# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1852 03 16_S116 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) ——* — — ———— „Sottes Wort und Luthers Lehr“ vergehet aan und nimmermehr.“ (Oſfend. Irh. Cav. 14, v. 6. 7.9 Herausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten. Nedigirt von C. F. W. Walther. Jahrg. 8. St. Louis, Mo., den 16. März 1852. No. 15. Bedingungen: ed Der Luthberaner erſcheint alle wei Wochen einmal für den jäbrlichen Sabſerivtienspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben voraus zube⸗ gabien nud das Poſtgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne No. fuͤr 5 Tents verkauft. Reiſebericht des Redakteurs. (Fortſetzung.) Es war am Sonntag den 5. October, wo ich endlich Iauf dem Wege über Altenburg, Zwickau, Hof, Culmbach, Bamberg, Erlangen) in Nürn⸗ berg ankam und mit Paſtor Wyneken, der mir dahin vorausgeeilt war, wieder zuſammentraf. Einer ſchon früher erhaltenen Einladung fol— gend, kehrten wir hier in dem Hauſe Herrn A. Volks ein und ſanden da eine überaus herz⸗ liche und freundliche Aufnahme. Der Aufent⸗ halt in dieſem theuren Hauſe, dahin wir ſpäter noch oft zurückkehrten und wo wir ſtets mit im⸗ mner neuen Beweiſen der Liebe überſchüttet wur⸗ den, wird uns lebenslang unvergeßlich bleiben. Unter Anderem ſahen wir hier zu unſerer großen Etbauung das erſtemal einen liturgiſchen Haus— gottesdienſt in der zahlreichen Familie Herrn volks ins Leben gerufen und mit patriarcha⸗ licher Würde geleitet und ausgeführt. So goß unſer Verlangen war, nun ungeſäumt dem Ziele unſerer Reiſe, dem wir jetzt ſo nahe wa— un, zuzueilen, ſo konnten wir doch der dringen⸗ den Aufforderung Herrn Volk's nicht wider— ſehen, den folgenden Tag noch in Nürnberg gzubringen. Wir benutzten dieſen Tag, um die herrliche alterthümliche Stadt mit ihren un⸗ glichlich ſchönen ehrwürdigen Kirchen und ihren uuſend hiſtoriſchen Erinnerungen in Augenſchein zu nehmen. An dieſem Tage machten wir auch Bekanntſchaft mit Herrn Volk's Tochtermann, dem Herrn Pfarrer Reuther, Prediger an der St. Sebalduskirche zu Nürnberg, mit dem wir uns bal d innig brüderlich verbunden fühlten Tags darauf fuhren wir nun in einem von Herrn Volk für uns gemietheten Wagen und in Begleitung desſelben in das ohngefähr ſieben Stunden ſüdweſtlich von Nürnberg liegende Dörfchen Neuendettels au bei Kloſter Heilbronn, wo Herr Paſtor Löhe gegenwärtig noch das Seelſorgeramt verwaltet. In entſchei⸗ dungsvoller nach unſerer innigſten Uberzeugung der günſtige oder ungünſtige Erfolg dieſes Be⸗ ſuches war, mit deſto beklommeneren Herzen traten wir in dem Neuendettelsauer Pfarrhaus ein. Die Herzlichkeit und edle Offenheit und Gerad— heit aber, mit welcher uns Herr Paſtor Löhe ſogleich entgegen kam, verſcheuchte bald alle Be⸗ klommenheit aus unſerem Herzen. Es währte nicht lange, ſo befanden wir uns in einer ebenſo lebendigen als freundlichen Unterredung über die Lehrpunkte, über welche eine Differenz zwi— ſchen unſerer Synode und Herrn Paſtor Löhe zu Tage getreten war. Da der gegenwärtige Vorſteher an dem Proſeminar zu Nürnberg für Amerika, Herr Katechet Bauer, mit zugegen war — derſelbe war uns ſchon vorausgereiſ't und hatte unſere Ankunft gemeldet — ſo bethei⸗ ligte ſich an unſerem Geſpräch auch der letztge— nannte. Wie weit es nach dieſer erſten ge— genſeitigen Ausſprache, welche bis Nachts am darauf folgenden Tage ſich fortſetzte, mit dem 2 Nur die Briefe, welche Mittbeilungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redakteur, ale andertn abet. weltdes Geſchäftliches, Beſtellungen. Abbeſtelungen. Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adreſſ NMr. F. W. Barthel, care of C. F. W Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenden. Werke der von beiden Seiten ſehnlichſt gewünſch— ten Einigung gekommen war, kann der liebe Leſer am beſten aus einem Auffatze ſehen, wel⸗ chen Herr Paſtor Löhe kurz darauf in dem von ihm und Herrn Pfarrer Wucherer in Nördlingen herausgegebenen Blatte: „Kirchliche Mitthei⸗ lungen aus und über Nord Amerika“ ſeinen Leſern mittheilte. Wenn ich jedoch hier Einiges daraus für diesmal mittheile, ſo muß ich zu⸗ gleich erwähnen, daß wir ſpäter einander noch bedeutend näher gerückt ſind, als es geſchehen war, als dieſer Aufſatz erſchien. Herr Paſtor Lͤhe hatte eine ganze Nummer des Blattes (die 10. des Jahres 18510, und zwar dieſe in auszeichnend beſonders ſchoner Ausſtattung, dem Andenken an unſeren Beſuch in Deutſchland gewidmet. Schon die ganze bezeichnete Nummer trug daher den Titel: „Zum Gedächtniß der Anweſenheit der ehrwür⸗ digen Brüder Walther und Wyneken in Deutſch⸗ land;“ und der Aufatz war überſchrieben: „Der Beſuch der beiden Präſidenten der lutheriſchen Synode von Miſſouri, Ohiv und anderen Staa⸗ ten, Walther und Wyneken, in Deutſchland.“ Darin ſchreibt nun Herr Paſtor Löhe unter Anderem Folgendes: „Es iſt den Leſern dieſer Blätter bekannt, daß zwiſchen uns, den Redactoren dieſer Mittheilun⸗ gen, und den hervorragenden Gliedern der luth. Synode Miſſouri, Ohio u. a. St. eine Diffe⸗ renz in Anbetracht des heiligen Amtes aufge⸗