# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1852 05 11_S150 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Bedacht und großem Mitleide leſen. Der 2. — 7. Band erſchien in den Jahren 1546 — 1558. Einzelne Theile dieſer Ausgabe wurden gleichfalls wiedergedruckt, nie aber das Ganze· Was die innere Beſchaffenheit dieſer Ge⸗ ſammtausgabe betrifft, ſo enthält dieſelbe 1. nicht blos Luther's Schriften, ſondern auch einige von Melanchthon, Regius, Bugen⸗ bagen, Menius u. A. — 2. Außer den ur⸗ ſprünglich deutſchen Schriften gibt ſie auch mehrere lateiniſche in hie und da unrich— tigen Ueberſetzungen. — 3. Dagezen fehlen ihr, außer einigen abſichtlich weggelaſſe— nen Streitſchriften, noch über 500 Lutheriſche Schriften, welche erſt in ſpätern Geſammtaus⸗ gaben Aufnahme fanden. — 4. Die Aufein⸗ anderfolge der Schriften iſt nicht chronolo— giſch, ſondern (wie es Luther ſelbſt gewünſcht haben ſoll,) nach den Materien geordnet. — 5. Der Tert iſt durch willkührliche Weglaſſungen und Veränderungen hie und da koͤrrumpirt; na— mentlich wurden im zweiten Bande von 1548 (was ſchon Nie. Amsdorf 1549 rügte), in der Schrift, „danß dieſe Worte: das iſt mein Leib, noch feſt ſtehen,“ mehr als ein Blatt und vier ganze Paragraphen aus— gelaſſen. Ebenſo ſind in dem „Sermon von dem Sakrament des Leibes und Blutes Chriſti wider die Schwarm— geiſter,“ von 1526, viele Stellen geändert. Vgl. Band 29. Seite 318 —359 der Erlang. Ausg. 2. Die Jenaer Ausgabe. 1555—1558. Nachdem der Churfürſt und Herzog Joh. Friedrich von Sachſen bei ſeiner Gefan⸗ gennehmung die Chur und mit ihr die Univer— ſität Wittenberg verloren hatte, ſtiftete er eine andere Univerſität zu Jena und ließ daſelbſt, noch ehe die Wittenb. Ausgabe beendigt war, eine neue, ſorgfältigere und getreuere Samm⸗ lung der Schriften Luther's veranſtalten. Zu dem Ende wurden die Urdrucke dieſer Schriften ſorgfältig geſammelt, Georg Rörer von Dä⸗ nemark zurückberufen, zum Bibliothekar in Je⸗ na ernannt und ihm die Aufſicht über den! Druck ſammt der Korrektur übertragen. Die Nedaktion beſorgte der Weimariſche Hofprediger Joh. Aurifaber, unter Mitwirkung des von Luther ſehr geliebten Matthäus Ratzenber⸗ ger, des verjagten Biſchofs Nic. v. Am s-⸗ dorf von Naumburg, des Weimar'ſchen Hof— pred. Stoltz u. A. Zwar ſtarb 1554 der Churfürſt, aber ſeine Söhne, Joh. Friedr. d. Mittlere, Joh. Wilh. und Joh. Frie— drich d. Jüngere förderten das Unternehmen in ſeinem Sinne. Die acht deutſchen Bände giengen ſämmt⸗ lich aus der Druckerei des Chriſtian Rödin— ger und ſeiner Erben, im ehemaligen Karme⸗ literkloſter hervor, und zwar der erſte 155⁵5⁵, mit Nic. von Amsdorf's, ſo wie mit Luther's Vorrede zum 1. Th. ſeiner deutſchen Schriften von 1539. In Folge einer Tertveränderung, welche Rörer bei dieſem Theile ſich erlaubte, wurde durch ein Herzogl. Reſkript auf ſtrenge Treue gegen den urſprünglichen Tert gedrungen. —148— Die ſämmtlichen Theile wurden von 1560 — 1564 und nochmals von 1575 — 1580, einzelne Theile aber ſo oft wiedergedruckt, daß nicht auszumitteln iſt, welche derſelben zu einer⸗ lei Ausg. gehören. Das Regiſter hat der v. Aſſenburg. Hofprediger zu Amford, Timotheus Kirchner, gefertigt und 1564 in Folio her⸗ ausgegeben, worauf es 1592 wiedergedruckt wurde. Von den vier lateiniſchen Bänden er⸗ ſchien die erſte Ausg. v. 1556 — 58; die zweite v. 1564 ff. (ſ. Biblioth. Cypriani- ca p. 32.); die dritte v. 1579 —84; die vierte v. 1600 —612. Einzelne Theile wur— den gleichfalls beſonders wieder aufgelegt. Herzoglicher Verordnung zu Folge ſollten bei dieſer Ausg. 1. weder dem Sinne noch den Worten nach Veränderungen am Terte vorge— nommen; 2. jede Schrift in ihrer urſprüngli⸗ chen Sprache gedruckt und durchaus keine Ue— berſetzungen aufgenommen; 3. die chronolo⸗ giſche Ordnung möglichſt beobachtet; 4. fremde, nicht von Luther herrührende Schriften, mit ſehr wenigen Ausnahmen, weggelaſſen; 5. Die Original-Ausgaben ſorgfältig verglichen und der Abdruck genau nach denſelben veranſtaltet werden, und in dieſen Beziehungen iſt die Jenaer Ausgabe allerdings der Wittenberger weit vorzuzie⸗ hen. Allein es gehen ihr nicht nur die treff— lichen Enarrationes in Genesin, welche bereits 1554 in 4 Bänden zu Nürnberg erſchienen und in die Wittenb. Sammlung noch mit auf— genommen worden waren, ſondern auch die 1559 zum Vorſchein gekommenen Enarrationes in XXV psalmos priores, welche auch in der Wittenberg. Sammlung fehlen, nebſt mehr als 500 andern Lutheriſchen Schriften, einſchließ— lich der Briefe, welche erſt ſpäter an's Licht tra— ten, ab. Die Eisleben'ſchen zwei Ergänzungsbände 1564. 