# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1852 11 10_S31 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) ungeberdig angeſtellt und phantaſirt in Nro. 33 des Apologeten gegen den Lutheraner unter der Ueberſchrift: „Die Liebe iſt des Geſetzes Erfül⸗ lung,“ in folgender Weiſe: „Alle chriſtlichen Partheien und ihre Organe mit Ausnahme der römiſch-katholiſchen, werden jedoch in Licbloſigkeit übertroffen von der ſoge⸗ nannten alt- oder rein-lutheriſchen Parthei, wel— che, obwohl ſie ſich für die allein waͤhre Kirche Jeſu Chriſti ausgiebt und alle anderen chriſt li— chen Benennungen als mehr oder weniger falſch in Lehre verdammt, doch ſelber in zwei einander als Todfeinde ſich gegenüber ſtehende Theile ge— theilt hat, nämlich die Lutheraner von Miſſouri, deren Organ der in St. Louis erſcheinende, von Paſtor Walther herausgegebene Lutheraner iſt, und die Lutheraner don Buffalo, deren Organ das von einem Paſter Grabau herausgegebene Kirchliches Informatorium iſt. Beide thun ſich gegenſeitig in Bann, nennen einander Rotten— Lügner u. ſ. w. Wir kön⸗ nen uns wirklich nichts Peinlicheres, nichts Wi— drigeres vorſtellen, als die Carrikatur, welche dieſe ſich allein ſür orthodor oder rechtgläubig ausgebenden Organe, und beſonders das In— formatorium, von der chriſtlichen Kirche machen. Der Gegenſtand und die Art und Weiſe ihrer Controverſe iſt wahrhaft fleiſchlich und ſetzt den Leſer in die finſterſten Jahrhunderte zurück. Wie traurig ſteht es doch nicht allein mit dem chriſt— lichen Sinue, ſondern auch mit der Bildung des Theiles der Deutſchen, welche ſolche Blätter un— terſtützen können?“ Und zum Schluſſe geiſter, Gottesläſterer, 9 „Der Geiſt Gottes, der Geiſt des Friedens und der Liebe iſt und regiert nicht, wo Strtit iſt. Einigkeit in den Hauptſa— chen und gemeinſchaftliches Wirken gegen die Macht der Finſterniß: das iſt es, was zur jetzi— gen Zeit Noth thut; daher freute es uns recht ſehr, einen von Stuttgart ausgegangenen Auf— ruf zu einer Vereinigung zu ſehen, worin wahre Liebe zu Jeſus Chriſtus zur einzigen Bedingung Indiel wird. Dieſes iſt die Hauptſache; der Apoſtel ſagt es ja auch: Und dies Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebet, daß der auch einen Bruder liebe.““ — Es muß einen jeden wahren Chriſten in der That herzlich betrüben, zu ſehen, wie Herr Naſt in ſo wenig Worten ſeviel Zrrthum und Bosheit zuſammen drängt. Am liebſten würden wir die⸗ ſelben mit Stillſchweigen übergehen, allein die Liebe zu den redlichen Seelen, die von der Me— thodiſten-Sekte gefangen ſind, bewegt uns, die krummen Sprünge des Naſtiſchen Schwarmgei— ſtes ein wenig näher zu beleuchten und den Wolf aufzudecken, der ſich unter dem gleißenden Schaafskleide frommklingender Redeusarten verbirgt. Zunächſt beachte man, wie heimtückiſch und gehäſſig Herr Naſt gegen die Lutheraner ver— fährt. Erſt führt er allerlei fromme Worte von der chriſtlichen Liebe und vom beiligen Geiſte im Munde und geberdet ſich ſo liebevoll, als wollte er vor Liebe zerſchmelzen und nachdem er ſich ſo zu einem Prediger der Gerechtigkeit verſtellt hat, fällt