# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1853 03 15_S94 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) ginaltert v. J. 1545 der Vorzug ertheilt. Wer ſich darüber weiter unterrichten will, was beſonders Predigern und Schullehrern zu empfehlen iſt, der wird in dem beſonders ge— druckten Vorbericht (Leipzig, bei Teubner, für 6 Neugroſchen) hinlängliche Auskunft u. nächſt— dem ein vergleichendes Verzeichniß der verſchie— denen Lesarten in der Wittenberger Original— ausgabe v. J. 1545 ſowie in der Nürnberger v. J. 1848 finden, welche letztere größtentheils der Halliſchen Ausgabe folgt. Die Summe dieſenverſchiedenen Lesarten be⸗ trägt im Alt. Teſtament mit Einſchluß der Apoecryphen 1003, wovon Dr. Hopf 551 aus der Ausgabe v. J. 1545, und 452 aus ſpä⸗ teren Ausgaben aufgenommen hat. — Im N. Teſſt. werden 440 verſchiedene Lesarten ange⸗ geben, von denen 288 in der Originalausgabe und 152 in ſpäteren Ausgaben enthalten ſind. Der Verleger hat von dieſer Bibel zwei Aus— gaben veranſtaltet: eine mit größerer Schrift, Druckpapier 25 Ngr., Velinpapier 1 Thaler 14 Ngr.; die andere mit kleinerer Schrift, Druck⸗ papier 15 Ngr., Velinpapier 1 Thaler. — Das N. Teſt. allein koſtet mit größerer Schrift 10 und 16 Ngr.; mit kleinerer 6 u. 15 Ngr. (je nach dem beſſern oder geringern Papier.). Der Verleger erbietet ſich, gebundene Erem— plare in gewöhnlichen bis zu den feinſten Ein— bänden zu liefern und verſpricht denen, welche größere Parthien auf einmal nehmen, noch über— dieß eine weitere Ermäßigung dieſer ohnehin ſchon ſehr billigen Preiſe. Gewiß ſollten alle Frennde der unverfälſchten luther'ſchen Bibelüberſetzung zur Verbreitung dieſer Ausgabe nach Kräften mitwirken und na— mentlich alle lutheriſchen Prediger darauf be— dacht ſein, einen Vorrath derſelben zu haben, da es unter uns noch nicht zur Gründung einer Bibelgeſellſchaft gekommen iſt, die es ſich zur Aufgabe machte, vollſtändige (mit Apocryphen), richtige, mit ſchönem Druck und Papier verſe— bene (wie dieſe Leipziger Ausgabe), feſtgebun⸗ dene und wohlfeile Bibeln zu vertheilen und ſie den Aermeren zu ermüßigten Preiſen oder ganz unentgeldlich zukommen zu laſſen. K. Einladung zur Subſeription auf folgendes neues Buch: Die Märtyrer der evangeliſch⸗lutheriſchen Kirche. Es iſt wohl jedem evangeliſch-lutheriſchen Chriſten bekannt, wie viel ſchwere Kämpfe und Leiden, wie viel Thränen und Blut es gekoſtet hat, bis das Werk der Reformation ſiegreich ausgeführt wurde und bis unſere Väter die lang erſehnte Religionsfreiheit erhielten. Denn als Gott nun durch ſeinen Knecht Dr. Martin Luther das liebe Evangelium wieder rein u. lau⸗ ter verkündigen ließ, da erhoben ſich der Papſt, Kaiſer und die ganze Welt mit aller ihrer Macht, um die Wahrheit zu vertilgen. Was thaten —93— aber da unſere gläubigen Vorfahren? Sie wi⸗ chen und wankten nicht; ſie blieben dem HErrn JIEſu getreu bis in den Tod, ſie bekannten freu— dig ſein Wort vor aller Welt und beſiegelten die evaͤngeliſch-lutheriſche Lehre mit ihrem Blute. So ſind Tauſende und aber Tauſende für das Evangelinm geſtorben; und zwar haben nicht bloß Männer und Jünglinge, ſondern auch Frauen und Inngfrauen, ja ſelbſt Kinder im zarteſten Alter die ſchöne Märtyprerkrone erlangt. Mit Recht hat deßhalb die evangeliſch-lu-— theriſche Kirche das Gedächtniß ihrer Märtyrer von jeher in hoben Ehren gehalten. Luther ſelbſt ging darin mit einem guten Beiſpiele vo— ran, indem er das Märtyrerthum der treuen Be— kenner ſorgfältig beſchrieb und durch den Druck bekannt machte. Ihm folgten darin Dr. Bu⸗ genhagen, Dr. Rabus und Andere. Doch jene älteren Märtyrerbücher ſind im Laufe der Zeit dem größeren Theile nach unter⸗ gegangen. Wie? ſollen wir nun dulden, daß auch das Gedächtniß unſerer theuren Märtyrer damit untergehe? Nimmermehr. Wir würden uns damit nur ſelbſt eines großen Segens be⸗ rauben. Denn die hl. Märtprer geben uns ein herrliches Borbild, das uns zu allen chriſtlichen Tugenden kräftig anſpornt. Sie waren barm— herzig und mildthätig gegen alle Menſchen, ſie vergaben ihren Feinden, ſie beteten für ihre Mörder, ſie beharrten im Glauben und in der Liebe feſt und ſtandhaft bis an's End. Ihre