# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1852 05 11_S159 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) minde verkündigen zu hören und an der Weiſe 6zu ergötzen und zu lernen, wie derſelbe iu Canzel und an Altar die Liturgie practiſch undhabt, von deren Geſchichte und Bedeutung u in jeden ihrer einzelnen Theile er bekannt— ih der unſtreitig größte Kenner in unſeren Ta⸗ Sind wir nun auch, was die ſtreitigen hrpunkte betrifft, auch während unſeres dies— nuigen Verweilens in dem Hauſe Herrn Paſt. dhes, mit demſelben nicht bis auf jeden Aus— mak zum Abſchluß gekommen, ſo können wir uch mit fröhlicher Zuverſicht die lieben Leſer ſhon jetzt verſichern, daß eine Einigung in der Rahrheit und in der Liebe durch Gottes Huld und Gnade erzielt worden iſt, die von größerem Berthe iſt, als eine ſolche, die ihre Gewähr nur U einer, von beiden Seiten geleiſteten und von mueinen durch Beſtürmung der anderen erlang⸗ Uun, Unterſchrift unter gewiſſe ſtreng formulirte HVize hat. Je wichtiger jedoch eine bis in die ltten Faſern der Lehrentwickelung gehende wah— uEinigkeit und je gewiſſer eine ſolche nicht Maſchen ⸗, ſondern allein Gottes-Werk iſt, deto unabläſſiger und deſto ernſtlicher u. brün⸗ ſiger wolle doch der liebe chriſtlutheriſche Leſer Hott anrufen, daß er das angefangene Werk iner heiligen Concordia (Einträchtigkeit) för— Inn und vollenden wolle zu ſeines Namens Eh— und ſeiner Kirche Heil und Segen hier und jnſeit des Meeres. In welchem Maaße übri— zus unſer Verhältniß zu Herrn P. Löhe ein inmer innigeres wurde, in demſelben Maaße nuchs dieſe Innigkeit auch zwiſchen uus und hern Katechet Bauer und Pfarrer Stir⸗ ner in Fürth, mit welchen beiden wir unter Ulen Herrn P. Löhe Näherſtehenden am häu⸗ jhſen und gründlichſten uns auszuſprechen Ge⸗ lgenheit fanden. Herr Katechet Bauer war uch diesmal mehrere Tage mit uns in dem Maendettelsauer Pfarrhauſe. Räaht unerwähnt können wir endlich auch wiſ laſſen, daß wir, von Herrn Dekan Bach⸗ lnann dringend eingeladen, an einem dieſer Uge (am 26. Novbr.) in Begleitung Herrn ). Löhe's und Herrn Katechet Bauer's einen Epaziergang nach dem nahegelegenen Städt— en Windsbach machten, wo wir in dem hauſe des Herrn Dekan's, uns leiblich und gitlich erguickend, einige herrliche Stunden ver— ſlten. Gegenwärtig waren noch Herr Pfarrer YT. Müller aus Immeldorf (gegenwär— iher Herausgeber des Nördlinger Sonntags— lattes und Editor der Stuttgarter Prachtaus⸗ ubt des deutſch-lateiniſchen Concordienbuchs In hiſtoriſcher Einleitung und kritiſchen Be⸗ Uunungen) und die Herren Lehrer in dem zu Uindsbach beſtehenden Waiſenhaus für Pfar⸗ meſöhne. Auch die nähere Bekanntſchaft mit henn Pfarrer Müller, den wir ſchon einman ſjn Neuendettelsau geſprochen hatten, war uns ine ſehr werthe, indem wir in demſelben, wie un dem Herrn Dekan, einen Mann von ebenſo ichenswürdiger Perſönlichkeit, als chriſtlicher Haubenstreue kennen lernten. Ein ſeltener henuß wurde uns hier u. A. auch dadurch be⸗ nint, daß uns der Chor der, in der Stiftung 157— ſich befindenden, Pfarrers-Waiſenknaben unter Leitung ihres Muſiklehrers, des Herrn Candi— daten Hacker, mehrere alte liturgiſche Geſänge vortrug. Wir müſſen ſagen, daß wir nie ei⸗ nen ſchöneren und ergreifenderen Chorgeſang als dieſen in ſeinen alten Rhythmen, Accorden und Harmonieenfolgen gehört haben. An Leib und Seele geſtärkt, wanderten wir hierauf mit Einbruch der Nacht wieder nach Haus. Des folgenden Tages endlich ſchieden wir mit dankerfülltem Herzen auch von Neuendet⸗ telsau, um nun wieder nach Norddeutſchland zurückzukehren und von hier aus ſo bald als möglich unſere Heimreiſe wieder anzutreten. (Schluß folgt.) Etwas zu der „Zuſchrift Herrn Paſtor Grabau's „an Herrn Paſtor, Profeſſor Winkler, in Detroit, Hochehrwürden.