# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1853 04 26_S120 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Geſchieht das nicht, — muß nicht, wie vor Zeiten geſchah, jeder Lehrer und Prediger einer luth. Gemeinde verſprechen nach Gottes Wort und nach den daraus gezogenen Bekenntniſſen der luth. Kirche treulich zu lehren und zu pre⸗ digen, — ſo wird es eben mit dem Unglauben immer ſchlimmer und die heilige Kirche wird immer mehr verwüſtet. Das ſind meine drei Gründe und ich denke, ſie werden nicht zu leicht befunden, lieber Leſer. Ueberlege dir die Sache, prüfe genau — und ich hoffe, du antworteſt mit mir auf die Frage: Iſt's genug, wenn man bekennt: ich glaube an die Bibel? — mit einem herzhaften Nein. Es muß dazu noch geſetzt werden, wie und in wmelcher Weiſe man an die Bibel glaubt, daͤmit man Gewißheit und klare Einſicht in der hochwichtigen Glaubensſache habe. Dadurch erſt entſteht eine rechte Glaubensfe— ſtigkeit, wenn man ein beſtimmt und rund Be⸗ kenntniß hat, darin des Glaubens Summe zu⸗ ſammen gefaßt iſt; dadurch entſtehet erſt rechte Freudigkeit und Einigkeit des Glaubens, und wenn ich jetzt hintrete und ſage: ich bin ein Lutheraner, ich glaube an die ganze Lehr der chriſtlichen Religion, wie ſie in der geſammten beiligen Schrift überliefert und nach Gottes Wort in den ſchönen Bekenntnißſchriften der lutheriſchen Kirche kürzlich verfaßt und begriffen iſt, — da weiß gleich jedermann wie er mit mir dran iſt und jeder Lutheraner nah und fern, bis an die Enden der Erde, reicht mir da in herz⸗— licher Liebe die Hand und ſpricht: das iſt doch Fleiſch von meinem Fleiſche und Bein von mei— nem Beine! — Da iſt nun rechte Glaubens⸗ einigkeit, darin denn auch wirklich alle Luthe— raner aller Zeiten u. aller Orte feſte ſtehen u. durch des HErrn Gnade werden ſtehen bleiben auch in den großen Stürmen dieſer Zeiten. Wer nun mit uns alſo bekennet, der trete heran, — wir wollen Brüder ſein und in heiliger Gemein— ſchaft für unſre theure Kirche arbeiten und be— ten, ſo wird der Herr helfen und ſie wieder aufrichten in ihrer Herrlichkeit und Schöne. (Lutheriſches Kirchenblait.) (Eingeſandt.) Märtyrerthum eines ſiebenjahrigen Kna⸗ ben. Als Romanus, ein Chriſt, Bei deim Landpfleger iſt Um den Glauben an Chriſtum verklagt, Sprach er: „Fragt nur ein Kind, Ob es viel Götter ſind, Und vernehmt, was es euch darauf ſagt.“ Und der Richter — er hieß Asklepiades — ließ Einen Knaben drauf bringen herbei, Der erſt ſieben Jahr alt, Und von holder Geſtalt, Und Romanus ſprach: „Kiud, ſag' mir frei: Soll'n wir Chriſtum verehr'n, Als den einigen Herrn, Oder Götter, wohl tauſend an Zahl?“ Drauf mit lachendem Mimd That der Knabe ihm kund: „Ei, es glauben nicht Kinder einmal, —119— Daß es viel Götter ſeinz Denn ein ein'ger allein Wird nothwendig als Gott nur verehrt.“ Darauf ſprach der Tyrann Zu dem Knaben: „Sag an, Wer es iſt, der dich ſolches gelehrt?“ „Meine Mutter hat mir Es verkündet und ihr Der Geiſt Goit es vom Vater und Sohn; Und den Glauben an Chriſt, Der mein Heiland ja iſt, Sog ich ein mit der Muttermilch ſchon.“ So erwie dert das Kind Dem Tyrann, der geſchwind Seine Mutter ließ holen, voll Wuth, Und ſie mußte es ſchau'n, Wie ihr Kind ward zerhau'n Von den Henkern mit Ruthen auf's Blut. Selbſt der Peiniger Herz Ward erfüllet mit Schmerz, Sie beweinten den Knaben gerührt; Nur die Mutter ſtand da Ohne Thränen, und ſah, Wie ihr Sohn ward zur Schlachtbank geführt. Und als während der Pein Er einſt anhub zu ſchrei'n: „Gebt mir Waſſer, mich dürſtet ſo ſehr;“ Rief die Mutter ihm zu: „Du mein Herzen skin d du, Sei geduldig, bald dürſt't dich nicht mehr.