# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1852 03 02_S108 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) berausgegeben von der Deut — ——ͤ—— — —— —— II+I---Æ ——— —————.— ———— (Ofenb. Job. Cap. 14, v. 6. 7. „Gottes Wort und Luthers Lehr“ vergehet nun und nimmermehr.“ —— chen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten. Nedigirt von C. F. W. Walther. Jahrg. S. St. Louis, Mo., den 2. März 1852. No. 14. dedingungen: Reiſebericht des Redakteurs. Cortſetzung) MSonnabend gegen Abend den 20. Sep⸗ Irnber kamen wir, wie ſchon bemerkt, in Lei p⸗ jig an. Schreiber dieſes überzeugte ſich zu ſiner großen Freude bald, daß hier ſeit der Zeit ſines vormaligen Aufenthaltes in dieſer Stadt Uenre große Verändernng, und zwar zum Beſſeren, mngttreten war. Ueberall zeigen ſich nehmlich ſer die Spuren des großen Segens, in welchem hſonderbeit Dr. Harleß hier während der kur— Inn Zeit ſeines Wirkens als Lehrer an der hieſi⸗ in Univerßtät und als Paſtor an der Kirche E. Meolai hieſelbſt gearbeitet hat. An der Uni⸗ Iſtät iſt Dr. Harleß' Nachfolger, Herr Pro⸗ Iſer Dr. Kahnis, gegenwärtig bemüht, das mennene Segenswerk fortzuführen. Unter der Ruiung des letzteren beſteht u. A. die auf An⸗ men Dr. Harleß' gegründete zahlreiche Stu— untenverbindung unter dem Namen „Philadel⸗ Rin“ (Bruderliebe, Offenb. 3, 7—13.) fort, nuche den Zweck hat, eine innigere Gemein⸗ ſhaft unter denjenigen Studirenden (einſchließ⸗ auch der nicht Theologie Studirenden) ſu fiften, welche in den Strömungen menſchli⸗ Er Meinungen an dem guten Glaubensgrund nstrer evangeliſch-lutheriſchen Kirche feſthalten Und ſich denſelben wahren wollen. Es iſt dieſe Lebindung um ſo wichtiger und erfreulicher, u die jungen Männer bei ihrer gegenſeitigen iiſizen Handreichung mehr das Praktiſche, als ü Der Lutheraner erſcheint alle zwei Wochen einmal für den jäbrlichen Rnytienspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchretber, welche denſelben vorauszube⸗ Hlen und das Poſtgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft. Nur die Briefe, welche Milrhellungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redakieur, alle anderen aber. welckes Geſchäftliches. Beſteungen. Abbeſtellungen, Gelder 2c. enthalten, unter der Adree Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., auher zu ſenden. —— ñ———eeeei— die Wiſſenſchaft, im Auge haben, obwohl gerade unter ihnen ſich der größte Ernſt u. Eifer im Stu⸗ diren kund gibt. Hierzu kommt, daß die in die Verbindung Eingetretenen auch nach Abſolvi— rung ihrer Studien Glieder der Verbindung bleiben und daher, wenn ſie nun in den ihnen angewieſenen Wirkungskreiſen mehr und mehr Erfahrung ſammeln und in Glauben und Er⸗ kenntniß tiefer und tiefer gegründet worden, der Verbindung vermittelſt unterhaltenen ſchriftli— chen Verkehrs auch damit dienen. An die Stelle von Dr. Harleß als Prediger an der Nicolai⸗ kirche iſt Paſtor Ahlfeld gekommen. Da der— ſelbe aus Halle, alſo aus der unirten Kirche Preußens, hieher berufen worden iſt, derſelbe auch bekanntlich früher eine gegneriſche Stel— lung gegen die treuen ſeparirten Lutheraner Preußens eingenommen hat, wie aus dem von ihm einige Jahre redigirten Halliſchen „Volks- blatt“ zu erſehen iſt, ſo wohnten wir am Tage nach unſerer Ankunft nur darum dem von ihm geleiteten Morgen-Gottesdienſte bei, weil in den Morgenſtunden einen entſchieden lutheriſchen Prediger in der Stadt zu hören keine Gelegen— heit warz denn leider iſt der liebe M. Hänſel, welcher vormals zu den entſchiedenſten gläubi— gen Predigern Leipzig's gehörte und welchem Schreiber dieſes als ſeinem lieben Lehrer vieles verdankt, nicht vorwärts-, ſondern rückwärtsge⸗ ſchritten und gehört jetzt zu den Gegnern der entſchiedenen Lutheraner. Paſtor Ahlfeld hielt übrigens eine ſchöne, erbauliche Previgt in ei⸗ nem einfachen, körnigen Stole, ſo daß wir uns nur freuen konnten, die große herrliche Kirche von aufmerkſamen Zuhörern gedrängt voll zu ſehen. Unter den Zuhörern befand ſich auch Herr Commiſſionsrath Dr. Marbach, der uns bemerkt hatte und, als wir die Kirche eben verlaſſen wollten, auf uns zukam und uns be⸗ grüßte. Dr. Marbach gehörte nehmlich zu uns Sachſen, die wir vor dreizehn Jahren nach Miſſouri auswanderten, und war, unzufrieden mit den damals ſich hier entwickelnden kirch⸗ lichen Verhältniſſen, bald wieder nach Deutſch⸗ land zurückgekehrt. So zurückhaltend die erſte gegenſeitige Ausſprache war, ſd herzlich wurde ſie bald und endigte mit lautem Lobe Gottes von beiden Seiten. Obwohl nehmlich von Gott ſehr verſchiedene Wege geführt und obwohl jetzt beiderſeits zu durchaus anderen Überzeugungen in vielen wichtigen Punkten, als wir vormals batten, gekommen, fanden wir uns doch jetzt in einer großen tiefgegründeten Einigkeit des Glaubens und Geiſtes wieder. Wider unſer Hoffen und Erwarten wurden uns daher in Leipzig gerade im Kreiſe der theuren Familie Herrn Dr. Marbach's — denn deſſen Gemah⸗ linn iſt ihm gleichgeſinnt — höchſt genußreiche Stunden zu Stärkung des Glaubens und der Liebe bereitet. Nachmittags hörten wir nun Herrn Paſtor Dr. G. Schneider (den ge⸗ genwärtigen Revakteur des Leipziger evange⸗ liſch⸗lutheriſchen Miſſionsblattes) in der Nru⸗ kirche predigen, worauf wir denſelben in dem