# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1853 02 02_S75 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Lebren Paſtor Grabau's. —74— 2 12 * Lebren der römiſchen K Lebren der lutheriſchen Kirche. 8. erfordert und zu den Früchten des Glaubens rechnet.“ (Zweiter Sonodalbritf, Seite 50.) 8. „Dieſe alle“ (welche außer der ſichibaren lutheriſchen Kirche ſich als wahre Gläubige be— finden), „wo man ſie findet, gehören zu der Ei⸗ nen ſichtbaren Kirche und Gemeine Got⸗ tes auf Erden: ſäßen ſie auch mitten unter Päpſtlern, Calviniſten, Türken, Heiden, ꝛc. Sie ſind Lutheraner.“ (Informatorium I. 2) „In dieſer Einigen, wahren ſichtbaren Kir⸗ che iſt die ſogenannte unſichtbare, ſonſt nir⸗ gends.“ (Ib.) „Wie nun der Glaube an die reine Lehre und Sacrament, ſo iſt Gottes Reich an dit wahre ſichtbare Kirche verbunden. Und aller wahrer lebendiger Glaube, der durch's Wort in den Herzen der Menſchen auf Erden iſt, gehört in die ſich tba⸗ re lutheriſche Kirche; ſo wie alle reine Lehre, die irgendwo auf Erden erſchallt, auch darein gehört. Gehört aber Wort und Glanube drein, ſo gehört die ſelig werdende Seele auch drein, und iſt an ſie verbunden, und wird in ihr zur ewigen Herrlichkeit zubereitet. Alles, was beru⸗ fen iſt und dem Worte Gottes glaubt und gött⸗ lich lebt, zaͤhlet Gott in die ſichtbare lutheri⸗ ſche Kirche hinein, und Alles, was darin heu⸗ chelt und trügt, zählet er hinaus. Es iſt nur Eine Kirche, die allezeit berufen und erkannt wird auf den Grund der Apoſtel und Propheten d. i. auf reine Lehre und Sacrament.“ (2. Sop⸗ nodalbrief S. 233 —— 237 * fution oder Widerlegung, welche die Papi⸗ ſten im Jahre 1530 dem 7. Artikel der Augs⸗ burgiſchen Confeſſion entgegen ſetzten, wo es heißt: „Daß allezeit müſſe eine heilige chriſt⸗ liche Kirche ſein und bleiben.“) 8. Die Kirche iſt ſich tbar und ſchließt in ihrem Schooße Gute und Böſe ein. Dieſe Kir⸗ che aber iſt bekannt und vergleichbar einer auf einem hohen Berge gelegenen Stadt, die von al⸗ len Seiten geſehen wird. . . . Hieraus folgt, daß nur drei Arten von Menſchen von ihr aus⸗ geſchloͤſſen werden, erſtens die Ungläubigen, dann die Ketzer und Abtrünnigen, endlich die Excom⸗ municirten. . . . Als die erſte Eigenſchaft wird in Glaubensbekenntniß der Väter angegeben, daß ſie Eine ſei. . . . Eine zweite Eigenſchaft der Kirche iſt, daß ſie heilig iſt. . . . Die dritte Eigenſchaft der Kirche iſt dieſe, daß ſie e a⸗ theliſch d. i. allgemein genannt wird. . ... Alle Gläubigen, die von Adam an bis auf die⸗ ſen Tag geweſen ſind, oder die ſein werden bis an der Welt Ende, und die den wahren Glauben bekennen, gehören zu eben dieſer Kirche. . ... Allgemein heißt ſie auch deswegen, weil alle, die das ewige Ziel zu erlangen wünſchen, ſie ebenſo feſthalten und umfaſſen müſſen, wie Jene, die in die Arche eingingen, um nicht in der Sündfluth umzukommen.“ (Der Römiſch-Trid. Catechis⸗ mus I. 10, 7. ff.) Es gibt jedoch der Jeſuit Ebermann zu: „Derjenige, welcher ohne ſeine Schuld irrig iſt und bereit, ſich der catholiſchen Kirche anzuſchließen, wenn er den Irrthum ein⸗ ſehen würde, wird in Wahrheit und vor Gott unter die Glieder der ſichtbaren eatholiſchen Kir⸗ cht gerechnet.