# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1852 07 19_S195 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) JIIITIJFTJTFTCTJFJFIFIFII‚FT—— — ö „Vottes Wort und Luthers Lehr“ vergehet nun und nimmermehr.“ ———————— — ———— . — — — Herausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten. —.— —— ———— ———— ——— (Oſſenb. Joh. Cav. 14, v. 6. 7.9 Jahrg. 8. St. Louis, Mo., den 4. Auguſt 1852. No. 25. Dedungünzen; Itr Der Lulberaner erſcheint alle wei Wochen einmal für den jährlichen ettriptienopreis von Einem Dollar für dee auswärtigen Unterſchreiber, welche venſelben vorauszube⸗ iutlen und das Poſtgeld zu rragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft. Bitte und Hilferuf an die Glieder der Gemeinden unſeres Synodalſprengels. „Wieder eine Bitte? Schoͤn wieder?“ ſo ſufſt du vielleicht unmuthig aus, lieber Leſer, indem dir dit Ueberſchrift zu dieſem Aufſatz in Augen fällt. — Ja, lieber Bruder! wieder eine Bitte um deine Hilfe. Und laß dich das nicht pundern. Du biſt ja doch wohl ein Chriſt? — So geht es aber eben im Chriſtenthum her. Kaum iſt man ein Chriſt geworden, ſo iſt auch von dem Augenblicke an fort und fort von Ge⸗ ben, Helfen, Gutesthun und Nichtmüdewerden rie Rede. Jeder Menſch nehmlich, der ein Chriſt wird, wird es dadurch, daß Gott ihn erſt zu einem Bettler macht, und daß, wenn der Menſchenun als ein armer nackter Bettler zu Gott kommt, Gott ihn aus Gnaden um Chriſti willen durch den Glauben reich macht und ihm alles gibt, was er nur bedarf und was ſein Herz nur begehren kann: Vergebung der Sün⸗ den, Gerechtigkeit, Friede und Freude im heili⸗ gen Geiſte, die göttliche Kindſchaft, den Him⸗ mel und das ewige Leben, ja, ſich ſelbſt, den unerſchöpflichen Brunnen aller Güter. Iſt aber an einem Menſchen dieſes Wunder der göttli⸗ then Liebe geſchehen, dann wird auch von ihm verlangt, daß er nun wieder thue, wie Gott ihm gethan. Die unverdiente Liebe, die Gott ihn hat erfahren laſſen, ſoll nun in ihm ein geuer werden, das in Flammen der Nächſten⸗ liebe wieder aus ſeinem Herzen bricht. Sein Heiland ruft ihm nun vom Kreuze herab zu: „Das that ich für dich! — Was thuſt du für mich?“ Daher heißt es in jenem ſchönen Abendmahlsliede der alten böhmiſchen Brüder: Die Frucht ſoll auch nicht ausbleiben, Deinen Nächſten ſollſt du lieben, Daß er dein genießen kann, Wie dein Gott an dir hat gethan. Die Urſache nun, warum wir uns, liebe Brüder, an euch ſchon wieder bittend wenden, iſt dieſe. Schon ſeit länger als einem Jahre hat es in dem für das hieſige Concordia⸗Col⸗ legium errichteten zweiſtöckigen Gebäude mit Kellerzimmern (es iſt 42 Fuß breit und 36 Fuß tief) an dem nöthigen Raume gebrochen. Das ganze Perſonal beſteht gegenwärtig aus vier Familien (aus denen der drei Lehrer und des Hausverwalters,) und aus 34 Zöglingen, nehmlich 7 Studenten und 27 lateiniſchen Schülern. Von den drei Lehrern der Anſtalt hat ſich daher ſchon der eine, Herr Profeſſor Biewend, mit ſeiner Familie in der Nachbar⸗ ſchaft, einzumiethen genöthigt geſehen und von den 34 Zöglingen haben 5 die Güte des in unſerer Nähe wohnenden Herrn Apothekers Tſchirpe in Anſpruch nehmen und in deſſen Wohnung Aufnahme ſuchen müſſen, während drei andere aus der Nachbarſchaft bei den Ih⸗ rigen wohnen und ſich nur während der Lekti⸗ Nur die Brie fe welche Mittheilungen für das Blatt enthalten, Vr. welche Geſchäftliches, Beſtellungen. AWaither, Gelder ꝛc. enthalten, Lr. F. W. Barthel, care of C. F. Wie Gott ſich ihm ganz geſchenkt hat, ſo ſoll er ſich nun auch wieder ganz ſeinem Nächſten ſchenken. rend ihrer Studienzeit unter Fremden ſich ſelbſt ſind an den Redalleur, alle anteren unier der Arreſſe W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenden. onen in der Anſtalt aufhalten. Schon dieſes gegenwärtige zerſtreute Wohnen der zur Anſtalt Gehörenden iſt nicht ohne Nachtheil; je mehrere aber von den Zöglingen ſpäter außerhalb der Anſtalt zu wohnen gezwungen ſein würden, deſto mißlicher würde es werden. Nicht nur wünſchen natürlich die Eltern, daß ihre jünge⸗ ren Söhne in der Anſtalt ebenſowohl Erzi e⸗ hung, wie Unterricht genießen und nicht wäh⸗ überlaſſen ſeirn; ohne dieſes kann auch derZweck der Anſtalt unmöglich, am wenigſten hier zu Lande, erreicht werden. Hierzu kommt noch, daß ſelten Gelegenheit iſt, in der Nähe des Col⸗ leges ein Logis zu finden. Es iſt hiernach klar, daß ohne eine Erweiterung der Collegegebäu⸗ lichkeiten das weilere Wachsthum der Anſtalt von jetzt an faſt unmöglich ſein würde. Eine ſolche Erweiterung unterlaſſen, hieße daher, ei⸗ nen mit Mühe gepflanzten Baum, der eben im friſchen Emporſproſſen und Ausbreiten ſeiner Zweige begriffen iſt, in ein enges Gemach ein⸗ ſchließen und verkrüppeln laſſen. Obwohl nun vor allen wir Lehrer die Noth⸗ wendigkeit, daß ein zweites Gebäude rrrichtet würde, ſchon längere Zeit gefühlt haben, ſo ha⸗ ben wir doch bis voͤr Kurzem nicht gewagt, eine darauf bezügliche Bitte laut werden zu laſſen. Noch ſind ja nicht volle drei Jaͤhre verfloſſen, ſeitdem die lieben Gemeinden unſeres Synodal⸗ bezirks nicht unbedeutende Opfer haben bringen müſſen, um das hieſige Inſtitut unter Dach u.