# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1852 05 11_S163 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) 2———— —— ——. —2—.IJJ‚I‚IIIIIIJFJJII—— — ———— (Offenb. Joh. Cap. 11, v. 6. 7.) „Goltes Wort und Luthers Lehr“ vergehet nun und nimmermehr.“ —9———————— —— Herausge — —————————— — — ——— zeben von der Deutſehen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten. Nedigirt von C. + W. Walther. St. Louis, Mo., de —— n S. Juni 1852. No. 21. Zedingungen: Reiſebericht des Redakteurs. (Schluß.) Unſere Beſorgniß, die lieben Leſer durch die känge unſeres Reiſeberichtes bereits nicht wenig nmüdet zu haben, dürfte wohl eine höchſt ge— uchte ſein. Wir wollen uns daher, zum Schluſ⸗ ſe eilend, nun ſo kurz als möglich faſſen, die Rittheilung von Betrachtungen, die ſich uns nach eben in Deutſchland gemachten Erfahrungen aufdringen, auf andere Zeit und Gelegenheit zerſparend. Den 28. November brachten wir, uns zur Rückreiſe rüſtend, noch in Nürnberg zu, wo bir von den Familien Zeltner, Reuther, ſabricius, Fleiſchmann und inſonder⸗ heit von der theuren Familie Volk noch viele Beweiſe herzlicher Liebe entgegen nahmen. Am Tage darauf fuhren wir per Eiſenbahn bis Leipzig, wo wir uns trennten. Paſtor Wy⸗ neken nehmlich reiſte, ohne ſich jetzt in Sachſen aufzuhalten, weiter, während ich hier bei Dr. Rarbach übernachtete und am andern Mor— gen, um Herrn Oberhofprediger Tr. H arleß noch einmal zu ſprechen, einen Excurs nach Dresden machte. Da auf dieſen Tag gerade der erſte Adventsſonntag fiel, ſo wurde mir die Freude zu Theil, den Herrn Oberhofprediger predigen zu hören, und ich muß ſagen, wer die d Der Lutheraner erſcheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen Sahkriytienspreis von Einem Dollar für die auswärkigen Unterſchreiber, welche denſelden voraus zube⸗ allen und das Poſtgeld zu rragen haben. — In St. Lonis wird jede einzelne No. für 5 Cents verlauft. Predigtweiſe dieſes ganz ausgezeichneten Predi⸗ Nur bie Briefe, welche Miitheilungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redalfeur, alle anderen aber, welches Geſchäftliches, Beſtedungen. Abbeſtellungen, Gelder zc. enthalten, unter der Atreſſe Mr. IT. W. Barthel, care of C. P. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenden. 3: gers allein aus ſeiner „Sonntagsweihe““ vom Jahre 1848 kennt, was bis dahin bei mir der Fall war, der kann ſich ſchwerlich die rechte Vor— ſtellung von der geſegneten Wirkſamkeit deſſelben in ſeinem gegenwärtigen Amte als Oberhof— predigerbilden. Ich geſtehe, es war mir nicht anders, als ob ich einen apſtoliſchen Mann in Athen das Wort verkündigen hörte. Ich wußte nicht, was ich mehr bewundern ſollte, ob die mit dem Adel der Diktion verbundene Popularität (Gemeinfaßlichkeit) derſelben, oder das mit dem Ernſte und der Kraft eines rückhaltsloſen Zeug⸗ niſſes gegen den geſchehenen Abfall verbundene Nöthigen, hereinzukommen (Lue. 14, 23) und ſeelſorgeriſche Anknüpfen an dem Fünklein, das etwa durch die Gnade des heiligen Geiſtes in dem Herzen des Zuhörers glimme. Natürlich machte die reiche evangeliſche Predigt, die ich jetzt in der Hofkirche zu Dresden hürte, wo Tau⸗ ſende von Zuhörern aus allen Ständen Kopf an Kopf regungslos auf die mächtige Stimme der impoſanten Geſtalt lauſchten, einen beſon⸗ ders tiefen Eindruck auf mich, da ich hier zuvor einen Ammon ſeine Philoſopheme einem after⸗ weisheitslüſternen ſogenannten gebildeten Pu⸗ blikum mit allem Prunke eines weltlichen Ora— tors hatte vortragen hören. ) Es iſt dies der Titel einer Sammlung von Predigten Dr. Harleß', die bei Trubner in Leipzig erſcheint. Es kom⸗ men noch immer Fortſetzungen heraus, da jede Predigt, die Harleß hält, ſogleich gedruckt und dann im ganzen Lande ge⸗ leſen wird. —..mm'''x——————— Da ich an dieſem Tage und am nächſtfolgen⸗ den Morgen den Herrn Oberhofprediger nicht ſprechen konnte, indem derſelbe in dieſer Zeit be⸗ reits durch unaufſchiebliche Geſchäfte vecupirt war, ſo ſuchte ich jetzt hier lebende vormalige Glieder meiner Gemeinde in St. Louis und Verwandte derſelben auf. Bei Herrn Kauf⸗— mann Fiſcher (der unter die von Amerika Zurückgekehrten gehört und der mit der tiefſten Rührung und mit Lob Gottes vernahm, was der HErr hier in Amerika an uns gethan, die wir vormals ſo gefährliche Irrwege gegangen waren) lernte ich auch einen jungen lieben Mann kennen, den Paſtor Zehme (den Sohn des be— kannten gläubigen Paſtors Zehme in Großſtäd⸗ teln bei Leipzig), welcher durch Vermittelung des Herrn Dr. Harleß als Prediger für die lutheri⸗ ſchen Hofleute in Pillmitz, wo ſich bekanntlich ein königliches Luſtſchloß befindet, angeſtellt wor⸗ den iſt. Im Winter hält ſich Paſtor Zehme in Dresden auf und hält hier in einigen Kirchen die Wochenpredigten. Ich freute mich innig, in dieſem jungen Mann einen eben ſo entſchiedenen, wie eifrigen Lutheraner kennen zu lernen, und von ihm zu hören, daß ſein Zeugniß unter den Hofleuten bereits ſichtlich mit reichem Setzen be⸗ gleitet worden iſt. Am Tage darauf ſpeiſte ich zu Mittag bei dem Herrn Oberhofprediger. Derſelbe billigte voll⸗ kommen unſer Verfahren in München und über— haupt die Stellung, welche wir bis her zu den Theo⸗ logen in Deutſchland eingenommen, und bot zu