# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1853 03 15_S95 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) den Unterzeichneten zu ſchimpfen (den ſie doch früher geglichen haben — wie ſie ſagen —) und über die gehörte Predigt loszuziehn. Der unirte Haufe hatte bis dahin keinen Prediger. Nun aber wurde aus Haß gegen die Wahrheit und gegen den Unterzeichneten von Einigen beſchloſ⸗ ſen, ſich einen eigenen Prediger zu mietheu. Sie kamen zuſammen, hielten Gemeindeverſammlung und mietheten ſich wirklich auf ein Jahr den Prediger, Miethling J. F. Hartmann, der ſie ſchon ohngefähr 2 Jahr vorher in gleicher Ei— genſchaſt bedient hatte, mit dem aber damals alle Glieder bis auf einen ganz und gar zerfal⸗ len waren. Nun hielten ſie, der unirte Haufe, und wir Gottesdienſt in Einer Kirche, an einem Sontag Morgens wir und ſie Nachmittags, am andern ſie Morgens und wir Nachmittags. Wir hatten nichts dawider, aber ſie waren noch nicht zufrieden, ſondern als Unterzeichneter zur Synode in Fort Wayne gereiſt war, kam einer ihrer Rädelsführer, mit Namen Knapp, in mein Haus, holte den Kirchſchlüſſel und gab ihn nicht mehr heraus. Als ich nach Hauſe kam, war uns die Kirche verſchloſ— ſen. Der Vorſteher unſerer kleinen Gemein⸗ de gieng hin und verlan gte den Schlüſſel wie— der, aber er bekam ihn nicht. Was ſollten wir nun anfangen? Sollten wir vor Gericht gehen und einen Prozeß anfangen? Das wollte meine Gemeinde nicht. Wir beriethen uns und kamen überein, den Dieben unſer Recht an der Kirche zu laſſen, unſere Gottesdienſte in den Privathäuſern einſtweilen zu halten und uns dann eln eignes Kirchlein zu bauen. Wir gin— gen in Gottes Namen an's Werk und bauten uns (in Främkirchlein 24 bei 30 Fuß auf ei⸗ nem von einem Gemeindeglied geſchenkten Platz. Es kommt auf 300 Dollars, welche in der klei⸗ nen Gemeinde, die aus 8 Familien beſteht, auf— gebracht wurden. Sie mußten alſo alle ziem⸗ liche Opfer darbringen. Am 6. Januar d. J., als am hl. Dreikö⸗ nigstage, wurde nun das Kirchlein eingeweiht. Der HErr, der uns ſo väterlich bei dem Baue beiſtand, krönte auch unſer Einweihungsfeſt mit einem ſchönen Tag bei freundlichem Sonnen⸗ ſchein. Aber er ließ uns auch ſonderlich ſeine geiſt⸗ liche Sonne, die Sonne der Gerechtigkeit, Je⸗ ſum Chriſtum, in der Verkündigung des ſelig⸗ machenden Evangeliuus leuchten. Es hatten ſich nämlich zu unſerer großen Freude die Herrn Paſtoren, Carl Fricke von Indianapolis und Aug. Schürmann in der Nähe von Indiano⸗ polis, bei uns eingefunden, welche beide uns das troſtreiche Evangelium an jenem Tage ver⸗ kündigten. Pſt. Fricke hielt Morgens, nachdem die Beichte abgehalten war, die Einweihungs⸗ predigt über Offenb. Joh. 21, 3.: „Siehe da, eine Hütte Goties di den Menſchen“ ꝛc., und behandelte in derſelben folgend. Thema: „Was dit Bedeutung dieſes Hauſes ſei für die Ge⸗ meinde, der es beſtimmt iſt?“ Dabei redete er davon, daß diee Kirchlein 1. ein Zeugniß ſei, daß der HErr Einkehr bei der Gemeinde halten und bei ihr bleiben wolle; 2. eine Rahnung, daß auch ſie bei Ihm bleibe u. — 94 — nimmer von Ihm laſſe; und 3. eine Bürg⸗ ſchaft, daß ſie ſich Seiner tröſten und auf Ihn vertrauen dürfe in jeglichem Anliegen und Bedürfniß. Die ganze Gemeinde wurde ſehr durch dieſe evangeliſche Predigt erbaut. An die— ſelbe ſchloß ſich die Ausſpendung des hl. Abend— mahls. Und ſo hat uns der HErr an jenem Morgen durch ſeine Gnadenmittel hoch erfreut und reichlich geſegnet. Am Nachmittag predigte Herr Paſtor Schürmann über Matth. 