# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1852 02 02_S98 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) hen, ſo iſt ſie gerecht und gut, und wenn ſie gar —95— me oder die entgegengeſetzte Wirkung hätte; iſt Alt, Männer und Weiber, Gebildete und Un⸗ Bitkung, ja den glänzendſten Erfolg hätte. Bert vorhanden iſt. lichtet wäre. ſe dagegen wider das göttliche Geſetz und gehet nvohalb auch im Thäter aus dem Unglauben oder Aberglauben, ſo iſt ſie ungerecht und böſe, und ten ſie für den Augenblick die beabſichtigte Demgemäß bleibt es denn auch dabei, daß geſuchs perſönliche Geſinnung, obwohl ſie ei— Unſits ſehr zu unterſcheiden, ja zu trennen iſt un der verruchten Bosheit und Gottesfeindſchaft agemeinen rothen Republikaner und der Män⸗ Uer des radikalen Umſturzes, der Socialiſten und Communiſten, der freien Männer und desglei⸗ hen, andrerſeits nicht wieder zu unterſcheiden, um nennen iſt von der evangeliſchen Geſin⸗ ung wahrer und gründlicher Chriſten, in denen dr Glaube und die Liebe ihr ganzes Leben we⸗ ſentlich regieret und eine Unterwerfung des gan⸗ Iu Herzens und Willens gegen das göttliche Koſſuth ſteht, unſres Erachtens, in ſeiner Ge⸗ ſunung zwiſchen jener teufliſchen und dieſer gött— lchen Geſinnung gleichſam in der Mitte, und incheint uns als ein Mann, der in ſeinem Be⸗ Aginne keinesweges niedrige und ſelbſtiſche Zwecke Her gar entſchiedene Feindſchaft wider Gott und ſeine Ordnung gehegt und gepflegt hat und noch demmalen nährt, vielmehr mit vieler perſönlicher Eelbſtverleugnung und Selbſtaufopferung als Ziel ſeines Lebens und Strebens die bürgerliche zteiheit und Selbſtregierung ſeines Vaterlandes ünverrückt im Auge behält, die er für das größte Ind edelſte Gut desſelben zu halten ſcheint. Da ejedoch, aus Unkenntniß der evangeliſchen Wahr— heit, zur Erreichung dieſes Zieles ſchriftwidrige Mitlel angewendet, nämlich die gewaltthätige Ethebung ſeines Volkes wider ſeinen Oberherrn, den Kaiſer von Oeſtreich, mit veranlaßt und ge⸗ ördert hat; — da er ferner, durch den Sieg der uſſichen Waffen vergeblich darüber belehrt, daß ties ſein Ziel dermalen nicht Gottes Abſicht ſei, und gleichwohl dasſelbe unabläſſig verfolgt lud eigentlich die bewaffnete Einmiſchung Eng⸗ lnds und der Vereinigten Staaten mit allen Kräften erſtrebt, um ſeinem Vaterlande die bür⸗ gerliche Selbſtſtändigkeit und Selbſtregierung zu verſchaffen, obgleich dadurch ein ungeheurer Völ⸗ krkrieg entzündet, Ströme von Blut vergoſſen und das Heilmittel viel ſchrecklicher wäre, alsſder Sünde; darnach von der wahren und eigent⸗ vas Uebel: ſo können wir ihn nur für einen ehr⸗ lchen Schwärmer, aber nicht für einen beſonne⸗ Chriſtum, und wie der geborne Sündenſclave, nen evangeliſchen Chriſten anſehen, der aus dem Worte und den Wegen Gottes über deſſen Er⸗ zibung der Völker genugſam und gründlich be⸗ Da er nun mit dieſem ſeinem Lieblings⸗Wahn und Plan, nämlich der Befreiung ſeines Vater⸗ ländes von der öſtreichiſchen Herrſchaft und der Conſtituirung desſelben zur Republik hier eine verwandte Seite anklingt; — da er mit mächti⸗ ger Beredtſamkeit und einer