demme von Philadelphia, Dr. Becker ebendaher, Dr. Schäfer von Caſten, Geiſ⸗ ſenhainer von New Rork, Hay von Har⸗ risburg, Mann von Philadelphia und Dr. Richards von Reading. Von Seiten ein— flußreicher Glieder der Generalſynode iſt es be rei s ausgeſprochen, daß dieſelbe die um Einlaß bittende mit offenen Armen einſtimmig aufneh— men werde. So große Freude dieſes Ereigniß bei Vielen hervorrufen wird, ſo können wir je— doch dieſe Freude keinesweges theilen. Die Sy⸗ node von Pennſylvanien hat zwar beſchloſſen, Re Neu Lohre der Augahursſſchen Canfeſſſon feſt — 22— nenketzeriſchen vor: „Es habe kein Menſch das Recht, einem Chriſtenmenſchen das Ge⸗ ringſte aufzulegen, wo es nicht mit deſſen Bewilligung geſchieht; was aber anders ge— ſchieht, rührt von einem tyranniſchen Geiſte her.“ (Opp. Hal. XIX, 1258.) 26. In der ſogenannten‚ Confutation“ (Wi— derlegung) der Augsburg. Confeſſ., welche die Papiſten 1530 noch während des Reichstages zu Augsburg aufſetzten, klagen die Papiſten, daß die Augsb. Confeſſ. im 28. Artikel eben das nicht lehrt, was Pſt. Graban mit ihnen lehrt. So heißt es nehmlich in der ſeinſollen— den Confutation eben des 28. Artikels, auf den ſich Pſt. Grabau beruft: „Aus welchem (nehm— lich aus 1. Cor. 4, 21, 1. Tim. 5, 19.) of⸗ fenbar genug iſt, daß die Biſchöfe &nicht al— leſin' Gewalthaben im Amte des göttlichen Wortes, ſondern auch Macht haben zu regieren, zwingen und zu ſtrafen, zu dem Ende, daß ſie mögen die Unterthanen zur ewigen Seligkeit leiten. Zur Gewalt der Regierung aber gehören, die Macht zu rich— ten, zu ſchließen und ordnen die Ding, die zu vorgemeldtem Ende dienlich u. nützlich ſind. Derhalben iſt's alles vergeblich u. nichtig, was Widertheil eingewandt iſt worden.“ (Siehe Lu⸗ tber's Werke. Hall. Ausgb. XVI, 1265.) Verband der Generalſynode derſelben kein Recht, in Betreff der Glaubensartikel eine Aenderung vorzuſchreiben, zu geſtatten: allein wer ſieht nicht, daß die Synode durch ihr Eingehen in eine kirchliche Verbindung mit erklärt irrgläubi— gen Gemeinſchaften das gute Bekenutniß unſe⸗ rer Kirche ſchon verlaſſen und thatſächlich ver— leugnet hat? Steht nicht mit klaren Worten im 10. Artikel der Augsb. Confeſſion von dem heiligen Abendmahl: „Derhalben wird auch die Gegenlehre verworfen“? oder, wie es im lateiniſchen Exemplar heißt: Secus docentes d. h. „die anders Lehren— den“? Auf welche andere Grundſätze iſt die preußiſche unirte Kirche gebaut, als darauf, daß der Lutheraner und der Reformirte wohl bei ſeinem Glauben bleiben und doch eine Union mit Andersgläubigen eingehen könne? — So können wir denn nur den Wunſch ausſprechen, daß diejenigen Glieder der Pennſylvaͤniſchen Synode, welche ihr Jawort zu einer Union mit der Generalſynode nicht geben wollten u. konn⸗ ten, Beſtändigkeit beweiſen und nicht aus fal⸗ ſcher Liebe ſich zum Weichen bewegen laſſen mö— gen, ſondern daß in ihnen die alte treuluthe— riſche pennſylvaniſche Mutterſynode ſich regene— rire und wieder erſtehe. horchet denen, die euch fürgehen ꝛc. Dieſer Spruch fodert, daß man ſoll gehorſam ſein dem Evangehio, denn er gibt den Biſchöfen nicht eine eigene Herrſchart oder Herrn-Ge⸗ walt außer dem Evangelio.