“ In der 14. Nummer des Buffaloer „Infor⸗ matoriums“ findet ſich unter Anderem eine wie in der Ueberſchrift bezeichnete Zuſchrift. Darin ſucht Herr Paſtor Grabau ſeinen Herrn Amts— bruder, Paſtor Winkler, wegen des, demſelben von uns in No. 15. des Lutheraner“ gethanen Vorhaltes zu beruhigen, oder, wenn man lieber will, zu belehren. Faſt dürfte es ſcheinen, als habe Herr Paſtor Grabau die Kraft des von uns gegen Herrn Paſtor Winkler geführten Beweiſes, wenn nicht ſelbſt gefühlt, doch beſorgt, daß Andere dieſe Kraft fühlen und daher durch die Entgegnung Herrn Paſtor Winkler's nicht beruhigt ſein wür— den. Doch ſei dem, wie ihm wolle; Herr Paſtor Grabau geſteht zu: Wenn freilich H. Hes⸗ huſius weiter nichts ſagte, als was Herr Walther anführt, ſo könnteer damit beſtätigen, daß man befugt ſei, Rottenprediger in fremde Ge⸗ meinden zu ſenden, die nun Chriſti Diener wären;“ das heißt, in der Sprache Herrn P. Grabau's, daß wir ſ. g. Miſſourier be⸗ fugt geweſen ſeien, denjenigen, welche ſich von Herrn Paſtor Winkler wegen gewiſſer Dinge ge⸗ trennt hatten, auf ihr Begehren einen anderen von ihnen gewählten Prediger iu ſeinem Amte zu beſtätigen. Nun aber ſagt Heshuſius wirklich über den Fall, in welchem Prediger ſchuldig ſeien, fremden guten Chriſten die Sacramente mitzutheilen,“ weiter nichts, als das Mitgetheil⸗ te. Alſo ſtehen wir durch Herrn Grabau's ei⸗ genes Geſtändniß gerechtfertigt da als Leute, die in der Paſtor Winkler'ſchen Controverſe nach der alten Praxis un ſerer Kirche und nach dem Rath unſerer alten unverdächtigen Gottesgelehrten ge⸗ handelt haben. Herr Paſtor Grabau wirft uns zwar vor, daß wir das, was Heshuſius über den Fall ſagt, in welchem man fremde Pfarrleute nucht anneh⸗ men dürfe, weggelaſſen haben. Es iſt das aber ein höchſt ſonderbarer Vorwurf. Es iſt damit ohngefähr alſo bewandt, als wenn man einem, der die Rechtfertigung aus Gnaden allein durch den Glaͤuben aus Röm. 3, 28. bewieſen hätte, es zum Vorwurf machen wollte, daß er die kurz vorhergehenden Worte ausgelaſſen habe: Wel⸗ cher geben wird einem jeglichen nach ſeinen Wer⸗ ken: nehmlich Preis, und Ehre, und unvergäng⸗ liches Weſen, denen, die mit Geduld in guten Werken traͤchten nach dem ewigen Leben.“ Röm. 2, 6—7. Es iſt übrigens merkwürdig, daß Herr Paſtor Grabau in ſeiner „Zuſchrift“ ſelbſt in die Grube gefallen iſt, die er uns graben wollte. Er wirft uns Auslaſſungen vor, und indem er das von uns Weggelaſſene abdrucken läßt, läßt er gerade die auch in dem von ihm eitirten Paſſus füer uns redenden Worte ſelbſt weg. Nach den von Herrn P. Grabau angeführten Worten heißt es nehmlich in dem heshuſiſchen Bedenken wei⸗ ter: „Darum ſoll ein jeglicher Pfarrer wohl zu⸗ ſehen, daß er kein fremd Schäflein annehme, es ſei denn der Nothfall da, wie oben gemeldet,“ ꝛc. Hiermit bezeugt Heshuſius klar und deutlich, daß er auf dem von ihm o ben ausgeſprochenen, dem von uns im Lutheraner mitgetheilten Urtheil beharre. Wir wollen nun zwar Herrn Paſtor Grabau wegen dieſer Weg⸗ laſſung nicht mit gleicher Münze bezahlen und in die Welt hineinſchreiben: „Man ſieht auch hier, wie immer, wie unredlich die Herren (Buffaloer) Alles gebrauchen, was gut iſt,“ — dieſe Worte gebraucht nehmlich Herr Paſtor Gra— bau von uns—: aber derſelbe lerne doch hier⸗ aus erkennen, wie wahr es in einem alten Sprüchworte heißt: „Wer ein gläſern Dach hat, muß andere nicht mit Steinen werfen.“ Herr Paſtor Grabau macht uns ferner zum Vorwurf, daß wir von dem in Heshuſius' Gut⸗ achten angezogenen Votum des gottſeligen Mansfeldiſchen Superintendenten Mentzelius nichts mitgetheilt haben. Hierauf iſt zu ant— worten, wie auf Nummer zwei. Hierzu kommt, daß Heshuſius auf Mentzels Votum, (das wir übrigens von Herzen unterſchreiben) nicht zum Unterricht über den uns angehenden Fall ver⸗ weiſt, ſondern auf den vorhergenannten, daher Heshuſius alſo fortfährt: „Wann aber der Fall ſich zuträgt, daß andere Leute, ſo in unſer Pfarr nicht gehören, ſitzen aber entweder unter dem antichriſtiſchen Pabſtthum .. oder werden von ihren tyranniſchen Pfarrern wider ihr Gewiſſen beſchweree. .. „auf ſol⸗ chen und dergleichen Fall ſtehet's uns Predi⸗ gern frei, einem jeden Menſchen die Sacrament mitzutheilen,“ ꝛc. Spaßhaft iſt es endlich, daß Herr Paſtor Gra⸗ bau, um an unſerer Anführung eines alten theo⸗ logiſchen Bedenkens gar nichts Gutes zu laſſen, in großem Eifer uns ſogar bezüchtigt, die Pa⸗ gina „irrig angegeben“ zu haben. Er ſollte doch billig bedacht haben, daß es werthvolle Bü⸗ cher gibt, die verſchiedene Auflagen erlebt und daher auch eine Veränderung in der Paginirung erfahren haben. Traut uns etwa Herr Paſtor Grabau nicht, wenn wir ihm verſichern, daß un⸗ ſere Ausgabe von 1623 die angegebene Pagina habe, ſo ſind wir bereit, ihm darüber nöthigen⸗ falls ein Affidavit auszuſtellen. — Was das zweite von uns angezogene theolo⸗