# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1852 07 27_S190 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) nnergründlicher Langmuth und Erbarmung durch die Wirkung ſeines heiligen Geiſtes und Wortes noch Gnade zur Buße und zur Bekehrung zu be⸗ kommen ſcheint — dieſer Euer ehemalige Freund und Anführer wird ſchon mit dieſer ja noch ſehr ſchwachen und dürftigen Erkenntniß des abſo⸗ luten Bibelgottes am Tage des Gerichtes wider Euch auftreten und Euch verdammen Denn wiewohl er aus Gottes Wort die Sün⸗ de in Adam als die Wurzel alles Verderbens des Herzens, aller Verfin ſterung des Verſtandes und aller Verkehrung des Willens, und die Gnade in Chriſto als den Quell aller Reinigung des Her⸗ zens, aller Erlentung des Verſtandes und aller Gutmachung des Willens, ſowohl im Großen und Ganzen in der Geſchichte des menſchlichen Geſchlechts, als in jeder einzelnen Menſcken⸗ ſeele noch nicht gründlich erkannt hat und bis daher vielleicht noc nicht der Anſatz der wahren Buße zu Gott und des wahren Glaubens an den HErrn Jeſum Chriſtum in ihm iſt: ſo iſt doch Zweierlei aus dieſem ſeinem Belenntniß unwiderſprechlich klar, einmal, daß Eure vor⸗ geblich neu entdeckte Weisheit zur Gluckſeligkeit nichts als Thorheit zum ewigen Verderben iſt und daß auch Ihr, ohne das Erbarmen des „abſoluten Bibelgottes,“ unrettbar verloren ſeid. Soweit hätte ich denn auf diesmal aus der Geſchichte, wie aus dem Innerſten Eures eige⸗ nen Gewiſſens, ſummariſch Zeugniß über und wider Euch gethan von der Göttlichkeit der heil. Schrift nach ihrem Urſprung, Juhalt und Wir⸗ kung; und ob Ihr auch von Neuem deſſen lachet und ſpottet, als die Ihr, vom Irrlichte des Sa⸗ tans verblendet und verführt, dem hölliſchen Sumpfe unaufhaltſam zueilet: fo foll doch die⸗ ſes Zeugniß ſo lange feſte und gewiſſe Wahrheit ſein, als das Wort Gottes bleibet, das Euch richten wird am jüngſten Tage. — Merkwürdige Miſſtons⸗Predigt. Gehalten vom Sup. Nagel aus Triglaff bei Greifenberg in Pommern, bei der Jahresfeier der ev. luth. Miſſion zu Leipzig am 26. Auguſt, 1851. Komm, heiliger Geiſt, erfülle die Herzen Dei⸗ ner Gläubigen, und entzuünd in ihnen das Feuer Deiner göttlichen Liebe. Der Du durch Mannich⸗ faltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt verſammelt haſt in Einigkeit des Glaubens. Amen. ö ö Matth. 16, 3. Ihr Heuchler, des Him⸗ mels Geſtalt könuntihrurthei⸗ len, könnet ihr dennnichtauch die Zeichen die ſer Zeit urthei⸗ len? Geliebte in dem Herrn! Einſt traten die Pha⸗ riſäer und Sadducäer zu Jeſu, verſuchten ihn und forderten, daß er ſie ein Zeichen vom Himmel ſe⸗ hen ließe. Der Herr aber ſeufzt tief auf, ſchilt ſie eine böſe und ehebrecheriſche Art und will kein Zeichen geben. Was ſollen wir dazu ſagen? Soll denn das Wort des Herrn, ſollen die Boten des Herrn nie und unter keinen Umſtänden durch mit⸗ folgende Zeichen beglaubigt werden? Das kann nicht die Meinung Jeſu ſein. Sind doch Moſes und Aaron, Elias und Eliſa, Petrus und Pau⸗ lus und andere Boten Gottes mehr beglaubigt Vodden durch Zeichen und Wunder, und der Herr V * Gott!