# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1852 05 11_S147 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) ———— — —— (Offenb. Jeh. Cap. 14, v. 6. 7.) „BVottes Wort und Luthers Lehr“ vergehet nun und nimmermehr.“ ——— — —— — Herausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten. ů Nedigirt von C. F. W. Walther. Jahrg. 8. St. Louis, Mo., den 11. Mai 1852. No. 19. Bedingungen: gableu nud das Peſtgeld zu tragen haben. — Reiſebericht des Redakteurs. (Fortſetzung.) Schon in der 14. Nummer des laufenden Jahrgangs haben wir erwähnt, daß Herr Ober⸗ hofprediger Dr. Harleß, als wir denſelben an das ſo dringende Bedürfniß einer Erweiterung unſerer Prediger⸗Erziehungsanſtalt zu St. Louis erinnert hatten, uns ſogleich mit dem gütigen Anerbieten entgegen kam, uns mit Empfehlungs⸗ ſchriben an Ihre Majeſtät, die Königin Marie von Baiern und höchſtderoſelben Beichtvater, Herrn Dekan Ritter Burger in München, zur Auswirk ung einer allgemeinen Kirchenkollekte in den lu theriſchen Kirchen Baierns zu verſehen, da eine ſolche Kollekte nur mit Erlaubniß d. Regierung veranſtaltet werden darf. Je weniger wir ſelbſt an einen ſolchen Weg, auf dem uns eine wün⸗ ſchenswerthe Unterſtützung werden könnte, ge⸗ dacht hatten, deſto weniger wagten wir, das un⸗ geſuchte Anerbieten zurückzuweiſen. Wir be⸗ ſprachen uns hierüber ſpäter auch mit Herrn Paſt. Löhe, den Herren Profeſſoren zu Erlangen und den gläubigen Paſtoren in Nürnberg und Fürth, und da auch dieſe ſämmtlich dafür waren, daß wir den uns gewieſenen Weg einſchlügen, ja, die letzteren inſonderheit manches Gute von einer Berührung der Vertreter unſerer Kirche hier mit den Vertretern der baicriſchen luther. Kirche ſich verſprachen, auch Herr Prof. Dr. Thomaſius uns ſogleich die Einführung bei dem Herrn Oberconſiſtorialrath Dr. Boeckh in München Der Lutheraner erſcheint alle iwei Wochen einmal für den jährlichen Sabſcriptienspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber. welche denſelben voraus zube⸗ In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft. Nur die Brie fe, welche Mittbeilungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redakteur, alle anderen aber. welches Geſchäftliches, Beſtellungen, Abbeſtellungen, Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adreſſe Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher iu ſenden. —nww:ęꝛęꝛñꝛ TTTTDsssPsDDDDsTPTFPFPFPFPFPFPFPFPFPFPFPFPFPFPFPF P F TTTFP¶P P'P'PTPTPTPTPFPTFTFTFTFTFTHTFEFEHE* durch einen gleichen Empfehlungsbrief zuſagte, ſo reiſ'ten wir denn in Gottes Namen endlich am 10. November per Eiſenbahn über Nördlingen, Donauwörth und Augsburg nach München ab. Den erſten Beſuch ſtatteten wir Tags dar— auf bei Herrn Dekan Burger ab, erklärten demſelben den Zweck unſeres Erſcheinens und überreichten unſere in Dresden empfangenen Empfehlungsſchreiben. Der Herr Dekan ſagte uns ſogleich mit großer Zuvorkommenheit ſeine beſte Vermittelung zu und lud uns für den näch— ſten Tag zu ſich zu Tiſche ein; er erklärte ſich zur Beförderung einer Unterſtützung durch Geld— mittel für um ſo williger, da auch er nicht wün— ſche, daß wir gute gläubige Candidaten Baierns zum Eintritt in den Dienſt der amerikaniſchen lutheriſchen Kirche veranlaſſen möchten. Auch er klagte über Mangel an ſolchen und erzählte uns unter Anderm, daß in dem jüngſt unter ſeiner Mitwirkung zu Ansbach abgehaltenen Eramen der ſich zur theologiſchen Candidatur meldenden Studirenden (wenn ich mich recht erinnereelf derſelben als ſolche, die die Prüfung nicht be⸗ ſtanden, zurückgewieſen worden ſeien. Gewiß, ein trauriges Zengniß von der verderblichen Ein⸗ wirkung der politiſchen Aufregung in den letzten Jahren auf die Studien vieler der jungen Aca⸗ demiker; jedoch ein eben ſo erfreulicher Beweis, daß jetzt viele von denen, welche in Deutſchland der Kirche vorſtehen, trotz des' immer fühlbarer werdenden abſoluten Mangels an Predigt⸗ amtscanditaten, nicht geſonnen ſind, jeden lüder⸗ lichen ſ. g. Studenten nach Abſolvirung ſeiner Studien zeit mit einer Pfarre zu betrauen oder doch, nach hieſiger leidiger Sitte jeden auch Un⸗ erprobten auf gefährliche Probe mit einer Licenz zu verſehen. Zwar iſt Herr Dekan Burger Pfarrer der „proteſtantiſchen“ Gemeinde zu München, und er hat ſich noch nicht dazu ent⸗ ſchließen können, einem jeden Gliede die aus— drückliche Erklärung abzufordern, daß es durch ſeinen Eintritt in die Gemeinde und durch ſeine Theilnahme an dem h. Abendmahle in derſelben ſich von jeder andern Gemeinſchaft des Glaubens losſage und zur lutheriſchen Kirche übertrete; derſelbe hat uns jedoch verſichert, daß er auch die Unterſcheidungslehren unſerer Kirche, wie die von der realen Gegenwart des Leibes und Blutes IEſu Chriſti im h. Abendmahle, im Gegenſatz zu der reformirten Lehre, von derKraft der h. Taufe, wiederzugebären u. dergl., entſchieden vortrage. Auch der Herr Dekan gehört zu denen, welche um dieſes ihres Bekenntniſſes willen alle ihre Zuhörer für Lutheraner anſehen, und dieſes den⸗ ſelben doch nicht ſagen wollen, aus Sorge, ſie abzuſchrecken. Von Herrn Dekan Burger hinweg gingen wir nun zu Herrn Oberconſiſtorialrath Dr. Boeckh, wo wir das von Herrn Profeſſor Thomaſius uns mitgegebene Einfübrungs— ſchreiben abgaben. Wir müſſen geſtehen, dieſen hochgeſtellten Mann näher kennen gelernt zu ha— ben, wird uns Zeitlebens eine überaus ange⸗ nehme und theure Erinnerung ſein. Derſelbe