# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1853 05 11_S110 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) — '5P„e ͤ ——ẽę ——— Der amerikaniſche Botſchafter. Wir haben dieſes von der Amerikaniſchen Traktat⸗Geſellſchaft herausgegebenen und von einem zu den Wiedertäufern abgefallenen unir⸗ ten Prediger redigirten Blattes ſchon wiederholt Erwähnung gethan. Wir können nicht umhin, es wieder zu thun. Dieſes Blatt gibt vor, ein von aller Sektirerei freies und durch Verbrei⸗ tung allein der allgemein chriſtlichen Lehren al— ler, wenigſtens proteſtantiſchen, Denominatio⸗ nen Organ zu ſein. Selbſt wenn nun das Blatt wirklich dieſe Tendenz verfolgte, ſo könnte ja freilich ein lutheriſcher Prediger daſſelbe den ihm Anvertrauten nicht empfehlen. Bei ſolcher unioniſtiſchen Tendenz muß ja das Blatt noth—⸗ wendig alle Gewiſſenhafkigkeit in Betreff der Reinheit und Unverfälſchtheit des Wortes Got⸗ tes bei ſeinen Leſern erſticken und ein Werkzeug zu immer weiterem Ausbau des unirten Ba⸗ bels werden. Hierzu kommit nun aber noch, daß das Blatt bei ſeiner Gleichgültigkeit gegen den Irrthum hingegen die bitterſte Feindſchaft gegen die Wabrheit faſt in jeder Nummer kund gibt. So findet ſich in der Nummer für dieſen laufenden Monat April eine recht aiftig ge⸗ ſchriebene Correſpondenz angeblich aus Baiern, in welcher nicht nur über das Herrſchendwerden der ſtrengkirchlichen Lutheraner in Baiern bit⸗ ter geklagt und der unirte Miſchmaſch in Rhein⸗— baiern hochgerühmt, ſon dern auch lügenhaft be⸗ hauptet wird, daß die ſ. g. Kirchlichkeit „un⸗ ter dem Scheine des Glaubens auftrete, wäh⸗ rend ſie doch nur den Tod um ſich verbreite, nicht die Wellkinder zu bekehren, ſondern die Gläubigen mit ihrem Fanatismus anzuſtecken ſuche.“ Wir halten es für unſere Pflicht, zu bezeugen, daß dies eine recht teufliſche Unions— lüge iſt. Wir wiſſen aus eigner Anſchauung, daß gerade unter den ſ. g. ſtrengſten Altluthe⸗ ranern ein ſo friſches, eifriges chriſtliches Le⸗ ben, ein ſolcher Ernſt der Gottſeligkeit, eine ſol⸗ che Inbrunſt der Liebe in guten Werken ſich fin⸗ ret, wie bei den indifferenten Unirten mit ih⸗ rem Xankhaften Gefühls⸗ und Nichtgefühls⸗ chriſtenthum vergeblich geſucht wird. Möchten kdaher doch alle Prediger, welche gleichgültig der Einpaſchung des „Botſchafters“ in ihre Ge⸗ meinden bisher zugeſehen haben, hierbei errö⸗ Uthen und ſich fürchten lernen vor der ſchweren Berantwortung, welche ſie einſt auch dafür ha⸗ ben werden, ob ſie über die Seelenſpeiſe gewacht ö haben, die die ihnen anvertrauten Seelen ge— noſſen. + Die Mäartyrer r evangeliſch⸗lutheriſchen Kirche⸗ Wir können nicht unterlaſſen, auch unſerer— tits auf das unter obigem Titel in vorigen Nummern von Hrn. Paſtor Fick ſen. ange— kündigte neue Werk aufmerkſam zu machen. Wir kennen den Plan, nach welchem der Heri Verfaſſer arbeitet und die nicht unbedeutenden guten Ouellen, welche demſelben dabei zu Ge⸗ Erote ſtehen, genau und können daher die Leſer — 109— mit Grund verſichern, daß ihnen hier für ein geringes Geld eine überaus koſtbare Gabe dar⸗ geboten wird. Inſonderheit wollen doch die lieben Brüder im Amte ſich daran erinnert ſein laſſen, daß die etwaige geringe Mühe in Samm⸗ lung von Subſeribenten gewiß eine tauſendfache Belohnung in dem Segen finden wird, den die Verbreitung eines lutheriſchen Märtyrerbuchs in und außerhalb ihrer Gemeinden bei Jung und Alt ohne Zweifel ſtiften würde, und daß, je eilender die Subſeribenten eingeſendet wer⸗ den, deſto eher das Werk erſcheinen und der Se⸗ gen deſſelben fließen kanu. — Die Redaktion des „Lutheraner.“ Zur Annahme von Su'ſcriptionen erbietet ſich F. W. Barthel. ——...... ——— Die deutſche evang. Iuth. Synode von Miſſouri, Ohio und a. St. hält ihre diesjährigen Sitzungen in Cleveland, Ohio, post trin. den 1. Junius an, bis z. 11. ej. m. inclus. Es werden auf den Ankunftsplätzen ſo wie in dem, am Hafen gelegenen, ware- house der HH. Lobb & Bishop Perſo⸗ nen bereit ſtehen, um den ankommenden Synodalen ihre Wohnungen anzuweiſen. Ludwig W. Habel, derz. Secretair der Synode. — . —— „Liebet Wahrheit u. Frieden.