# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1852 12 21_S69 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Satze nur Grabäu's Erwähnung thut? Warum ſetzte er denn dann in dem er ſten Satze ſein „ꝛe.“ hinzu? Doch offenbar da— rum, weil er fürchtete, er möchte in dein Bei— wagen auch ein Plätzchen erhalten? Oder wollte er etwa ſagen, nur was wir über Grabau ſchreiben würden, ſeien Lügen, über ihn ſelbſt aber würden wir die reine Wahrheit oder gar nichts mehr ſchreiben? — Und geſetzt, er glaubte ſonderbar genug das letztere, iſt es denn etwa weniger lächerlich, daß er ſchon im Voraus be— hauptet hat, wir würden über Grabau Lügen ſchreiben? Ohne Zweifel hat das Herr Win⸗ kler ſelbſt recht gut gefühit und daher unter⸗ laſſen, die betreffenden von ihm gebrauchten wenigen Worte zu ſeiner Rechtfertigung wieder abdrucken zu laſſen. Es wäre gewiß gut, wenn ſich Herr Winkler dieſe Sache merkte und künf⸗ tighin, wenn er ſo liberal das Lügnerdiplom auszutheilen verſucht wird, erſt die Folgen reif— lich überlegte; damit er nicht wieder gezwungen würde, eine alte ungerechte Beſchimpfung mit einer neuen zuzudecken zu ſuchen, da es nun einmal unter den Herrn Buffaloern nicht Sitte zu ſein ſcheint, Unrecht einzugeſtehen, ſondern ſolches Eingeſtändniß nur von Anderen zu for⸗ dern, nach der alten bekannten Maxime gewiſſer Leute: Sic nos, non nobis! d. h. ſo thun wir, ſo darf man aber uns nicht thun! — Wer iſt nun der Lügner? — Kirchliche Nachrichten aus Deutſchland. In einem Privatbriefe von einem Freunde Herrn Paſtor Löhe's heißt es: „Harleß iſt bereits in München angekommen. Er hatte nur dann den Antrag anzunehmen ſich bereit zerklärt, wenn eine völlige Trennung der Con⸗ feſſionen auch im Kirchenregimente und eine größere Unabhängigkeit der Kirche vom Staate eintrete. In dem erfolgten Amtsantritt Har⸗ leß' erſcheinen alſo die Bedingungen der An- nahme ſeiner Vocation zugeſtanden. Höfling in Erlangen iſt Oberconſiſtorialrath geworden neben Böckh und Faber. Den größten Hemm⸗ ſchuh wird Harleß an der halblutheriſchen Par thei finden ... doch der Erfolg wird's lehren. Wir nehmen derweilen die durch die Schwa⸗ bacher Erklärung angekündigte Sonderſtellung in Bezug auf die Abendmahlsgemeinſchaft ein. Im Einzelnen rückt der Kampf in den Gemein⸗ ven vor. NUrnberg hat in der eben gehal⸗ tenen Synode die Aufhebung einer ſie be⸗ treffenden kirchenrechtlichen (unioniſtiſchen) Be⸗ ſtimmung über gemiſchte Abendmahlsgemein⸗ ſchaft zwiſchen Lutheranern und Reformirten beantragt, ebenſo die Abnahme ſeelſorgerlicher Funktionen lutheriſcher Anſtalten daſelbſt von der Hand des reformirten Pfarrers. Drei Pa⸗ rochieen mit ihren ſämmtlichen Pfarrern dahier haben die Aufhebung der Abendmahlsgemein⸗ ſchaft gegen ihre Beichtkinder erklärt. Einen ähnlichen Sieg hat die lutheriſche Sache in Augsburg gewonnen, wo 1400 Reformirte den lutheriſchen Pfarreien einverleibt ſind. Der Dekan und Kirchenrath Bomhard hat ſich hier genöthigt geſehen, die