anziehenden Perſön⸗ lihkeit, Gewandheit und Klugheit begabt iſt, un ſeine Lieblingsidee mit hinreißendem Feuer der Rede glänzend und eindringlich darzuſtellen: ſo iſt es kein Wunder, daß er überall eine ſo ge⸗ gebildete, die Maſſen, wie die Einzelnen, mit ſich fortreißt. Es iſt deßhalb ferner kein Wunder, daß Koſſuth auch den Haufen der amerikaniſchen Prediger mit ſeiner Schwärmerei enthuſiasmirt, da zudem eine wechſelſeitige Sympathie zwiſchen ihnen vorhanden iſt; denn ſie, als Amerikaner, die, meiſt ihre Verfaſſung überſchätzend, ſich häufig mehr um politiſche Zeitfragen, als kirch⸗ liche Lebensfragen zu bekümmern und eifrigere Politiker als gründliche Theologen zu ſein ſchei⸗ nen — ſie ſympathiſiren mit Koſſuth in Hinſicht auf die Befreiung und politiſche Amerikaniſirung Ungarns; und er als ein religious man, wie er ſich ſelbſt gegen die Damen in London genannt hat, die ihn mit einer deutſchen Bibel beſchenk⸗ ten, — er ſympathiſirt wieder mit den Predigern in Hinſicht auf die Anerkennung und Pietät (fromme Scheu) gegen die Bibel, obgleich er, wie oben bereits genugſam nachgewieſen, keine geſunde und gründliche Erkenntuiß des Bibel⸗ gottes und ſeines Regiments über die Völker und Staaten der Erde beſitzt und unchriſtliche und gewaltthätige Mittel zur Erreichung poli⸗ tiſcher Zwecke nicht verſchmäht. Und da nun unter dieſer Maſſe ſymphatiſirender amerikaniſcher Prediger auch Sr. Ehrwürden, der ſogenannte lutheriſche Herr Dr. Kurtz ſich befindet, ſo ver— ſteht es ſich von ſelbſt, daß auch er, wie einſt für Ronge, ſo jetzt für Koſſuth mitſchwärmt. Daß aber auch Herr Paſt. Stohlmann, ein deutſcher Lutheraner, der ſich überdies zum ge— ſunden Bekenniniß der lutheriſchen Kirche un⸗ umwunden mitbekennt und der doch billig in bibliſcher Beurtheilung ſolcher Erſcheinungen, wie Koſſuth, den ſchriftgerechten kirchlichen Stand⸗ punkt feſthalten ſollte — daß auch dirſer Predi⸗ ger mitſchwärmt und mitfeiert, iſt herzlich zu be⸗ klagen und ernſtlich zu ſtrafen, als eine Unehre, die er dadurch der lutheriſchen Kirche angethan hat. — Ihm hätte wohl angeſtanden, ja es wäre ſeine Pflicht geweſen — und wenn er dadurch vor der Koſſuth berauſchten Maſſe noch ſo unpopular und ſtinkend geworden wäre — Koſſuth und all ſeinen Zuhörern einen gründlichen Unterricht aus Gottes Wort zu thun zum Erſten von der wahren und eigentlichen Knechtſchaft, nämlich lichen Befreiung, nämlich der durch den HErrn der Menſch, derſelben theilhaftig und ein freier Bürger des ewigen und himmliſchen Reiches werde, das da in Herrlichkeit offenbar werde und bleibe, wenn alle irdiſchen Reiche mit der Erde verbrennen; und endlich von der chriſtlichen Art und Weiſe, wie ſolche Himmelsbürger und wahre Chriſten in ihrem irdiſchen Unterthanenberufe auch das Kreuz durch tyranniſche und gottloſe Obrigkeit zu tragen hätten und nur aus und nach Gottes Wort, als dem Schwerte des Gei⸗ ſtes, dem harten Zwingherrn Vorſtellung, Bitie und Vermahnung thun dürften. So dieſe deß aber nicht achteten, und nach wie vor Gewalt für Recht vielfach ergehen ließen, ja das Joch waltige Bewegung hervorbringt und