# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1852 12 07_S63 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Alte Gedächtnißverſe auf die Sonntags⸗ und Feſttags! Himmelfahrt —62— Evangelien. Eraudi Pfin 1. Advent Zeuch, Zions König, bei mir ein: Pinghmuntag 2. Advent So ſchreckt mich kein Gericht! Trinitatis 3. Advent Erwarteter! du biſt's allein, 1. n. Trin. 4. Advent Von dem d. Stimme ſpricht. 2. Weihnacht Willkommen Gott und Menſchenkind, 3.„— „ Sonnt. n. Weihn. Der Alten Lobgeſang. 4. „ Neuj. (Beſchn.) O Jeſu, des Geſetzes End' 5. „ „ Epiph. Feſt Vom Auf⸗ zum Niedergang! 6. „ „ S. n. Neuj. Er weicht dem Trotz des Wüthrichs aus; 7. „ „ 1. n. Epiph. Wird Lehrer als ein Knab'; 8. „ „ 2. ,. „. Macht Wein in Kanä Hochzeithaus; 9. „ „ Er 3.„ „ Treibt Gicht und Ausſatz ab. 10., „ „ Er ſchläft und ſtillet Wind und See; 11., „ .„ „ Zeigt, wann das Unkraut weicht; 12.5 „ „ „ Glänzt auf dem Berg wie Licht und Schnee; 13.7 Septuageſimä Lehrt, wer den Groſchen reicht. 14., „ Serageſimä Er ſpricht vom böſ' und guten Land, 15., „ Eſtomihi Vom Kreuz; ſchenkt das Geſicht; 16., Invoravit Weiſed den Verſucher von der Hand; 17., „ Reminiſcere Verſchmäht das Hündlein nicht. 18., „ Oculi Ein Stummer ſpricht, man ſchmäht ihn ſehr; 19., „ Lätare Fünftauſend macht er ſatt; 20., „ Judica Von Abrams Freude zeuget er, 21., „ Palmſonntag Zeucht ein in Salems Stadt. 22., „ Oſterfeſt Er bricht vom Tod und Grab hervor; 23., „ Oſtermontag Schließt fich an Wand'rer an; 24., „ Quaſimodogeniti Bringt Frieden, ſtärkt der Jünger Chor. 25., „ Miſer. Dom. Thut, was kein Miethling kann. 76., „ — Jnbilate Er ſpricht von kleiner Traurigkeit, 27., — Cantate Von's Geiſtes Troſt und Zucht; * Rogate Aberglaube und Abgötterei in der rö⸗ miſchen Kirche, noch neuerlich eingeſtanden in dem Cincinnatier ſogenannten „Wahrheitsfreund.“ Diejeuigen unter den Proteſtanten, welche keine papiſtiſchen Zeitſchriften und ſonſtige papi— ſtiſche Schriften der Gegenwart, ſondern etwa nur ſolche proteſtantiſch ſein ſollende Schriften le⸗ ſen, die in unioniſtiſcher Religionsgleichgültigkeit der roͤmiſchen Kirche nur Eomplimente machen, mögen wohl häufig nicht ahnen, was für aber⸗ gläubiſches und gottesläſterliches Zeug noch im⸗ mer von den Papiſten in die Welt hinausgeſchrie⸗ ben wird. Mancher, welcher jetzt in Luther's Schriften von den Gräneln des Papſtthums lieſt, mag wohl meinen, eutweder habe der liebe Lu— ther die Sache übertrieben, oder die römiſche Kirche habe ſich wahrſcheinlich nun gebeſſert. So viel iſt nun wohl wahr, dahin iſt es aller⸗ dings durch die Lutheriſche Reformation gekom⸗ men, daß man der Schanden und Laſter, die man vorher vielfach ohne Scheu trieb, ſich zu ſchämen angefangen hat; was aber die Gräuel der Le h⸗ re betrifft, beſonders der Lehren, welche das Anſehen der „Geiſtlichen“ ſtützen und Geld und Gut einbringen, davon hat die antichriſtiſche Kirche ſich ſo wenig gereinigt, ſo wenig „ein Mohr ſeine Haut oder ein Parder ſeine Flecken wandeln“ kann. Jede Nummer des Cincinnatier „Wahrheits⸗ freundes“ und der Oertel'ſchen „Kirchenzeitung“ liefert Belege für unſere Behauptung. Diesmal nur einen Beleg aus dem erſt genannten Blatte. In demſelben leſen wir nehmlich (in der Num⸗ mer vom 11. vorigen Monats) unter Anderem Folgendes: Sagt Kindern: Nun iſt Betens Zeit; der Hölle aber ewig dauern. —— Fährt auf; ſein Werk bringt Frucht. Sein Troſt verſüßt den Haß der Welt; Sein Geiſt bringt Frieden mit. Gott liebt wohl den, dem's Licht gefällt. Folgt Nicodemi Schritt! Er zeigt, was Höll' und Himmel ſei, Wie man das Mahl verſchmäht; Das Schaf, der Groſchen kommt herbei, Schau, wo der Balken ſteht! Sein Wort thut einen großen Zug, Und lehrt Gerechtigkeit. Viertauſend eſſen Brod genug; Ein Wolf kommt oft verkleid't. Weint, als er Salem ſah; Beſchreibt ein ſtolz und niedrig Aug', Dann ſpricht er: Hephata! Preiſt ſelig, lehret, wie man liebt; Und heilt zehn Männer drauf, Verwirft das Sorgen, das betrübt, Weckt Nain's Jüngling auf. Heilt Waſſerſucht, lehrt Niedrigkeit; Lehrt