Geſchichte iſt aber zugleich auch ſehr lehrreich. Sie beweiſt uns nämlich auf's klarſte, daß der Papſt, welcher das Evangelium ſo grimmig haß— te und verfolgte, der in der hl. Schrift geweiſ⸗ ſagte Antichriſt ſei, und daß die römiſch-katho— liſche Kirche, welche das Blut der theuren Be— kenner in Strömen vergoß, das antichriſtiſche Babel und die große rothe Hure ſei, die da trunken iſt von dein Blut der Heiligen und von dem Blut der Zeugen Jeſu. Offb. 17, 6. Und endlich iſt nach dem Worte Gottes wohl nichts, was ſo den Glauben ſtärkt, ſo den heiligen Zeu⸗ genmuth erweckt, als eben das Leſen dieſer hl. Märtyrergeſchichten. Jene Märtyrer waren ſchwache Menſchen wie wir und doch! — welche Wunder haben ſie in der Kraft Gottes vollbracht! Um JeEéſu willen gaben ſie freudig das Liebſte dahin, was ſie auf Erden beſaßen; ſie duldeten lieber die unerhör— teſten Qualen, als daß ſie auch nur einen Buch⸗ ſtaben des göttlichen Wortes verleugneten; als ritterliche Streiter folgten ſie dem HErrn JEſu treulich nach durch Gefängniß, Schmach und Pein, durch Feuer, Waſſer und Schwert; ſie dankten dem HErrn JEſu, daß er ſie würdige, um ſeinetwillen zu ſterben und prieſen ihn bis zum letzten Athemzuge. So heldenmüthig ſtrit⸗ ten ſie für die reine Lehre des göttlichen Wortes und für die Freiheit von päpſtlicher Irrlehre und Tyrannei, und daß auch wir dieſe berrli⸗ chen Guͤter beſitzen, haben wir nächſt Gott je⸗ nen heiligen Märtyrern zu verdanken. Der Unterzeichnete glaubt daher, ſeinen Brü⸗ dern einen Dienſt zu erweiſen, indem er ſich auf ten Rath ſeiner Freunde entſchloſſen hat, mit Gottes Hülfe die Märtprer der evangeliſch⸗ lu— theriſchen Kirche, ihre Lebensumſtände, Bekennt⸗ niſſe und Leiden nach guten Quellen zu be⸗ ſchreiben und herauszugeben. Der Plan des Buches iſt folgender. Es erſcheint in einzelnen Heften von 50 Seiten in gutem Druck, auf ſtarkem weißen Papier mit farbigem Umſchlage. Das letzte Heft wird eine kurze Geſchichte der Ausbreitung der Reformation in den verſchiede⸗ nen Ländern Enropa's, ſowie die Vorrede ent— halten. Wenn das Werk die erforderliche Theil— nahme findet, wird etwa alle zwei Monate ein Heft erſcheinen. Den Druck und die Ausſtat— tung des Buches beſorgt Herr Niedner in St. Louis. Alle evangeliſch-lutheriſchen Prediger in den Vereinigten Staaten, ſowie alle Freunde dieſes Unternehmens ſind ermächtigt, Subſeribenten darauf zu ſammlen. Sobald ſich 1000 Sub⸗ ſcribenten finden, daß die Unkoſten gedeckt wer— den können, beginnt der Druck des erſten Hef⸗ tes. Der Preis für ein einzelnes Heft iſt 15 Cents. Wer aber gleich anfangs auf die 5 erſten Hefte ſubſeribirt, erhält das Heft zu 10 Cents. Subſeribentenſammler bekommen das je eilfte Eremplar frei. Wenn das erſte Heft gedruckt iſt, wird es ſofort an die reſpectiven Subſcribenten geſchickt, welche dann das Geld dafür einſenden. Briefe werden erbeten unter der Addreſſe: Rev. H. Fik, Dremen, near St. Louis, Mo. Hermann Fick. (Eingeſandi.) Kirchliche Nachricht aus Jackſon Towuſhip, Hamil⸗ ton Co.. Ja. Ich erlaube mir, den Leſern des „Luthera⸗ ner's“ folgende kirchliche Nachricht mitzutheilen, nämlich: von der Urſache des Baues und der Einweihung unſeres Kirchleins und der Verän⸗ derung des Namens unſerer Gemeinde. Als Unterzeichneter auf Verlangen der, von einem unirten Haufen ausgegangenen, kleinen lutheriſchen Gemeinde Mount Pleasant hieher kam und ordentlich von derſelben berufen war, mußte er in einer Kirche, darauf die Unirten und die Lutheriſchen Anſpruch machten (die er⸗ ſteren jedoch ganz ohne Recht, denn die Kirch gehört nach der vorhandenen Kirchenordnung den Lutheriſchen,) die Go ttesdienſte halten. Da⸗ zu fanden ſich auch die Unirten ein. Bald nach ſeiner Berufung hielt ereine Predigt, darin er die Unterſcheidungslehren zwiſchen der lutheriſchen, reformirten, und Methodiſten-Kirche etwas be⸗ handelte. In dieſer Predigt waren nun auch Mehrere von dem unirten Haufen, Reformirte, Papiſten, und ſogenannie Lutheraner. Dieſer bemeiſterte ſich denn eine wahre Wuth, als ihnen die Irrthümer ihrer Kirche aufgedeckt u. dage⸗ gen die reine lutheriſche Lehre bezeugt wurde. Gleich nach dem Gottesdieuſte fientzen ſie an über