# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1845 12 22_S33 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Lutheraner. „Gottes Wort und Luthers Lehr' vergehet nun und nimmermehr.“ Herausgegeben von C. F. W. Walther. Jahrgang 2. St. Louis, Mo., den 27. December 1845. No. 9. Bedingungen: Der Lutheraner erscheint alle zwei Wochen einmal für den Subscriptionspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterschreiber, welche davon die Hälfte vorauszubezahlen und das Postgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne Nummer für 5 Cents verkauft. Christliche Neujahrsbetrachtung. Von Johann Gerhard. Ueber den Namen JEsu. Was ist lieblicher als der Name JEsu! O, liebster HErr JEsu, sei auch mein JEsu; erbarme Dich meiner um Deines heiligen Namens willen. Mein Leben verdammt mich, aber Dein Name, JEsu, wird mich heilen. Um Deines Heilands-Namens willen thue an mir nach Deinem Namen, und nimm Dich, da Du der wahre und große Heiland bist, auch der wahren und großen Sünder an. Erbarme Dich mein, liebster JEsu, in der Zeit der Erbarmung, damit Du mich nicht einst in der Zeit des Gerichtes verdammest. Der Schooß Deiner Barmherzigkeit wird nicht enger werden, wenn Du mich in demselben aufnimmst. Du wirst nicht weniger reich werden, wenn Du mir Brosamen Deiner Güte zukommen lässest. Du bist mir zu gut geboren, mir zu gut beschnitten, Du bist mein JEsus worden. O wie ist dieser Name so süß, so ergötzlich. Denn was heißt JEsus anders als Heiland, Erlöser, Seligmacher und welches kann die treffen, die Du erlöset hast. Was haben wir außer der Seligkeit noch zu bitten und zu verlangen? O HErr JEsu, nimm auch mich unter die Zahl Deiner Jünger auf, daß ich mit ihnen Deinen heiligen und seligmachenden Namen loben könne. Habe ich Dir denn mit dem Verlust meiner Unschuld auch Deine Barmherzigkeit rauben können? Kannst Du, o mein Erbarmer, mich nicht dennoch selig machen, obgleich ich armer, elender Mensch mich verloren und mich der Verdammniß schuldig gemacht habe? O HErr, vergiß beim Anblick meiner Sünden nicht Deiner Barmherzigkeit. Laß meine Sünden nicht Dein Verdienst überwiegen, vergiß über meinem bösen Wesen nicht Deiner Güte. Gedenke nicht Deines Zornes gegen den Schuldigen, sondern Deiner Barmherzigkeit gegen den Elenden. Könntest Du, der Du mir die Seele gegeben, um mit ihr nach Dir mich zu sehnen, Dich dieser meiner Sehnsucht entziehen? Könntest Du vor mir, da Du mir meine Unwürdigkeit und gerechte Verdammniß geoffenbaret hast, Dein Verdienst und die Verheißung des ewigen Lebens verbergen? Meine Schuld wird vor Deinem göttlichen Richterstuhle gerichtet werden; aber dessen tröste ich mich, daß Dir im Himmelshofe der Name Heiland beigelegt ist; dieser Name ist vom Himmel durch den Engel uns herniedergebracht. O erbarmungsvoller JEsu, wem willst Du JEsus sein, wenn Du es den nach Gnade und Heil verlangenden, armen Sündern nicht sein willst? Die auf ihre eigne Gerechtigkeit und Heiligkeit bauen, suchen in sich ihr Heil: ich aber fliehe zu Dir, finde in mir Nichts, wodurch ich des ewigen Lebens werth würde. Mach den Verdammten selig, den Ungerechten gerecht, erbarme Dich des Sünders, sprich den Angeklagten frei. HErr, Du bist Wahrheit, Dein Name ist heilig und wahr; darum werde er auch an mir wahr; sei auch mein Jesus, mein Heiland. Sei mein JEsus im Leben, mein JEsus im Sterben, mein JEsus