vom Geſetz und Sohn; Heilt Gicht nnd ſchenkt Gerechtigkeit; Ein Gaſt kriegt böſen Lohn. Der Sohn des Königiſchen lebt; Der Knecht vergißt's zu leicht. Gebt Gott, und auch dem Kaiſer gebt! Der Tod und Blutfluß weicht. Verwüſtung kommt auf Stadt; Laßt uns ;ur Rechten ſtehn! Halt unſere Lampen ſtets im Brand, Daß wir zur Hochzeit gehn! zeigt, wozu der Mammon taug', I. Vom Fegefeuer: „Hier muß ich anmerken, daß es durchaus kein Glaubensſatz iſt, was ein einzelner Heiliger ſpricht, wiederum aber iſt es gewiß, daß das Fe⸗ gefeuer entſetzliche Peinen in ſich ſchließt, denn darin ſtimmen alle Kirchenlehrer und alle Heili— gen aller Jahrhunderte überein. Der heilige Cyrillus ſagt, daß die Peinen des Fege⸗ feners von den Peinen der Hölle nur verſchieden ſind in ſo fern, als die Peinen des Fegefeuers nur eine Zeit, die Man leidet im Fegefeuer nicht ewig, aber oft recht lange. Leichte Fehler werden dort mehrere Jahre lang, große Sünden, die hienieden noch nicht vollkommen ge⸗ büßt ſind, werden dort manchesmal Jahrhunder⸗ te lang geſtraft.*) Zum Beweiſe, daß die Kirche dieſer Anſicht nicht widerſpricht, dienen die ſogenannten ewi— gen Stiftmeſſen, welche noch jährlich geleſen werden, obgleich die Stifter 600 Jahre und noch laͤnger ſchon todt ſind. So furchtbar aber auch die Peinen des Fegefeuers ſind, ſo ſind ſie doch bei Allen nicht gleich. Aber dieſes gilt von allen armen Seelen, daß (heil. Hieronymus) „ſelbe weder gerecht handeln uoch ſundigen können,“ ſie können ſich nicht mehr helfen, bei dieſen gilt das Wort Chriſti, daß der Knecht aus den Kerker nicht entlaſſen wird, bis er den letzten Heller be⸗ zahlt hat, nicht mit Unrecht heißen ſie daher arme ) Man ſollte meinen, bei ſolcher Lehre werde die papiſti⸗ ſche Kirche wohl nicht viel Glieder behalten, aber dem iſt nicht ſo. Der uubekebrte Menſch denkt in der Regel, für den Himmel ſei er freilich nicht gut genug, aber auch für die Hölle nicht bös genng. Die Lehre vom Fegefſeuer erſcheint ihm daher ganz vernünftig und macht ihm die Hoffnung, bei allen ſeinen Sünden doch endlich noch in den Himmel ſchlüpfen zu können. Die katholiſchen Prieſter aber beſolgen den Grund⸗ ſatz: Mundus vult decipi, ergo decipiatur, d. 1. die Welt will betrogen ſein, ſo werde ſie denn betrogen. — —— Seelen. Menſch, der du dieſes lieſeſt, ſei nich empfindungslos bei allen dieſen Worten, als ob alles dieſes dich nicht treffen würde. Was ich da — ſchreibe, iſt dein kunftiges Schickſal! Laß 50 Jah⸗ re vorüberlaufen, dann ſind andere Menſchen auf der Welt, und du biſt dann eine arme Seele im Fegefeuer und haſt Alles dieſes zu leiden, was d jetzt geleſen haſt, und glücklich, wenn du noch in das Fegefener kömmſtl Wenn ſich aber auch die armen Seelen ſelbſt nicht hel⸗ fen können, ſokönnen wir ihnen zu Hülfe kommen, wie es im Buche der Machabäer ſteht .. Wir kön⸗ nen den armen Seelen im Fegefeuer zu Hülfe kon⸗ men vorzüglich durch das heiligſte Meßopfer. Eine einzige heilige Meſſe hilft 4 den armen Seelen mehr, als alle guten Werke und Gebote zuſammen⸗ genommen, die je in der Welt ver⸗ richtetwurden und werden. Bridet, ich bitte Euch, opfert Alles, was ihr immer in eu⸗ rem Leben Gutes thut, jeden Seufzer, jedes Ave Maria, jeden guten Gedanken, Alles opfert auf zum Troſt der armen Seelen. .. Mit demſelben 3 Maaße, als ihr unter die armen Seelen ausmeſ⸗ ſet, wird auch euch einſt im Fegefeuer eingemeſ⸗ ſen werden. Seid barmherzig gegen die armen Seelen, denn eure Eltern, Verwandten, Ge⸗ ſchwiſter, Kinder, Wohlthäter brennen vielleicht. im Fegefeuer! Seid barmherzig gegen die armen Seelen, denn dadurch wird Gott Vater euer Schuldner, indem ihr ſeiner Gerech⸗ tigkeit. Genüge leiſtet, was die armen Seelen erſt nach langen Leiden können .. Seid barmherig gegen die armen Seelen, höret ihr Rufen an Euch: „Erbarmet euch meiner, erbarmet euch meiner, wenigſtens ihr meine Freunde! denn ich leide hier in den Flammen große Pein!?/—* Man bedenke hierbei, die Papiſten lehren nicht eiwa, vaß die offenbar Gottloſen in das Fegeſeuer kommen; die kom⸗