# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1852 06 22_S172 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) ſtor, Sie ſind zu gelinde, Sie müſſen's ſchärfer machen,“ ꝛc.—wiederum gegen ihr Gewiſſen; und daß die Kranken, die nach der Geneſung nicht in die alte Bosheit zurückgefallen ſind, be⸗ kennen können, daß die Kranken des ſeelſorgeri— ſchen Zuſpruchs und Troſtes ſich ſtets von mir erfreut haben, habe ich vor Gott Zeugniß. „Wegen muthwilliger Verſäumniß ſeines Amtes in Faulheit und Weichlichkeit.“ Haben doch die Unterſchriebenen mir ins Geſicht und gegen Andere geſagt: Unſer Paſtor wird's bei ſeiner öfteren Kränklichkeit nicht lange ma— chen, er ſtrengt ſich zu ſehr an, er ſchont ſich gar nicht. Geſchweigen will ich, ausführlich zu beweiſen, wie ich, ſchwach und halb blind, mich habe auf den Wagen und herabheben laſſen müſſen, um nur meine wenigen Kräfte dem Dienſt im heiligen Amt zu widmen. Habt ihr das vergeſſen? Oder wiſſet ihr nicht mehr, daß ich vor Schwäche oft beim Predigen nicht habe ſtehen können, ſondern mich ſetzen müſſen? Doch ich will hier das ärzt— liche Zeugniß wörtlich einrücken, das ich 1850 mir habe von meinem Arzte, der mich in Mar— tinsville behandelt hat und gegenwärtig noch in Bergholz wohnhaft iſt und praecticirt, geben laſ⸗ ſen, als ich gewiß wurde, daß das über mich von Paſt. Grabau und v. Rohr gewirkte Bosheitsge— webe weiter angefertigt wurde. (Wörtliche Abſchrift.) „Daß ich den Herrn Paſtor Krauſe zu Martins-— „ville lange Zeit hindurch an einem in Folge „von Berbrennung entſtandenen Geſchwüre „am Arme behandelt habe, welches der Her— „ſtellung hauptſächlich deshalb lange Zeit wi— „derſtand, weil Herr Paſtor Krauſe durch das „Beſtreben, ſeinem Berufe nachzukommen, ge— „drungen, ſich öfters, ohne meinen ärztlichen „Rath zu berückſichtigen, der ungünſtigſten „Witterung ausſetzte. Nach Heilung dieſes „Leidens entwickelte ſich ein Augenleiden, wel— „ches allmählich überhand nehmend, in eine „Amauroſis überzugehen drohte. Da nun „deſſen Wohnung ſehr ſchlecht und „lung dieſer Krankheit durchaus nicht geeig— „net, ſo rieth ich zur Beziehuug eines geeig⸗ „neten Locals; jedoch fand ſich zu Martins-⸗ „ville kein ſolches vor, und Herr Paſtor Krau— „ſe ſah ſich genöthigt, nach noch einer mit dem „Herrn Doctor Nichel aus Buffalo ſtattge— „habten Conſultation nach Buffalo zu ziehen, „ger Collegen Leitung bis zur Beſſerung ſei— „nes Leidens behandelt worden iſt. Solches „wird auf Verlangen der Wahrheit gemäß „pflichtmäßig arhenhon Emil Theodor Stange, Dr. Med. Chirurg. Artisque Obstetriciæ. New Bergholz, Nov. 1. 1850.“ Sollten die Hrn. Paſtoren Grabau und v. Rohr ſammt' euch dieſer Abſchrift mißtrauen, ſo bitte ich Hrn.v. Nohr, ſie Hrn. Dr. Stange zu zeigen, der ihm gern Beſcheid ertheilen wird. „Wegen „rottiſcher Abſonderung von ſeinem Miniſterio.