# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1852 10 27_S34 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) PFFPFFPFTTTPTTTPTDTC — —— (Offenb. Job. Cav. 14, v. 6.7.) —— „Sottes Wort und LCuthers Lehr“ vergehet nun und nimmermehr.“ ————— ⏑κά— — — — —— ——————UF+IIF——— — —— — —24 Herausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten. Redigirt von C. F. W. Walther. Jahrg. 9. „St. Louis, Mo., den 26. Oetober 1852. — No. 5. Bedingungen: Der Lutberaner erſcheint alle zwei Wochen einmal für den jäbrlichen Labicrirtienevreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unierſchreiver, welche denſelben verauszube- udleu und das Poſtgeld zu tragen haben. — In St. Louis wirs jede einzelne No. für 5 Cents verkauft. aber. Rur die Briefe. welche Mittbeilungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redakteur, alle anderen welche Geſchäftliches, Beſte lungen. Abbeſtellungen, Mr. F. W. Barthei, care of C. F. GOelder 20. entbalten, unter der Adreßße W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſeuten. ́PPF F ffffDDDDDDFFFPFPFPFPFPFPFPFPFPFPDPP TTTTTC˙-ἐẽ—gͤ v⁊³ (Eingeſandt.) Der unirte Profeſſor Dr. Hengſten⸗ berg, als Seelſorger! Man ſoll Gott und nicht den Nächſten über Alles lieben, Gottes Ehre und nicht das ſcheinbare Beſte des Nächſten zu erſt ſu⸗ chen. Iſt die Gottes⸗Liebe nicht ächt, ſo taugt dit Nächſten⸗Liebe gar nichts. Wenn doch dieſe einfache Wahrheit die Herrn von der Union, und wäre es ſelbſt ein hochgelehrter Profeſſor, zu Herzen nehmen wollten! — Es ſind bekannt⸗ lich in der letzten Zeit, beſonders auch in Deutſch— land viele Proteſtanten zum Katholicismus ab— gefallen, unter andern auch der ſonſt tüchtige publiciſt v. Florencourt. Die Beweg⸗ gründe ſeines Uebertritts waren nach Hengſten⸗ lerg (ſiehe das diesjährige Vorwort der „Evan⸗ gel. Kirchenzeitung“ von Berlin): „das troſt⸗ leſe Gefühl des ſittlichen Verfalls, der mehr und mehr über ihn hereinbrach, die Wahrneh⸗ mung der mit den Jahren immer mehr abneh⸗ menden ſittlichen Willenskraft, und die Sehn⸗ ſucht, dieſen Kampf, den er innerlich durchzu⸗ führen ſich außer Stande fühlte, äußerlich ein Ziel zu ſetzen,“ oder vielmehr die Hoffnung, in der katholiſchen Kirche die geiſtliche Hülfe zu finden, die er in der proteſtantiſchen Kirche ver⸗ geblich zu ſuchen vermeinte. Florencvurt zwei⸗ ſelte mithin an der Kraft der Gnadenmittel in der proteſtantiſchen Kirche, und das gewiß da⸗ mm, weil er das Amt in derſelben nicht für voll⸗ gültig anſah, was dann wieder ſeinen Grund hatte in ſeiner Unkenntniß des Weſens der Kir⸗ che überhaupt. So iſt der unglückliche blinde Mann blinden Blindenleitern in die Hände ge⸗ fallen. Auch Hengſtenberg erkennt das, und fühlt Mitleiden mit ihm, nennt ihn einen, Un⸗ glücklichen“ und „bedauert ihn von Herzen!“ Wie iſt nun ein ſolcher Mann ſeelſorgeriſch zu be⸗ handeln, wie iſt ihm am beſten geholfen, wie hat man ihn zu berathen, was für ihn zu hoffen, was für ihn zu beten? Man höre den be⸗ rühmten Doctor der Theologie, der ſonſt ſo viele Worte über Buße zu machen verſteht, und ſo gern als ein Mann angeſehen ſein will, der in dieſer gefährlichen Zeit wie eine Mauer vor dem Riſſe ſteht. „Hoffen wir,“ ſagt er, „daß die Enttäuſchung, die bei einer ſo wenig phan⸗ taſtiſchen, ſo vorwiegend verſtändigen Natur, die nur durch die äußerſte Verzweiflung momen⸗ tan in eine Phantaſie hineingetrieben, verleitet werden konnte, einen Strohhalm für ein retten⸗ des Brett zu halten, nicht lange auf ſich warten laſſen wird. ... hoffen wir, daß zu gleicher Zeit der barmherzige Heiland, der allein uns aus ſolcher Noth frei und ledig machen kann, ſeiner Seele nahe treten und das „Friede, Frie⸗ de ſei mit dir,“ zu ihm ſprechen wird. Hoffen wir, daß er dann in Gemeinſchaft mit ihm(e), ſich an das Chriſtliche anſchließen wird, das ihm ſeine jetzige Kirche in Uebereinſtimmung mit der verlaſ⸗ ſenen darbietet, und dem Kampfe gegen die letztere entſagend, demüthig vor ſeinem Gott wandeln und mit geſenktem Haupte, aber getrö⸗ ſtetem Herzen dem himmliſchen Jeruſalem zu⸗ pilgere.“ Kann man auch etwas Kläglicheres erdenken, als dieſes unirten Seelſorgers Hoff⸗ nung und Gebet für den Gefallenen. Weiß denn der große Berliner Bußverkündiger nicht, daß der erſte Schritt eines Gefallenen zum Frie⸗ den eben die Buße iſt, rechtſchaffene, ernſte, wahre Buße, Erkenntniß, Bekenntniß, Haſſen und Laſſen der Sünde! Oder meint Hengſten⸗ berg, daß ſolche Buße bei Lehrſünden nicht nöͤ⸗ thig ſei, iſt vor ſeinem unirten Gewiſſen das Verleugnen und Verwerfen der Gottes-Wahr⸗ heit und das Annehmen und Vertheidigen der Satans-Lüge keine Sünde mehr? Oder hat etwa v. Florencourt durch ſeinen Uebertritt zum Katholicismus nicht öffentlich 3. B. die Recht⸗ fertigung eines armen Sünders al lein durch den Glauben, und die hl. Schrift als al lei⸗ nige Richtſchnur des Glaubens u. ſ. w., u. ſ. w. verworfen und ſich zugleich bekannt zu den Teufelslehren einer Wirkunz der Sacra— mente auch ohne herzliche Reue und Glauben des Empfängers, einer tyranniſchen Ueberſtel⸗ lung der Prieſter über die Laien, eines Meß⸗ opfers, eines Fegefeuers u. ſ. w. — Und ei⸗ nem ſolchen Sünder ruſt Hengſtenberg nicht zu: „Thue Buße!,“ ſondern: „Fricde, Friede ſei mit dir!“ Denkt denn der Dr. der Theologie gar nicht an Gott und deſſen beleidigte Maje⸗; ſtät und daß Florencourt gar keinen Frieden