19, 1— 4. und handelte „von den dreierlei Nachfolgern Chriſti,“ welche Predigt gleichfalls für die Ge— meinde ſehr heilſam und erbaulich war. So hat uns der HErr an jenem Tage reichlich ge— ſegnet mit irdiſchen u. himmliſchen Gütern, da— für wir ihm Dank ſagen, indem wir zugleich bitten: Ach bleibe auch ferner bei uns mit Dei— nem Segen, du reicher HErr, dein Güt, Gnad und all's Vermögen in und bei uns reichlich vermehr', bis Du uns endlich aus Enaden aus der ſtreitenden Kirche zu der triumphirenden im Himmel verſammelſt. Amen! Daß wir endlich eine Veränderung mit un— ſerem Gemeindenamen vorgenommen haben, da⸗ von iſt dieſes die Urſache: 1. Die Ausſchtidung aus dem alten Kirchhaus, das eben Mount Pleasant heißt, und 2. daß wir nun eine an⸗ dere Kirche haben, die wir nicht ebenſo, wie die uns geraubte, nennen wollten, zu mal da wir ſo nahe beiſammen in einem Settlement ſind. Un— ſere Kirche heißt Immanuels-Kirche, die Ge— meinde ebenſo. Friedrich Schumann, Paſtor. Die Paſtoraleonferenz des Süd-Indiana Diſtricts wird ſich, ſo der HErr will, am Mittwoch u. Donner⸗ ſtag nach dem Sonntage Quasimodogeni⸗- ti, als am 6. und 7. April d. J., bei Herrn Paſtor Wichmann in Cineinnati, Ohio, verſammeln. Sämmtliche Glie— der dieſer Conferenz werden hiermit er— ſucht, ſich Dienſtags den 5. April d. J. bei Hrn. Pſt. Wichmann einzufinden. Carl Fricke, Seeretair. Die Paſtoralconferenz des Diſtrikts St. Louis hält ihre zweite diesjährige Verſammlung zu St. Louis am 8. April d. J. und die folgen⸗ den Tage. Je wichtiger der dieſer Confereuz von der Synode gewordene, noch unerledigt ge⸗ bliebene Auftrag iſt, um ſo dringender ſind alle Glieder der Conferenz eingeladen, an dieſer Ver⸗ ſammlung perſönlich theil zu nehmen. W. Fick, d. Z. Secretair. Redakteur einer politiſchen Jeit⸗ ſchrift geſucht. In einer namhaften Stadt des Weſtens hat ſich eine Geſellſchaft proteſtantiſcher Chriſten ge⸗ bildet, welche geſonnen iſt, ein politiſches, in Be⸗ treff der beſtehenden politiſchen Partheien neu⸗ trales, Zeitungsblatt herauszugeben, das zwar allein den Zwecken eines rein politiſchen Blattes dienen, deſſen Inhalt aber ſo von dem chriſtlichen Geiſte des Nedakteurs überwacht ſein ſoll, daß es Chriſten dienen kann, ohne denſel⸗ ben zugleich, wie die bereits beſtehenden deut— ſchen weltlichen Zeitungen, durch ihre irreligis— ſen u. unmoraliſchen Bemerkungen zum Anſteß zu gereichen. Zu Ausführung dieſes Zwecks ſucht die bezeichnete Geſellſchaft einen geeigne⸗ ten Redakteur und fordert hierdurch auf einen ſolchen Poſten Reflektirende auf, ihre etwaigen Anerbietungen an die Redaktion des „Luthe— raner“ in portofreien Briefen einzuſenden, wel⸗ che dieſelben an die Verlagscommittee weiterzu⸗ befördern ſich erbietet. Veränderte Addreſſen. Rev. Rudolf Klinkenberg, Jonesville, Bartholomew Co., Ind. Rev. P. G. Kuechle Rev. W. S. Stubnaty New Bremen P. O. Cook Co., III. PS ꝗ —Wo iſt Chriſtian Müller, aus Auerbach, Amt Durlach, Großher⸗ zogthum Baden, gebürtig? Derſelbe iſt vor 8 Jahren nach Amerlka ge⸗ kommen. Sein Bruder wünſcht ſeinen Aufent⸗ halt zu wiſſen, und bittet daher alle Menſchen⸗ freunde, die etwas von demſelben wiſſen, es brieflich mitzutheilen unter der Addreſſe: Jchann Michael Mueller, Ilillsdale, Michigan. S e Quittung und Dank. Für den Kirchenbau in Rocheſter, N. H., iſt bis jetzt eingegangen: von den Gemeinden der HH. PP. Jäbckrr 920.00; Habel 811.00; Seidel 87.00; Nüßel 84.00; Trautmann 84.00; Hattſtädt 36.00; Sitler 820.00; Werfelmann 82.00; Quaſt 83.00; Baumgart 87.00. Ferner: durch Hrn. Pſt. Volkert von N. u. Wll. je 51.003 v. Brs. 82.00; Th. 90.75; Br. u. Bg. je 30.50; K. Kn. Mt. Hr. Hs, je 50.25. im Ganzen 57.00. Unſer Herr Jeſus Chriſtus vergelte mit Seinem reichen Segen den milden Gebern ibre reichen Gaben! Der Kirchenvorſtand der ev. luth. Immanuels⸗ Gemeinde zu Rocheſer, N. B.: A. Ernſt, Paſlor. J. Marggrander. E. A. Seiß. 4 Zum Bau unſrer Kirche daben wir an milden Gaben er⸗ halten: von Hrn. Pſt. Bergt 30.50; von Hrn. H. Mäi⸗ ler 80.50; von Gliedern der lutheriſchen Gemeinde in Ei. Louis 91.75; von der Gemeinde des Hra. Pſt. Baum⸗ gart in Elkhorn-Prairie, M., 35.15. Herzlich dankt inn Namen der Gemeinde J. Bernreuther, Pfarrtr. Miſchawala, den 9. Februar 1853. Auf unſer freundſchaftliches Geſuch in Nro. 12. des „Lu⸗ theraner“ um eine Geldanleihe ſür unſre Kirchenſchurd, iit uns 81. zur Unterſtützung von einem Uugenannten aus St. Louis zugelommen, wofür wir vem freundlichen Geber“