65. Der Weimar'ſche Hofprediger Joh. Auri⸗ faber, welcher mit großem Fleiße Luther's noch ungedruckte Schriften ſammelte, hatte ſchon vor Beginn der Jenaiſchen Geſammtausgabe dem Churfürſten vorgeſchlagen, man möchte bei derſelben mit einigen bisher noch ungedruckten Schriften anfangen. Er getraue ſich, 2000 Briefe Luther's zuſammen zu bringen; Sſpa— latin's Hausfrau beſitze deren an 200; Dr. Jonas 250. Er kenne an 40 Orte, wo Ma⸗ nuſkripte Luther's zu finden ſeien, und Luther's Kinder beſäßen eine große Lade voll dergleichen, wonach Churf. Moritz und Melanchthon längſt getrachtet. Dazu habe M. Rörer einen un⸗ ausſprechlichen Schatz von Predigten Luther's die er ihm von 1523 bis 1546 nachgeſchrieben, deßgleichen Auslegungen vieler Bücher der heil. Schrift, Kolloquia und Tiſchreden, Rathſchläge und Disputationen, welche ſämmtlich noch un⸗ gedruckt ſeien und viele Bände ausgeben wür⸗ den. Allein der Churfürſt antwortete: Es fra— ge ſich, ob's gut ſei, Alles, was Luther geſchrie— ben, ſammt ſeinen Briefen zu drucken, und ob nicht ſeine übrigen Schriften darüber in Vergeſ— ſenheit kommen würden; auch könne er die Ko⸗ ſten dazu nicht beſtreiten, da er ohnehin mit Ausgaben beladen ſei. Dies veranlaßte Ver⸗ druß und es kam ſo weit, daß Aurifaber ſich dit Ungnade des Herzogs Joh. Friedrich, des Mittlern, zuzog und ſeine Hofpredigerſtelle ver⸗ lor. Er entſchloß ſich daher, ſeine geſammelten Lutheriſchen Handſchriften zu Jena eigens her— auszugeben. Weil ihm aber die Herausgeber! der dortigen Sammlung Schwierigkeiten berei⸗ teten, ſo führte er ſein Vorhaben zu Eisleben aus, wo ihn Graf Mansfeld beſoldete;! Der erſte Theil erſchien 1564, der zweite 1565. ein verſprochener dritter Theil aber kam nicht zum Vorſchein. Das Manufkript deſſelben wurde nach Aurifaber's Tod durch den Herzog Julius von Braun⸗ ſchweig-Lüneburg-Wolfenbüttel der Wittwe ab⸗ gekauft und nach Wolfenbüttel gebracht. Spä— ter kam es in die Univ.-Bibliothek nach Helm— ſtädt, nach Aufhebung dieſer Univerſität nach Göttingen und von da wieder nach Wolfen⸗ büttel, wo es ſich noch befindet. Im J. 1796 gab zwar Paul Jac. Bruns einen Theil deſſelben unter dem Titel: Ungedruckte Predig⸗ ten Dr. Martin Luther's (über etliche Kapitel des Evang. Matthäus) in 4. heraus, und Dr. G. K. Bollmann ſtellte ſie 1817 zu Helm⸗ ſtädt nochmals und zwar um 13 Bogen ver⸗ mehrt an's Licht; ſie fanden aber damals ſo we— nig Anklang, daß der Druck nicht fortgeſetzt wer⸗ den konnte. Im Jahre 1847 jedoch unter⸗ nahm es der gegenwärtige Sekretär der Herzogl. Bibliothek zu Wolfenbüttel, Hr. Dr. W. Höck. einen weitern Theil dieſer Handſchrift unter dem Titel: „Dr. M. Luther's ungedruckte Predig⸗ ten, 1. Bd. Predigten über Joh. 3—4, 10 und Matth. 23, 13 — 24, 34.“ Berlin 1847. 8., zum erſten Male drucken zu laſſen, welchem ſehr verdienſtlichen Unternehmen der beſte Fort⸗ gang zu wünſchen iſt. Die von Aurifaber herausgegebenen bei⸗ den Bände wurden 1603 zu Leipzig wieder gedruckt. Die darin veröffentlichten Schriften Luther's ſtehen, mit ſehr wenigen Ausnahmen, weder in der Wittenberger, noch in der Jenaer Sammlung, und gehen, chronologiſch geordnet, bis zum J. 1538. 3. Die Altenburger Ausgabe. 1661 — 1664. Die Wahrnehmung, daß ohnerachtet ausdrück⸗ licher Vorſchrift der churfürſtlich 'ſächſiſchen Kir— chenordnung, in vielen Landeskirchen Luthers Werke nicht mehr zu finden waren, veranlaßte den Herzog Friedr. Wilhelm zu Sach⸗ ſen, durch ſeinen Oberhofprediger Dr. Joh. Siegfried Sagittarius eine neue Geſammt⸗ ausgabe derſelben zu veranſtalten. Obwohl ihr, wie Sagittarius angibt, an 450 Stückt einverleibt worden ſind, welche in der Jenaiſchen Aus gabe nicht ſte⸗ hen, ſo iſt ſie dennoch unter allen Geſammi⸗ ausgaben die mangelhafteſte und unvollkom⸗ menſte. Denn 1. gehen ihr ſämmtliche latei— niſche Schriften in der Originalſprache ab; 2. ſind von dieſen lateiniſchen Schriften blos