“ Sach. 8, 19. „Die Liebe freuet ſich der Wahrheit.“ 1. Cor. 13, 6. So ſchreibt Luther: „In der Kirche iſt keine Vergebung der Sün⸗ den, ſo viel das Wort belanget; ſondern da iſt alles ſchnureben und die höchſte Reinigkeit. Denn das Wort iſt ſo rein u. unſträflich, daß in dem Geſetze und göttlichen Verheißungen auch nicht an den geringſten Buchſtaben ein Mangel ſein kann. Derohalben ſoll man de⸗ nen RNottengeiſtern oder Ketzern im geringſten Stück oder Titel der heiligen Schrift nicht wei⸗ chen, wie harte ſie auch ſchreien und uns fälſch⸗ lich belügen, es ſei wider die Liebe, daß wir al⸗ ſo harte auf die Worte der heil. Schrift drin— gen. Liebe, daß dies Zepter (die Lehre) gerade blei⸗ nen, ſollen wir eher alle Bande der Liebe, und ſo es auch etwas Größeres wäre, zerreißen, auf daß allein das Wort rein bleibe. Wenn das Wort rein und dies Zepter gerade bleibt, ſo will ich alsdenn gerne in der Liebe die Schwach⸗ heit und Gebrechen meines Nächſten dulden.“ (Ueber Pſ. 45, 7.) Merke, lieber Leſer, aus dieſem ſchönen kräf— tigen Zeugniß unſeres alten Luther, auf wel⸗ hem gefährlichen Abwege die unirte, ſogenannte evangeliſche Gemeinſchaſt iſt, welche nach dem Brundſatz handelt, erſt komme die Liebe, und vom Mittwoch nach dem erſten Sonntage Denn das iſt der Anfang der be, welches, ſo wir es anders nicht; erhalten kön⸗ dann die Wahrheit. Du ſiehſt hieraus, wer nicht vor allem dafür beſorgt iſt, daß daß Wort Gottes rein und lauter erhalten werde, und in der Lehre die Liebe zur Kaiſerin macht, der hat gerade in der Liebe noch gar keinen Anfang gemacht, der hat nur eine Scheinliebe, im Erun⸗ de iſt, was er als Liebe ſo hoch preiſt und wo⸗ mit er ſich gegen die treuen Zeugen für die Wahrheit ſo hoch brüſtet, nichts als die Lie— be zu ſich ſelbſt, zu ſeinem Bauch und mörderiſcher Haß gegen den Nächſten. Denn wer kann ſelbſtlieberiſcher handeln, als wer die Wahrheit vertrödelt, um ein gemächli⸗ ches Leben in Ruhe und Friede führen zu kön⸗ nen, und wer kann ſich feindſeliger gegen die verlorene in Finſterniß ſitzende Welt beweiſen, als wer das Amt hat, „zu halten ob dem Wor⸗ te, das gewiß iſt. und lehren kann, auf daß er mächtig ſei zu ſtrafen die Widerſprecher“ (Tit. 1, 9.), und dennoch einen Bund eingeht, bei dieſen u. jenen Verfälſchungen der ſeligmachen⸗ den Wahrheit ein Auge zuzudrücken? — Warum der Pabſt ſich die Prieſter eidlich verbindet. — Pabſt Julius II. hat dies nicht undeutlich zu verſtehen gegeben. Selbiger ſchreibt nehm- lich an das Capitel zu Mainz Folgendes: „Der Eid, womit der Pabſt ſich die Geiſtlichkeit ver⸗ bindet, iſt von ſolcher Kraft, daß um deſſelben willen den Geiſtlichen nicht erlaubt iſt dem Pabſt zuwider zu ſein, ſelbſt nicht wenn ihre Sache gerecht iſt und die Vertheidigung der Wahrheit betrifft.“ — Dieſer Ausſpruch Sei⸗ ner Unheiligkeit gibt genügenden Aufſchluß, wa⸗ rum einſt die Proteſtanten das Tridentiniſche Concil nicht beſchicken konnten, obwohl ſie dazu eingeladen waren, weil nehmlich die päbſtlichen Biſchöfe, welche das Concil eröffneten, ſich dem Pabſt ſchon mit einem Eid verbunden hatten. (Eingeſandt.) Das Kreuz. Ihr lieben Wandrer, ſagt, wohin ? Der Regen näßt die Pfade ſehr. Des Sommers Blumen ſind dahin, Der Herbſt liegt auf dem Lande ſchwer. Die Alp' iſt hoch, die Alp' iſt ſteü, Gott gebe euren Führern Heil! Wohl ja, des Sommers Morgenthau, Er hängt nicht mehr in unſerm Haar. Der Herbſt, ſo ſchaurig kühl und raub, Droht im Gebirge gern Gefahr. Doch unſre Lieben zählen, ach, Schon lange jeder Stunde Schlag! Die Sehnſucht ſcheut die Alpen nicht, Sie ziehn von Feneſtrelles aus. Horch, was die Tiefe unten ſpricht, Horch oben, ach, das Sturmgebraus. Sit zieh'n den ſteilen Pfad hinan, Abgründe gähnen aufgethan. Des Regens feucht er Quell verſiegt, Des Hagels Silber rollt wie Staub. Und in der Lnit der Schnee ſich wiegt, Ein Rieſenflaum, wie Sommerlaub. O wären wir hinüber ſchon, Gar ſchaurig iſt des Sturmes Ton r