# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1852 01 20_S84 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) — — —— π— ——————— „Gottes Wort und Luthers Lehr' vergehet nun und nimmermehr.“ Herausgegeben von der Deutſch n Ev. Luthe ———— — — — —— —— r. Synode von Miſſouri, (Efenb. Job. Cap. 14, v. 6. 7.) — 144 Ghio und andern Staaten. Nedigirt von C. F. W. Walther. Jahrg. 8. St. Louis, Mo., den 20. Januar 1852. No. 11. Bedingungen: ed Der Lutheraner erſcheint alle zwei Wechen einmal für den jäbrlichen eulseirtienspreis ven Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben voraustube⸗ Aller und das Poſtgeld zu tragen haben. — In St. LVouis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft, NMr. F. W Rur die Briefe, welche Mittheilungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redakteur, alle anderen aber. welches Geſchäfiliches. Beſtellungen, Abbeſtellungen. Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adreſſe Barthel, care oſ C. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenden. ́PPꝑPFFFFFFF ꝗ F ꝗ ꝗFꝗꝗꝗꝗꝗFFꝗFꝗFꝗꝗꝗFꝗↄꝗFꝗFꝗꝗꝗꝗꝗꝗꝗꝰꝗꝰꝗꝰꝗꝰꝗꝰꝗ?PꝰPꝰPꝰPꝰPꝰPꝰPꝰPꝰPↄP?PsPPↄ?P?P?P???PP?]?;];];PP]ñů¶ ͤͤB¶̊:./)q⸗ 1DV.. 353.. ꝗ=ꝗꝗ.IIꝑIIII.II.I.⏑⏑—ék Winfrid oder Bonifacius, Apoſtel der Deutſchen. Eine miſſionsgeſchichtliche Darſiellung, von Karl Graul. Dieſen obenſtehenden Namen habt ihr wohl ſhon öfter gehört. meine lieben deutſchen Mit⸗ hüder. Schon manchmal, wenn ihr angeſpro⸗ Ihen wurdet, der vielen und großen Heidenvölker u gedenken, daß ihr ihnen das Evangelium heingen helfet, wurde euch dabei dieſer Mann vorgehalten. Die Engländer, hieß es dann, gaben ja auch einſt euren heidniſchen Vätern ihren Winfrid zugeſchickt, ſo ſchickt nun auch ihr zuten Brüdern in den Heidenländern chriſtliche .Glaubensboten zu. Wie Paulus ſich einen Schuldner beides der Griechen und Ungriechen Ainut, ſo ſoll der Name Winfrid das deutſche Volk an ſeine Schuld für die köſtliche Perle er⸗ ünnern, welche wir durch ihn vom Herrn em— pangen haben. Die Engländer achten ihre echuld noch nicht für getilgt, denn ſie thun noch immer das Meiſte für die Bekehrung der Hei⸗ den, obgleich ſie ſchon vor 1000 Jahren durch Schaaren von Evangeliſten die Bekehrung un⸗ ſeres Volkes zu Stande gebracht haben. Wir Deulſchen haben uns alſo das Chriſtenthum auch nicht geholt, es hat ſich auch nicht ſo von ſelbſt zu uns herein verbreitet, über 200 Jahre nang hat es ſchwere und blutige Arbeit den ſmmen Glaubensboten gekoſtet. Unter dieſen in zwar Winfrid einer der letzten, aber als glück⸗ licher Prediger und beſonders als Begründer eines feſten Kirchenweſens bei uns der bedeu— tendſte. Außer Luther iſt für uns kein deutſcher Kirchenlehrer ſo wichtig, wie dieſer Winfrid, von dem ich euch eine kleine Beſchreibung machen will, nach dem, was ich in alten Schriften und namentlich in ſeinen eigenen Briefen gefunden habe. War Luther aus der Mitte unſeres Volkes heraus ein rechter kerndeutſcher Mann, ſo hat dagegen Winfrid Vaterland und Freundſchaft verlaſſen und iſt unſer Bruder geworden; doch gehörte er einem Volke an, welches uns ſtamm— verwandt iſt. Er iſt nämlich ums Jahr 680 zu Kirton im ſüdlichen England geboren. Seine Eltern waren vornehme Leute. Sie hoff⸗ ten etwas recht Großes aus ihm zu ziehen, da er ſchon in früheſter Kindheit treffliche Anlagen zeigte. Allein der Herr richtete ſeinen Sinn auf den verborgenen Schatz im Acker hin. Eifrig befragte der Knabe einkehrende Geiſtliche um himmliſche Dinge und um das Heil ſeiner Seele, und ſchoͤn im fünften Jahre ſehnte er ſich nach der Stille eines Kloſters. Die Klöſter waren aber damals noch nicht ſolche Sitze der Werkheiligkeit und der Faulheit, wie in ſpätern Zeiten, ſondern mehr heilige Ruheſtätten, in welchen ſtille Gemüther eine Zrflucht fanden vor dem allgemeinen Geräuſche der Waffen und der Roheit des Lebens, — die einzigen Pfleg⸗ orte der Wiſſenſchaften und daher höchſt wichtig für Bildung tüchtiger Diener der Kirche. Nur ſehr ungern thaten die Eltern ihrem kleinen Win⸗ frid den Willen und gaben ihn in das Kloſter Adescancaſtre. Hier war er ſo eifrig im Lernen, daß er ſeine Lehrer einholte. Daher ging er in ein anderes Kloſter Nuizell und erlangte da eine für damalige Zeit ſo bedeutende Erkenntniß im Chriſtenthume und namentlich in der Bibel, daß er ſelbſt Lehrer wurde. Der Ruf ſeiner Gelehrſamkeit zog wißbegierige Mönche und Nonnen herbei und um ſeine milde und kräftige Predigt ſammelten ſich die Leute aus den umliegenden Gemeinden in ganzen Schaaren. Da er außerdem mehrere wichtige und ſchwie— rige Geſchäfte in kirchlichen Angelegenheiten mit großer Geſchicklichkeit und zur Zufriedenheit ſei⸗ ner Vorgeſetzten ausrichtete: ſo gewann er bald allgemeine Achtung und größern Ruhm, als wenn er nach ſeines Vaters Wunſche die weli⸗ liche Laufbahn betreten hätte. nicht umſonſt verheißen: Wer Etwas verläßt um meines Namens willen, der wirds hundertfältig wiedernehmen. Doch wird ausdrücklich bemerkt, daß mit ſeinem ſteigenden Anſehen ſeine eigne Meinung von ſich immer tiefer geſunken ſei. Daher konnten auch Ruhm und Auszeichnun— gen ſein Herz nicht befriedigen; das dürſtete nur danach, den Ruhm ſeines Herrn und Heilandes auszubreiten. Nachdem er in ſeinem dreißigſten Jahre zum Prieſter geweiht worden, ſtand ihm 5 Der Herr hat ja der Weg zu den höchſten geiſtlichen Amtern offen. Er verſchmähete ſie und ruhete nicht, bis er Er⸗ laubniß und Vollmacht erhielt, nach Deutſchland