# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1852 09 29_S14 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) — 13— lekannt, um einen ſolchen Satz noch ferner be⸗ zufragen, ohne ihnen dieſe Wahrheit Gottes haupten zu wollen. alsbald zu verkündigen, das hieße in der That Aber es giebt auch noch einen beſſern Grund, nichts anderes, als der hungernden und frie— llo den der Geſchichte, wiewohl auch der aller renden Armuth zu ſagen: „Gott berathe euch, Ehren werth iſt; es giebt einen Grund aus wärmet euch und ſättiget euch,“ ohne eine Hand Gottes Wort, auf welchen geſtützt wir jenen zu rühren, dem Mangel abzuhelfen. Wollte Eaß verwerfen und dafür ſagen: die Miſſion Gott darauf warten, bis die in Sünden erſtor— rübrt von dem Herrn Chriſto her, der wirklich bene Menſchheit Ihn ſuchte; bis die geiſtlich Macht hat zu gebieten, daß das Evangelium Blinden ſeine Herrlichkeit erblicken, und ſich nach aler Creatur gepredigt werde, und das nicht Ihm ſehnen; bis die geiſtlich Stummen Ihn nur einmal, ſondern immerdar, bis an der Welt anrufen; bis die geiſtlich Todten Ihm entgegen Ende. Denn was auch dagegen vorgebracht gehen: ſo bliebe Er ewig ungeſucht und unge⸗ werden mag, iſt doch nur ſo ein „Kräuſeln um's funden, und die theure Erlöſung Jeſu Chriſti Wendgewölk, bei welchem der Mond dabinter wäre vergeblich. Aber Dank ſeiner ewigen Lie— in guter Rube bleibt.“ Was man auch dage- be, daß er nicht, dem Prieſter und Lediten gleich, gen vorbringen mag, wird doch nimmermehr vorübergebt und uns in unſerm Blute liegen im Staude ſein darzuthun, daß es Gott läßt; ſondern, dem barmherzigen Samariter nicht haben wolle, daß das Evangelium beut, noch aller Creatur, auch den Heiden, geprevigt rarzuthun, daß Gott dieſen ſeinen gnädigen Willen nicht ausgeſprochen hätte, nicht geboten hätte, ſeine Gnade bis an das Ende der Welt allen Völkern zu verkündigen. Vefeble Gottes fußct die Miſſion, und nicht auf rem Papſtthum, auch nicht auf der Menſchen Liebe, wie Hr. Pſt. Graban lehrt. Die Liebe zu den armen irrenden Seelen muß uns freilich auch bewegen, ihnen den Weg des Lebens zu zeigen, aber voraus gehört die Liebe zu Gott und der Gehorſam unter ſein Wort. Und wo bätten wir doch das Recht ber, auch den Heiden die Guade Gottes zuzuſichern, wenn es kein vort, keinen Befehl Gottes dafür gäbe? Es wäre dies eitel ſelbſterwählter Gottesdienſt, we⸗ der uns noch den Heiden nützlich. Aber Gott! ſei Dank, daß die Miſſion kein eitler ſelbſter— wählter Gottesdienſt iſt; Gott ſei Dank, daß Er ſelbſt geboten hat, auch den armen Heiden ſeine ewige Gnade, die eben alle Menſchen aller Zei⸗ ten umfaßt, zu verkündigen, und, ſo ſie Buße thun, in Seinem Namen zu taufen und das ewige Erbe im Himmel ibnen zuzuſichern; denn es iſt für ſie alle noch Raum da. Aller Welt Sünden hat Gottes Lamm geiragen; Alle Men⸗ ſchen erlöſet, und mit Seinem Blute ſich zum Eigenthum erkauft, Alle ſollen daher auch ſelig werden, dars iſt ſein Wille. Und ſein Wille iſt nicht faul und