Jung und noch härter machten, ſo ſtünde gleichwohl dem — bedrückten Volke, ſofern es ein chriſtliches ſei und Gottes Wort und den Glauben nicht verläugnen wollte, durchaus nicht an, mit den Waffen in der Hand, auf gewaltthätige Weiſe, wider die böſe Obrigkeit, die nun einmal, nach Gottes heiligem Strafwillen, Gewalt über ſie habe, anzukämpfen, wo möglich das Joch zu zer— brechen und ſich durch ſolche eigenmächtige Selbſt— hülfe zu befreien und darnach in irgendwelcher Form die Zügel der Regierung ſelbſt in die Hände zu nehmen; denn ob auch, nach Gottes ſonder— lichem Strafgericht über die Fürſten, ſolches ge— waltthätige Vornehmen wohl hinausginge — wie denn Gott pflege einen Ungerechten mit deimn andern zu ſtrafen, ſowohl im Einzelnen als im Großen und Ganzen — ſo hätten die Aufſtän— diſchen in ihrem Gelingen, doch keine Bürgſchaft des göttlichen Segens und keine Gewißheit des göttlichen Wohlgefallens, behielten vielmehr ein böſes Gewiſſen und hätten Gottes Zorn und Ungnade um ſo mehr über ſich erwecket, da ſie auf durchaus unchriſtliche ja unrechtliche Weiſe das Ziel ihrer Wünſche erreicht hätten. Es werde ſich auch Gottes Strafe über dem alſo fleiſch— lich befreiten und ſich ſelbſt regierenden Volke zeitig genug darin erzeigen, daß die Maſſe des Volkes noch mehr alle Gottesfurcht abſtreife, da— gegen ihre ſogenannte Machtvollkommenheit und ihre neue Verfaſſung zu ihrem Gott mache; daß politiſche Paͤrtheien aufſtehen, die ſich unter einander haſſen und verfolgen, und daß aus ded Vertretern und Stimmführern derſelben in ihren Partheiblättern papierne Tyrannen genug fich erheben würden; daß die jedesmalige Wahl hö— herer und niedrigerer obrigkeitlicher Perſonen mit unzähligen moraliſch verderblichen Uuntrieben und Gunſtbuhlereien verbunden ſei und die alſo, von Volks Gnaden gewählte Obrigkeit gar wenig Anſehen und Kraft habe, die wenn gleich guten Geſetze kräftig zu vollziehen, ſo daß dir Sicher— heit des Lebens und Eigenthums jetzt am Ende mehr gefährdet ſei, aks unter dem vorigen Regi⸗ ment; daß der Geiſt dieſer neuen Freiheit auch einen ſehr verderblichen Einfluß auf die Kinder— zucht habe, u. ſ. w. Hätte nun Herr Paſtor! Stohlmann eine Predigt etwa dieſes Inhaltes gethan, und meinethalben mit allem Aufwande großſtädtiſcher Beredtſamkeit, ſo hätte er als ein treuer Diener der lutheriſchen Kirche gehandelt; und wäre ſelbſt Koſſuth und die Seinen mitten in ſolcher Predigt aus der Kirche gegangen und. Derr Paſt. St. in ganz New Nork in ein übles Geſchrei gekommen, ſo könnte er doch innerlich fröhlich dabei ſein: denn er hätte dann eine. wahrhaft heilige und gerechte Sache geführt und der Troſt des heiligen Geiſtes aus ſeinem Worte hätte ihn der Welt Haß und Zorn leichtt verſchmerzen laſſen; denn er wäre Gottes Freund geweſen. — Uisd wäre Koſſuth gar in der Kir- che geblieben, ſo hätte dieſer, vielleicht in ſeinen Leben das erſte Mal, die ihm ſo hoch nöthige evangeliſche Wahrheit für ſeine Sache vernom⸗ men und ſein Berſtand und Gewiſſen wäre we— nigſtens aus Gottes Wort gründlich berichtet worden, ſo daß es jetzt nur an ſeinem Her⸗