# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1853 02 01_S80 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) legte. Die mit ihm angeſtellten Geſpräche lie⸗ ſerten kein anderes Ergebniß, als daß recht of; fenbar wurde, wie er in die Irrlehre der römi— ſchen Kirche mit Kopf und Herz tief ver⸗ wirrt ſei. Am Tage nach ſeiner Ankunft in Breslau wurde er befragt, ob er ſchon Schritte getban habe, ſich an die römiſche Kirche anzu— ſchließen. Er bekannte, daß dies ſchon vor drei Wochen geſchehen ſei. Da wurde er noch den⸗ ſelben Tag ſuſpendirt, und des andern Tages legte er ſein Amt nieder . . . . . „Wer da ſteht, maß wohl zuſehen, daß er nicht falle!“ — — Aus zug aus den Verhandlungen der Con⸗ ſerenz des Diſtrietes N. Rork, ver⸗ ſammelt zu Philadelphia. Am Dienſtag den 12. Octbr. 1852 verſam⸗ melten ſich die Glieder der Conferenz des Di— ſirictes New Rork, nämlich die Paſtoren Keyl,“ Brohm, Fleiſchmann, Hover, Sommer und Nordmann zu Philadelphia und hielten dort in den Tagen vom 12. bis 15. Decbr. (inel.) ihre Conferenzſitzungen. Unter den Fragen, welche zur Verhandlung kamen, war J. die über den Sinn der Stelle Marc. Y, 43- 50. Er iſt dieſer: Gleichwie es beſſer iſt, die Hand und den Fuß ſich abhauen und das Auge ſich ausreißen zu laſſen, wenn die Erhal⸗ tung des Leibes dadurch möglich wird, als je— nes zu behalten und den ganzen Leib darüber bingeben zu müſſen, Iſo mußt du Alles, was dir ein Hinderniß zum Eingehen und Bleiben im Reiche Gottes wird, opfern, und wenn es dir unentbehrlich zu ſein ſchiene und es dir ſehr licb und werth wäre. Willſt du dich nun aber Gott zu einem Opfer begeben, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ſei (Röm. 6, 13. 12, 1.), ſo wiſſe, daß du das nicht von dir ſelbſt kannſt, ſondern es muß dein Opfer, gleichwie das Opfer im A. T. ſinnbildlich mit Salz ge— würzt wurde, damit es gleichſaun ſchmackhaft würde, auch gewürzt werden mit Feuer und Salz, das heißt: mit dem Worte Gottes und mit dem hinzukommenden Kreuze. Dieſe Würze hat eine Kraft und Weihe, wie Feu— er und Salz, daß ſie breunnend und getzend einrral Alles verzehrt, was den Eingang zum Reiche Gottes verhindert, und ſodann auchf Alles fernhält, was den Abfall bewirken könnte. So hütet ihr euch denn, meine Jünger, daß. ibr das Wort nicht verliert, denn ohne daſ— ſelbe werdeu die Opfer Gott nicht wohlgerällig. Helft ench aber auch unter einander mit dem⸗ ſelben, und da (wie Luther ſagt) das Salz beißt, ſo iſt Noth, Geduld und Frieden zu ha⸗ entſchieden werden. Das moſaiſche Geſetz über die Eheverbote hat aber für die chriſtliche Kirche bindende Kraft, weil daſſelbe zum Sittengeſetz gehört; und das weltliche oder bürgerliche Ge⸗ ſetz hat ſeine Geltung aus Noͤm. 13. — Es ergeben ſich daher folgende Regeln bei den Ehe— verboten. 1. Wenn das moſaiſche Geſetz und das welt⸗ liche Recht in dem Verbieten einer Ehe überein— ſtimmen, ſo kann dieſelbe nicht ſtattfinden. 2. Wenn die beiden Geſetze nicht überein⸗ ſtimmen: a. wenn nach moſaiſchem Geſetz eine Ehe ge— ſtattet, aber nach weltlichem verboten iſt, ſo kann dieſelbe nicht ſtattfinden, weil es nach Röm. 13. gilt „Jedermann ſei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat;“ b. wenn nach weltlichem Geſetz eine Ehe frei⸗ gelaſſen wird, welche Moſes verbietet, ſo iſt das moſaiſche Geſetz zu befolgen, weil die Ehegeſetze zum Sittengeſetz gehören. In Verbindung mit dieſer Fra ge ſtand III. die über Eheſcheidung. Es iſt dem Chriſten die Ehe die Form der höchſten und vollkommenſten perſönlichen Gemeinſchaft auf Erden und zwar eine Gemeinſchaft, eingegan— gen für alle Lebensverhältniſſe und Lebensbezie⸗ hungen, — eine Gemeinſchaft zwiſchen Zweien. Die Aufhebung ſolcher Gemeinſchaft kann ein Chriſt nur begehren und vollziehen laſſen — durch die rechtmäßige Obrigkeit — wenn er ohne ſeine Schuld böswillige Verlaſſung nach 1. Cor. 7, 15., oder Ehebruch nach Matth. 5, 32; 19, 9; oder endlich Vorenthaltung der ehe— lichen Pflicht nach 1. Cor. 7, 4. 