# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1852 07 27_S193 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) ber geht und es noch nicht Buße that, gereuete es Gott und er that es nicht. nicht, als eine ſolche Buße unſeres Volkes, die nide, wenn uns Gottes Wort und ſal. Je weniger aber unſer Hanzen bis jetzt zu ſolcher Buße Hoffnung und Wer etwas Geringeres thut's auch wahrlich 191 zu einem Zuſammen⸗zen Welt, zu einem Zeugniß über alle Voͤlker, ſurze der heimiſchen Kirche kommt. Denn das und dann wird das Ende kommen!“ Ja wohl, ſein wunderbarer Gott, der zuerſt Ninive pre⸗ dann wird das Ende kommen. Was bliebe dann ligen läſſet: „Es ſind noch vierzig Tage, ſo wird noch auf Erden übrig, das zu thun der Rede und Rinive untergehen 1“—darnach aber, als Ninive Muhe werth wäre, wenn erſt aller Kreatur das Evangelium gepredigt worden und aus allen Völ⸗ kern die ewige Kirche Gottes, die Vollzahl der auserwählten Kinder Gottes geſammelt ſein enigermaßen ähnlich iſt der Buße der Stadt Ni⸗ wird! Alles andere, was wir ſonſt lieben, pflegen Sakrament nin und unverfälſcht bleiben und der durch die Werth doch ſchließlich nur darin, daß es bewußt ſeigende Bluͤthe der Heidenmiſſion uns angedeu- oder unbewußt, gern oder ungern dieſem letzten tete Zuſammenſturz rückgängig gemacht werden und treiben, hat ſeinen wahren, bleibenden Zwecke dient, daß Gottes Haus voll werde. Daß Volk im Großen und das geſchehe, darauf wartet das Ende der Welt und eher kann es nicht kommen. Aber auf An⸗ Msſicht gibt, und ſo lange unſere Völker im Gro⸗ deres wartet das Ende der Welt auch keine Mi⸗ ſen und Ganzen das Brod des Lebens von ihrem Liſche ſtoßen und mit Fußen treten und immer dur von Verdummung und Rückſchritt ſchreien, ſo uſt das Wort Gottes Raum, Sitz und Stimme Ergehrt in unſeren Herzen und Häuſern, in der Ehe und Kinderzucht, in unſern Sitten, in un⸗ ſern Geſetzen, das Wort, das alle unſere wah— ten Foriſchritte geboren und getragen hat und nägt bis auf dieſen Tag: um ſo weniger haben wir Grund, das Zeichen der Heidenmiſſion zu veraduen und zu ſagen: Es iſt Friede, es hat kei⸗ ne Gefahr. Denn es muſſen beide Sprüche er⸗ fullt werden, der Spruch Chriſti: „Es iſt nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme, und werfe es vor die Hunde,“ und der Spruch des cananatſchen Weibes: „Aber doch eſſen die Hundlein von den Broſamlein, die von ihrer herrn Tiſche fallen.“ Meußig, ungebrancht, un⸗ gegeſſen kann nun einmal Gottes Wort nicht lie⸗ n bleiben. Verachten die uberſättigten und nach Aegyptens Fleiſchtöpfen lüſtern gewordenen bisherigen Herren das ſahlichte Brod Gottes und laſſen es von ihrem Tiſche fallen, ſo komen und eſ⸗ ſen die Hunde. Darum, wer die Miſſionsſchiffe von den heimiſchen Ufern abſtoßen ſieht, der freue ſchim Herrn um derHeiden willen, aber er erſchre⸗ ice auch, wenn er im Geiſt die Inſchrift auf der Miſſionsflagge lieſt: „Das Reich Gottes ſoll von euch genommen werden,“ wenn er die Inſchrift liſt: „Hier fährt das Wort Gottes, das die Europäiſchen, die Deutſchen, die Sächſiſchen Chriſten nicht mehr wollen.