Reſormirten von ſei⸗ —nem Abendmahle und von ſeiner Kirche auszu⸗ ſchließen und ſie an die anderen Kirchen zu ver⸗ weiſen. Aehnlich wird der Kampf in einzelnen kleinen Land⸗und Stadigemeinden geführt, wo — 68— zeugenkräftige Glieder der Gemeinde ihre uni⸗ oniſtiſchen Pfarrer noͤthigen, die unirte Aus— theilungsformel abzu thun und die Abendmahls⸗ gemeinſchaft mit Reformirten aufzuheben, oder wo dies auf Anregung der Gemeindeglieder freiwillig von Dekanen nnd Pfarrern geſchieht. So wächſt die Zahl der Gemeinden, die durch erneuertes. Bekenntniß zum Lutherthum ihren lutheriſchen Charakter unzweifelhaft ma⸗ chen und damit ihren Beitritt zu unſerer Son⸗ derſtellung erklären. So ſehen Sie, daß unter dieſen Umſtänden von einem Austritt nicht die Rede ſein kann. Unſere zuwartende Stellung nehmen wir aber doch ein, bis die Sache ge— ordnet iſt. Die Badener und Naſſauer Lutheraner werden ſehr bedrückt, überhaupt die freien lutheriſchen Gemeinden. Die Synode der Preußen iſt auch vorüber; es waren ei⸗ nige Brüder von uns dort. Es iſt alles in der größten Einigkeit des Geiſtes geſchehen. Die ſchwierigſte Frage wegen des Verhältniſſes zu den Laͤndeskirchen und ihrer Anerkennung wur⸗ de als noch nicht reif genug vertagt.“ — So weit der Schreiber. Der liebe Leſer ſieht, man geht in Deutſchland, wenigſtens in Bai⸗ ern, vorwärts, indem man zurückgeht. Die liebe Union aber geht überall, wo ein wenig die Sonne der Wahrheit zu ſcheinen anfängt, wie zu ſammengeleimte Topfſcherben auseinander. Daher kommt es wahrſcheinlich, daß unſere Herrn Unioniſten hier im Weſten jetzt ſo eifrig leimen. Horffentlich werden dieſe Herren es hier flüger anfangen, als vie unioniſtiſchen Keſſel⸗ flicker in Deutſchland, und ihre Töpfe vor al⸗ lem vor jedem Sonnenſtrahl der Wahrheit flei⸗ ßig verwahren und hübſch im Schatten ſtehen laſſen. ö — —— Abendlied für Kinder, zunächſt am heiligen Chriſtabend. Von F. W. H. O lieber, ſüßer Jeſus Chriſt, Der du mein Gott und Heiland biſt, Ich bitte dich, erbarme dich In Güt und Gnaden über mich! Die ganze Welt neigt ſich zur Ruh; — So eil' auch ich dem Schlafe zu. Ach ſchließ mich in die Arme dein, So ſchlaf ich ſicher, ſanft und fein. Vergieb mir alle meine Schuld; Und habe ferner noch Geduld Mit deinem ſchwachen Kindelein, — Du liebſter, beſter Heiland mein! Du wardſt ja einſt ein kleines Kind, — Doch freilich ohne alle Sünd' — Und ruhtſt an deiner Mutter Bruſt Der Engel und der Menſchen Luſt. Ein Stall war dein Schlaf kämmerlein; Die rohe Kripp' — dein Bettelein; Nur Heu und Stroh — dein Lägerlein; Ein Windeltuch — dein Deckelein! Da lageſt du — auch mir zu gut; — Vergoß'ſt am Kreuz für mich dein Blut; — So nimm mich nun in deine Hut, Und mache mich auch fromm und gut! Und nimm mich nach dem Erdenlauf In deinen ſchönen Himmel auf, Wo ewge Freud' und Wonne lacht. — Nun, liebſter Heiland, gute Nacht! Woher die Weihnachtsnüſſe ſtam⸗ men? — Claus Harms meint: von jener Sage, da auf Wer Flucht nach Aegypten die heilige Jungfrau⸗-Mutter mit dem Chriſtkind⸗ — lein Hunger litt, und der Pflegvater Joſeph in den Wald ging, Nüſſe fand und ihr brachte, — eine Sage, die bei den Muhammedanern noch im Schwange iſt. Briefkaſten. 