5. erfahren hat und es kann dem unſchuldigen Theile nach geſchehener öffentlicher Scheidung von der zuſtehenden Obrigkeit die Wiederverheirathuug Allein die Aufhebung des geſtattet werden. Ehebündniſſes iſt dem Chriſten in ſolchen Fällen nicht Pflicht, ſondern ſie iſt ihm nur erlaubt. Er wird daher, eingedenk ſeiner rigenen Man⸗ gelhaftigkeit und ſeiner Fehler — vgl. beſonders Joh. 8, 3—-11. — dem ſchuldigen Theile die Bitte um Vergebung der begangenen Sünde wie um Wiederaufnahme nicht zu verſagen und dem Verſprechen der Beſſerung Gehör zu geben nach der Schrift und in ſeinem Gewiſſen ſich gedrungen fühlen. — An dieſe Frage ſchloß ſich IV. die an: Wie kann man ſich die Vielwei⸗ berei bei David und Salomo als ſo wenig ge— ſtraft und Anſtoß erregend vorſtellen? — Ein— mal iſt zu brachten, daß die Kebsweiber — Lu⸗ ther's Meinung — arme Weiber geweſen find, deren Männer im Kriege gefallen waren, und welche ſich nach dem Tode derſelben zu deren Verwandten begeben und bei ihnen gelebt ha— ben. — Sodann iſt auch bei Salomo die Viel⸗ V. wurden einzelne Fragen in Bezug auf die Privatbeichte ſo beantwortet: Es muß gewünſcht werden, daß die Privatbeichte mehr und drin⸗ gender empfohlen werde, als es wol geſchehen mag, da dieſelbe einmal den Angefochtenen eine größere Gewißheit des Troſtes gewährt, als die öffentliche Beichte, oder — wie ſich ein Luthe⸗ riſcher Katechismus vom Jahre 1579 auf die Frage, warum in unſerer Kirche die Privat⸗ beichte beibehalten werde, ausſpricht — „weil die Irrigen, Betrübten und Schwermüthigen ſich Raths und Troſt darin erholen können, und auf's fürnehmſte, weil wir der Vergebung der Sünden deſto gewiſſer werden; denn was mir allein geſagt wird, das herzet und beweget mehr, denn was man in gemein hört“ —, ſo⸗ dann aber auch, da ſie ſelbſt für die Sicheren und geiſtlich Stolzen gewiß nicht ſelten den Se— gen hat, daß ſie bei ihnen, weil ſie durch das Privatbekennen ihrer Sünde die ſtrafende Au- rede des Geſetzes „Du biſt der Mann“ ver⸗ ſtehen lernen, ein Verlangen nach der Abſolution weckt. Das Wort der Abſolution iſt aber das vornehmſte Stück in der Privatbeichte. Es kön⸗ nen daher die Beichtanmeldungen nicht für ei— nen Erſatz der Privatbeichte gehalten werden. (Fortſepung ſolgt.) (Eingeſandt.) Antwort auf den „offenen Brief an Johan⸗ nes Bundenthal“ im „Deuiſchen Journal,“ Dayton, O., vom 13. Novr. 18⁵2². Herr Hertzſch! Weil Sie in oben erwähntem Briefe ſagen, ich habe nur meinen „Namen hergegeben, um mehrere Mitglieser Ihrer Ge— meinde und namentlich Sie zu kränken;“ und weiter unten: „Daß Sie mich nicht für fähig halten, den bezeichneten Artikel („Lutheraner,“ Jahrg. 9. S. 21.) weder erdacht (denn ſo ſollte es doch eigentlich hrißen), noch geſchrie⸗ ben zu haben“ K.: ſo diene Ihnen zur Ant⸗ wort, da Sie erſtlich mit jenem etwas ausge⸗ ſprochen haben, wofür Sie nicht die geringſten Beweiſe gelieftrt, auch nicht liefern können, ſo erkläre ich hingegen Sie für den, der dieſe leere Behauptung ſowohl erdacht, als geſchrieben hat. Ihre fernere Behauptung mriner „gänzlichen Unfäbigkeit“ befremdet mich nicht, da ſchon die Pharifäer erklärten: „Das Volk, das nichts vom Geſetz weiß, iſt verflucht.“ Joh. 7, 49. Was Ihr Mitleiden bekangt und daß Sie mich beklagen, ſo muß ich Ihnen mit Lue. 23, 28. und Sir. 22,. 11— 13. antworten, und ſollte ich je durch Gottes Zulaſſung wirklich einem „Heuchler in die Hände fallen,“ ſo bitte ich Gott, daß er mich wenigſtens nicht in die Ih⸗ rige fallen laſſe. Hinſichilich Ithrer großthneri⸗ ben im Salz, führt ener Aint in Liebe. — ſchen Offerte verweiſe ich Sie auf Sprüchw.“ weiberei hart geſtraft worden; denn da er nach II. Ueber die Gültigkeit der A. Teſtament— lichen Eheverbote für die chriſtliche Kirche. — Nach dem Vorgange von Brenzius, welcher bei den Eheverboten zwiſchen moſaiſchem und welt⸗ lichem Geſetze unterſcheidet, muß' der Unterſchied rieſer beicen Geſetze feſtgehalten und darnach 7 1. Kön. 11, 1—8. gegen 5. Moſ. 17, 14 ff. und beſonders gagen 5. Moſ. 17, 17. geſün⸗ digt hatte, ſpricht der HErr unter Anderm. zu ihm 1. Kön. 11, 11 „ich will auch das Kör nigreich von dir reißen. und deinem. Knechte geben.“ 16, k Sir. 22, 14. 2 Cor. 10, 12. Gal. 6, 3. f. Time 4, 7. 6; 5 2. Tim. 2, 23. Hätten Sie mir eir minder prahlandes Anrr⸗ bieten gemacht, ſo' hätte ich es vielleicht ange⸗ nommen, ſoꝛ aben muß ich Ihnen Apoſt: 8, 21l. Sir. 19, 19-21. zu, beherzigen geben. Herzlich