unthätig, ſondern le⸗ bendig und wirkſam. Er überläßt es nicht den Menſchen, ob ſie bei Gelegenheit mal die Heiden „ermahnen wollen, der Wahrheit Gottes beſſer nachzufragen;“ er wartet nicht darauf, was die arme unvollkommene Liebe der Menſchen thun wird; ſondern ſeine eigne ewige und allervoll⸗ kommenſte Liebe und Erbarmung geht ſelbſt rem Irrenden und Verlornen nach, ſucht es auf alle Weiſe zu ſich zu ziehen, und ruft noch heut: „Wendet euch zu mir, ſo werdet ihr ſelig, al⸗ ler Welt Ende; denn ich bin Gott und keiner mehr!“ Und weil Er aller Menſchen Seligkeit ernſtlich will, ſo will er auch, daß ihnen Allen die Mittel zur Seligkeit gebracht, der Weg zum Leben dargelegt werde. Denn die Heiden blos zu ermahnen, der Wahrheit Gottes beſſer nach⸗ Auf dem klaren und beſtimmten Worte und fen, ſage ich; gleich, unſre Wunden verbindet, uns in die Herberge bringt und pflegt, ohne darauf zu war⸗ werde; nimmer auch wird es im Stande ſein ten, bis wir ihn darum bitten werden. Dank ſeiner ewigen Liebe, daß Er heut noch ſpricht: „Ich werde gefunden von de mich nicht ſuchten, und zu den Hei⸗ nen, die den, die meinen Namen nicht anrie⸗ Hier bin ich, hier bin ich.“ Jeſ. 65, 1. Nicht aus dem Papſtthum alſo rührt die Miſ⸗ ſion her, und nicht unſrer Liebe iſt ſie entquol⸗ len, ſondern Chriſtus iſt der Stifter der Miſ⸗ ſion. Er ſelbſt hat ein für alle Mal geboten, daß das Evangelium aller Creatur, allen Völ⸗ kern verkündigt werde, und das nicht nur ein— mal. Nun kann es den Griechen und Römern, den Hunnen und Gothen heut freilich nicht mehr verkündigt werden, aber andern Völkern, die damals noch nicht vorhanden waren, muß es gepredigt werden; aller Creatur, bis an der Welt Ende, bis an den jüngſten Tag, muß es gepredigt werden, das iſt Gottes Wille, das befiehlt ſein Wort. Und ſein Wort, auch dieſes Wort, bleibt Wahrheit und beſtehet, auch wenn Himmel und Erde vergehet. Aber Hr. Pſt. Grabau nimmt es uns übel, daß wir uns bei dem ſchweren und verantwort⸗ lichen Werke der Miſſion auf den Willen und Befehl Gottes ſtützen, und uns des getröſten, daß unſer Werk, weil es von Gott geboten und mit göttlicher Verheißung geſegnet, auch nicht vergeblich ſein werde, ſollten auch unſre Augen nicht alsbald die Früchte wachſen und reifen ſehen; wie ja auch ein Ackermann auf Hoffnung ſäct und Geduld hat, bis Gott das Gedeihen giebt. Er nennt es „Unverſtand der Neulinge,“ wenn wir die Kirche ermahnen, den köſtlichen Schatz der Erkenntniß Gottes nicht im Schweiß⸗ tuch zu vergraben, ſondern treulich und nach Gottes Befehl damit zu wuchern, bis daß die Erde voll der Erkenntniß des HErrn, und in allen Sprachen ſein heiliger Name geprieſen werde. Weiter möchte er uns gern den Boden unter den Füßen wegnehmen, indem er behaup⸗ tet, zur Verkündigung des Evangeliums unter den Heiden gehört die Gabe unerlernte Spra⸗ chen zu reden und Wunder zu thun; welche Ga⸗ be die Apoſtel für ihren beſtimmten Beruf er⸗ halten hätten. Und wenn ich ihm im vorigen Aufſatz (Siehe „Lutheraner“ No. 16.) bewies, daß dem nicht ſo ſei, weil ja nicht die Apoſtel allein, ſondern damals faſt alle Chriſten mit Zungen redeten, und ſehr Viele die Gabe Wun⸗ der zu thun hatten, die doch weder Apoſtel wa— ren noch Hirten und Lehrer; ſo wird er darüber gar böſe, beehrt mich mit fremden Namen, ob— wohl er doch weiß, daß ich weder „Hans“ noch „Klügel“ heiße, und ſagt: mein Satz beweiſe weiter nichts, als daß der Apoſiel Wort durch mitfolgende Zeichen an vielen Gläubigen be— kräftigt ward.“ Allein Hr. Pſt. Grabau irrt ſich hierin. Mein Satz beweiſ't wirklich, was er beweiſen ſoll; das nämlich: da zur Zeit der Apoſtel auch andre Chriſten die Gabe der Spra— chen und der Wunder hatten: ſo kann dieſe Gabe kein „Berufs- und Creditiv-Brief des Apoſtelamtes“ geweſen ſein. Und Herr Paſt. Grabau hat ſomit nicht mehr Recht, dieſe Gabe jetzt von den Heidenpredigern zu fordern, als er ein Recht hat, ſie von den Predigern unter den Chriſten und von ſich ſelbſt, ja von allen Chri— len zu fordern. — Als die Braut des Lam— mes zuerſt auf Erden erſchien, da gefiel es dem himmliſchen Bräutigam ſie mit Gaben nud Kräften ſo wunderbar zu zieren, daß auch nach außen hin die Strahlen der Herrlichkeit mächtig wirkten, und alle anzogen, die ſich nicht ſelbſt verſtockten. Aber wie e'ne jede Braut ihren Schmuck ablegt, um im ſchlichten Kleide häus— liche Treue zu erzeigen: ſo kam auch für die Kirche die Zeit, und iſt noch vorhanden, im ſchlichten Kleide, von der Sonne verbrannt, ver⸗ kannt und verläſtert, ihrem himmliſchen Bräuti— gam Treue zu erzeigen. Zu ſeiner Zeit wird der HErr wohl ihre Schmach wenden, und ſie ſo verherrlichen, daß ſich alle Welt darüber ver— wundern und erſchrecken wird. Was alſo zu dieſer Zeit die ganze ſtreitende Kirche entbehrt, das fordere man doch auch nicht von einzelnen Gliedern. Und wie kämen die armen Hei— denprediger dazu, hierin eine Ausnahme zu machen? Apoſtel wollen ſie ja auch nicht ſein, wie Hr. Pſt. Grabau ihnen aufbürden will. Sie wiſſen recht gut, daß ſie nicht werth ſind jenen Fürſten der Kirche die Schuhe zu tragen, und es fällt ihnen auch nicht im Traume ein, ſich mit ihnen vergleichen zu wollen. Sie ſind nichts weiter und wollen nichts weiter ſein, als Stimmen in der Wüſte, das Evangelium denen verkündigend, die außerhalb der Stadt Gottes „an den Laudſtraßen und Zäunen“ verſchmach— tend liegen, und ſie herein zu nöthigen, weil ſie wiſſen, daß im himmliſchen Hochzeitsſaale auch für ſie noch Raum iſt. Aber zu dieſem Dienſte wäre ihre arme Liebe nimmer vermögend ſie zu treiben, wenn der klare Wille und Befehl Gottes ſie nicht dazu nöthigte. Und nimmer wäre ihre arme Liebe vermögend, die fevrigen Pfeile des Böſewichts, der ja unter den Heiden ſeine Burg hat und ſeinen Tempel, auszulöſchen, wenn ſie nicht den Schild des Glanbens hätten, daß ihr Werk von Gott gewollt und befohlen ſei. Man verkümmere ihnen doch dieſen Troſt nicht! Was nun die „miſſouriſchen Heidenprediger“ betrff, ſo iſt der Schluß, daß dr. Prof. Crä⸗