er mit ſcheinheiligem Eifer über die Luthe— — 30— raner her und ſagt, ſie wären die liebloſeſten völlig falſch und ungegründet. Menſchen, die nur noch von den Papiſten über⸗ Wäre Herr Naſt ein redlicher, troffen würden. Mann, ſo würde er ſeinen Leſern ganz einfach die Lehren angeben, um welcher willen unter den Lutheranern gegenwärtig geſtritten wird, allein das thut er nicht, ſondern ſagt kurz und ſchnöde: „der Gegenſtand und die Art und Leſer in die finſtern Jahrhunderte zurück.“ Und dann ſtellt er die Lutheraner als ganz unſinnige Menſchen dar, die von einem unerklärlichen Drange getrieben würden, um Nichts und wie⸗ der Nichts beſtändig zu ſchimpfen und zu ſtrei⸗ Vergnügen ſich ein— ten, und die nun zu ihrem L ander ſelbſt in den Bann thäten. Es ſcheinet aber wirklich, als ob unter dem Naſtiſchen Schaafskleide nicht blos ein Wolf, ſondern auch ein Eſel verborgen wärez denn wie könnte man es ſich ſonſt erklären, daß er behaup— tet, „der Gegenſtand unſrer Controverſe mit den Lutheranern zu Buffalo ſri ein „fleiſchlicher?“ Iſt der Mann ſo unverſtändig, daß er noch nicht einmal begriffen hat, warum es ſich bei rieſem Streite handelt, ſo ſollte er doch lieber ſtille ſchweigen, als durch ſeine Albernheiten ſich lä— cherlich machen. Jeder, der ſich nur etwas um dieſen Streit bekümmert hat, weiß, daß er die wichtigſten Lehren des Chriſtenthums betrifft, die Lehre von der Kirche, von der Zugehörigkeit zum geiſtlichen Leibe Chriſti, von der Kirchenge— walt, von der ſchriſtlichen Freiheit, von der Kraft des Wertes Gottes, vom geiſtlichen Prieſtertbu— me, vem heiligen Predigtamte, vun der Beru— fung, vom Banne u. ſ. w. Und dieſe Gegen— ſtände nennt Herr Naſt fleiſchlich!! Dadurch be— weist er nur ſeinen eigenen groben, fleiſchlichen, unverſtändigen Sinnz es paßt auf ihn das Wort; Gottes: „der natürliche Menſch vernimmt nichts vom Geiſie Gottes; es iſt ihm eine Thorheit, und kann es nicht erkennen, lich gerichtet ſein.“ 1 Cor. 2, 14. genſtände ſind ja vom heiligen Geiſte ſelbſt im Worte Gottes zu unſerem Heile geoffenbart; ſie betreffen ja nicht zeitliche Dinge, ſondern die wichtigſten Fragen dertchriſtlichen Lehre und des chriſtlichen Lebens; alle gläubigen Chriſten ſu— chen deßhalb durch das Licht des heiligen Gei— ſtes ſie immer deutlicher zu erkennen: darum iſt es wahrlich frevelhaft, dieſe Gegenſtände fleiſch— lich zu nennen. Aber ſo macht es der Schwarm⸗ geiſt. Was er ſich ſelbſt ausdenkt, als Bußbank, Lagerverſammlung, Wachnächte und das ganze methodiſtiſche Raritäten-Cabinet, das muß alles geiſtlich heißen; was aber Gott ſelbſt in ſeinem Worte offenbart, das wird von ihm als fleiſchlich verachtet. Dann iſt es auch durchaus unwahr und lü— genhaft, was Herr Naſt über die Art und Weiſe unſerer Controverſe urtheilt. Er nennt ſie wahr— haft fleiſchlich; er ſagt: „Beide thun ſich gegen— ſeitig in Bann, nennen einander Rotteugeiſter, Gottesläſterer, Lügner u. ſ. w.