“ Ihr ſeid abermals von Herrn Grabau und v. zur Hei⸗ euch angegeben habe. — 170— Rohr ganz falſch berichtet worden. Dieſen Her— ren habe ich am 2. September 1850 offen er⸗ klärt: wenn ſie in ihrem hierarchiſchen Treiben verharrten, wäre ich genöthigt, von nun an aus aller amtlichen Berbindung mit ihnen zu treten. Da ſie nun nicht blos darin beharrten, ſondern auch allerlei Ränke wider mich trieben, (vergl. meine beiden Vertheidigungsſchriftchen), ſo zeig— te ich ihnen gedoppelt, den 25. Sept. und 3. Okt. 1850 meinen Austritt aus ihrem Miniſte— rio und Synode ſchriftlich an und überſendete der rechtgläubigen lutheriſchen Synode von Miſ— ſouri ꝛc., die ich lange Zeit mit angefeindet hatte, meine Abbitte und erfreute mich deren chriſtbrü— lichen Verzeihung. „Wegen Verlaſſung ſeiner Gemei— ne.“ Eure Deputirten Sack und Großkopf ha— ben mir aber am 9. September 1850 in eu⸗ rem Namen erklärt: daß wenn ich mit den Hrn. Paſtoren Grabau und v. Rohr nicht vereint blie— be, ich euer Paſtor nicht ſein könnte. Die Her— ren Grabau und v. Rohr nebſt den Deputirten von Bergholz, Walmow aus Buffalo belobeten eure Deputirten deshalb, die in eurem Namen dies gegen mich erklärten, als ich beſtimmt mich ausſprach: der Gemeine in Martinsville will ich gerne dienen, aber mit Herren Paſtor Gra— bau und v. Rohr kann ich, nach den gegebenen Auseinanderſetzungen in keiner amtlichen Ver— bindung ſtehen. Der ſogenannie Martinsviller Aufſatz ſagt ferner: „Es iſt unrichtig und unwahr, „ſeine Amtsbrüder hätten ihn ſeit Jahr und „Tag bei uns zu verleumden und zu ſtürzen „zen geſucht ꝛt.“ Es iſt aber ganzrichtig; denn Herr v. Rohr hat mir ſelbſt wider ſeinen Willen einge⸗ ſtehen müſſen am 2. September 1850, daß er wi— der mich gepredigt und ſich an mir verſündigt, daß er mich als einen Rottirer, Irrgeiſt, ꝛr., bei Aber Herr v. Nohr und Grabau haben damit fortgefahren und endlich mich, nach ihrer Meinung, geſtürzt. Weiter ſpricht der Martinsviller Auffatz: „Er „lich, Krauſe) gibt vor in ſeinennerſten Läſter⸗ „buche, er habe feit 1848 die Miſſouriſchen „Anſichten vonſchriſtlicher Freiheit der Gemei— „nen vertheidigt, ꝛr.“ Bitte mir nachzuweiſen aus meinem Büch— lein, daß ich darin geſchrieben, ich hätte die Miſ⸗ ſouriſchen Anſichten vertheidigt. „woſelbſt er unter meiner und noch eini⸗ Weder die Miſſouriſchen noch andere Anſich— ten habe ich darin vertheidigt, ſondern mich zu der von Gott dem HErrn in Seinem 2 Vorte den Chriſten gegebenen und verliehenen Freiheit vom Joch der Menſchenſatzungen bekannt. Dies iſt ein göttliches, Seiner Kirche verliehenes Privi— legium, und nicht von der Miſſouriſchen Synode aufgebracht; und nicht die Miſſouriſche Syno— de, ſondern Gott der heilige Geiſt durch St. Paulum rufet: „So beſtehet nun in der Frei⸗ heit damit uns CEhriſtus befreiet hat, und laſ⸗ ſet euch nicht wiederum in das knechtiſche Joch fangen.