“ ſpricht er zum Könige Ahas. Er erklärt torität meiner Perſon und die Wahrheit meiner durch welche der verborgene Gott dem gegeuwär⸗ ſelbſt hat es nicht verſchmäht, ſich für ſeine Sen⸗ dung auf Wunder zu berufen, wie er ſpricht: „Die Werke, die ich thue, zeugen von mir.“ — Oder iſt d ars etwa von dieſen Phariſäern Un⸗ recht und der Gegenſtand des Seufzens Jeſu ge⸗ weſen, daß ſie dergleichen Zeichen fordert en? —Auch das eigentlich nicht. Der Herr hat doch nicht gezürnt, als Gideon bat: „Lieber, mache mir ein Zeichen.“ Vielmehr gewährt er ihm das geforderte Zeichen; ja, mehr als eins. Er zürnt nicht, als Hiskia den Jeſaias fragt: „Welches iſt das Zeichen, daran ich erkenne, daß mich der Herr geſund machen will?“—ſondern er bewil⸗ ligt ein Zeichen dafur. Er zürnt nicht, als die Seinigen ihn fragen: „Welches wird das Zei⸗ chen ſem deiner Zukunft?“ —ſondern er nennt die Zeichen. Ja, auch das kommt vor, daß der Herr geradezu beftehlt, Zeichen zu fordern. „For⸗ dere dir ein Zeichen von dem Herrn deinem, und rügt es als eine Beleidigung ſeiner Majeſtät, als Ahas das im Voraus bewilligte Zeichen nicht Sünde und dagegen zur Pflicht macht, uns über dieſelben ein Urtheil zu bilden und daran * der unſern Glauben zu ſtärken oder unſern Un⸗ glauben zu brechen, —auf dieſen Grund und auf Veranlaſſung des heutigen Miſſionsſeſtes laßt mich euch unter dem gnädigen Beiſtande Gottes die Heidenmiſſion als ein ſol⸗ Verachtung der vorhandenen Zeichen der 4 ches Zeichen der Zeit vorhalten, an welchem der Glaube ſich ſtärken und der Unglaude ſich brechen ſell. Und zwar ſollzuer ſt im Aliggemeinen die Zei⸗ chennatur des Miſſtonswerkes nachgewieſen und fodaunnn inſonderheit die Zeichenſprache dieſes Wer⸗ kes gedeutet werden. 1. Der Heidenmiſſion unſerer Tage läßt ſich dit Natur und die Bedeutung eines Zeichens nichi ab⸗ ſprechen. Denn erſtlich iſt offenbar, daß Got⸗ tes Wort der Heidenmiſſion übertzaupt, der Be, kehrung der Heiden zu dem Gett Llrahams, fordert.—Wie iſt es nun dieſen Spruchen gegen⸗Iſaaks und Jakobs Zrichennatur keilegt. Das über zu verſtehen, daß derſelbe Herr die Phari⸗ ſoll ja ein Zeichen ſein fur den gedenebeiten Saa⸗ ſäer, die ein Zeichen von ihm fordern, ſtraft und ihnen kein Zeichen geben will? Das zeizen uns dieſe Worte an, daß der Herr vorher ſpricht: „Des Abends ſprechet ihr: Es wird ein ſchöner Tag werden, denn der Himmel iſt rothz und des Morgens ſprechet ihr: Es wird heute Ungewit⸗ ter ſein, denn der Himmel iſt roth und trübe. Ihr Heuchler, des Himmels Ge⸗ ſtalt könntihr urtheilen, könnet ihr denn nicht auch die Zeichen dieſer Zeit urtheilen?“—Mit die⸗ ſen Worten macht der Herr den Phariſäern nicht ſowohl das zur Sünde, daß ſie Zeichen fordern, ſondern daß ſie die bereits vorhandenen Zeichen der Zeit nicht beurtheilen. „Es ſind ja Zeichen genug da,“ will er ſagen, „Zengniſſe fur die Au⸗ Lehre. Sie ſind da und auch unverborgen. Nun aber thut ihr ſo, als wären keine Zeichen da, oder als genügten die vorhandenen nicht. Ihr begehrt glänzendere, ſchlagendere Zeichen und ſtellt euch, als würdet ihr dann glauben, und habt doch zu⸗ vor beſchloſſen, daß ihr nicht glauben wollt. Ihr Heuchler.