“ Und wer dieſe Inſchrift leſen und verſtehen kann, und wem dar⸗ üäber die Augen ubergehen, der eile und errette ſeine Seele, ehe das letzte Miſſſonsſchiff die änker löſen und die letzten Boten den vater⸗ ländiſchen Stanb von den Füßen ſchütteln werden. Und wer weiß, wie nahe dieſe Zeit iſt, die wir durch nichts aufhalten können, als durch das, wozu wir am wenigſten Luſt haben, nämlich durch rechtſchaffene Buße! Wer weiß, wie nahe ſie iſt! Denn noch ein drittes Zeugniß ſoll uns das Zei⸗ chen der Heidenmiſſion bezeugen und noch eine andere Inſchrift ſteht auf der Miſſionsflagge zu leſen, nämlich das Ende der Welt. Wie die Heidenmiſſion ein Zeugniß gibt dem hinaus⸗ getragenen Worte, und dem hinaustragenden Volke, alſo auch drittens ein Zeichen und Zeug⸗ niß der Welt uberhanpt. Dem Worte gibt ſie Rugniß von ſeiner Gotteskraft, dem miſſioniren⸗ den Volk von ſeinem Fall und der Welt über⸗ taupt von ihrem Eude. Es iſt nicht noth, die— ſes dritte ausfuhrlich darzulegeu. Denn dürr und klar ſpricht Chriſtus: „Es wird das Evan⸗ gelium vom Reiche gepredigt werden in der gan⸗ nute, und der Menſchen Gedanken, Pläue, Un⸗ ternehmungen, Erfindungen werden alle einſt pfloͤtzlich ſtille ſtehen und unvollendet bleiben, ja zuſammenbrechen wie Babels Thurm und at⸗ les, was von unten nach oben gebaut wird, wenn an Gottes Werk und Bau der letzte Hammer⸗ ſchlag gethan ſein wird; gleichwie die Wellen⸗ mauern im Schilfmeer auch nur ſo lange ſtanden, bis die letzte Klaue von Iſrael hindurch und am ſid ern Ufer augelangt war, dann aber zuſam⸗ menbrachen uber Pharao und all ſeiner Pracht und all ſeinen Plänen. Wenn die letzte auser⸗ wählte Seele hindurcigedrungen ſein wird aus dem Tod ins Leben, ſo werden auch Himmel und Erde vergehen und die Thur zu Gottes Reich wird zugeſchloſſen werden. Und man wird nicht mehr predigen und nicht mehr tauſen, ſondern nur noch auf der einen Seie der bewußten Kluft das Te Deum der Ewigkeit anſtimmen und auf der andern henlen und zähnklappen. Darum eine iegliche neue Miſſionsſtation iſt ein neuer Thurm in den Zinnen Zions, und mit jedem neuen Thurm wird eine neue Glocke laut, und alle Glocken von allen Miſſionsthurmen läuten feierlich und vernehmlich durch die alte Chriſtenheit: „Mitternacht heißt dieſe Stunde!“ —und abermals: „Ihr Freund kömmt vom Himmel prächtig, von Gnaden ſtark, von Wahr⸗ heit mächtig; ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf!“ Und das iſt die Sehnſucht aller Frommen von der Welt her. Deunn ſowahr wir glauben an Eine heilige chriſtliche Kirche, ſo gewiß hat auch, ſo lange Menſchenherzen ſchlagen, das Seufzen nicht aufge hoͤrt auf Erden, mit welchem die Schrift ſchließt! „Komm, Herr Jeſu!“ Auf dieſe Sehnſucht und auf dies Seufzen antwortet der Herr durch das Zeichen der Miſſion. Sie iſt wie ein Comet, der die Inſchrift trägt: „Siehe ich komme bald!“—und abermals: „Es wird nicht lang mehr währen, ſo kommen wir nach Haus.