37 Eremplare vom 6ten Synodal-Bericht et Synode von Miſſouri ſind wegen unzureiche der Auflage nicht verkäuflich. ö Durch Herrn G. Wiedemann von Mitglie⸗ dern der Gemeinde zu Baltimore 12 Dollars erhalten zu haben beſcheinigt mit hetzlichen Danke J. Ch. W. Lin demann. F. W. N. 18. 52. In der Erpedition des „Lutheraner“ iſt zu haben: ö Lutheriſcher Calender auf's Jahr 1853. herausgegeben von S. K. Brobſt u. Co., A. lentown, Pa., das Stück zu 5Cts. X Erhalten a. zur Synodal⸗Caſſe: bon Hrn. Pſt. Wichmann in Cincinuati „ Ottmann daſelbſt „ Birkmann in Waterloo, Ill. „J Hattſtädt (für den Colporteur) 91⁰⁰ 7⁰04 14⁰0 3 0⁰0 4 7· . . 7. 7. b. zur Synodal-Miſſiens-Caſſe: „Hrn. Fr. Schneller in St. Louis —00 . Chriſſian He ſſe „der Gemeinde in St. Louis 9³ „ Wittwe Eilbracht durch Hrn. Pſt. Birkmann 3⁰⁰ „„ Hru. A. F. D. D. 2⁴⁰ c. zum Unterhalt des Concordia-Collegt: von der Gemeinde Altenburg, Perry Co., Mo. 10,00 d. für arme Studenten: Vacut. Ee. zur unterſützung des hitſigen College⸗ 4 * ues: von einem Ungenannten in der Gemeinde des Hrn. Pſt. Rennicke 10/H „ Hru. n Oberwahrenbrock 2⁰ „ „, amme in deſſen Gemeinde 2⁰⁰ „ einigen andern Giedern derſelben Gem. 2⁰ „einigen Gliedern der Gemeinde des Orn. Pſt. Riedel in Franklin Co., Mo. 10⁰⁰ und zwar: ö Bel., Sch. 3., Walk., Pob., Fies.: — à 81,00. — El. 32,50., Fl. 82,00., Ahl. 5Cts. C. D. R. in St. Louis 25%⁰0 r im Großherzogtyum Mecklenburg Schwerin veran ſiaſteten Kirchen-Coilecte, durch den Ober-Kirchen⸗Rath zu Schwe⸗ rin überſendet: von der Gemeinde des Hrn. Pfl. Wichmann in . Orn. Ertrag de 9•5,%7 Cincinnati, O. erſte Sendung: 10500 Nachträglich von den Gemeinden des Orn. Pit. + Hattſtädt in Monrot, Mich. 2 von Hrn. Arndt * „Pſt. Seidel in Neudettasan und ſeiner St. Johannes aupr u. A. Conf. nemlich: D. 83,00., E. 32,00., F. 82,00 G. 42,00., H. 5J,/00. von der Gemeinde des Herrn Pft. Rauſchert zu Clifty, Bartholomew Co., Ja. 7. 2 „ rn. A. F. D. D. durch Orn. Paſtor Frederking bei Jefferſon Cüy cinge ſandt 7O589 und zwar: 33,30. in der Zionskirche geſammelt. — 61,10. in der Pemeinre an der Oſage. —5. von Nitderwimmern aus dem 4 en R. Z. Oe ſierreich. 62,00. von F. W. Barthel, Caſſnr. Bezaͤhlt den 6-8. Jahrg. Herr Peter Lind. „ 28.„½ Chriſtioph Dießel. „ 8. Zahrg. die HH. Calowsl9, Pit. Haltſtädt (5 Ar.) Michael Hochmutb. Hartmaͤnn, Heinr. 456 Juſt, Wilbeim Roͤdiger, Pſt. Röbbelen (I7 Er. Peter Ziegenheimn. * „ 9. Jahrg. die HH. Heinrich Hüpalnen P. Vipput, Brackmann, Flettmann, D. Hübner, F. Halh, Wilhelm Hülskötter, J. B. Hahn, Paſtor Nattan Jäger, Pft. Mattfeldt, Pſt. Fr. Seerun, Hel Fr. Reiß, Heinr. Reit, J. H. W. Sitring, Htim. Chriſtoph Senne, W. Schnur, x. Sauer, Hinni Sporleder, Dietrich Thöle, Paſtor Wichmavr ( Ex.), Waldenhorſt, G. Zurſtadt.