“ —So ſtraft der Herr im Grunde an dieſen Phariſäern, die ein Zeichen forderten, das⸗ ſelbe, was er am Ahas, der kein Zeichen fordern will, geſtraft hatte, nämlich den Unglauben und die Heuchelei. Dies Wort Jeſu aber, das die Phariſäer und Sabducäer züchtigt, iſt auch uns nutze zur Lehre auch uns zur Sünde gemacht, wenn wir blind und kalt, oder doch gleichgultig und lau ſind ge⸗ gen die Zeichen unſerer Zeit, gegen die Zeichen, tigen Geſchlecht offenbar werden will und ſein al⸗ tes Wort wieder neu legitimirt. Inſonderheit 1 Auf Grund nun unſeres Textes, der uns die ſechs Millionen Thaler beigeſteuert und veraus⸗ ** men Abrahams, daß alle Völker durch ihn geſeg⸗ net werden. den Helden vom Stamme Juda, daß die Völker ihm anhangen werden. Zeit, die Jeſus den Jüngern Johannis nennt, iſt das letzte und offenbar wichtigſte dies: den Ar⸗ men wird das Evangelium gepredigt. Zeichen, die Jeſus ſeinen Inngern nennt als Vorboten ſeiner Zukunft, ſteht auch dies: Es wird gepredigt werden das Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zu einem Zeugniß über alle Völ⸗ ker. So kann auch das Andere nicht geleugnet wer⸗ den, daß die Heidenmiſſion gerade in den letzten 50 Jahren durch Gottes Gnaͤde in einer ſolchen Wei⸗ ſe gewachſen und offenbar geworden iſt vor der Welt, daß wir dieſelbe mit gutem Gewiſſen je⸗ dermann als ein hochflatterndes Panier, als ein Zeichen vorhalten dürfen. durch Cabinetsbefehle, nicht durch Kammerbe⸗ beſchlüſſe, nicht durch Ständegutachten entſtan⸗ den oder gefördert worden. Keins der gangha⸗ ren Syſteme der Weltweisheit hat daſſelbe unter ſeine Flügel oder in ſeine Pflege genommen.⸗ Keine der ſchönen Künſte hat es bisher verherr⸗ licht. hie und da das ordentlidſe Kirchenregiment ſchüchtern zu ihm bekannt hat. nicht vorzugsweiſe die Säcke der Reichen dieſem Werke geöffnet. ö winnreiche Handelsſpeculatien betrieben worden. und zur Zuchtigung. Denn durch daſſelbe wird Man hat es auch nicht zu einem kirchlichen Ab⸗ laßkram herabgewürdigt, daß für die Miſſions⸗ beiträge Vergebung der Sünden, Leben und Se⸗ ligkeit verheißen worden wäre. Das ganze Werk ruht nätſt der Gnade Gottes auf dem freien, u- ten Willen der Leute, die des Glaubens leben: „Chriſti Blut und Gerechtizkeit, das iſt mein wird uns zur Sünde gemacht, wenn wir, umun⸗Schmuck und Ehrenkleid.“ Und dieſem Glau⸗ ſern Unglauben zu beſchönigen, uns nicht genügen ben, der ſich von der Welt muß ſchelten laſſen, laſſen an den Zeichen, die der Herr dieſer Zeit daß er die Menſchen träge mache zu guten Wer⸗ und dieſem Geſchlecht gegeben hat, und dafurken, hat es der Herr gelingen laſſeu, in fanfig heuchleriſch andere begehren, die der Herr nichtJahren, in einer kommerlichen Zeit, die, wie geben will. Dieſe Heuchelei wird am jüngſten kaum eine Zeit zuvor, ſis von der Ewigkeit und Tage zu dem Bekenntuiß gezwungen werden: deren Intereſſen grundſätzlich abwendet, ein Werk Wir haben nicht geglaubt, weil wir nicht glanben zu Stande zu bringen, fur das allein in den pro⸗ konnten, ſondern weil wir nicht glauben wollten! teſtantiſchen Kirchengemeinſchaften jährlich an Das ſoil ja ein Zeichen ſein für Unter den Zeichen der Unter den Dies Werk iſt nicht Ja! es beſtand längſt im Segen, ehe ſich Es haben ſich Es iſt da ſſelbe nicht als ge⸗ ů —