“ (Parallela ceclesiae verae et kalsge p. 97.) — —— Gliedern forderten; jene (die päpſtiſchen) aber beraußtt⸗ ten, dit Kirche werdi beilig genanni von den inneren Urſachen (rer Kirche), nebntich von Gott, vom Wort, von den delli⸗ genden Sacramenten, nicht aber von der Heilig'eit, welche dit Slicrer emplanngen baben. . .. Das Weſen der Rircht (aber) iſ die innertiche Vereinngung mit dem Haupte Cbrißo durch den Cinſluß des G.aubens und der Heiligkeit und dit Vereinigungmit den Gläubigen in der ganzen Welt nach deu ſeiten Eigenſchaten.“ (Hülſemann's Vonleſunzen über die Concordieuſormel. p. Si9. ff. 8. „Es benebrt“ (der Jeſuit) „Kede von den Erangeli⸗ ſchen zu erweiſen, daß bei ivnen dit wahre Kirche Cbrisi ſti, davon wir in unſerm viauttasſomboro ſagen: Ich ziaukt Eine beiige catyotiſche (allgemeint) Rircht.. . Hierrti il zu crinnern, erſlich, datz nach gemeiner Art zu reden durch die warre Kircht Crriſti rie ganze chriſtlicht und auf Erder noch ſtreitende Kirche rerſianden werde, welcht, weil ſit nut eine einige in der ganzen Welt iſt, blos bin die wahrt Kit⸗ che Ckriſi genaunt wird, eben wie man von der Sonuen, dit nur Eine am Himmei iſ, nicht eine Senne, ſondern die Sonne zu ſagen pileget, und Jedermann darurch rie Sonnt, welche am Hinimel iſt, in indiviguo nnd in ſonderktit verkt⸗ bit. Weil aber die allgemeine Kirche Cbriſti in viel Tbti ſich zertbeülct, deren jeder eine wabre Kirche Cbriſti recht gentnnet wire, ſo pflegtt man anch von Criſi Kirche, wenn nicht ti⸗ geutiich von der ganzen Univerſal⸗Kirche gehandelt wird, als von vielen, oder von Cinem desgleichen noch mebr gefun⸗ den werden, zu reren, und zu ſragen z. E.: Ob bei den lu⸗ treriſchen eine wahre Kirche Chriſti ſeie Wenn denn die Lu⸗ beraner von ilrer Kuche nicht anegeben, daß ſie die ganje allgemeine Kirche Cbriſti ſei, als bar man in gegenwärtigen Streit Keddens Art zu reden, ſich billig zu euerten. W1 es denn ein rechter Glauben artikei iſ, daß Cpriſius alleztu wahre Gläubigen, die ihm geiſtlich vereiniget ſeien und eint catboliſche Kirche machen, auſ Erden erbält, ob wir glrich, wer und wercde ſit jeien, weder mit äußtrlichen Sinnen, noch mü unſerer Vernunft gewiß errennen und von andern unier⸗ ſeiden tönnen. . .. Weraus denn erbellet, daß vin teiner ſichtbaren uud an gemiſſen Ort und Enden unrſchriebenen Kirche könne recht geſagtwerden, daß ſie ſei die wahre Kirch e, davon wir in unſerem Glauben ſagen: Ich glaube Ein beilige catholiſche Kirche. ... Eben ſo wi⸗ uig kann von einer gewiſſen ſichtbaren Verſammlung geſagt werden, daß außer ihr kein Heil ſei. Denn weil die allgemeine Kicche Chriſti ſich wei'er erſhreckt, als eine jegliche ſichtbare Verſaum⸗ lung, und ibre Giie der unter mancheriei Verſammlungen ke⸗ rufener Chriſten in der Weit bat, ſo muß anßer einer jeden derſelben auf gewiſſe Maaße noch Heil und Seligktit zu ſin⸗ den ſein. ... Nun aber iſt dicſe weder des ſeligen vutheri, urch der Evangeliſchen Lutberiſchen Kirchen Meinung oder Ledre jemals geweſen, ſondern Lutberns geſiebet, daß din Univerſal- oder allgemtine chriſiliche Kirche ſich wener erſirecke, denn die lutberiſche Kirche, wie