“ 26. Im B. Arti'el der Angsb. Confeſſion beißt es u. A. alſo: „Ob auch Viſchöſe Macht haben, Cercmonteen in der Kirchen außzurichten? .. Dazu geben lie Unſerndicſe Aut⸗ wort: Daß die Biſchöfe oder Pfarrrerren mögen Orr⸗ nung machen, damit es ordent.ith in der Kirchen zugerr Solche Ordnung gebünret derchriſttien Berfanamung um der viebe und Frredens winlen zu ſbalten, und des Biſchöſen und Praͤrröerren in dieſen Jallen gerorſam zu ſein.“ — Hierzu gibt Carpzov Foigendes zur Erlärurg: „Es iſt in Arbt zu nehmen, wenn die Angsb. Gen'., an dieſer Stelle den Biſchöſen das Richt, Ceremoe ieen anzuordaen⸗ zugeſteht, daß dies geſchehe t. nach den Verhältniſ⸗ ſen jener Zeit, wo ihnen auch dies aue meuſth ichem Rechte zu'am, wie ſie geſagt hatte: daß aber die Biſchöſe ſonſt Gewat haben' ꝛc.; 2. daz damit dem Rechte der ganzen Kirche nichts benommen werden ſoile, wie dies die Augsb. Conf. zugleich nicht undeutinh andeutet.“ (Sic⸗ be Carp'ov's Einieiturg in die ſombol. Bücher etr ev. litb. Kirche S. 750.) Schon im Vorbergetenden hatte Garr⸗ zov die Bemerzung genacht: „Wi geben zur Antwort, daß die Gewalt der irchiichen Iutiediktion nicht Sache nur Eines Stanves der Kirche, ſondern der ganzen Kirche ſei. Und dieſes alles“ (Ordnungen zn machen) „ſchiießt jedoch den Conſens der Kirche nicht aus, ſondern ſählient denſeiben vielmehr ein, ſo, daß hier die Bitee die Kuche immer ihn nen zuſtimmend baten, und nicht ohne din Conzens der Kir⸗ che und wider Willen der Kirche dergleühen Orruungen ma⸗ chen ſollen.“ (Derflb. S. 742. 7.) Als übrigens Me⸗ lanchthon ſelbſt noch in Augsburg über dieſen Punil wan⸗ kend wurde und darüber Lutbern ireinem Briee fragie, antwortete dieſer: „Ein Biſchof, als Biſchos, bat deite Macht, ſeiner Kirchen einige Saßng oder Ceremonie auſzuiegen wider der Prieſter und Kirchen Immunität vom! ohne Ei willigung der Kirchen in kliaren Worten oder auf ſrittſchweigende Art. Weil die Kirche frei und ent Herrſche⸗ rin (Fran) iſt.“ (Obp. XVI, 1251.0 —— ÆÆeÆeeee- Was iſt's mit den rhythmiſchen Chorälen? Uebererhythmiſche Choräle wird in dieſen Ta— gen vie! geſprochen und geſtritten. Und wie— wohl es nicht eine Sache iſt, welche die beilige chriſtliche Lehre oder die Seligkeit der Seelen unmittelbar betrifft, ſo kann es doch für Ein— zelne wie für ganze Gemeinden zuweilen von Wichtigkeit ſein, darüber in's Klare zu lommen, was es denn eigentlich mit den rhythmiſchen Chorälen für eine Bewandniß habe. Daß ge⸗ rade ich darüber ſchreibe, hat ſeinen Grund nicht darin, daß ich die Sache vor Andern ver— ſtehe oder zu verſtehen glaube, deren eins ſo wes nig als das andere der Fall iſt, ſondern darin, daß ich beauftragt bin, ſolches zu thun; und dieſes mein Schreiben, als eine bloße Hand⸗ lung des Gehorſams, ſoll Nicmanden hindern, es beſſer zu machen. So ſei denn alſo für's Erſte verüchert, lieber Leſer, daß der Rhythmus eine Sathe iſt, die du gar wohl kennſt, ſo ſeltſam und unbekannut dir auch der aus e ner fremden Sprache enilehnte Name klingt. Denn alle Künſte, die da lau⸗ ten und klingen, können ohne NRͤüythmus nicht ſein. muthigen Verſen und Liedern, die cinen ange⸗ nehmen Tonfall haben, ſondern auch in einer jeden guten Rede. Und wenn du es auch nicht VM Ienan „uu Reſtrefhen Merni ö Darum iſt Rhythmus nicht allein in an⸗ — ö