“ (Gal. 5, 1.) In dem Martinsviller Aufſatz ſteht ferner: „Dabei übte er eine ſolche tyranniſch e ge Predigtamt gehörte. ſcheidungen dieſer Herren Paſtoren! ge zu entſcheiden, wurde mir von mehreren unter! ich euch belehrte: „Härte, und griff ſo in die wirklichen Rechit „der Gemeine ein, daß wir Schutz bei an— „deren Paſtoren ſuchen mußten. Hinwirde⸗ „rum mußten wir ihn bitten, doch ſeint „Pflicht zu thun, nämlich, ſich der Führung der „Gemeinen bei ihren Gemeinverſammlungen! „anzunehmen, was er aus Trägheit ver⸗ „weigerte, mit dem Vorwand, ſich in äu⸗ „ſerliche Angelegenheiten nicht „miſchen zu wollen.“ ö Wie ihr, liebe Chriſten, hier ſelbſt unum⸗ wunden beweiſet, daß ihr mir etwas andichntt, iſt ſo klar für jeden Aufrichtigen, daß es zu verwundern iſt, wie ihr euch hier ſo blos ſtellt. Erſt ſcheltet ihr mich einen Tyrannen, der in eure Rechte gegriffen, und dann ſcheltet ihr! mich, daß ich Alles hätte gehen laſſen, wie eoͤ wollte, und um Gemeinangelegenheiten mich gar nicht bekümmern wollen. Das iſt ungefähr— ſo, als wenn böſe Kinder über ihre rechtſchaffenen. Eltern bei den Nachbarsleuten ſagen: ja, mein Vater, meine Mutter behandeln uns ganz entſetz⸗ lich hart, denn wir können machen, was wir wol⸗ len, und wenn wir unſere Eltern bitten, uns gut zu erzichen und uns unſern Willen nicht zu laß⸗ ſen, ſo ſprechen ſie: ei, laßt uns zufrieden, macht, was ihr wollt. Ach, unſere Eltern behandeln uns ſo ſtreng und eingezogen, daß wir zu allen Thüren hinauslaufen und uns überall umher⸗ treiben dürfen. Aber ich will euch noch etwas erinnern. Ihr hattet, von Herren Paſtor Grabau und v. Rohr! gewöhnet, ein Recht erhalten, und waret dazu von ihnen angehalten worden, von ihnen ent— ſcheiden zu laſſen, wie es in Wirthſchaftshändeln ausfallen ſollte. Zog z. B. Jemand einen Gra⸗ ben, und das Waſſer lief hie oder da auf des' Nachbars Grundſtück, oder das Vieh brach durch, oder ſprang über die Fente, oder der und der be⸗ hauptete, der Baum, den jener gehauen hat im Walde, ſteht eigentlich auf meinem Bezirk, ſo ka⸗ net ihr vor Hrn. Grabau und v. Rohr, und die ſollten es entſcheiden. Sie entſchieden auch, obſchon ſie von dem al⸗ len nichts verſtanden und es nicht für das heili⸗ Und woher ſind die vie⸗ len Feindſchaften in Martinsville entſtanden?; Habt ihr es mir nicht ſelbſt geſagt: durch dieſe Eni— Solche Din⸗ ter euch auch zugemuthet. Wiſſet iht nicht, daß 1. ich verſtünde davon nichts; 2, ich wäre nicht zum Richter oder Erbſchichter un⸗ ter euch geſetzt, fondern zum Le von euch berufen? Die Antwort war: ja, Herr Paſtor Grabau und v. Rohr haben es auch gethan, ſo müſſen Sie es auch thun. Als ich erwiederte: ich habe hierin über dieſe Herren nichts zu ur⸗ theilen, halte mich aber von ſolchen Dingen fern und an meine Anweiſung als Seelſorger und Gottes Verbot, in kein fremdes Amt zu greifen, ſondern allein zum Frieden zu rathen: da watkt ihr ungehalten und gabet bei dieſen Herren hein⸗ lich mich an als einen ſolchen, der ſich nicht un euch bekümmere und euer Recht nicht fördere. Dieſe hörten euch gerne an und gaben euch