dieſelbe in gemeiner Art zu re⸗ den genonimen und als eine ſichtbart Verſammlung de⸗ trachtet wird. Denn er ſaget frei, daß die allgemeine criſſi⸗ che Kirche in alle Welt ſich ausbreite und kabe ibre Witdma⸗ ßen anch zum Tbeil unter der römiſchen Kirche, jn unter Tür⸗ ken, Perſen, Tartaren und allentbalben. Dieſes aber ſaget werer er noch andere evangeliſche vehrer von der lutberiſchen Rirche, ſofern dieſelte als eine ſichtbare Kirche von der römiſehen und andern ſireitenden Partbeien unterſchitden wird; ſondern unſere beſtändige Meinnng iſi, daß die Evangeliſche Lutheriſche Kirche eine Particularkirche, und alſo ein Tbeil der einigen allgenteinen chriſtlichen Kircht, ſei. .. Es bedenke“ (dahr „der chriſniche Leſer, wie von den Evangeliſchen urit Fug Recht könne geierdert werden“ (von dem Zeſuiten Kedd „dasjenige zu beweiſen, was ſie nicht bejaben, ja, was ſie lengreu und ſeibſwals falſch und irrig verwerfen.. .. Hi aber bejaben die lutberiſchen nicht, daß bei ihnen allein dit ti⸗ nige chriſiliche catholiſche Kirche ſei, außer welcher kein Heil ißu, ſondern verwerfen dies als einen irrigen und jal ſchen Wahn, den ſie von ibrer Kirche nie geſchöpft oder vertteidigt baben.“ (Vertheidigung des unbeweglichen Grundes, deſſen der Auge⸗ burgiſchen Confeſſion verwandte Lehrer zum Beweis ihren Kirchen ſich gebrauchen, zuwörderſt Lodoci Reddene, Zefui⸗ tens, Sephiſtereten entgegen geſettt von Dr. Johann Muſäus. Jena, 1654. Seite 7. ff.) (Eingeſaupt.) Hochwürdiger Herr Profeſſor! Es gereicht mir zu großer Freude, Ihnen und den lieben Leſern des „Lutheraners“ die Mittheiluug machen zu können, daß meine Ge⸗ meinde ſich jetzt zu den Gottesdienſten in einem eigens dazu eingerichteten Loeale verſammeln kann, während früher die Gottesdienſte in einer Halle gehalten werden mußten, in der nicht ſel⸗ ten durch die mancherlei darin abgehaltenen Ber⸗ ſammlungen von Vereinen unangenehme Stö⸗ rungen vorkamen. Zugleich kann ich nicht umhin, Eiuiges über die freudenvolle Einwei⸗ hung dieſes Locales zu berichten. — Am Mor⸗ gen des 11. Sonntags uach dem Feſte der Drei⸗ einigkeit verſammelten ſich zu dem Zwecke die Glieder meiner Gemeinde und vicle der kieben Glaubensgenoſſen — Männer und Frauen, Söhne und Töchter — der Gemeinde zu Bal⸗ timore, welche zur großen Freude meiner Ge— meinde zum größten Theile am Feſtmorgen in aller Frühe hier eingetroffen waren, in dem al⸗ ten Predigtlocale. Nachdem ich einige Worte über 1. Moſ. 23, 10. zum Abſchiede aus den alten Locale geſprochen hatte und der 3. Vers von Nro. 9. in unſerm Geſangbuche geſungen war, ordneten ſich die Anweſenden zu einem Zuge. An deſſen Spitze gingen die Schulkinder. Nach ihnen kamen die briden Herren Paſtoren Keyl und Sommer — der erſtere mit der Bi⸗ bel; der letztere mit dem Geſangbuche — und ich in deren Mitte mit der Agende — alle drei im Chorrock und mit Barett. Uns folgten die Vorſteher, den Kelch, die Patene, Hoſtienſchach⸗ tel, Abendmahlskaune und das Taufbecken in der Hand. Hierauf folgten die Männer u. Frauen meiner Gemeinde und hinter ihneu die Frauen 34 u. Männer der Baltim. Gemeinde. Es war ein lieblicher Anblick, dieſen Zug auf einer kangen Hir 4