“ Und je größere Fortſchritte die Miſſion macht, um ſo klarer entfaltet ſich vor den Augen der Gläubigen, mitten in allem Jammer und in aller Angſt, die wunderbare Pracht des großen heiligen Abends der Welt, welcher vor⸗ ausgeht dem Feſt des Lammes, und unſere Miſ⸗ ſionsfeſte ſchlagen wie Feierabendglocken lieblich an das Ohr, daß alle, die Jeſu Erſcheinung lieb haben, die Häupter emporheben, denn ihre Erlö⸗ ſung iſt nahe. Das iſt die Zeichenſprache der Heidenmiſſion. Verachte, überhöre ſie Niemand. Und laſſet uns nicht uͤberſehen, daß uns in dieſer Zeichenſprache und ihrem rechten Verſtändniß auch der ſtärkſte Antrieb zur Miſſlonsthätigkeit gegeben iſt. Ar⸗ * beiten wir an dieſem Werke mit, ſo helfen wir ein Zeichen mit aufrichten, ein Zeichen zur Ehre des im Fleiſch geoffenbarten und für uns Sünder gekreuzigten großen Gottes und Heilan⸗ des—ein Zeichen, das unſerer heimiſchen Kirche die ſchleunigſte Buße predigt, und ein Zeichen, auf deſſen Vollendung gleichſam die Engel nur warten, um einzulauten zur Ruhe des Volkes Gottes. Darum richtet auf die läſſigen Hände und die muden Kniee und thut gewiſſe Tritte in dieſem Weik mit euren Füßen, und laſſet unſere Looſung für das neue Miſſionsjahr ſein das alte Donnerwort: „Verflucht ſei, wer des Herrn Werk läſſig thut.“ Amen. (Eingeſandt.) Das Schiff. 1. Es ziehet durch die wilden Wogen Der Welt das Schiff der Kirche hin; Vom Hauch des Geiſtes fortgezogen, Iſt Chriſtus mit den Seinen drin: Die ſteuern unverwandt die Pfade Zum ſel'gen Paradieſe fort. Ihr Labſal iſt des Herren Gnade, Ihr Leitſtern iſt ſein ew'ges Wort. Doch das empört den alten Drachen: Ein brüll'nder Leu geht er umher, Aufſperrt er grimmig ſe inen Rachen, Und wüthend regt er auf das Meer. Bald wird es ſchwarz von Ungewittern, Der Himmel hat ſein Licht verhüllt, Der Erde Gründe beben, zittern; Die Blitze ſprühn, der Sturmwind brüllt. Wie Berge thurmen ſich die Wellen, Das Schifft ſchwebt himmelhoch empor: Der Abgrund droht es zu zerſchellen, Jetzt, ſcheint es, kommt's nicht mehr hervor; Da ſchon die Waſſerfluthen ſchlagen Mit Ungeſtüm ins Schiff hinein, Das ſchon die Tenfel höhniſch ſagen: Bald wird die Kirche nicht mehr ſein. Die lieben Junger ſehn voll Schrecken Den ſichern Untergang ſich nahn: Da eilen ſie, den Herrn zu wecken, Und rufen ihn mit Zagen an: „Hilf, Herr, o hilf, da wir vergehen, Errette uns, verlaß uns nicht!“ Und der Allmächt'ge hört ihr Flehen, Erhevt voll Gnade ſich und ſpricht: „Verſtumme Meer und ſchweigt ihr Winde!“ Und plötzlich wird vollkomm'ne Ruh: Der Sturm iſt ſtill, der Wind bläſt linde x Das Schiff dem ſel'gen Hafen zu. Die Jünger geben Gott die Ehre: „Lob ſei dem Herrn, deß ſtarke Hand Der Hölle Grimm, die Wuth der Meere Zum Heil der Kirche überwand. Herr, laß uns glauben deinen Worten, Und feſt auf dieſem Fels beſtehn: So muß die Macht der Höllenpforten An uns zu lauter Trümmern gehn.“ 2. So zieht ſie hin, des Herrn Gemeinde; So ſchutzt ſie Chriſt, der ſtarke Held, Ob noch ſo grimmig ihre Feinde, Fleiſch, Satan, Hölle und die Welt. Oft ſchein'ts, ſie muſſe unterliegen: Schon jauchzt die Hölle: „Sie iſt hin 7.