“ Siehe, Chriſtus, die Wonn', Der leben dige Bronn', Iſt ja bei dir, du wirſt ihn bald ſchau'n, Dann auf ewig entzückt, Ohne Dürſten erquickt; Darum trinke den Kelch ohne Grau'n.“ Als der Peiniger ſchnitt Jetzi die Kopfhaut ihm mit Seinen Haaren vom blutenden Haupt, Sprach die Mutter: „Leid ſtill, Wie dein Jeſus es will, Du wirſt bald mit der Krone umlaubt.“ Und der Knabe ward froh, Als die Mutter ihn ſo Durch ihr Troſtwort zum Muthe ent flammt; Er ſah freudig darein, Und verlachte die Pein, Auch dann als er zum Schwert ward verdammntt. Darauf nahm auf den Arm Ihn die Mutter ohn' Harm, Und trug ſelber zum Richtplatz ihn fort; Doch ſie weinete nicht Bei des Jammers Gewicht, Als der Henker ihn forderte dort. Und ſie küſſete ihn, Und ſie ſprach: „Geh' nur hin, Du mein theuerſtes Kind, lebe wohl! Und gedenke an mich, Deine Mutter, wenn dich Der Herr nimmi in ſein Reich; ſo leb wohl!“ Darauf drückte mit Luſt Sie ſein Haupt an die Bruſt Und ſein Blut, und mit freudigem Ton Sang ſie: „Theuer vor Gott Iſt der Heiligen Tod; Sieh! dein Knecht iſt hier, deiner Magd Sohn!“ Herrmann Fick. F SI Kirchliche Nachrichteu. Vom Vice⸗Präſes Pſt. W. Sihler ſind in⸗ mitten der betreffenden Gemeinden ordinirt und in ihr Amt eingewieſen worden: 1. Herr Wilhelm Kolb aus Naſſau, bis daher Zögling des Fort Wayner Prediger⸗ Seminars, berufen von der deutſchen evangel. luth. St. Johannes⸗Gemeinde in Allentown, Adams Co., Ja., am Palmſonnt. (20. März.) 2. Herr Philipp Wambsganß aus Rheinbaiern, bis jetzt gleichfalls Zögling ge— dachten Seminars, berufen von der deutſchen evangel. luth. Gemeinde in Fairfield Towuſhip, de Calb Co., Ja., am 2. Sonntag nach Oſtern (3. April.) Der HeErr ſetze beide lieben Brüder zum Se⸗ 9.h. daß ſie viel Frucht ſchaffen zum ewigen eben. — Am 17. April (Dom. Jubilate) iſt der Hr. Candidat Chr. L. Metz, Zögling des theol. Seminars zu St. Louis, nachdem er einen Ruf von der deutſchen ev. luther. Gemeinde zu St. Joſeph, Mo., erhalten, inmitten der Gemeinde von St. Louis durch den Präſes unter Aſſiſtenz des Hrn. Pfarrer u. Profeſſor Walther und der Paſtoren Bünger und Johannes ordinirt. Der HErr wolle den lieben Bruder auf dies neue Arbeitsfeld begleiten, und ſeine Arbeit mit reichem Segen krönen. Amen. Am 9. Jan. (Dom. I. p. Epiph.) wurde Herr Heinrich Dicke, Zögling des theolog. Seminars zu Fort Wayne, dem Hrn. Pſt. Sie⸗ vers an der Gemeinde zu Frankenluſt adjun⸗ girt und durch letztern unter Aſſiſtenz von Hrn. Pſt. Clöter zu Saginaw City im Auftrage des Vicepräſes ordinirt. Möge der HErr Jeſus, der treue Erzhirte, dieſem ſeinem Unterhirten Kraft und Vermögen reichlich darreichen, ſein Amt in Segen zu er⸗ füllen. Amen. Die Addreſſe des lieben Bruders, wie die des Hrn. Pſt. Sievers, iſt: Franrenlust P. O. Mich. Nachdem Herr Pſt. Kunz mit Zuſtimmung ſeiner Gemeinde einen Ruf zu einer Gemeinde in der Nähe von Indianopolis angenommen hatte, wurde Herr Carl Sallmann, Zög⸗ ling des theolog. Seminars zu Fort Wayne an deſſen Stelle zu Elkgrove im Auftrage des Vicepräſes ordinirt und in ſein neues Amt ein⸗ geführt durch Hrn. Pſt. Wunder. Der HErr wolle dieſen lieben Bruder in ſei⸗ nem neuen Amte reichlich ſegnen. Addreſſe: Rerd. C. Sallmann, Elugrove, Cooëε Co., Ili. Den Sonntag nach Neujahr iſt der Herr Pſt. Philipp Fleiſchmann aus Regensburg bei der deutſchen evang. luth. Gemeinde zu Ro⸗ cheſter, N. Y., durch den Hrn. Pſt. Ernſt in ſein Amt eingeführt. Der HErr verleihe Gnade, daß ſich die kleine Heerde unter dem treuen Dienſte Seines Knech tes baue und mehre. Amen. Veränderte Addreſſeu. Nev. G. Linx, Mu Bremen, near Sl. Louis, Mo. Eev. M. W. Sommer, Jerusalem Milis, Hartford Co., Md.