im jüngsten Gericht, mein JEsus im ewigen Leben. Ja Du wirst es sein, liebster JEsus, weil Du wie in Deinem Wesen, ebenso auch in Deiner Barmherzigkeit unveränderlich bist. Dein Name, HErr JEsu, wird Dir nicht um eines so armen, elenden Sünders willen, wie ich bin, verändert; nein, gewiß willst Du auch mein Erlöser sein. Du wirst den zu Dir Kommenden nicht von Dir stoßen, Du wirst dem die Aufnahme nicht versagen, dem Du den Willen zu kommen gegeben hast. Mag mich auch die Schuld der Erbsünde, meine in Sünden erfolgte Empfängniß, die in Sünden und unter dem Fluche geschehene Bildung meines Körpers, meine sündige Geburt verdammen, Du bist und bleibst dennoch mein Heiland und mein Heil. Auch wenn mich die Sünden meiner Jugend, mein ganzes unter Sünden zugebrachtes, von Sünden beflecktes Leben verdammt, Du bist und bleibst dennoch mein JEsus. Verdammt mich auch der um meiner vielfältigen Verschuldungen willen verdiente Tod, Du bist dennoch mein Heiland, ja Du bleibst selbst mein JEsus, wenn mich der strengste Urtheilsspruch des jüngsten Gerichts verdammt. In mir ist Sünde, Verwerfung, Verdammniß; in Deinem Namen Gerechtigkeit, Erwählung und Seligkeit. Denn in Deinem Namen bin ich getauft, an Deinen Namen glaube ich, in Deinem Namen will ich sterben, in Deinem Namen auferstehen, in Deinem Namen vor Gericht treten. In Deinem Namen ist uns Alles bereitet und wie in einem Schatze eingeschlossen. Von diesen Gütern verliere ich nur, was ich mir selbst durch Unglauben entziehe. O liebreicher JEsu, bei diesem, Deinem Namen bitte ich Dich, laß ferne von mir sein, daß ich nicht durch meine Schuld, durch meinen Unglauben verdammt werde, der Du mich durch Dein theures Verdienst und Deinen heilbringenden Namen zu erretten begehrst. (Aus der lutherischen Kirchenzeitung.) Welches sind die leitenden Grundsätze zur Bildung rechtgläubiger Synoden der luth. Kirche in hiesigen Landen? Ein brüderliches Wort zur Besprechung und Erörterung dem Geichgesinnten und Zugeneigten dargeboten. (Fortsetzung.) § 2. Ueber Bildung von lutherischen Synoden allhier im Allgemeinen. Da hiesigen Landes Kirche und Staat völlig getrennt sind, und eine unbedingte Glaubens-Freiheit eingeräumt ist, so nimmt sich natürlich der letztere, als Rechtsanstalt, nur solcher Verhältnisse der verschiedenen kirchlichen Gemeinschaften und Glaubensparteien in seinem Bereiche an, die eines äußerlichen Rechtsschutzes bedürftig sind. Dahin gehören z. B. liegende Gründe, Kirchengebäude sammt ihren Incorporations-Acten ꝛc. Von dem Wesen, dem Bekenntniß, der Lehre und Weise irgend einer besondern religiösen Gemeinschaft nimmt aber hieselbst die weltliche Obrigkeit keine amtliche Kenntniß. Eben so wenig bestätigt sie solche Kirchen und Glaubensparteien und gestattet denen freie Religions-Uebung, deren leitende Grundsätze durch und durch wider die Grundlehren der heil. Schrift und die im eigentlichen Sinne des Wortes Secten sind, d. i. Ausschnitte aus der christlichen Kirche, wie z. B. die Unitarier und Socinianer, welche die Dreiheit der Personen in dem einen göttlichen Wesen und die Gottheit Christi leugnen. Und eben so wenig macht hieselbst der Staat in Bezug auf sein Verhältniß zu den einzelnen Kirchen und religiösen Gemeinschaften einen Unterschied zwischen ihrem rechtlichen Bestehen und ihrem bloßen Geduldetsein, wie etwa z. B. in Bezug auf die Juden. Und da also hier