“ So weit nun dieſer Vorwurf Herrn Paſtor Grabau betrifft, ſo möge er ſich ſelbſt deßhalb verantworten; ſo weit er aber uns angeht, ſo erklären wir denſelben für Weiſe ihrer! Controverſe iſt wahrhaft fleiſchlich und ſetzt den denn es muß geiſt⸗ Dieſe Ge⸗ Herrn Paſtor Grabau und die Seinen in den— Bann gethan; habeu ſie nie Gottesläſterer und. Rottengeiſter genannt; Herr Raſt ſollte ſich doch⸗ ſchämen, wenn er noth ſich ſchämen kann, ſolche niederträchtige Verläumdungen gegen uns aus= zuſprechen. Wenn wir aber einen von unſeren Gegnern einen Lügner nannten, ſo haben wir. dafür die Gründe angegeben, welche einen Chri⸗ ſten berechtigen, einen Verfälſcher der Wahrheitz auch als ſolchen mit dieſem Namen zu ſtrafen. daß witt Wir fragen ferner, war das fleiſchlich“ ſo lange Zeit die Schimpfreden unſerer Gegmm ruhig ertrugen und unerwiedert ließen? War 3 das ſleiſchlich, daß wir auf unſerer letzten Sonsez de Herrn Paſtor Grabau in freundlichſter Weiſt! zu einer Beſprechung und Ansſöhnung einlu⸗ den? Wenn Herr Naſt überbaupt weiß, wasz 1 fleiſchlich und geiſtlich iſt, ſo wird er ſeine Vor⸗ würfe gegen uns zurücknehmen müſſen. Doch Herr Naſt iſt ſo verblendet, daßſ er über⸗ haupt allen Kampf um die reine Lehre des götl⸗ lichen Wortes verwirft. „Wozu ſoll denn, ſagt er, das gegenſeitige Anfeinden, das gegenſeitigt Kämpfen führen? Wird es die Wahrheit und das Heil befördern? Nein, gewiß nicht, es führt von derſelben ab und macht, daß diejeuigen, ſo noch das Licht hatten, es verlieren; der Geiſts“ Gottes, der Geiſt des Friedens und der Liebe regiert nicht, wo Streit iſt.“ Das geſtehen wir, Herrn Naſt für unſern alten Menſchen ſehr vieh Anziehendes hat. Wenn man ſo im allgemei⸗ nen Liebesduſel jeden Ketzer und Schwärmer als lieben Bruder begrüßen und vom Worte Gottes nach Belieben ab- und hinzuthun dürfte, wie viele Verleugnung, Kränkung und Aufechtungr bliebe uns dann erſpart! Allein können wir das mit gutem Gewiſſen thun? Nimmermehr! Der Herr IéEſus ſelbſt gebietet ſeinen Gläu— bigen, ihn zu bikennen, das heißt, ſein Wort und die darin uns geoffenbarte Wahrheit vor aller Welt zu bezeugen, dagegen alle Verfäl— Denn er ſpricht: Menſchen, den will ich bekennen vor meinem himmliſchen Vater. Wer mich aber verleugnet, den will ich auch verleugnen der meinem himm⸗ liſchen Bater. Matth. 10, 32. 33. Derjenige verleugnet den Herrn Jeſum, welcher in irgend einem Glaubens-Artikel den urſprünglichen, kla⸗ ren deutlichen Siun des göttlichen Wortes nicht als Wahrheit anerkennt, ſondern demſelben einen anderen Sinn unterſchiebt, welcher ſeiner fleiſch lichen Vernunft angemeſſener dünkt. Und wer ſo den Herrn Jeſum wiſſentlich und muthwillig in einem Punkte verleugnet, der hat ihn in allen Glaubens⸗Artikeln verleugnet; denn die hl. 4 Schrift ſagt: So Jemand das ganze Geſetz hält und ſündiget an Einem, der iſt es ganz ſchuldige Jakob. 2, 10. Sollen nun die gläubigen Kin⸗ der Gottes in eine ſolche Verfälſchung und Ver⸗ leugnung des göttlichen Wortes einwilligen oder ſie ſtillſchweigend dulden? Nein, dann würden ſie ſich fremder Sünde theilhaftig machen. Viel— mehr ſollen ſie mit dem heiligſten Ernſte dagegen — Wir haben nie 3 daß der Vorſchlag des: ö ſchung und Verdrehung derſelben zu bekämpfen.n Wer mich bekennet vor den 3